{"status":"available","ecli":null,"court":"BGH","senate":"IX. Zivilsenat","decided":"2000-02-10","aktenzeichen":"IX ZR 335/98","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\n\nIX ZR 335/98\n\nBESCHLUSS\n\nvom\n\n 10. Februar 2000\n\nin dem Rechtsstreit\n\nDer IX. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat durch den Vorsitzenden Richter\n\nDr. Paulusch und die Richter Dr. Kreft, Stodolkowitz, Kirchhof und Dr. Fischer\n\nam 10. Februar 2000\n\nbeschlossen:\n\nDie Revision der Klägerin gegen das Urteil des 4. Zivilsenats des\n\nOberlandesgerichts Dresden vom 27. August 1998 wird nicht an-\n\ngenommen.\n\nDie Kosten des Revisionsverfahrens werden der Klägerin aufer-\n\nlegt.\n\nStreitwert für die Revisionsinstanz: 79.675,32 DM.\n\nGründe:\n\nDie Sache wirft ungeklärte Rechtsfragen von grundsätzlicher Bedeutung\n\nnicht auf, und das Rechtsmittel hat im Ergebnis keine Aussicht auf Erfolg\n\n(§ 554 b ZPO).\n\nOhne Rechtsverstoß hat das Berufungsgericht eine Gläubigerbenachtei-\n\nligung, die Voraussetzungen der Zahlungseinstellung und ferner bejaht, daß\n\nder Klägerin die Zahlungsunfähigkeit den Umständen nach am 16. September\n\n1994 und später bekannt sein mußte (vgl. dazu BGH, Urt. v. 8. Oktober 1998\n\n- IX ZR 337/97, ZIP 1998, 2008, 2010 f). Zutreffend hat es eine entsprechende\n\nAnwendung von § 33 KO auf § 10 Abs. 1 Nr. 4 GesO wegen Fehlens einer ent-\n\nsprechenden Regelungslücke abgelehnt. Die Gesamtvollstreckungsordnung\n\nhat den Grundsatz der Gläubigergleichbehandlung gegenüber der Konkurs-\n\nordnung verstärkt (vgl. § 2 Abs. 4, § 7 Abs. 3 GesO). Die Insolvenzordnung\n\nenthält eine dem § 33 KO entsprechende Regelung nicht. Sie knüpft in § 130\n\nAbs. 1 Nr. 1, § 131 Abs. 1 Nr. 2 die Fristen nicht - wie § 33 KO - an die Eröff-\n\nnung, sondern an den Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens. Die Un-\n\nterschiede können bei einem längeren Zeitraum zwischen Antragstellung und\n\nVerfahrenseröffnung dazu führen, daß die Sechs-Monats-Frist des § 33 KO\n\nerheblich überschritten wird (vgl. Kreft in HK-InsO § 130 Rdn. 4, § 131 Rdn. 5).\n\nNach der Vergleichsordnung, die in den neuen Bundesländern nicht in Kraft\n\ngesetzt, sondern von dem Einheitsinsolvenzverfahren der Gesamtvollstreckung\n\nmitumfaßt wurde, ist die Frist des § 33 KO im Anschlußkonkurs ab Eröffnung\n\ndes Vergleichsverfahrens zu berechnen (§ 107 Abs. 2 VerglO). Bei diesem\n\nBefund bestehen keine hinreichenden Anhaltspunkte für die Annahme, eine\n\nanaloge Anwendung des § 33 KO sei von dem Willen des Gesetzgebers der\n\nGesamtvollstreckungsordnung gedeckt. Etwas anderes wird - soweit ersichtlich\n\n- weder in der Rechtsprechung noch in der Literatur vertreten. Die Annahme\n\ndes Berufungsgerichts, auch Gläubigerhandlungen seien nach § 10 Abs. 1\n\nNr. 4 \n\nGesO\n\nanfechtbar, entspricht der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (vgl. Urt. v.\n\n20. Januar 2000 - IX ZR 58/99, z.V.b. in BGHZ).\n\nPaulusch\n\nKreft\n\nStodolkowitz\n\nKirchhof\n\nFischer","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2000-02-10/ix-zr-335-98","cited_norms":[],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2000-02-10/ix-zr-335-98","retrieved":"2026-07-10 10:59:17.320506+00:00"},"card":{"id":"bgh/2000-02-10/ix-zr-335-98","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"IX. Zivilsenat","date":"2000-02-10","dockets":["IX ZR 335/98"],"decision_type":"Beschluss","ecli":null,"ids":{"ecli":null},"cite_as":"BGH, Beschluss vom 10.02.2000 – IX ZR 335/98","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2000-02-10/ix-zr-335-98","headnotes":[],"leitsatz_status":"not_captured","tenor":{"text":"Die Revision der Klägerin gegen das Urteil des 4. Zivilsenats des\n\nOberlandesgerichts Dresden vom 27. August 1998 wird nicht an-\n\ngenommen.\n\nDie Kosten des Revisionsverfahrens werden der Klägerin aufer-\n\nlegt.\n\nStreitwert für die Revisionsinstanz: 79.675,32 DM.","basis":"court_formula","source":null},"tenor_status":"held","cited_norms":[],"cited_norms_basis":"extracted_from_text","normenkette":null,"proceeding":{"entries":[],"has_records":false,"note":"No Verfahrensgang record names this decision. That says nothing about whether earlier or later decisions exist."},"fundstellen":[],"provenance":{"source":null,"source_url":null,"retrieved_at":"2026-07-10T10:59:17.320506+00:00","text_quality":"native","attribution":null},"ai_summary":null,"ai_summary_available":false}}