{"status":"available","ecli":null,"court":"BGH","senate":"2. Strafsenat","decided":"2003-10-29","aktenzeichen":"2 StR 379/03","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\n\n2 StR 379/03\n\nBESCHLUSS\n\nvom\n\n29. Oktober 2003\n\nin der Strafsache\n\ngegen\n\nwegen Nötigung\n\nDer 2. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat auf Antrag des Generalbundes-\n\nanwalts am 29. Oktober 2003 gemäß § 346 Abs. 2 StPO beschlossen:\n\nAuf den Antrag des Angeklagten auf Entscheidung des Revisi-\n\nonsgerichts wird der Beschluß des Landgerichts Frankfurt am\n\nMain vom 5. August 2003, durch den die Revision des Angeklag-\n\nten als unzulässig verworfen wurde, aufgehoben.\n\nGründe:\n\nDer Angeklagte hat die Revisionsbegründungsfrist nicht versäumt.\n\nDer Generalbundesanwalt hat hierzu in seiner Antragsschrift vom\n\n13. Oktober 2003 zutreffend ausgeführt:\n\n\"Mit dem angegriffenen Beschluss vom 5. August 2003 ... hat die Straf-\n\nkammer die Revision des Angeklagten gemäß § 346 Abs. 1 StPO als\n\nunzulässig verworfen, weil die am 30. Mai 2003 eingegangene Revisi-\n\nonsbegründung nicht innerhalb der Frist des § 345 Abs. 1 StPO ausge-\n\nführt sei. Dem lag zu Grunde, dass der Verteidiger des Angeklagten auf\n\ndem Empfangsbekenntnis angegeben hatte, eine Ausfertigung des Ur-\n\nteils am 28. April 2003 erhalten zu haben ... Nach Zustellung dieses Be-\n\nschlusses am 11. August 2003 ... hat der Angeklagte fristgerecht Antrag\n\nnach § 346 Abs. 2 StPO gestellt ...\n\nDieser Antrag ist auch begründet, denn der Angeklagte hat die Revisi-\n\nonsbegründungsfrist nicht versäumt. Eine wirksame Zustellung des Ur-\n\nteils liegt vor, weil die Angabe eines unrichtigen Datums auf dem Emp-\n\nfangsbekenntnis nicht gegen die gesetzliche Formvorschrift verstößt und\n\ndamit die Wirksamkeit der Zustellung unberührt lässt (vgl. Senatsbe-\n\nschluss vom 12. September 1990 - 2 StR 359/90). Die Frist zur Begrün-\n\ndung der Revision begann hier mit dem Zeitpunkt, in welchem der An-\n\nwalt das Urteil tatsächlich erhalten hat (Senat, a.a.O.; BVerfG NJW\n\n2001, 1563, 1564). Vorliegend konnte der Rechtsanwalt, der das Emp-\n\nfangsbekenntnis unterzeichnet hat, die Datumsangabe durch nachträgli-\n\nche Erklärung berichtigen. Das berichtigte Datum ist jedenfalls dann für\n\nden Fristbeginn maßgebend, wenn seine Richtigkeit bewiesen ist (Senat\n\na.a.O.). Dies erscheint hier der Fall, weil der Verteidiger nicht nur in sei-\n\nner Antragsbegründung versichert, das Urteil erst am 29. April 2003 er-\n\nhalten zu haben, sondern dies zusätzlich durch den Eingangsstempel\n\nder Anwaltskanzlei auf Empfangsbekenntnis und Urteil sowie durch den\n\nvorgelegten Auszug aus dem Fristenkalender belegt. Zudem erscheint\n\ndie handschriftliche Datumsangabe nicht eindeutig. Da es sich bei dem\n\n29. Mai 2003 um einen Feiertag handelte, lag der Eingang der Revisi-\n\nonsbegründung am 30. Mai 2003 somit noch innerhalb der Monatsfrist\n\ndes § 345 StPO).\"\n\nRissing-van Saan Detter Bode\n Otten \n\nRiBGH Rothfuß\nist wegen Urlaubs\nan der Unterschrift\ngehindert\n Rissing-van Saan","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2003-10-29/2-str-379-03","cited_norms":[{"jurabk":"StPO","ref":"§ 346","ref_norm":"346","n":3},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 345","ref_norm":"345","n":2}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2003-10-29/2-str-379-03","retrieved":"2026-07-10 14:47:34.933640+00:00"},"card":{"id":"bgh/2003-10-29/2-str-379-03","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"2. 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