{"status":"available","ecli":null,"court":"BGH","senate":"IX. Zivilsenat","decided":"2003-09-11","aktenzeichen":"IX ZB 65/03","doktyp":"Beschluß","leitsatz":"InsO §§ 7, 99; ZPO § 574 Abs. 2 Zu den Voraussetzungen für die Zulässigkeit einer Rechtsbeschwerde gegen die Anordnung einer Postsperre.","text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\n\nIX ZB 65/03\n\nBESCHLUSS\n\nvom\n\n11. September 2003\n\nin dem Insolvenzverfahren\n\nNachschlagewerk:\n\nja\n\nBGHZ:\n\nnein\n\nInsO §§ 7, 99; ZPO § 574 Abs. 2\n\nZu den Voraussetzungen für die Zulässigkeit einer Rechtsbeschwerde gegen die\n\nAnordnung einer Postsperre.\n\nBGH, Beschluß vom 11. September 2003 - IX ZB 65/03 - LG Essen\n\n AG Essen\n\nDer IX. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat durch den Vorsitzenden Richter\n\nDr. Kreft und die Richter Dr. Fischer, Kayser, Dr. Bergmann und Vill\n\nam 11. September 2003\n\nbeschlossen:\n\nDie Rechtsbeschwerde gegen den Beschluß der 5. Zivilkammer\n\ndes Landgerichts Essen vom 27. Februar 2003 wird auf Kosten\n\ndes Schuldners als unzulässig verworfen.\n\nDer Gegenstandswert für das Rechtsbeschwerdeverfahren wird\n\n(cid:0)(cid:2)(cid:1)(cid:4)(cid:3)(cid:6)(cid:5)(cid:8)(cid:7)(cid:9)(cid:1)(cid:4)(cid:3)(cid:10)(cid:1)(cid:11)(cid:5)(cid:13)(cid:12)(cid:10)(cid:5)(cid:15)(cid:14)\n\nauf 1.500 \n\nGründe\n\nDie gemäß § 7 InsO statthafte Rechtsbeschwerde ist unzulässig, weil\n\ndie Rechtssache keine grundsätzliche Bedeutung hat und weder die Fortbil-\n\ndung des Rechts noch die Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung eine\n\nEntscheidung des Bundesgerichtshofs erfordert (§ 4 InsO i.V.m. § 574 Abs. 2\n\nZPO).\n\n1. Durch die Rechtsprechung der früher gemäß § 7 InsO a.F. für die\n\nRechtsbeschwerde zuständigen Oberlandesgerichte ist bereits hinreichend\n\ngeklärt, daß die Anordnung einer Postsperre gerechtfertigt ist, wenn konkrete\n\nAnhaltspunkte dafür bestehen, daß durch das Verhalten des Schuldners we-\n\nsentliche Belange der Masse gefährdet sind und diesen bei einer Abwägung\n\nder beiderseitigen Interessen der Vorrang vor dem Schutz des Briefgeheimnis-\n\nses gebührt. Ob die entsprechenden Voraussetzungen gegeben sind, hat das\n\nInsolvenzgericht aufgrund einer Abwägung aller maßgeblichen Umstände des\n\nEinzelfalles zu entscheiden (OLG Celle NZI 2000, 583, 584; 2001, 147, 148;\n\nZIP 2002, 578, 579; OLG Zweibrücken, Beschl. v. 27. September 2000\n\n- 3 W 179/00, juris-Dokument Nr. KORE 571982000). Einer erneuten Behand-\n\nlung der Rechtsfrage durch den Bundesgerichtshof bedarf es daher nicht (vgl.\n\nBGH, Beschl. v. 4. Juli 2002 - IX ZB 31/02, NJW 2002, 2945, 2946).\n\nDie angefochtene Entscheidung entspricht den dargestellten rechtlichen\n\nAnforderungen. Das Landgericht hat in dem vom Schuldner mit seinem Le-\n\nbensgefährten am 22. September 2000 geschlossenen Übernahmevertrag so-\n\nwie in der Tatsache, daß der Schuldner die Richtigkeit seiner Angaben bisher\n\nnicht an Eides Statt versichert hat, Umstände gesehen, die geeignet sind, die\n\nBelange der Gläubigergesamtheit erheblich zu beeinträchtigen. Das läßt kei-\n\nnen Rechtsfehler erkennen. Die Begründung des Beschlusses macht auch hin-\n\nreichend deutlich, daß das Beschwerdegericht die beiderseitigen berechtigten\n\nInteressen gegeneinander abgewogen hat. Seine den konkreten Sachverhalt\n\nbetreffende Würdigung zu überprüfen, ist nicht Aufgabe des Rechtsbeschwer-\n\ndegerichts. Die Rechtsmittelbegründung vermag keine Rechtsfehler aufzuzei-\n\ngen, die eine Sachentscheidung zur Wahrung der Einheitlichkeit der Recht-\n\nsprechung erfordern.\n\n2. Die Zulässigkeit der Rechtsbeschwerde folgt auch nicht aus einem\n\nVerstoß gegen Art. 103 Abs. 1 GG. Es kann dahingestellt bleiben, ob das In-\n\nsolvenzgericht dem Schuldner in ausreichendem Maße rechtliches Gehör ge-\n\nwährt hat. Ein insoweit etwa bestehender Verfahrensfehler wäre dadurch ge-\n\nheilt, daß der Schuldner im Beschwerdeverfahren ausreichend Gelegenheit\n\nhatte, seinen Standpunkt darzulegen. Die Rechtsbeschwerde macht zudem\n\nauch nicht geltend, der Schuldner hätte ohne den von ihr gerügten Verstoß\n\nweiteres zur Wahrung seiner Interessen vorgetragen.\n\nKreft Fischer Kayser\n\n Bergmann Vill","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2003-09-11/ix-zb-65-03","cited_norms":[{"jurabk":"InsO","ref":"§ 7","ref_norm":"7","n":2},{"jurabk":"GG","ref":"Art 103","ref_norm":"103","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 574","ref_norm":"574","n":1},{"jurabk":"InsO","ref":"§ 4","ref_norm":"4","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2003-09-11/ix-zb-65-03","retrieved":"2026-07-10 14:42:10.534238+00:00"},"card":{"id":"bgh/2003-09-11/ix-zb-65-03","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"IX. 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