{"status":"available","ecli":null,"court":"BGH","senate":"II. Zivilsenat","decided":"2003-11-03","aktenzeichen":"II ZB 21/02","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\n\nII ZB 21/02\n\nBESCHLUSS\n\nvom\n\n3. November 2003\n\nin der Rechtsbeschwerdesache\n\nDer II. Zivilsenat des Bundesgerichtshofes hat am 3. November 2003\n\ndurch den Vorsitzenden Richter Dr. h.c. Röhricht und die Richter\n\nProf. Dr. Goette, Münke, Dr. Gehrlein und Dr. Strohn\n\nbeschlossen:\n\nDie Rechtsbeschwerde gegen den Beschluß des 20. Zivilsenats\n\ndes Oberlandesgerichts Celle vom 25. Juli 2002 wird auf Kosten\n\ndes Verfügungsklägers als unzulässig verworfen.\n\nDer Beschwerdewert wird auf 1.500,00 \n\n(cid:0)(cid:2)(cid:1)(cid:4)(cid:3)(cid:6)(cid:5)(cid:8)(cid:7)(cid:4)(cid:1)(cid:4)(cid:3)(cid:9)(cid:1)(cid:10)(cid:5)(cid:8)(cid:11)(cid:9)(cid:5)(cid:13)(cid:12)\n\nGründe:\n\nI. Der Verfügungskläger nahm den Verfügungsbeklagten, mit dem er in\n\neiner zahnärztlichen Praxisgemeinschaft verbunden war, im Rahmen einer\n\neinstweiligen Verfügung auf Zugang zu einem Laborraum sowie auf Mitbenut-\n\nzung zahnmedizinischer Behandlungsgeräte in Anspruch. Nachdem das Land-\n\ngericht ohne mündliche Verhandlung im Beschlußweg die beantragte einstwei-\n\nlige Verfügung erlassen hatte, schlossen die Parteien in der mündlichen Ver-\n\nhandlung des Widerspruchsverfahrens einen umfassenden Vergleich, durch\n\nden die Vertragsbeziehung der Parteien im einzelnen auseinandergesetzt und\n\nder Rechtsstreit übereinstimmend für erledigt erklärt wurde. Unter Ziffer 9 des\n\nVergleichs trafen die Parteien folgende Vereinbarung:\n\n\"Über die Kosten des Verfahrens einschließlich des Vergleichs soll\n\ndas Gericht gemäß § 91 a ZPO analog entscheiden. Beide Par-\n\nteien verzichten auf eine Begründung dieser Entscheidung.\"\n\nDas Landgericht hat ohne Begründung mit Beschluß vom 25. April 2002\n\ndie Kosten des Verfahrens einschließlich des Vergleichs gegeneinander aufge-\n\nhoben. Die dagegen vom Verfügungskläger erhobene sofortige Beschwerde hat\n\ndas Berufungsgericht als unzulässig mit der Begründung verworfen, der in er-\n\nster Instanz vorbehaltlos erklärte Begründungsverzicht der Parteien stelle zu-\n\ngleich einen Verzicht auf die Anfechtung des Kostenbeschlusses dar. Mit seiner\n\n- wegen grundsätzlicher Bedeutung zugelassenen - Rechtsbeschwerde verfolgt\n\nder Verfügungskläger sein Begehren, dem Verfügungsbeklagten die Verfah-\n\nrenskosten aufzuerlegen, weiter.\n\nII. Die Rechtsbeschwerde ist als unzulässig zu verwerfen.\n\n1. Die Rechtsbeschwerde ist trotz der Zulassung durch das Beschwer-\n\ndegericht nicht statthaft nach § 574 Abs. 1 Nr. 2 ZPO. Eine Rechtsbeschwerde\n\nist unzulässig, wenn das Gesetz eine Anfechtung der Entscheidung aus-\n\nschließt. Dann bleibt sie - trotz der grundsätzlichen Bindung des Rechtsbe-\n\nschwerdegerichts an die Zulassungsentscheidung - auch bei irriger Rechtsmit-\n\ntelzulassung unanfechtbar. Die Bindungswirkung des § 574 Abs. 3 Satz 2 ZPO\n\ntritt also nur hinsichtlich des Vorliegens eines Zulassungsgrundes nach § 574\n\nAbs. 2 ZPO ein, eröffnet aber nicht ein gesetzlich nicht vorgesehenes Rechts-\n\nmittel (vgl. BGH, Beschl. v. 12. September 2002 - III ZB 43/02, NJW 2002,\n\n3554; Beschl. v. 1. Oktober 2002 - IX ZB 271/02, NJW 2003, 70; Beschl. v.