{"status":"available","ecli":null,"court":"BGH","senate":"V. Zivilsenat","decided":"2003-06-26","aktenzeichen":"V ZR 441/02","doktyp":"Beschluss","leitsatz":"ZPO (2002) § 543 Abs. 2 Nr. 2 Das Fehlen tatbestandlicher Darstellungen in einem Berufungsurteil begründet - für sich genommen - keinen Zulassungsgrund nach § 543 Abs. 2 Nr. 2 ZPO.","text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\n\nBESCHLUSS\n\nvom\n\n26. Juni 2003\n\nin dem Rechtsstreit\n\nV ZR 441/02\n\nNachschlagewerk: ja\n\nBGHZ: nein\n\nBGHR: ja\n_____________________\n\nZPO (2002) § 543 Abs. 2 Nr. 2\n\nDas Fehlen tatbestandlicher Darstellungen in einem Berufungsurteil begründet\n- für sich genommen - keinen Zulassungsgrund nach § 543 Abs. 2 Nr. 2 ZPO.\n\nBGH, Beschl. vom 26. Juni 2003 - V ZR 441/02 - OLG München\n LG Augsburg\n\nDer V. Zivilsenat des Bundesgerichtshofes hat am 26. Juni 2003 durch den\n\nVizepräsidenten des Bundesgerichtshofes Dr. Wenzel und die Richter\n\nProf. Dr. Krüger, Dr. Klein, Dr. Gaier und Dr. Schmidt-Räntsch\n\nbeschlossen:\n\nDie Beschwerde der Beklagten gegen die Nichtzulassung der Re-\n\nvision in dem Urteil des 27. Zivilsenats des Oberlandesgerichts\n\nMünchen, Zivilsenate in Augsburg, vom 22. November 2002 wird\n\nzurückgewiesen.\n\nDie Beklagte trägt die Kosten des Beschwerdeverfahrens (§ 97\n\nAbs. 1 ZPO).\n\nDer Gegenstandswert des Beschwerdeverfahrens beträgt\n\n10.000 \n\nGründe:\n\nI.\n\nDie Nichtzulassungsbeschwerde ist zulässig. Sie scheitert insbesondere\n\nnicht an § 26 Nr. 8 EGZPO. Denn der Wert der Beschwer, die mit der Revision\n\ngeltend gemacht werden soll, übersteigt 20.000 \n\n(cid:1)(cid:3)(cid:2)(cid:5)(cid:4)(cid:7)(cid:6)(cid:9)(cid:8)(cid:11)(cid:10)(cid:12)(cid:4)(cid:7)(cid:13)(cid:15)(cid:14)(cid:16)(cid:8)(cid:18)(cid:17)(cid:20)(cid:19)\n\n(cid:21)(cid:20)(cid:4)\n\n(cid:13)(cid:15)(cid:14)(cid:15)(cid:22)(cid:24)(cid:23)(cid:25)(cid:6)(cid:26)(cid:21)(cid:24)(cid:8)(cid:27)(cid:22)(cid:16)(cid:21)(cid:28)(cid:10)\n\nmit dem Streitwert, der sich an dem Interesse des Klägers an einer Unterlas-\n\nsung der Immissionen ausrichtet, sondern bemißt sich nach den für die Be-\n\nklagte mit der Verurteilung verbundenen Nachteilen. Diese können mit den\n\n(cid:0)\n(cid:0)\n\nAufwendungen gleichgesetzt werden, die zur Reduzierung der Immissionen auf\n\nein für den Kläger zumutbares Maß erforderlich sind, und übersteigen nach der\n\nDarlegung der Beklagten den Zulässigkeitsgrenzwert des § 26 Nr. 8 EGZPO.\n\nII.\n\nDie Beschwerde ist aber nicht begründet.\n\nEntgegen der Auffassung der Beklagten ist die Revision nicht nach\n\n§ 543 Abs. 2 Nr. 2 ZPO zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung zu-\n\nzulassen, weil das Berufungsurteil über keinen Tatbestand verfügt.\n\nRichtig ist zwar, daß auch für das Revisionsverfahren nach dem Zivil-\n\nprozeßreformgesetz die Gründe des Berufungsurteils tatbestandliche Darstel-\n\nlungen enthalten müssen, die eine revisionsrechtliche Nachprüfung ermögli-\n\nchen. So müssen insbesondere die tatsächlichen Grundlagen der Entschei-\n\ndung zweifelsfrei zu erkennen sein (Senat, Urt. v. 6. Juni 2003, V ZR 392/02,\n\nUmdruck S. 5 f., zur Veröffentl. bestimmt). Das Fehlen solcher Darstellungen\n\nbegründet aber keinen Zulassungsgrund nach § 543 Abs. 2 Nr. 2 ZPO (vgl.\n\nMünchKomm-ZPO/Wenzel, 2. Aufl., Aktualisierungsband, § 543 Rdn. 20). Der\n\nFehler des Berufungsgerichts liegt im konkreten Fall allein in der falschen Ein-\n\nschätzung der Beschwer. Das ist ein einfacher Rechtsfehler, durch den die\n\nEinheitlichkeit der Rechtsprechung nicht gefährdet ist.\n\nDie Partei, die das Urteil anfechten möchte, ist durch das Fehlen tatbe-\n\nstandlicher Darlegungen auch nicht gehindert, Zulassungsgründe nach § 543\n\nAbs. 2 ZPO vorzubringen. Sie muß dann, soweit zum Verständnis und zur Be-\n\nurteilung erforderlich, den der Entscheidung zugrundeliegenden Sachverhalt\n\nvortragen und die zulassungsbegründenden Fehler bei der Rechtsanwendung\n\ndarlegen. Daran fehlt es im konkreten Fall. Die Rechtssache wirft keine ent-\n\nscheidungserheblichen Fragen von grundsätzlicher Bedeutung auf. Eine Ent-\n\nscheidung ist auch nicht zur Fortbildung des Rechts oder zur Sicherung einer\n\neinheitlichen Rechtsprechung erforderlich.\n\nWenzel Krüger Klein\n\n Gaier Schmidt-Räntsch","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2003-06-26/v-zr-441-02","cited_norms":[{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 543","ref_norm":"543","n":4},{"jurabk":"ZPOEG","ref":"§ 26","ref_norm":"26","n":2},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 97","ref_norm":"97","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2003-06-26/v-zr-441-02","retrieved":"2026-07-10 14:27:19.697143+00:00"},"card":{"id":"bgh/2003-06-26/v-zr-441-02","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"V. 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