{"status":"available","ecli":null,"court":"BGH","senate":"I. Zivilsenat","decided":"2002-10-02","aktenzeichen":"I ZR 60/02","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\n\nI ZR 60/02\n\nBESCHLUSS\n\nvom\n\n2. Oktober 2002\n\nin dem Rechtsstreit\n\nDer I. Zivilsenat des Bundesgerichtshofes hat am 2. Oktober 2002 durch\n\nden Vorsitzenden Richter Prof. Dr. Ullmann und die Richter Prof. Starck, Pokrant,\n\nDr. Büscher und Dr. Schaffert\n\nbeschlossen:\n\nDie Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision in dem\n\nUrteil des Oberlandesgerichts Karlsruhe - 4. Zivilsenat in Freiburg -\n\nvom 7. Februar 2002 wird auf Kosten der Klägerin verworfen.\n\nStreitwert: 18.534,33 \n\nGründe:\n\nI.\n\nDie Klägerin ist die für den Bereich Südbaden zuständige Steuerberater-\n\nkammer. Sie nimmt den Beklagten, der Leiter einer Beratungsstelle eines\n\nLohnsteuerhilfevereins ist, wegen Aussagen, die dieser in einem in der Ausga-\n\nbe des \"F. Stadtkurier\" vom 2. Februar 2000 veröffentlichten Interview\n\ngemacht hat, und deswegen, weil er sich dort ohne Hinweis auf die gesetzli-\n\nchen Einschränkungen des § 4 Nr. 11 StBerG als \"Steuerfachmann\" hat be-\n\nzeichnen lassen, auf Unterlassung in Anspruch. Weiterhin verlangt die Klägerin\n\nvom Beklagten die Bezahlung von Abmahnkosten in Höhe von 250,-- DM\n\n(= 127,82 \n\n(cid:1)(cid:3)(cid:2)(cid:5)(cid:4)(cid:7)(cid:6)(cid:5)(cid:8)(cid:10)(cid:9)(cid:12)(cid:11)(cid:14)(cid:13)(cid:15)(cid:2)(cid:5)(cid:8)(cid:10)(cid:4)(cid:16)(cid:2)\n\n(cid:0)\n(cid:0)\n\nDas Berufungsgericht hat die Berufung der Klägerin gegen das die Klage\n\nabweisende Urteil des Landgerichts zurückgewiesen. In den Gründen der Ent-\n\nscheidung hat es ausgesprochen, daß die Voraussetzungen für eine Zulassung\n\nder Revision nicht vorlägen. Außerdem hat es den Streitwert auf 18.534,33 \n\n(cid:17)(cid:19)(cid:18)\n\n36.250,-- DM) festgesetzt. Hierbei ist es - entsprechend der Bezifferung in der\n\nKlageschrift und der Streitwertfestsetzung im Urteil des Landgerichts - von ei-\n\nnem Streitwert für die Unterlassungshauptanträge in Höhe von insgesamt\n\n30.000,-- DM (= 15.338,76 \n\n(cid:0)(cid:14)(cid:25)\n\n(cid:1)(cid:21)(cid:20)(cid:7)(cid:22)(cid:5)(cid:8)(cid:24)(cid:23)(cid:7)(cid:4)(cid:12)(cid:23)(cid:12)(cid:20)(cid:7)(cid:2)(cid:5)(cid:23)(cid:12)(cid:4)(cid:16)(cid:2)\n\n(cid:13)(cid:26)(cid:4)(cid:27)(cid:6)(cid:28)(cid:4)(cid:16)(cid:13)\n\n(cid:29)(cid:7)(cid:4)(cid:16)(cid:2)(cid:30)(cid:13)(cid:15)(cid:31)! #\"$(cid:4)%(cid:13)\n\n(cid:9)&(cid:4)(cid:16)(cid:2)(’)(cid:4)(cid:12)*,+(cid:28)(cid:9)-(cid:8)(cid:10) .(cid:22)(cid:5)(cid:23)\n\ngestellten Hilfsanträge hat es mit jeweils 3.000,-- DM (= 1.533,88 \n\n(cid:1)/(cid:6).