{"status":"available","ecli":null,"court":"BGH","senate":"IX. Zivilsenat","decided":"2003-07-24","aktenzeichen":"IX ZB 458/02","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\n\nIX ZB 458/02\n\nBESCHLUSS\n\nvom\n\n24. Juli 2003\n\nin dem Restschuldbefreiungsverfahren\n\nDer IX. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat durch den Vorsitzenden Richter\n\nDr. Kreft und die Richter Dr. Ganter, Raebel, Kayser und Dr. Bergmann\n\nam 24. Juli 2003\n\nbeschlossen:\n\nDie Rechtsbeschwerde gegen den Beschluß der 12. Zivilkammer\n\ndes Landgerichts Leipzig vom 21. August 2002 wird auf Kosten\n\ndes Rechtsbeschwerdeführers als unzulässig verworfen.\n\nDer Gegenstandswert für das Rechtsbeschwerdeverfahren wird\n\n(cid:0)(cid:2)(cid:1)(cid:4)(cid:3)(cid:6)(cid:5)(cid:8)(cid:7)(cid:9)(cid:1)(cid:4)(cid:3)(cid:10)(cid:1)(cid:11)(cid:5)(cid:13)(cid:12)(cid:10)(cid:5)(cid:15)(cid:14)\n\nauf 7.500 \n\nGründe:\n\nDie nach § 7 InsO i.V.m. § 574 Abs. 1 Nr. 1 ZPO statthafte Rechtsbe-\n\nschwerde ist unzulässig, weil die Rechtssache keine grundsätzliche Bedeutung\n\nhat und weder die Fortbildung des Rechts noch die Sicherung einer einheitli-\n\nchen Rechtsprechung eine Entscheidung des Rechtsbeschwerdegerichts er-\n\nfordert, § 4 InsO i.V.m. § 574 Abs. 2 ZPO.\n\nDen von der Rechtsbeschwerde aufgeworfenen Rechtsfragen kommt\n\nkeine grundsätzliche Bedeutung zu. Daß die Entlassung des Treuhänders auch\n\ndann einen wichtigen Grund voraussetzt, wenn dieser sie selbst beantragt, er-\n\ngibt sich bereits aus dem Gesetz (§ 313 Abs. 1 Satz 1 und 3, § 292 Abs. 3\n\nSatz 2, § 59 Abs. 1 Satz 1 und 2 InsO). Das Beschwerdegericht ist rechtlich\n\nzutreffend davon ausgegangen, daß das Vorliegen eines wichtigen Grundes\n\nunter Berücksichtigung der Interessen der Verfahrensbeteiligten und der\n\nZweck- und Rechtmäßigkeit der Verfahrensdurchführung festzustellen ist. Sei-\n\nnen die Entscheidung tragenden Erwägungen kommt entgegen der Ansicht der\n\nRechtsbeschwerde keine über den vorliegenden Einzelfall hinausgehende Be-\n\ndeutung zu.\n\nDie im Schrifttum umstrittene Frage, ob zwischen dem Treuhänder des\n\nvereinfachten Verfahrens und dem des Restschuldbefreiungsverfahrens Per-\n\nsonenidentität bestehen muß (so die überwiegende Meinung, vgl. Kübler/\n\nPrütting/Wenzel, InsO § 291 Rn. 3 m.w.N.) oder ob für das Restschuldbefrei-\n\nungsverfahren ein neuer Treuhänder bestellt werden kann (so die Gegenmei-\n\nnung, vgl. Uhlenbruck/Vallender, InsO 12. Aufl. § 313 Rn. 3 m.w.N.), ist im vor-\n\nliegenden Verfahren nicht entscheidungserheblich. Das Berufungsgericht hat\n\nfestgestellt, daß der Treuhänder hier bereits in dem Eröffnungsbeschluß vom\n\n27. April 2000 auch für die \"Wohlverhaltensperiode\" mit den in § 292 InsO be-\n\nschriebenen Aufgaben bestellt worden und in dem Beschluß vom 5. November\n\n2001 über die Ankündigung der Restschuldbefreiung (§ 291 InsO) keine neue\n\nBestellung erfolgt, sondern lediglich das Bestehen des Amtes festgestellt wor-\n\nden sei; es habe daher auch nicht mehr der Annahme des Amtes bedurft, da\n\ndieses bereits zwei Jahre zuvor übertragen und auch ausgeübt worden sei.\n\nDaß dieselbe Person bereits im Eröffnungsbeschluß als Treuhänder sowohl für\n\ndas vereinfachte Insolvenzverfahren als auch für das Restschuldbefreiungs-\n\nverfahren bestellt werden kann und dies nach der Vorstellung des Gesetzge-\n\nbers sogar den Regelfall darstellen soll, folgt aus § 313 Abs. 1 Satz 1 und 2\n\nInsO. Diese Vorschriften sollen gewährleisten, daß bei Kleininsolvenzen zur\n\nVereinfachung des Verfahrens und aus Kostengründen nur eine Person für die\n\nWahrnehmung der Verwalter- und Treuhänderaufgaben bestellt wird (vgl. Be-\n\nschlußempfehlung und Bericht des Rechtsausschusses, BT-Drucks. 12/7302\n\nS. 193). Enthält die Bestellung zum Treuhänder im Eröffnungsbeschluß wie\n\nhier keine Einschränkung, so umfaßt sie folglich das Restschuldbefreiungs-\n\nverfahren. Die Rechtsbeschwerde zeigt nicht auf, daß und aus welchen Grün-\n\nden gerade im vorliegenden Fall den Beschlüssen vom 27. April 2000 und vom\n\n5. November 2001 eine von dem gesetzlichen Regelfall abweichende Treu-\n\nhänderbestellung zu entnehmen sein sollte und die Auffassung des Beschwer-\n\ndegerichts deshalb auf Rechtsfehlern beruht.\n\nKreft Ganter Raebel\n\n Kayser Bergmann","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2003-07-24/ix-zb-458-02","cited_norms":[{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 574","ref_norm":"574","n":2},{"jurabk":"InsO","ref":"§ 7","ref_norm":"7","n":1},{"jurabk":"InsO","ref":"§ 291","ref_norm":"291","n":1},{"jurabk":"InsO","ref":"§ 4","ref_norm":"4","n":1},{"jurabk":"InsO","ref":"§ 292","ref_norm":"292","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2003-07-24/ix-zb-458-02","retrieved":"2026-07-10 14:30:54.850985+00:00"},"card":{"id":"bgh/2003-07-24/ix-zb-458-02","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"IX. 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