{"status":"available","ecli":null,"court":"BGH","senate":"IV. Zivilsenat","decided":"2004-01-28","aktenzeichen":"IV ZR 58/03","doktyp":"Urteil","leitsatz":"VVG § 5a Abs. 2 Satz 1 a) Eine wirksame Belehrung des Verbrauchers über sein Widerspruchsrecht nach § 5a Abs. 1 Satz 1 VVG setzt voraus, daß auf die vorgeschriebene Form des Wi- derspruchs (hier Schriftlichkeit) und darauf hingewiesen wird, daß die rechtzeitige Absendung des Widerspruchs die vierzehntägige Frist wahrt. b) Zu den Anforderungen an eine drucktechnisch deutliche Form der Belehrung.","text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\n\nIM NAMEN DES VOLKES\n\nIV ZR 58/03\n\nURTEIL\n\nVerkündet am:\n28. Januar 2004\nHeinekamp\nJustizobersekretär\nals Urkundsbeamter\nder Geschäftsstelle\n\nin dem Rechtsstreit\n\nNachschlagewerk: ja\n\nBGHZ: nein\n\nBGHR: ja\n_____________________\n\nVVG § 5a Abs. 2 Satz 1\n\na) Eine wirksame Belehrung des Verbrauchers über sein Widerspruchsrecht nach\n§ 5a Abs. 1 Satz 1 VVG setzt voraus, daß auf die vorgeschriebene Form des Wi-\nderspruchs (hier Schriftlichkeit) und darauf hingewiesen wird, daß die rechtzeitige\nAbsendung des Widerspruchs die vierzehntägige Frist wahrt.\n\nb) Zu den Anforderungen an eine drucktechnisch deutliche Form der Belehrung.\n\nBGH, Urteil vom 28. Januar 2004 - IV ZR 58/03 - LG Hannover\n AG Hannover\n\nDer IV. Zivilsenat des Bundesgerichtshofes hat durch den Vorsit-\n\nzenden Richter Terno, die Richter Dr. Schlichting, Wendt, die Richterin\n\nDr. Kessal-Wulf und den Richter Felsch auf die mündliche Verhandlung\n\nvom 28. Januar 2004\n\nfür Recht erkannt:\n\nAuf die Rechtsmittel des Klägers werden das Urteil der\n\n7. Zivilkammer des Landgerichts Hannover \n\nvom\n\n12. Februar 2003 aufgehoben und das Urteil des Amts-\n\ngerichts Hannover vom 27. Mai 2002 geändert.\n\nDie Beklagte wird verurteilt, an den Kläger 2.474,20 \n\nzu zahlen nebst 7 % Zinsen\n\nauf 204,51 \nauf 409,03 \nauf 613,53 \nauf 818,04 \nauf 1022,55 \nauf 1227,06 \nauf 1431,57 \nauf 1636,08 \nauf 1840,59 \nauf 2045,10 \nauf 2249,61 \nauf 2454,20 \n\n(cid:0)(cid:2)(cid:1)(cid:4)(cid:3)(cid:6)(cid:5)(cid:8)(cid:7)(cid:9)(cid:1)(cid:4)(cid:10)(cid:12)(cid:11)(cid:14)(cid:13)(cid:16)(cid:15)(cid:18)(cid:17)(cid:20)(cid:19)(cid:4)(cid:17)(cid:20)(cid:0)(cid:21)(cid:5)(cid:23)(cid:22)(cid:2)(cid:24)(cid:9)(cid:24)(cid:9)(cid:24)(cid:14)(cid:25)\n\n(cid:0)(cid:2)(cid:1)(cid:4)(cid:3)(cid:6)(cid:5)(cid:8)(cid:7)(cid:9)(cid:1)(cid:4)(cid:10)(cid:12)(cid:11)(cid:14)(cid:13)(cid:4)(cid:26)(cid:27)(cid:1)(cid:4)(cid:28)(cid:29)(cid:5)(cid:30)(cid:1)(cid:31)(cid:10)! 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Juli 2000,\n\nseit dem 15. Dezember 2000 jedoch Zinsen in Höhe von\n\n5 Prozentpunkten über dem jeweils gültigen Basiszins-\n\nsatz auf 2454,20 \n\n(cid:13)\n\nIm übrigen wird die Klage abgewiesen.\n\nDie Beklagte hat die Kosten des Rechtsstreits zu tra-\n\ngen.