{"status":"available","ecli":null,"court":"BGH","senate":"XII. Zivilsenat","decided":"2004-03-24","aktenzeichen":"XII ZB 204/02","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\n\nXII ZB 204/02\n\nBESCHLUSS\n\nvom\n\n24. März 2004\n\nin der Familiensache\n\nDer XII. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 24. März 2004 durch die\n\nVorsitzende Richterin Dr. Hahne und die Richter Sprick, Weber-Monecke, Prof.\n\nDr. Wagenitz und Dose\n\nbeschlossen:\n\nDie Rechtsbeschwerde des weiteren Beteiligten zu 1 gegen den\n\nBeschluß des 16. Zivilsenats - Senat für Familiensachen - des\n\nOberlandesgerichts Karlsruhe vom 5. November 2002 wird auf\n\nseine Kosten mit der Maßgabe zurückgewiesen, daß der monatli-\n\nche Ausgleichsbetrag, bezogen auf den 30. November 2001, nicht\n\n307,86 \n\n(cid:1)(cid:3)(cid:2)(cid:5)(cid:4)(cid:7)(cid:6)(cid:9)(cid:8)(cid:11)(cid:10)(cid:12)(cid:4)(cid:14)(cid:13)(cid:16)(cid:15)(cid:18)(cid:17)\n\n(cid:0)(cid:20)(cid:19)(cid:11)(cid:21) \n\n(cid:22) eträgt.\n\nBeschwerdewert: 500 \n\nGründe:\n\nI.\n\nDie Parteien haben am 18. Dezember 1979 geheiratet. Der Scheidungs-\n\nantrag der Ehefrau (Antragstellerin; geboren am 7. Dezember 1950) ist dem\n\nEhemann (Antragsgegner; geboren am 10. September 1938) am 13. Dezember\n\n2001 zugestellt worden. Das Amtsgericht - Familiengericht - hat durch Ver-\n\nbundurteil die Ehe geschieden (insoweit rechtskräftig) und den Versorgungs-\n\nausgleich dahin gehend geregelt, daß es zu Lasten der Versorgung der Antrag-\n\nstellerin beim Landesamt für Besoldung und Versorgung Baden-Württemberg\n\n(LBV; weiterer Beteiligter zu 1) im Wege des Quasisplittings nach § 1587 b\n\n(cid:0)\n\nAbs. 2 BGB auf dem Versicherungskonto des Antragsgegners bei der Landes-\n\nversicherungsanstalt Baden-Württemberg (LVA; weitere Beteiligte zu 2) Ren-\n\ntenanwartschaften in Höhe von monatlich 307,86 \n\n(cid:8)(cid:18)(cid:23)(cid:24)(cid:2)(cid:11)(cid:25)(cid:7)(cid:8)(cid:26)(cid:4)(cid:28)(cid:27)(cid:5)(cid:29)(cid:3)(cid:30)(cid:31)(cid:6)(cid:9)(cid:8)(cid:5)(cid:4)(cid:28) \n\n(cid:19)\"! No-\n\nvember 2001, begründet hat. Dabei ist das Amtsgericht nach den Auskünften\n\nder weiteren Beteiligten zu 1 und 2 von ehezeitlichen (1. Dezember 1979 bis\n\n30. November 2001; § 1587 Abs. 2 BGB) Anwartschaften der Antragstellerin\n\nbeim LBV unter Berücksichtigung der Absenkung des Höchstruhegehaltssatzes\n\nnach § 14 Abs. 1 Satz 1 BeamtVG i.d.F. des Art. 1 Nr. 11 des Versorgungsän-\n\nderungsgesetzes 2001 in Höhe von monatlich 1.145,29 \n\n(cid:27)(cid:5)(cid:29)(cid:7)(cid:1)(cid:3)(cid:25)(cid:9)(cid:8)(cid:11)(cid:25)(cid:7)(cid:27)(cid:26)(cid:4)(cid:7)(cid:25)(cid:9)(cid:8)(cid:5)(cid:4)\n\n(cid:8)(cid:5)(cid:10)\n\n!$#\n\nAntragsgegner bezieht seit 1. Oktober 2001 eine Rente der gesetzlichen Ren-\n\ntenversicherung bei der LVA, deren Ehezeitanteil monatlich 529,57 \n\n(cid:8)(cid:24)%&(cid:10)(’(cid:9)(cid:25)(cid:18)%\n\nDem Antrag der Ehefrau, den Versorgungsausgleich auszuschließen, hat das\n\nAmtsgericht nicht stattgegeben. Die hiergegen gerichtete Beschwerde des LBV\n\nhat das Oberlandesgericht zurückgewiesen.\n\nDagegen richtet sich die zugelassene Rechtsbeschwerde des LBV, mit\n\nder es weiterhin geltend macht, das Oberlandesgericht habe die Neuregelun-\n\ngen des Versorgungsänderungsgesetzes 2001 fehlerhaft auf die Durchführung\n\ndes Versorgungsausgleichs angewandt. Die Parteien und die LVA haben sich\n\nim Rechtsbeschwerdeverfahren nicht geäußert. Ihren Antrag, den Versor-\n\ngungsausgleich auszuschließen, hat die Ehefrau weder im Beschwerde- noch\n\nim Rechtsbeschwerdeverfahren weiterverfolgt.