{"status":"available","ecli":null,"court":"BGH","senate":"IX. Zivilsenat","decided":"2003-05-08","aktenzeichen":"IX ZB 445/02","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\n\nIX ZB 445/02\n\nBESCHLUSS\n\nvom\n\n8. Mai 2003\n\nin dem Insolvenzeröffnungsverfahren\n\nDer IX. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat durch den Vorsitzenden Richter\n\nDr. Kreft und die Richter Kirchhof, Dr. Fischer, Raebel und Dr. Bergmann\n\nam 8. Mai 2003\n\nbeschlossen:\n\nDie Rechtsbeschwerde gegen den Beschluß der Einzelrichterin\n\nder 1. Zivilkammer des Landgerichts Mannheim vom 24. Juli 2002\n\nwird auf Kosten des Rechtsbeschwerdeführers als unzulässig\n\nverworfen.\n\nDer Gegenstandswert des Rechtsbeschwerdeverfahrens wird auf\n\n(cid:0)(cid:2)(cid:1)(cid:4)(cid:3)(cid:6)(cid:5)(cid:8)(cid:7)(cid:4)(cid:1)(cid:4)(cid:3)(cid:9)(cid:1)(cid:10)(cid:5)(cid:12)(cid:11)(cid:9)(cid:5)(cid:14)(cid:13)\n\n6.362,26 \n\nGründe:\n\nI.\n\nDer Rechtsbeschwerdeführer wurde durch Beschluß des Insolvenzge-\n\nrichts vom 16. Oktober 2001 zum vorläufigen Insolvenzverwalter unter Anord-\n\nnung eines allgemeinen Zustimmungsvorbehalts gemäß § 21 Abs. 2 Nr. 2 InsO\n\nbestellt. Mit Beschluß vom 7. November 2001 wurde ihm die allgemeine Ver-\n\nwaltungs- und Verfügungsbefugnis übertragen. Der Gläubiger nahm am 14.\n\nDezember 2001 den Insolvenzantrag zurück, worauf die Sicherungsmaßnah-\n\nmen am 18. Dezember 2001 aufgehoben wurden.\n\nDas Amtsgericht hat die Vergütung des vorläufigen Insolvenzverwalters\n\n(cid:0)(cid:2)(cid:1)(cid:4)(cid:3)(cid:6)(cid:5)(cid:8)(cid:7)(cid:4)(cid:1)(cid:4)(cid:3)(cid:9)(cid:1)(cid:10)(cid:5)(cid:12)(cid:11)(cid:9)(cid:5)(cid:16)(cid:15)(cid:4)(cid:17)(cid:10)(cid:18)(cid:20)(cid:19)\n\n(cid:3)(cid:6)(cid:5)(cid:21)(cid:18)\n\ninklusive Auslagen und Mehrwertsteuer auf 22.511,01 \n\na-\n\nbei von einem Bruchteil von 35 % der Regelvergütung ausgegangen. Das\n\n(cid:1)(cid:24)(cid:23)(cid:2)(cid:25)(cid:24)(cid:26)(cid:10)(cid:7)(cid:4)(cid:1)(cid:4)(cid:3)(cid:9)(cid:1)(cid:10)(cid:5)(cid:12)(cid:11)(cid:9)(cid:5)(cid:27)(cid:15)(cid:4)(cid:17)(cid:28)(cid:18)(cid:29)(cid:18)(cid:4)(cid:25)(cid:24)(cid:26)(cid:28)(cid:1)(cid:30)(cid:19)(cid:31)(cid:17)(cid:4)(cid:15)(cid:4)(cid:23)\n\nLandgericht hat die Vergütung auf 16.248,75 \n\n25 % der Regelvergütung zugrundegelegt. Mit der Rechtsbeschwerde erstrebt\n\nder vorläufige Insolvenzverwalter die Wiederherstellung der erstinstanzlichen\n\nEntscheidung.\n\nII.\n\nDie nach § 7 InsO i.V.m. § 574 Abs. 1 Nr. 1 ZPO statthafte Rechtsbe-\n\nschwerde ist gemäß § 574 Abs. 2 ZPO unzulässig, weil weder die Rechtssache\n\ngrundsätzliche Bedeutung hat noch die Fortbildung des Rechts oder die Siche-\n\nrung einer einheitlichen Rechtsprechung eine Entscheidung des Rechtsbe-\n\nschwerdegerichts erfordert.\n\nDer Ansicht der Rechtsbeschwerde, in dieser Sache stelle sich die all-\n\ngemein bedeutsame Frage, ob für den \"starken\" vorläufigen Insolvenzverwalter\n\nim Sinne von § 22 Abs. 1 InsO ein höherer Regelvergütungssatz anzusetzen\n\nsei, ist nicht zu folgen.\n\nDas Landgericht hat eine Erhöhung des Regelvergütungssatzes von\n\n25 % für den \"starken\" vorläufigen Insolvenzverwalter nicht allgemein, sondern\n\nallein deshalb abgelehnt, weil der Umfang der Tätigkeit des Rechtsbeschwer-\n\ndeführers nach den getroffenen Feststellungen ungewöhnlich niedrig war. Es\n\n(cid:22)\n\ngab keine Verfügungen der Schuldnerin, die der vorläufige Insolvenzverwalter\n\ndarauf hätte überprüfen müssen, ob er ihnen die Zustimmung erteilen konnte.\n\nNach der Erweiterung seiner Befugnisse durch den Beschluß des Insolvenzge-\n\nrichts vom 7. November 2002 hat er auch selbst keine Verfügungen vorge-\n\nnommen. Er hatte sich zudem nur mit einer einzigen Gläubigerin zu befassen,\n\nderjenigen, die den Insolvenzantrag gestellt hatte.\n\nDie angegriffene Entscheidung beruht damit ausschließlich auf einer\n\nWürdigung der konkret gegebenen rechtserheblichen Umstände. Die Bemes-\n\nsung von Vergütungszu- und -abschlägen unter Berücksichtigung von Art,\n\nDauer und Umfang der jeweils entfalteten Tätigkeit ist grundsätzlich allein Auf-\n\ngabe des Tatrichters (vgl. BGH, Beschl. v. 4. Juli 2002 - IX ZB 31/02, NZI 2002,\n\n509, 510).\n\nKreft Kirchhof Fischer\n\n Raebel Bergmann","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2003-05-08/ix-zb-445-02","cited_norms":[{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 574","ref_norm":"574","n":2},{"jurabk":"InsO","ref":"§ 7","ref_norm":"7","n":1},{"jurabk":"InsO","ref":"§ 22","ref_norm":"22","n":1},{"jurabk":"InsO","ref":"§ 21","ref_norm":"21","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2003-05-08/ix-zb-445-02","retrieved":"2026-07-10 14:22:46.939225+00:00"},"card":{"id":"bgh/2003-05-08/ix-zb-445-02","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"IX. 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