\n\nVon Rechts wegen\n\nTatbestand:\n\nAuf Antrag des Klägers hat die Beklagte einen Versicherungs-\n\nschein vom 7. Juli 1999 über eine Kapitallebensversicherung ausgestellt\n\nund zahlreiche Anlagen sowie ihre Allgemeinen Versicherungsbedingun-\n\ngen beigefügt. Mit Schreiben vom 7. Juli 2000 hat der Kläger der Be-\n\nklagten mitgeteilt:\n\nNachdem ich eine Sendung in Plus - Minus über Lebens-\nversicherungen gesehen habe, lege ich Widerspruch wegen\nNichtbeachtung der Aufklärungspflicht nach BGB ein. Die\nabgebuchten Beiträge plus angefallenen Zinsen schreiben\nSie bitte meinem Konto ... wieder gut. Von einem Vertreter-\nbesuch bitte ich abzusehen.\n\nNach Ansicht des Klägers sind die Angaben der Beklagten in den\n\nihm zugesandten Vertragsunterlagen insbesondere zur Überschußer-\n\nmittlung und -verteilung nur rudimentär und genügen den Anforderungen\n\ndes § 10a VAG sowie der dazu gehörigen Anlage D nicht. Deshalb habe\n\ner gemäß § 5a Abs. 2 Satz 4 VVG noch innerhalb eines Jahres nach\n\nZahlung der ersten Prämie Widerspruch einlegen können. Die Beklagte\n\nentgegnet, nach der Schlußerklärung des Versicherungsantrags sei dem\n\nKläger bekannt, daß unter anderem wegen der Abschlußkosten bei Kün-\n\ndigung der Lebensversicherung in den ersten Jahren kein oder nur ein\n\nniedriger Rückkaufswert anfalle. Vor allem sei der Kläger gemäß § 5a\n\nAbs. 2 Satz 1 VVG darüber belehrt worden, daß der Versicherungsver-\n\ntrag auf der Grundlage der mit dem Versicherungsschein übersandten\n\nUnterlagen als abgeschlossen gelte, wenn er nicht innerhalb von 14 Ta-\n\ngen seit deren Zugang dem Vertrag widerspreche. Der Widerspruch des\n\nKlägers sei mithin verspätet. Auf die Wirksamkeit einzelner Klauseln ih-\n\nrer Versicherungsbedingungen komme es insoweit nicht an.\n\nDie Vorinstanzen haben die Klage abgewiesen. Mit der zugelasse-\n\nnen Revision verfolgt der Kläger seinen Anspruch weiter.\n\nEntscheidungsgründe:\n\nDie Revision hat Erfolg; dem Kläger steht der geltend gemachte\n\nAnspruch im wesentlichen zu.\n\n1. Das Berufungsgericht führt unter Bezug auf die tatsächlichen\n\nFeststellungen im Urteil des Amtsgerichts einleitend aus, weder aus der\n\nBerufungsbegründung noch aus den Akten ergäben sich Anhaltspunkte,\n\ndie Zweifel an der Richtigkeit und Vollständigkeit der entscheidungser-\n\nheblichen Feststellungen begründeten. Ferner seien keine Umstände er-\n\nsichtlich, aus denen sich eine für die angefochtene Entscheidung erheb-\n\nliche Rechtsverletzung ergebe. Insoweit sei es an eine vertretbare und\n\nrechtsfehlerfreie Auslegung und Wertung des Amtsgerichts - ungeachtet\n\nder eigenen Gewichtungstendenz - gebunden.\n\nDer Kläger sei in drucktechnisch hervorgehobener Form über sein\n\nWiderspruchsrecht, den Fristbeginn sowie die Dauer der Widerspruchs-\n\nfrist und damit ordnungsgemäß belehrt worden. Auch die von § 5a Abs. 1\n\nVVG geforderten Unterlagen hätten am 7. Juli 1999 vollständig vorgele-\n\ngen. Dagegen wende sich der Kläger auch nicht; er rüge vielmehr, daß\n\ndie Spielräume der Beklagten bei der Ermittlung des auf die Versiche-\n\nrungsnehmer zu verteilenden Überschusses nicht deutlich gemacht wür-\n\nden. Eine möglicherweise intransparente Regelung in den Allgemeinen\n\nVersicherungsbedingungen habe aber nicht zur Folge, daß die 14tägige\n\nFrist für den Widerspruch (§ 5a Abs. 1 Satz 1 VVG) nicht in Lauf gesetzt\n\nwerde (§ 5a Abs. 2 Satz 1 VVG).