{"status":"available","ecli":null,"court":"BGH","senate":"IXa. Zivilsenat","decided":"2003-03-14","aktenzeichen":"IXa ZB 52/03","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\n\nIXa ZB 52/03\n\nBESCHLUSS\n\nvom\n\n14. März 2003\n\nin dem Zwangsvollstreckungsverfahren\n\nDer IXa Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat durch den Vorsitzenden Richter\n\nDr. Kreft, die Richter Raebel und von Lienen sowie die Richterinnen Dr. Kes-\n\nsal-Wulf und Roggenbuck\n\nam 14. März 2003\n\nbeschlossen:\n\nDie Rechtsbeschwerde gegen den Beschluß der 5. Zivilkammer\n\ndes Landgerichts Tübingen vom 22. Februar 2002 wird auf Kosten\n\ndes Gläubigers zurückgewiesen.\n\nDer Gegenstandswert des Rechtsbeschwerdeverfahrens wird auf\n\n(cid:0)(cid:2)(cid:1)(cid:4)(cid:3)(cid:6)(cid:5)(cid:8)(cid:7)(cid:4)(cid:1)(cid:4)(cid:3)(cid:9)(cid:1)(cid:10)(cid:5)(cid:12)(cid:11)(cid:9)(cid:5)(cid:14)(cid:13)\n\n2000 \n\nGründe:\n\nI.\n\nDer Gläubiger - Verwalter in dem Insolvenzverfahren über das Vermö-\n\ngen der Auto-K. GmbH - betreibt aus einem von der Insolvenzschuldnerin\n\nerwirkten Vollstreckungsbescheid vom 11. November 1994 über 3.069,90 DM\n\nzuzüglich weiterer Kosten und Zinsen gegen den Schuldner die Zwangsvoll-\n\nstreckung. In dem Vollstreckungsbescheid ist als Schuldgrund der Hauptforde-\n\nrung angegeben „Miete für Kraftfahrzeug gem. RECHNUNG – 9124 vom\n\n08.04.94“ und „Werkvertrag/Werklieferungsvertrag gem. RECHNUNG – 9124\n\n13564 vom 12.04.94“. Am 19. Dezember 1994 erließ das Amtsgericht Reutlin-\n\ngen einen Pfändungs- und Überweisungsbeschluß, mit dem das Arbeitsein-\n\nkommen des Schuldners bei der F. GmbH gepfändet wurde.\n\nDie Vollstreckung blieb wegen Vorpfändungen ohne Erfolg. Mit Schriftsatz vom\n\n4. Juli 2001 beantragte die Insolvenzschuldnerin, den unpfändbaren Betrag\n\ngemäß § 850 f Abs. 2 ZPO auf das Existenzminimum herabzusetzen. Dem An-\n\ntrag war ein rechtskräftiger Strafbefehl des Amtsgerichts Bad Urach vom 8. Au-\n\ngust 1996 beigefügt. Danach ist der Schuldner wegen Betruges zum Nachteil\n\nder Insolvenzschuldnerin (Inanspruchnahme der Leistungen, die zu dem Voll-\n\nstreckungsbescheid geführt hatten) verurteilt worden.\n\nDas Vollstreckungsgericht hat durch Beschluß vom 20. Dezember 2001\n\ndem Schuldner einen monatlichen pfandfreien Betrag von 1.321,90 DM einge-\n\nräumt. Auf die sofortige Beschwerde des Schuldners hat das Landgericht Tü-\n\n(cid:0)(cid:2)(cid:1)(cid:15)(cid:3)\n\nbingen den dem Schuldner monatlich verbleibenden Betrag auf 1228,56 \n\nt-\n\ngesetzt. Mit seiner Rechtsbeschwerde erstrebt der Gläubiger die Wiederher-\n\nstellung der vollstreckungsgerichtlichen Entscheidung.\n\nII.\n\nDie – zugelassene – Rechtsbeschwerde des Gläubigers ist nach § 574\n\nAbs. 1 Nr. 2 ZPO n. F. statthaft und gemäß § 575 Abs. 1 Satz 1 ZPO n. F. form-\n\nund fristgerecht eingelegt worden. In der Sache bleibt sie ohne Erfolg.\n\nEine Herabsetzung des unpfändbaren Betrages scheidet hier schon\n\ndeswegen aus, weil der zu vollstreckende Titel nur eine vertragliche An-\n\nspruchsgrundlage nennt und deshalb § 850 f Abs. 2 ZPO nicht anwendbar ist\n\n(vgl. BGH, Beschl. vom 26. September 2002 – IX ZB 180/02, NJW 2003, 515 f).\n\nFalls der Gläubiger erst aufgrund von Erkenntnissen, die ihm nach Erwirken\n\ndes Titels zuwachsen, zur erfolgreichen Geltendmachung eines Anspruchs aus\n\nunerlaubter Handlung in der Lage ist, kann das Vollstreckungsgericht dem An-\n\ntrag auf eine privilegierte Pfändung nur stattgeben, wenn der Gläubiger dem\n\nGericht eine Urkunde vorlegt, in welcher der Schuldner einer solchen Pfändung\n\nzustimmt. Daran fehlt es hier; der Schuldner nimmt eine unerlaubte Handlung\n\nsogar in Abrede, wie sich aus seinem Schreiben vom 5. Januar 2002 ergibt.\n\nDem Gläubiger ist deshalb zuzumuten, Feststellungsklage zu erheben, um dem\n\nSchuldner, der bisher keinen Anlaß hatte, sich gegen den Vorwurf einer vor-\n\nsätzlichen unerlaubten Handlung zu wehren, eine sachgerechte Verteidigung\n\nvor dem Prozeßgericht zu ermöglichen (BGH aaO).\n\nKreft Raebel von Lienen\n Kessal-Wulf Roggenbuck","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2003-03-14/ixa-zb-52-03","cited_norms":[{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 850f","ref_norm":"850f","n":2},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 574","ref_norm":"574","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 575","ref_norm":"575","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2003-03-14/ixa-zb-52-03","retrieved":"2026-07-10 14:14:32.392703+00:00"},"card":{"id":"bgh/2003-03-14/ixa-zb-52-03","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"IXa. 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