{"status":"available","ecli":null,"court":"BGH","senate":"III. Zivilsenat","decided":"2004-07-01","aktenzeichen":"III ZR 40/04","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF \n\nIII ZR 40/04 \n\nBESCHLUSS \n\nvom \n\n1. Juli 2004 \n\nin dem Rechtsstreit \n\nDer III. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 1. Juli 2004 durch den Vor-\n\nsitzenden Richter Schlick und die Richter Dr. Wurm, Streck, Dörr und Dr. Herr-\n\nmann \n\nbeschlossen: \n\nDie Beschwerde der Beklagten gegen die Nichtzulassung der Re-\n\nvision in dem Urteil des 3. Zivilsenats des Oberlandesgerichts \n\nRostock vom 15. Dezember 2003 - 3 U 162/03 - wird zurückge-\n\nwiesen. \n\nDie Beklagte trägt die Kosten des Beschwerdeverfahrens (§ 97 \n\nAbs. 1 ZPO). \n\nStreitwert: 197.211,79 € \n\nGründe: \n\nDie Revision ist nicht zuzulassen, da die Rechtssache keine grundsätz-\n\nliche Bedeutung hat (§ 543 Abs. 2 Nr. 1 ZPO) und eine Entscheidung des Re-\n\nvisionsgerichts zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung oder zur \n\nRechtsfortbildung nicht erforderlich ist (§ 543 Abs. 2 Nr. 2 ZPO). \n\nDie von der Nichtzulassungsbeschwerde für grundsätzlich gehaltene \n\nRechtsfrage, ob eine sich aus der Genehmigung vom 18. September 1990 und \n\naus § 16 Abs. 1 Buchst. c), Abs. 3 StraßenVO-DDR ergebende Folgekostenla-\n\nstenregelung auch nach dem Außerkrafttreten der Verordnung am 3. Oktober \n\n1990 fortwirkt, ist für den hier zu beurteilenden Sachverhalt nicht entschei-\n\ndungserheblich. \n\nDie Beklagte trifft die Folgekostenpflicht für die Verlegung ihrer Gaslei-\n\ntung unabhängig von der Anwendbarkeit des § 16 Abs. 1 Buchst. c), Abs. 3 \n\nStraßenVO-DDR. Wären diese Bestimmungen im vorliegenden Fall unbeacht-\n\nlich, würde sich die Folgekostenlast aus dem allgemeinen Recht ergeben. \n\n1. \n\nEntgegen der Ansicht des Berufungsgerichts ist allerdings § 8 Abs. 2a, \n\n8, 10 FStrG nicht entsprechend heranzuziehen, wenn die Versorgungsleitung, \n\nwie hier, auf einem Privatgrundstück verlegt ist (vgl. Senatsurteil vom 14. März \n\n2002 - III ZR 147/01 - WM 2002, 2113, 2114). \n\n2. \n\nDie Frage wer die Verlegungskosten trägt, ist vielmehr mit Blick auf \n\nArt. 14 GG und § 1004 BGB danach zu beantworten, ob der Eigentümer der \n\nStraße die Verlegung der Leitung, wenn das Versorgungsunternehmen sich \n\nhiermit nicht einverstanden erklärt hätte, nur unter Übernahme der Kosten oder \n\ngegen Entschädigung hätte durchsetzen können (Senat, BGHZ 144, 29, 50; \n\n125, 293, 295; 123, 166, 167 m.w.N.). Die Problematik der Kostenlast ist da-\n\nnach bei (jederzeit kündbaren) Leih- oder ähnlichen Verhältnissen, die keine \n\nnach Art. 14 GG geschützte Rechtsposition vermitteln, grundsätzlich zum \n\nNachteil des Versorgungsunternehmens zu lösen (z.B.: BGHZ 144, 29, 51; \n\n125, 293, 298 ff; 123, 166, 167, 169 ff). \n\nDie Beklagte hat mit den Eigentümern der Grundstücke, auf denen die \n\nLeitung in dem hier maßgebenden Abschnitt liegt, keine ausdrücklichen Nut-\n\nzungsverträge geschlossen. Somit scheidet ein möglicherweise vor dem 3. Ok-\n\ntober 1990 begründetes Mitbenutzungsrecht der Beklagten nach § 29 der \n\nDDR-Energieverordnung vom 1. Juni 1988 aus, da dieses grundsätzlich nur \n\naufgrund eines Vertrages entstehen konnte (Senat, BGHZ 144, 29, 32 f; Be-\n\nschluß vom 14. Januar 1999 - III ZR 12/98 - WM 1999, 740, 741, jew. m.w.N.). \n\nDer Erwerb einer beschränkten persönlichen Dienstbarkeit nach § 9 Abs. 1 \n\nGBBerG zugunsten der Beklagten kommt ebenfalls nicht in Betracht, da die \n\nGasleitung nicht bereits am 3. Oktober 1990 im Beitrittsgebiet genutzt wurde, \n\nwie es diese Bestimmung voraussetzt. Schließlich ist auch nichts zu den Vor-\n\naussetzungen zu einem Recht der Beklagten, die Grundstücke nach § 8 Abs. 1 \n\nAVBGasV zu nutzen, das gleichfalls eine geschützte Position begründen könn-\n\nte, vorgetragen. Die Beklagte hat damit allenfalls ein Recht zur Nutzung der \n\nGrundstücke aus einem konkludent zustande gekommenen Leihvertrag. Ein \n\nsolches Rechtsverhältnis zwischen der Beklagten und den Grundstückseigen-\n\ntümern verleiht keine \"folgekostenfeste\" Rechtsposition (Senat, BGHZ aaO), so \n\ndaß die Beklagte die Aufwendungen für die Leitungsverlegung zu tragen hat. \n\nSchlick \n\nWurm \n\nStreck \n\nDörr \n\nHerrmann","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2004-07-01/iii-zr-40-04","cited_norms":[{"jurabk":"GG","ref":"Art 14","ref_norm":"14","n":2},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 543","ref_norm":"543","n":2},{"jurabk":"BGB","ref":"§ 1004","ref_norm":"1004","n":1},{"jurabk":"GBBerG 1993","ref":"§ 9","ref_norm":"9","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 97","ref_norm":"97","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2004-07-01/iii-zr-40-04","retrieved":"2026-07-10 15:46:58.400885+00:00"},"card":{"id":"bgh/2004-07-01/iii-zr-40-04","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"III. 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