\n\n2. Die Revision macht zunächst geltend, das Berufungsurteil un-\n\nterliege schon deshalb der Aufhebung, weil es die Berufungsanträge\n\nauch dem Sinne nach nicht erkennen lasse; deren Wiedergabe sei aber\n\nauch nach der hier anzuwendenden Neufassung des § 540 Abs. 1 Satz 1\n\nNr. 1 ZPO nicht entbehrlich (BGHZ 154, 99, 100 f.; Urteil vom 6. Juni\n\n2003 - V ZR 392/02 - NJW-RR 2003, 1290 unter II 1 a; Urteil vom\n\n25. Juni 2003 - IV ZR 322/02 - NJW-RR 2003, 1248 unter 1; Urteil vom\n\n22. Dezember 2003 - VIII ZR 122/03 - unter 2, zur Veröffentlichung be-\n\nstimmt).\n\nDagegen wendet sich die Beklagte mit Recht. In den Gründen des\n\nBerufungsurteils wird als Ergebnis formuliert, das Amtsgericht habe den\n\ngeltend gemachten Anspruch auf Rückzahlung der geleisteten Beiträge\n\nzu Recht aberkannt. Diese mit keinerlei Einschränkungen versehene\n\nFormulierung setzt, da das Berufungsurteil nicht auf das Protokoll der\n\nVerhandlung vor dem Berufungsgericht, sondern nur auf die tatsächli-\n\nchen Feststellungen im Urteil des Amtsgerichts Bezug nimmt, voraus,\n\ndaß der Kläger den aberkannten Anspruch unverändert mit der Berufung\n\nweiterverfolgt hat. Sonst hätte für das Berufungsgericht kein Anlaß be-\n\nstanden, die Abweisung des - nach wie vor - \"geltend gemachten An-\n\nspruchs\" insgesamt für rechtmäßig zu erklären. Dieses Verständnis wird\n\ndurch die weiteren Ausführungen des Berufungsgerichts zur Unwirksam-\n\nkeit des vom Kläger erklärten Widerspruchs bestärkt. Nach den gesam-\n\nten Umständen des Falles hält der Senat den Berufungsantrag hier für\n\ngerade noch hinreichend aus den Formulierungen des Berufungsurteils\n\nerkennbar.\n\n3. Die Tatsachen, die diesem Rechtsstreit zugrunde liegen, näm-\n\nlich der Versicherungsantrag des Klägers, die Übersendung des Versi-\n\ncherungsscheins vom 7. Juli 1999 nebst Anlagen sowie der Widerspruch\n\ndes Klägers vom 7. Juli 2000 sind unstreitig. Soweit es für die auf 14 Ta-\n\nge nach Zugang aller Unterlagen beschränkte Widerspruchsfrist des § 5a\n\nAbs. 2 Satz 1 VVG darauf ankommt, daß der Versicherungsnehmer über\n\ndas Widerspruchsrecht, den Fristbeginn und deren Dauer \"in drucktech-\n\nnisch deutlicher Form\" belehrt worden ist, hat das Berufungsgericht die-\n\nse Voraussetzungen, zu denen sich das Amtsgericht in seinem Urteil\n\nnicht geäußert hatte, erstmals selbst geprüft und für erfüllt gehalten. Mit-\n\nhin kommt es auf die von der Revision angegriffene Ansicht des Beru-\n\nfungsgerichts, es sei an vertretbare und rechtsfehlerfreie Auslegungen\n\nund Wertungen des Amtsgerichts gebunden, im vorliegenden Fall nicht\n\nan. Darüber hinaus rügt die Revision vor allem, die Belehrung über das\n\nWiderspruchsrecht entspreche hier