(cid:4)(cid:24)\"$(cid:4)(cid:16)0-(cid:9)&(cid:4)1(cid:9)\n\nGegen die Nichtzulassung der Revision hat die Klägerin Beschwerde\n\neingelegt, mit der sie geltend macht, der Wert ihrer durch die Klageabweisung\n\nverursachten Beschwer übersteige bei weitem 100.000,-- DM (= 51.129,19 \n\nDenn der Lohnsteuerhilfeverein, für den der Beklagte tätig sei, unterhalte bun-\n\ndesweit mehr als 2.000 Beratungsstellen, davon sechs allein in F. und\n\nseiner näheren Umgebung, betreue 300.000 Mitglieder und nehme jährlich\n\nmindestens 22,5 Mio. DM an Mitgliedsbeiträgen ein.\n\nII.\n\nDie Nichtzulassungsbeschwerde ist unzulässig, weil die Klägerin nicht\n\nglaubhaft gemacht hat, daß der Wert der mit der Revision geltend zu machen-\n\nden Beschwer 20.000,-- \n\n(cid:17)34 544 ZPO, § 26 Nr. 8 EGZPO).\n\n(cid:6)(cid:5)(cid:4)(cid:7)03(cid:8)(cid:10)(cid:9)-(cid:4)(cid:16)(cid:13)(cid:26)(cid:23).(cid:9)\n\n1. Die Statthaftigkeit der Nichtzulassungsbeschwerde gemäß § 544 ZPO\n\nsetzt voraus, daß der Beschwerdeführer in der Beschwerdebegründung glaub-\n\nhaft macht, daß der Wert der Beschwer über dem genannten, aufgrund der\n\nÜbergangsregelung des § 26 Nr. 8 EGZPO derzeit maßgeblichen Betrag liegt\n\n(vgl. BGH, Beschl. v. 25.7.2002 - V ZR 118/02, Umdr. S. 3 ff.).\n\n(cid:0)\n(cid:1)\n(cid:0)\n2\n\n2. Der diesbezügliche Vortrag in der Beschwerdebegründung der Kläge-\n\nrin genügt dem genannten Erfordernis nicht.\n\nDie Wertfestsetzung durch das Berufungsgericht bindet das Revisionsge-\n\nricht nicht. Der Vortrag der Klägerin gibt aber für eine von der Wertbemessung\n\ndes Berufungsgerichts abweichende höhere Festsetzung des Werts der mit der\n\nRevision geltend zu machenden Beschwer (§ 26 Nr. 8 EGZPO) keinen Anlaß.\n\na) Die Umstände, die für das Vorliegen einer 20.000,-- \n\n(cid:6)(cid:5)(cid:4)503(cid:8)(cid:10)(cid:9)-(cid:4)(cid:16)(cid:13)(cid:26)(cid:23)(cid:5)(cid:4)5(cid:2)(cid:5)(cid:29)(cid:12)(cid:4)(cid:16)(cid:2)\n\nBeschwer angeführt sind, waren in dem am 2. Februar 2000 veröffentlichten\n\nInterview angesprochen und damit der Klägerin zum Zeitpunkt der Klageerhe-\n\nbung bekannt. Dessen ungeachtet hat sie seinerzeit den Streitwert für die Un-\n\nterlassungsanträge \"wie bei Verbandsklagen üblich\" mit 30.000,-- DM angege-\n\nben.\n\nb) Die in Rede stehenden Zahlen relativieren sich im übrigen, wenn man\n\nberücksichtigt, daß sich in F. und seiner näheren Umgebung lediglich\n\nsechs der bundesweit insgesamt 2.000 Beratungsstellen des Lohnsteuerhilfe-\n\nvereins befinden, durch die, geht man - mangels gegenteiligen Vortrags der\n\nKlägerin - von einer \n\njeweils durchschnittlichen Größe aus, weniger als\n\n1.000 Mitglieder des Lohnsteuerhilfevereins betreut werden. Im übrigen ist auch\n\nweder in der Beschwerdebegründung vorgetragen noch aus den vorinstanzli-\n\nchen Urteilen zu ersehen, welche Auflagenhöhe und Reichweite der \"F. \n\nStadtkurier\" im Februar 2000 besaß.\n\nc) Des weiteren ist zu berücksichtigen, daß bei der Bewertung von Ver-\n\nbandsklagen gemäß § 13 Abs. 2 Nr. 2 UWG nach der nunmehrigen Rechtspre-\n\nchung des Bundesgerichtshofes das Interesse des Verbandes regelmäßig we-\n\n2\n\nder nach dem Allgemeininteresse noch nach der Summe der Interessen aller\n\nbetroffenen Verbandsmitglieder, sondern ebenso zu bewerten ist wie das Inter-\n\nesse eines gewichtigen Mitbewerbers der beklagten Partei (vgl. BGH, Beschl. v.