\n\n(cid:0)\n(cid:22)\n(cid:22)\n!\n\nII.\n\nDie nach §§ 629 a Abs. 2 Satz 1, 621 e Abs. 2 Satz 1 1. Halbs. Nr. 1,\n\n2. Halbs. i.V. mit 543 Abs. 2 ZPO zulässige Rechtsbeschwerde ist im wesentli-\n\nchen nicht begründet.\n\n1. Das Oberlandesgericht hat den Versorgungsausgleich auf der Grund-\n\nlage des § 14 BeamtVG in der Fassung des Art. 1 Nr. 11 des Versorgungsän-\n\nderungsgesetzes 2001 vom 20. Dezember 2001 durchgeführt. Dies ist rechtlich\n\nnicht zu beanstanden.\n\nDer Senat hat zwischenzeitlich entschieden, daß für die Berechnung des\n\nVersorgungsausgleichs bei beamtenrechtlichen Versorgungsanrechten im Hin-\n\nblick auf den Halbteilungsgrundsatz seit dem 1. Januar 2003 uneingeschränkt\n\nder Höchstruhegehaltssatz von 71,75 % gemäß § 14 BeamtVG in der Fassung\n\ndes Art. 1 Nr. 11 des Versorgungsänderungsgesetzes 2001 vom 20. Dezember\n\n2001 (BGBl. I, 3926) maßgeblich ist, da diese Fassung nach Art. 20 Abs. 2\n\nNr. 1 des Versorgungsänderungsgesetzes zum 1. Januar 2003 in Kraft getreten\n\nist. Dabei kommt es weder darauf an, ob das Ehezeitende vor oder in der Über-\n\ngangsphase nach § 69 e BeamtVG liegt, noch ob der Versorgungsfall in oder\n\nerst nach der Übergangsphase eintreten wird (vgl. Senatsbeschlüsse vom\n\n26. November 2003 - XII ZB 75/02 und XII ZB 30/03 - FamRZ 2004, 256 ff. bzw.\n\n259 ff.). Wie der Senat weiter ausgeführt hat, fällt - wenn der Versorgungsfall\n\nwährend der Übergangsphase nach § 69 e BeamtVG eintritt - der degressive\n\nVersorgungsbestandteil nach § 69 e BeamtVG (sog. Abflachungsbetrag) nicht\n\nunter den öffentlich-rechtlichen Versorgungsausgleich. Ob der Abflachungsbe-\n\ntrag gegebenenfalls später im schuldrechtlichen Versorgungsausgleich auszu-\n\ngleichen sein wird, bleibt einer weiteren Prüfung vorbehalten, sofern die Vor-\n\naussetzungen für einen schuldrechtlichen Versorgungsausgleich gegeben sein\n\nsollten (vgl. Senatsbeschluß vom 26. November 2003 - XII ZB 30/03 - aaO\n\n261).\n\nDie Antragstellerin wird vorliegend die Regelaltersgrenze von 65 Jahren\n\n(§ 25 Abs. 1 BRRG) im Jahre 2015 erreichen. Anhaltspunkte dafür, daß der\n\nVersorgungsausgleich zu einem früheren Zeitpunkt zum Tragen kommen sollte,\n\nsind weder festgestellt noch ersichtlich. Der Versorgungsfall wird danach hier\n\njedenfalls nach 2010 und damit nach dem bisher angenommenen Ende der\n\nÜbergangsphase nach § 69 e BeamtVG eintreten.\n\nZwar unterliegen die Rentenanwartschaften, die für den Antragsgegner\n\ndurch das Quasisplitting - aufgrund des herabgesetzten Höchstversorgungssat-\n\nzes von 71,75 % - begründet werden, wie alle Anwartschaften des Antragsge-\n\ngners in der gesetzlichen Rentenversicherung für die Zeit vom 1. Juli 2001 bis\n\nzum 1. Juli 2010 zusätzlich der Niveauabsenkung nach § 255 e SGB VI. Dies\n\nist indessen durch die unterschiedlichen Niveauabsenkungsregelungen in der\n\ngesetzlichen Rentenversicherung einerseits und der Beamtenversorgung ande-\n\nrerseits systemimmanent und kann nicht dadurch korrigiert werden, daß der\n\nAntragstellerin unter Verstoß gegen den Halbteilungsgrundsatz mehr als die\n\nHälfte ihrer ihr tatsächlich zustehenden ehezeitbezogenen Versorgungsanwart-\n\nschaften genommen wird. Sollten wegen der systembedingten Unterschiede im\n\nErgebnis Korrekturen erforderlich werden - was im Hinblick auf die gegenwärti-\n\ngen renten- und pensionsrechtlichen Unsicherheiten nicht abschließend beur-\n\nteilt werden kann -, müssen diese gegebenenfalls der Abänderung nach § 10 a\n\nAbs. 1 Nr. 1 VAHRG vorbehalten bleiben.