nicht den Anforderungen von § 5a\n\nAbs. 2 Satz 1 VVG und habe daher die Frist des § 5a Abs. 1 Satz 1 VVG\n\nnicht in Lauf gesetzt. Die von der Beklagten erteilte Belehrung zeichne\n\nsich zwar durch fettere Lettern als der übrige Text aus, sei aber nicht auf\n\neinem gesonderten Blatt niedergelegt oder an exponierter Stelle aufge-\n\nführt worden, wie etwa zu Beginn des Versicherungsscheins oder an\n\ndessen Ende unterhalb der Unterschriften der Beklagtenvertreter oder\n\nauch unterhalb der den Versicherungsnehmer interessierenden Abrech-\n\nnung der Beiträge.\n\nDem ist im Ergebnis zuzustimmen.\n\na) Die Beklagte hat dem Versicherungsschein Anlagen beigefügt,\n\ndie sich - jeweils unter einer durch Unterstreichung hervorgehobenen\n\nÜberschrift - zunächst mit den Garantiewerten, danach mit Allgemeinen\n\nVerbraucherinformationen und ferner mit Erläuterungen zum Versiche-\n\nrungsvertrag befassen. Dort schließt sich nach einem kurzen Abschnitt\n\nüber die Vertragsgrundlagen in etwas fetteren Lettern als der vor- und\n\nnachstehende Text folgender Abschnitt an:\n\nWiderspruchsrecht\nMit diesem Versicherungsschein haben Sie die Versiche-\nrungsbedingungen, die Verbraucherinformation, das Steu-\nermerkblatt und das Merkblatt für die Datenverarbeitung\nerhalten. Der Versicherungsvertrag gilt auf der Grundlage\ndieser Unterlagen als abgeschlossen. Ab dem Zugang die-\nser Unterlagen haben Sie 14 Tage lang das Recht, diesem\nVertrag zu widersprechen.\n\nDiese Belehrung entspricht den gesetzlichen Anforderungen je-\n\ndenfalls aus den folgenden Gründen nicht:\n\nb) § 5a Abs. 1 Satz 1 VVG in der hier maßgebenden Fassung for-\n\ndert für den Widerspruch ausdrücklich Schriftlichkeit und macht die Ein-\n\nhaltung dieser Form damit zur Voraussetzung für die Wirksamkeit des\n\nWiderspruchs (zu den Anforderungen im einzelnen vgl. Römer in Römer/\n\nLangheid, VVG 2. Aufl. § 5a Rdn. 36). Die in § 5a Abs. 2 Satz 1 VVG\n\ngeforderte Belehrung über das Widerspruchsrecht schließt nach dem\n\nSinnzusammenhang mit Abs. 1 Satz 1 eine Belehrung über die zur Wirk-\n\nsamkeit des Widerspruchs erforderliche Schriftform ein (OLG Oldenburg\n\nNVersZ 2002, 255, 256; vgl. auch OLG Braunschweig WM 2000, 814,\n\n815; OLG Celle WM 2000, 816, 817 f.). Ein solcher Hinweis fehlt jedoch\n\nin der Belehrung der Beklagten, die sie im Zusammenhang mit der Zu-\n\nsendung der Police erteilt hat. Sie fehlt im übrigen auch in der vorange-\n\ngangenen Belehrung über das Widerspruchsrecht, die die Beklagte unter\n\nder Überschrift \"Schlußerklärung des Antragstellers und der zu versi-\n\nchernden Person\" in das Formular des Versicherungsantrags aufge-\n\nnommen hat. Allerdings könnte eine ausreichende Belehrung im Antrag\n\ndie vom Gesetz vorgeschriebene Belehrung im Zusammenhang mit der\n\nÜbersendung der Police ohnehin nicht ersetzen (Lorenz, VersR 1995,\n\n616, 622).