{"status":"available","ecli":null,"court":"BGH","senate":"2. Strafsenat","decided":"1998-07-03","aktenzeichen":"2 StR 246/98","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\n\nBESCHLUSS\n\n2 StR 246/98 vom\n\n3. Juli 1998\n\nin der Strafsache\n\ngegen\n\nwegen schwerer räuberischer Erpressung\n\nDer 2. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat auf Antrag des\nGeneralbundesanwalts und nach Anhörung des Beschwerdeführers am 3. Juli 1998 gemäß § 349 Abs. 2 und 4 StPO be-\n\nschlossen:\n\n1. Auf die Revision des Angeklagten wird\ndas Urteil des Landgerichts Frankfurt am\nMain vom 23. Januar 1998 im Strafaus-\n\nspruch aufgehoben.\n\nIm Umfang der Aufhebung wird die Sache\nzu neuer Verhandlung und Entscheidung,\nauch über die Kosten des Rechtsmittels,\nan eine andere Strafkammer des Landge-\n\nrichts zurückverwiesen.\n\n2. Die weitergehende Revision wird verworfen.\n\nGründe:\n\nDas Landgericht hat den Angeklagten wegen schwerer\nräuberischer Erpressung in zwei Fällen zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von sieben Jahren und sechs Monaten verurteilt\n(Einzelstrafen: jeweils sechs Jahre) sowie eine Gaspistole\n\neingezogen.\n\nDie auf die Verletzung formellen und materiellen\nRechts gestützte Revision des Angeklagten gegen diese Entscheidung ist zum Schuldspruch unbegründet im Sinne von\n\n§ 349 Abs. 2 StPO. Der zum Zeitpunkt des tatrichterlichen\n\nUrteils rechtsfehlerfreie Strafausspruch kann aber nicht\n\nbestehen bleiben.\n\nNach den Feststellungen bedrohte der Angeklagte bei\nbeiden Überfällen die Bankangestellten mit einer\n\"ungeladenen Gaspistole”. Nach dem zur Tatzeit geltenden\nRecht hat das Landgericht den Angeklagten zutreffend aus\n§ 250 Abs. 1 Nr. 2 StGB a.F. (Freiheitsstrafe nicht unter\nfünf Jahren) verurteilt und rechtsfehlerfrei die Annahme\nminder schwerer Fälle abgelehnt. Nach der Neugestaltung des\ns 250 StGB durch das 6. Gesetz zur Reform des Strafrechts\n(6. StrRG) vom 26. Januar 1998 (in Kraft getreten am 1.\nApril 1998), die der Senat zu berücksichtigen hat (BGHSt\n20, 77 ££; Beschluß des Senats vom 15. April 1998 - 2 StR\n131/98), erfüllt das Verhalten des Angeklagten nur den Tatbestand des § 250 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. b) StGB n.F., der\nbei einer Strafdrohung von Freiheitsstrafe nicht unter drei\nJahren im Verhältnis zum alten Recht das mildere Gesetz im\nSinne des § 2 Abs. 3 StGB darstellt. Die Verwendung der ungeladenen Gaspistole wird hier nämlich nicht vom Tatbestand\ndes § 250 Abs. 2 Nr. 1 StGB n.F. erfaßt, der bei einer Mindeststrafe von fünf Jahren gegenüber dem alten Recht nicht\ndas mildere Gesetz wäre (Beschluß des Senats vom 17. Juni\n1998 - 2 StR 167/98 - zum Abdruck in BGHSt bestimmt; vgl.\nauch: BCH, Beschl. vom 23. April 1998 - 1 StR 180/98).\n\nDer Senat kann nicht ausschließen, daß das Landgericht bei Anwendung des § 250 StGB n.F. niedrigere Einzelstrafen und auch eine niedrigere Gesamtfreiheitsstrafe verhängt hätte, so daß der gesamte Strafauspruch der Aufhebung\nunterliegt. Die der Strafzumessung zugrundeliegenden Fest-\n\nstellungen sind von der Gesetzesänderung nicht berührt und\n\nkönnen, ebenso wie die Einziehungsanordnung, bestehen blei-\n\nben.\n\nNiemöller Detter Bode\n\nTolksdorf Rothfuß","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/1998-07-03/2-str-246-98","cited_norms":[{"jurabk":"StGB","ref":"§ 250","ref_norm":"250","n":4},{"jurabk":"StGB","ref":"§ 2","ref_norm":"2","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 349","ref_norm":"349","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/1998-07-03/2-str-246-98","retrieved":"2026-08-21 23:23:43.460446+00:00"},"card":{"id":"bgh/1998-07-03/2-str-246-98","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"2. 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