\n\n2. Die Abänderung des monatlichen Ausgleichsbetrags beruht auf der\n\nnunmehr erforderlichen Anwendung des baden-württembergischen Bemes-\n\nsungsfaktors von 5,33 % monatlich für 2004 hinsichtlich der Sonderzuwendung\n\n(Gesetz über die Anpassung von Dienst- und Versorgungsbezügen in Bund und\n\nLändern 2003/2004 sowie zur Änderung dienstrechtlicher Vorschriften vom\n\n10. September 2003 - BGBl. I, 1798 - in Verbindung mit § 5 Abs. 2 des Geset-\n\nzes über die Gewährung von Sonderzahlungen \n\nin Baden-Württemberg\n\n- Landesanteil Besoldung <Landessonderzahlungsgesetz - LSZG> vom 29. Ok-\n\ntober 2003 - GBl. S. 693, 694; zur Anwendung des jeweils zur Zeit der Ent-\n\nscheidung geltenden Bemessungsfaktors vgl. zuletzt Senatsbeschluß vom\n\n4. September 2002 - XII ZB 130/98 - FamRZ 2003, 437 ff. m.w.N.).\n\nHahne\n\nSprick\n\nWeber-Monecke\n\nWagenitz\n\nDose","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2004-03-24/xii-zb-204-02","cited_norms":[{"jurabk":"BeamtVG","ref":"§ 69e","ref_norm":"69e","n":4},{"jurabk":"BeamtVG","ref":"§ 14","ref_norm":"14","n":3},{"jurabk":"BGB","ref":"§ 1587","ref_norm":"1587","n":1},{"jurabk":"BRRG","ref":"§ 25","ref_norm":"25","n":1},{"jurabk":"SGB 6","ref":"§ 255e","ref_norm":"255e","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2004-03-24/xii-zb-204-02","retrieved":"2026-07-10 15:22:29.000808+00:00"},"card":{"id":"bgh/2004-03-24/xii-zb-204-02","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"XII. Zivilsenat","date":"2004-03-24","dockets":["XII ZB 204/02"],"decision_type":"Beschluss","ecli":null,"ids":{"ecli":null},"cite_as":"BGH, Beschluss vom 24.03.2004 – XII ZB 204/02","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2004-03-24/xii-zb-204-02","headnotes":[],"leitsatz_status":"not_captured","tenor":{"text":"Die Rechtsbeschwerde des weiteren Beteiligten zu 1 gegen den\n\nBeschluß des 16. Zivilsenats - Senat für Familiensachen - des\n\nOberlandesgerichts Karlsruhe vom 5. November 2002 wird auf\n\nseine Kosten mit der Maßgabe zurückgewiesen, daß der monatli-\n\nche Ausgleichsbetrag, bezogen auf den 30. November 2001, nicht\n\n307,86\n\n(cid:1)(cid:3)(cid:2)(cid:5)(cid:4)(cid:7)(cid:6)(cid:9)(cid:8)(cid:11)(cid:10)(cid:12)(cid:4)(cid:14)(cid:13)(cid:16)(cid:15)(cid:18)(cid:17)\n\n(cid:0)(cid:20)(cid:19)(cid:11)(cid:21)\n\n(cid:22) eträgt.\n\nBeschwerdewert: 500","basis":"court_formula","source":null},"tenor_status":"held","cited_norms":[{"id":"BeamtVG/69e","law":"BeamtVG","abbreviation":"BeamtVG","ref":"69e","label":"§ 69e BeamtVG","mentions":4},{"id":"BeamtVG/14","law":"BeamtVG","abbreviation":"BeamtVG","ref":"14","label":"§ 14 BeamtVG","mentions":3},{"id":"BGB/1587","law":"BGB","abbreviation":"BGB","ref":"1587","label":"§ 1587 BGB","mentions":1},{"id":"BRRG/25","law":"BRRG","abbreviation":"BRRG","ref":"25","label":"§ 25 BRRG","mentions":1},{"id":"SGB 6/255e","law":"SGB 6","abbreviation":"SGB 6","ref":"255e","label":"§ 255e SGB 6","mentions":1}],"cited_norms_basis":"extracted_from_text","normenkette":null,"proceeding":{"entries":[],"has_records":false,"note":"No Verfahrensgang record names this decision. That says nothing about whether earlier or later decisions exist."},"fundstellen":[],"provenance":{"source":null,"source_url":null,"retrieved_at":"2026-07-10T15:22:29.000808+00:00","text_quality":"native","attribution":null},"ai_summary":null,"ai_summary_available":false}}