{"status":"available","ecli":null,"court":"BGH","senate":"2. Strafsenat","decided":"2001-07-25","aktenzeichen":"2 StR 287/01","doktyp":"Beschlüsse","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\n\n2 StR 287/01\n\nBESCHLUSS\n\nvom\n\n25. Juli 2001\n\nin der Strafsache\n\ngegen\n\nwegen Vergewaltigung u.a.\n\nDer 2. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat auf Antrag des Generalbun-\n\ndesanwalts und nach Anhörung des Beschwerdeführers am 25. Juli 2001 ge-\n\nmäß § 349 Abs. 2 StPO beschlossen:\n\nDie Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts\n\nMeiningen vom 18. Dezember 2000 wird als unbegründet ver-\n\nworfen.\n\nDer Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels und die\n\nder Nebenklägerin im Revisionsverfahren entstandenen notwen-\n\ndigen Auslagen zu tragen.\n\nGründe:\n\nDie Nachprüfung des Urteils auf Grund der Revisionsrechtfertigung hat\n\nkeinen Rechtsfehler zum Nachteil des Angeklagten ergeben.\n\nDie vom Generalbundesanwalt beantragte Schuldspruchänderung (\"in\n\nallen Fällen die tateinheitliche Verurteilung wegen sexuellen Mißbrauchs von\n\nSchutzbefohlenen entfallen\" zu lassen) kam nicht in Betracht. Den Urteilsgrün-\n\nden in ihrer Gesamtheit ist hinreichend zu entnehmen, daß die zu den Tatzei-\n\nten zwischen sechs und zwölf Jahre alten Mädchen dem Angeklagten zur Er-\n\nziehung und Betreuung in der Lebensführung anvertraut waren (§ 174 Abs. 1\n\nNr. 1 StGB). Der Angeklagte beging die Taten einerseits an seinen \"Stiefenkel-\n\nkindern\" als diese bei ihrer Oma, seiner Ehefrau, in Ferien weilten und ande-\n\nrerseits an seiner eigenen Enkeltochter, die ihm seine Tochter anvertraut hatte\n\n(UA S. 8).\n\nEntgegen der Auffassung des Generalbundesanwalts in seiner Antrags-\n\nschrift vom 29. Juni 2001 ist im Falle II 4 der Urteilsgründe hinsichtlich des ta-\n\nteinheitlich abgeurteilten sexuellen Mißbrauchs eines Schutzbefohlenen keine\n\nStrafverfolgungsverjährung eingetreten. Nach den Feststellungen wurde die\n\nTat \"im Zeitraum 1992 bis 1997\" in der Umgebung von Ilmenau (Thüringen)\n\nbegangen. Damit gilt Artikel 315 a Abs. 2 1. Alternative EGStGB in der Fas-\n\nsung des 2. und 3. Verjährungsgesetzes (BGBl. 1993 I 1657; 1997 I 3223), so\n\ndaß Strafverfolgungsverjährung nicht vor Ablauf des 2. Oktober 2000 eintreten\n\nkonnte (vgl. hierzu u.a. BGH, Beschlüsse vom 14. Dezember 2000 - 4 StR\n\n334/00 -, vom 9. November 2000 - 4 StR 476/00 - und vom 26. Oktober 2000 -\n\n4 StR 319/00). Die Verjährung wurde jedenfalls durch die Erhebung der öffent-\n\nlichen Klage (§ 78 c Abs. 1 Nr. 6 StGB) am 13. Oktober 1999 unterbrochen.\n\nDer anderslautende Antrag des Generalbundesanwalts steht einer Ent-\n\nscheidung nach § 349 Abs. 2 StPO nicht entgegen, da die unterlassene\n\nSchuldspruchänderung nichts an dem vom Generalbundesanwalt angestrebten\n\nErgebnis der Verwerfung der offensichtlich unbegründeten Revision durch Be-\n\nschluß des Revisionsgerichts ändert (vgl. u.a. BGH, Beschluß vom 9. Novem-\n\nber 2000 - 4 StR 476/00 - m.w.N.).\n\nJähnke Detter Bode\n\n Otten Rothfuß","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2001-07-25/2-str-287-01","cited_norms":[{"jurabk":"StPO","ref":"§ 349","ref_norm":"349","n":2},{"jurabk":"StGB","ref":"§ 174","ref_norm":"174","n":1},{"jurabk":"StGB","ref":"§ 78c","ref_norm":"78c","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2001-07-25/2-str-287-01","retrieved":"2026-07-10 12:18:28.159387+00:00"},"card":{"id":"bgh/2001-07-25/2-str-287-01","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"2. 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