\n\n5.3.1998 - I ZR 185/95, GRUR 1998, 958 = WRP 1998, 741 - Verbandsinteres-\n\nse; Baumbach/Hefermehl, Wettbewerbsrecht, 22. Aufl. Einl. UWG Rdn. 515;\n\nKöhler in Köhler/Piper, UWG, 2. Aufl. Vor §§ 23a, 23b Rdn. 13; Teplitzky, Wett-\n\nbewerbsrechtliche Ansprüche und Verfahren, 8. Aufl. Kap. 49 Rdn. 20a; Melul-\n\nlis, Handbuch des Wettbewerbsprozesses, 3. Aufl. Rdn. 865-867; Pastor/\n\nAhrens/Ulrich, Der Wettbewerbsprozeß, 4. Aufl. Kap. 44 Rdn. 36). Es kann\n\nnicht angenommen werden, daß im Streitfall ein besonderes Interesse vorliegt,\n\ndas die Erhöhung des Werts über das bei Verbandsklagen Übliche hinaus\n\nrechtfertigt.\n\nIII.\n\nDie Kostenentscheidung beruht auf § 97 Abs. 1 ZPO.\n\nUllmann\n\nStarck\n\nPokrant\n\nBüscher\n\nSchaffert","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2002-10-02/i-zr-60-02","cited_norms":[{"jurabk":"ZPOEG","ref":"§ 26","ref_norm":"26","n":3},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 97","ref_norm":"97","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 544","ref_norm":"544","n":1},{"jurabk":"StBerG","ref":"§ 4","ref_norm":"4","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2002-10-02/i-zr-60-02","retrieved":"2026-07-10 13:39:56.534411+00:00"},"card":{"id":"bgh/2002-10-02/i-zr-60-02","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"I. Zivilsenat","date":"2002-10-02","dockets":["I ZR 60/02"],"decision_type":"Beschluss","ecli":null,"ids":{"ecli":null},"cite_as":"BGH, Beschluss vom 02.10.2002 – I ZR 60/02","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2002-10-02/i-zr-60-02","headnotes":[],"leitsatz_status":"not_captured","tenor":{"text":"Die Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision in dem\n\nUrteil des Oberlandesgerichts Karlsruhe - 4. Zivilsenat in Freiburg -\n\nvom 7. Februar 2002 wird auf Kosten der Klägerin verworfen.\n\nStreitwert: 18.534,33","basis":"court_formula","source":null},"tenor_status":"held","cited_norms":[{"id":"ZPOEG/26","law":"ZPOEG","abbreviation":"ZPOEG","ref":"26","label":"§ 26 ZPOEG","mentions":3},{"id":"ZPO/97","law":"ZPO","abbreviation":"ZPO","ref":"97","label":"§ 97 ZPO","mentions":1},{"id":"ZPO/544","law":"ZPO","abbreviation":"ZPO","ref":"544","label":"§ 544 ZPO","mentions":1},{"id":"StBerG/4","law":"StBerG","abbreviation":"StBerG","ref":"4","label":"§ 4 StBerG","mentions":1}],"cited_norms_basis":"extracted_from_text","normenkette":null,"proceeding":{"entries":[],"has_records":false,"note":"No Verfahrensgang record names this decision. That says nothing about whether earlier or later decisions exist."},"fundstellen":[],"provenance":{"source":null,"source_url":null,"retrieved_at":"2026-07-10T13:39:56.534411+00:00","text_quality":"native","attribution":null},"ai_summary":null,"ai_summary_available":false}}