\n\nc) Die Beklagte belehrt zwar über den Beginn und die Dauer der\n\nWiderspruchsfrist. Damit der Verbraucher die Frist ausschöpfen kann, ist\n\naber der Hinweis unverzichtbar, daß die rechtzeitige Absendung des Wi-\n\nderspruchs nach § 5a Abs. 2 Satz 3 VVG genügt. Auch darauf muß sich\n\ndie Belehrung erstrecken \n\n(Stiefel/Hofmann, Kraftfahrtversicherung\n\n17. Aufl. VVG § 5a Rdn. 21; vgl. Prölss in Prölss/Martin, VVG 26. Aufl.\n\n§ 8 Rdn. 46; Römer, aaO § 8 Rdn. 61).\n\nd) Was die von § 5a Abs. 2 Satz 1 VVG geforderte drucktechnisch\n\ndeutliche Form der Belehrung angeht, ist die Würdigung des Tatrichters\n\nunvollständig. Er läßt unberücksichtigt, daß die Belehrung hier im Kon-\n\nvolut der übersandten Vertragsunterlagen nahezu untergeht. Sie wird\n\ndem Verbraucher weder gesondert präsentiert noch drucktechnisch so\n\nstark hervorgehoben, daß sie ihm beim Durchblättern der acht Seiten,\n\naus denen allein der Versicherungsschein und seine Anlage bestehen,\n\nnicht entgehen könnte, selbst wenn er nicht nach einer Widerspruchs-\n\nmöglichkeit sucht. Der für diese Belehrung benutzte Fettdruck wird auch\n\nfür die Überschriften der anderen Unterabschnitte der Erläuterungen zum\n\nVersicherungsvertrag verwendet (wie \"Vertragsgrundlagen\", \"Versiche-\n\nrungsdauer\", \"Beitragszahlung\" etc.) und hebt sich nicht wesentlich vom\n\nübrigen Text ab. Die Belehrung ist weder durch eine andere Farbe,\n\nSchriftart oder -größe noch durch Einrücken, Einrahmen oder in anderer\n\nWeise hervorgehoben. Die mitübersandten, anschließenden siebzehn\n\nSeiten mit Allgemeinen Versicherungsbedingungen und weiteren Hinwei-\n\nsen unterscheiden sich drucktechnisch ebenfalls nicht hinreichend von\n\nden vorangegangenen acht Seiten Vertragsunterlagen; damit werden die\n\nMöglichkeiten eines Verbrauchers, das Widerspruchsrecht und seine\n\nVoraussetzungen zu entdecken, noch weiter eingeschränkt, wenn er die\n\nihm zugesandten Papiere nicht im einzelnen liest und zu verstehen ver-\n\nsucht. Das wird der Bedeutung des Widerspruchsrechts nicht gerecht,\n\nmit dem der Verbraucher den Vertrag insgesamt und ungeachtet seiner\n\nzahlreichen Einzelheiten ablehnen kann. Die Widerspruchsbelehrung ist\n\ndeshalb hier auch deswegen unwirksam, weil es an der von § 5a Abs. 2\n\nSatz 1 VVG geforderten Deutlichkeit fehlt (vgl. BGH, Urteil vom 25. April\n\n1996 - X ZR 139/94 - NJW 1996, 1964 unter 2 b).\n\nDie 14tägige Widerspruchsfrist des § 5a Abs. 1 Satz 1 VVG ist\n\nmithin nicht wirksam in Lauf gesetzt worden. Danach kommt es auf die\n\nweiteren, vom Landgericht zurückgewiesenen und von der Revision wie-\n\nder ins Feld geführten Bedenken hinsichtlich der Versicherungsbedin-\n\ngungen und Verbraucherinformationen hier nicht mehr an.\n\n4. Unstreitig ist der Widerspruch des Klägers innerhalb der Jah-\n\nresfrist des § 5a Abs. 2 Satz 4 VVG schriftlich bei der Beklagten einge-\n\ngangen. Der Widerspruch ist damit wirksam geworden; ein Versiche-\n\nrungsvertrag ist trotz der vom Kläger bereits gezahlten Prämien nicht zu-\n\nstande gekommen. Für die geleisteten Beitragszahlungen fehlt mithin ein\n\nRechtsgrund. Der Kläger kann sie nach § 812 Abs. 1 BGB herausverlan-\n\ngen. Anhaltspunkte für einen Rechtsmißbrauch des Klägers sind weder\n\ngeltend gemacht noch ersichtlich.