\n\n8. Oktober 2002 - VI ZB 27/02, NJW 2003, 211, 212; Beschl. v. 27. Februar\n\n2003 - I ZB 22/02, NJW 2003, 1531, 1532; Beschl. v. 13. März 2003\n\n- IX ZB 134/02, NJW 2003, 1254, 1255; Beschl. v. 8. Mai 2003 - I ZB 40/02,\n\nNJW-RR 2003, 1075; Beschl. v. 16. September 2003 - VIII ZB 40/03).\n\n2. Die Rechtsbeschwerde ist hier unstatthaft, weil die angefochtene Ko-\n\nstenentscheidung in einem weder einer Revision noch einer Rechtsbeschwerde\n\nzugänglichen Verfahren auf Erlaß einer einstweiligen Verfügung ergangen ist.\n\nIn diesem Verfahren ist der Instanzenzug für die Anfechtung von Entscheidun-\n\ngen in der Hauptsache durch § 542 Abs. 2 Satz 1 ZPO begrenzt (BGH, Beschl.\n\nv. 8. Mai 2003 - I ZB 40/02, NJW-RR 2003, 1075; Beschl. v. 10. Oktober 2002\n\n- VII ZB 11/02, NJW 2003, 69; Beschl. v. 16. September 2003 - VIII ZB 40/03).\n\nDabei kommt es nicht darauf an, ob durch Urteil oder Beschluß entschieden\n\nworden ist (BGH, Beschl. v. 27. Februar 2003 - I ZB 22/02, NJW 2003, 1531).\n\nDie Regelung hat ihren Grund im summarischen Charakter des Eilverfahrens.\n\nDer ihr zugrundeliegende Gedanke gilt erst recht für die Anfechtung einer im\n\neinstweiligen Verfügungsverfahren gemäß § 91 a ZPO nach billigem Ermessen\n\nzu treffenden Kostenentscheidung (BGH, Beschl. v. 8. Mai 2003 - I ZB 40/02,\n\nNJW-RR 2003, 1075).\n\n3. Im übrigen ist die isolierte Anfechtung einer Kostenentscheidung, so-\n\nweit das Gesetz sie ausnahmsweise vorsieht, nur statthaft, wenn auch ein\n\nRechtsmittel in der Hauptsache zulässig gewesen wäre. Dies folgt aus dem\n\nRegelungszusammenhang der §§ 91 a Abs. 2 Satz 2, 99 Abs. 2 Satz 2 ZPO\n\n(BGH, Beschl. v. 16. September 2003 - VIII ZB 40/03). Da im Eilverfahren er-\n\ngangene Entscheidungen keiner Revision und Rechtsbeschwerde unterliegen,\n\nkann eine in diesem Verfahren ergangene Kostenentscheidung nicht mit der\n\nRechtsbeschwerde angegriffen werden.\n\nRöhricht\n\nGoette\n\nMünke\n\nGehrlein\n\nStrohn","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2003-11-03/ii-zb-21-02","cited_norms":[{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 574","ref_norm":"574","n":3},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 91a","ref_norm":"91a","n":2},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 542","ref_norm":"542","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2003-11-03/ii-zb-21-02","retrieved":"2026-07-10 14:56:25.766817+00:00"},"card":{"id":"bgh/2003-11-03/ii-zb-21-02","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"II. 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