\n\nWeiterhin verlangt der Kläger Herausgabe der Nutzungen, die die\n\nBeklagte aus den vom Kläger gezahlten Prämien gezogen hat. Der An-\n\nspruch rechtfertigt sich aus § 818 Abs. 1 BGB. Die Beklagte hat die vom\n\nKläger behauptete Höhe dieser Nutzungen (7% Zinsen pro Jahr) nicht\n\nbestritten. Nach eigenem Vortrag hat der Kläger den zurückgeforderten\n\nGesamtbetrag aber nicht insgesamt für das ganze Jahr im voraus ge-\n\nzahlt, sondern pro Monat jeweils 400 DM. Demgemäß waren auch die\n\nNutzungen zu bemessen, die die Beklagte zu erstatten hat.\n\nDarüber hinaus fordert der Kläger Verzugszinsen. Sein Wider-\n\nspruch vom 7. Juli 2000 stellt keine Rechnung oder gleichwertige Zah-\n\nlungsaufforderung im Sinne von § 284 Abs. 3 BGB in der vom 1. Mai\n\n2000 bis zum 31. Dezember 2001 geltenden Fassung dar (vgl. Palandt/\n\nHeinrichs, BGB 63. Aufl. § 286 Rdn. 2, 29). Die Beklagte ist durch ein\n\nSchreiben des vom Kläger beauftragten Geschäftsführers des Bundes\n\nder Versicherten unter Fristsetzung bis zum 14. Dezember 2000 ge-\n\nmahnt worden. Erst von diesem Zeitpunkt an kann der Kläger nach der\n\ninsoweit unverändert gebliebenen Vorschrift des § 288 Abs. 1 BGB einen\n\nVerzugszins von 5 Prozentpunkten über dem jeweiligen Basiszinssatz\n\n+(cid:29)(cid:1)(cid:4)\"><?0(cid:4)1(cid:20)(cid:19)(cid:9)(cid:1)(cid:9)14(cid:13)@-(cid:23)(cid:1)(cid:4)\"BAC<?0(cid:9)(cid:19)(cid:20)(cid:1)(cid:9)0(cid:4)1(cid:29)(cid:5)D\"E0(cid:9)(cid:19)F(cid:3)G(cid:0)(cid:21)(cid:5)\n\nauf die Hauptforderung von 2.454,20 \n\ndahin zu verstehen, daß der Kläger bis zum Einsetzen seiner Verzugs-\n\nzinsforderung lediglich Nutzungsherausgabe nach § 818 BGB verlangt,\n\nvom Beginn der Verzugszinspflicht an aber keine Nutzungsherausgabe\n\nmehr. Zusätzlich steht dem Kläger der von ihm weiterhin geforderte Be-\n\ntrag von 20 \n\nH6I\n\nhnung zu.\n\n\"(cid:27)(cid:7)(cid:14)(cid:3)(cid:6)(cid:1)J+(cid:29)((cid:4)\"E(cid:19)(cid:9)(cid:1)(cid:4)\">(cid:3)?K(cid:16)L(cid:29)(cid:5)M<N(cid:3)?K(cid:29)L(cid:20)(cid:1)(cid:4)1OA(cid:8)((cid:9)(cid:0)(cid:21)(cid:5)(cid:30)(cid:1)(cid:4)1P(cid:7)(cid:9)(cid:1)Q\"C790\n\nTerno Dr. Schlichting Wendt\n\n Dr. Kessal-Wulf Felsch","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2004-01-28/iv-zr-58-03","cited_norms":[{"jurabk":"BGB","ref":"§ 818","ref_norm":"818","n":2},{"jurabk":"BGB","ref":"§ 288","ref_norm":"288","n":1},{"jurabk":"BGB","ref":"§ 812","ref_norm":"812","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 540","ref_norm":"540","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2004-01-28/iv-zr-58-03","retrieved":"2026-07-10 15:08:22.349506+00:00"},"card":{"id":"bgh/2004-01-28/iv-zr-58-03","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"IV. Zivilsenat","date":"2004-01-28","dockets":["IV ZR 58/03"],"decision_type":"Urteil","ecli":null,"ids":{"ecli":null},"cite_as":"BGH, Urteil vom 28.01.2004 – IV ZR 58/03","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2004-01-28/iv-zr-58-03","headnotes":[{"kind":"leitsatz","author":"gericht","text":"VVG § 5a Abs. 2 Satz 1 a) Eine wirksame Belehrung des Verbrauchers über sein Widerspruchsrecht nach § 5a Abs. 1 Satz 1 VVG setzt voraus, daß auf die vorgeschriebene Form des Wi- derspruchs (hier Schriftlichkeit) und darauf hingewiesen wird, daß die rechtzeitige Absendung des Widerspruchs die vierzehntägige Frist wahrt. b) Zu den Anforderungen an eine drucktechnisch deutliche Form der Belehrung.","basis":"source_field","source":null,"may_include_court_head":true}],"leitsatz_status":"from_court","tenor":{"text":"Auf die Rechtsmittel des Klägers werden das Urteil der\n\n7. Zivilkammer des Landgerichts Hannover\n\nvom\n\n12. Februar 2003 aufgehoben und das Urteil des Amts-\n\ngerichts Hannover vom 27. Mai 2002 geändert.\n\nDie Beklagte wird verurteilt, an den Kläger 2.474,20\n\nzu zahlen nebst 7 % Zinsen\n\nauf 204,51\nauf 409,03\nauf 613,53\nauf 818,04\nauf 1022,55\nauf 1227,06\nauf 1431,57\nauf 1636,08\nauf 1840,59\nauf 2045,10\nauf 2249,61\nauf 2454,20\n\n(cid:0)(cid:2)(cid:1)(cid:4)(cid:3)(cid:6)(cid:5)(cid:8)(cid:7)(cid:9)(cid:1)(cid:4)(cid:10)(cid:12)(cid:11)(cid:14)(cid:13)(cid:16)(cid:15)(cid:18)(cid:17)(cid:20)(cid:19)(cid:4)(cid:17)(cid:20)(cid:0)(cid:21)(cid:5)(cid:23)(cid:22)(cid:2)(cid:24)(cid:9)(cid:24)(cid:9)(cid:24)(cid:14)(cid:25)\n\n(cid:0)(cid:2)(cid:1)(cid:4)(cid:3)(cid:6)(cid:5)(cid:8)(cid:7)(cid:9)(cid:1)(cid:4)(cid:10)(cid:12)(cid:11)(cid:14)(cid:13)(cid:4)(cid:26)(cid:27)(cid:1)(cid:4)(cid:28)(cid:29)(cid:5)(cid:30)(cid:1)(cid:31)(cid:10)! 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Juli 2000,\n\nseit dem 15. Dezember 2000 jedoch Zinsen in Höhe von\n\n5 Prozentpunkten über dem jeweils gültigen Basiszins-\n\nsatz auf 2454,20\n\n(cid:13)\n\nIm übrigen wird die Klage abgewiesen.\n\nDie Beklagte hat die Kosten des Rechtsstreits zu tra-\n\ngen.","basis":"court_formula","source":null},"tenor_status":"held","cited_norms":[{"id":"BGB/818","law":"BGB","abbreviation":"BGB","ref":"818","label":"§ 818 BGB","mentions":2},{"id":"BGB/288","law":"BGB","abbreviation":"BGB","ref":"288","label":"§ 288 BGB","mentions":1},{"id":"BGB/812","law":"BGB","abbreviation":"BGB","ref":"812","label":"§ 812 BGB","mentions":1},{"id":"ZPO/540","law":"ZPO","abbreviation":"ZPO","ref":"540","label":"§ 540 ZPO","mentions":1}],"cited_norms_basis":"extracted_from_text","normenkette":null,"proceeding":{"entries":[],"has_records":false,"note":"No Verfahrensgang record names this decision. That says nothing about whether earlier or later decisions exist."},"fundstellen":[{"kind":"zeitschrift","cite":"VersR 2004, 497","basis":"cited_by_decisions","votes":30},{"kind":"zeitschrift","cite":"NJW-RR 2004, 751","basis":"cited_by_decisions","votes":5}],"provenance":{"source":null,"source_url":null,"retrieved_at":"2026-07-10T15:08:22.349506+00:00","text_quality":"native","attribution":null},"ai_summary":null,"ai_summary_available":false}}