{"status":"available","ecli":null,"court":"BGH","senate":"5. Strafsenat","decided":"1992-07-01","aktenzeichen":"5 StR 287/92","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"5 _ StR 287/92\n\nBUNDESGERICHTSHOF\n\nBESCHLUSS\n\nvom 1. Juli 1992\nin der Strafsache\ngegen\n\nMustate TEE au SEE.\ngeboren am EEE 1965\n\nin KG (Türkei),\n\nzur Zeit in Haft,\n\nwegen unerlaubten Erwerbs von Betäubungsmitteln\n\n76\n\n76\n\nDer 5. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat am 1. Juli 1992 nach S 349 Abs. 2 und 4 StPO einstimmig beschlossen:\n\n1. Auf die Revision des Angeklagten wird das Ur-\n\nteil des Landgerichts Braunschweig vom 6. Februar 1992 im Strafausspruch mit den zugehörigen Feststellungen nach § 349 Abs. 4 StPO aufgehoben.\n\nIn diesem Umfang wird die Sache zu neuer Verhandlung und Entscheidung, auch über die Kosten\ndes Rechtsmittels, an eine andere Strafkammer\ndes Landgerichts zurückverwiesen.\n\nDie weitergehende Revision wird nach S 349\nAbs. 2 StPO als unbegründet verworfen.\n\nGründe\n\nDas Landgericht hat den Angeklagten wegen unerlaubten\n\nErwerbs von Betäubungsmitteln unter Einbeziehung einer\n\nanderweitig verhängten Strafe zu einer Gesamtfreiheits-\n\nstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten verurteilt.\n\nDie Revision des Angeklagten ist aus den Gründen der\n\nAntragsschrift des Generalbundesanwalts vom 9. Juni 1992 unbegründet im Sinne des S 349 Abs. 2 StPO, soweit das Rechtsmittel sich gegen den Schuldspruch rich-\n\ntet.\n\nDagegen kann der Strafausspruch keinen Bestand haben.\n\n%\n\nAllerdings wird die Erfüllung des Regelbeispiels nach\n\nS 29 Abs. 3 Satz 2 Nr. 4 BtMG nicht dadurch ausgeschlossen, daß der unerlaubte Besitz von Betäubungsmitteln hinter dem unerlaubten Erwerb derselben zurücktritt.\n\nDer Tatrichter hat verminderte Schuldfähigkeit des Angeklagten wegen dessen Heroinabhängigkeit zur Tatzeit\nangenommen und deshalb den Strafrahmen des S 29 Abs. 3\nSatz 1 BtMG nach den Vorschriften der SS 21, 49 StGB\ngemildert, den Gesichtspunkt der verminderten Schuldfähigkeit jedoch im Zusammenhang mit der Begründung des.\nVorliegens eines besonders schweren Falles nicht erwähnt. Dies läßt besorgen, daß die Strafkammer nicht\nbedacht hat, daß das Vorliegen der Voraussetzungen des\n§ 21 StGB trotz Verwirklichung eines Regelbeispiels\nnach § 29 Abs. 3 Satz 2 BtMG zur Verneinung eines besonders schweren Falles führen kann (vgl. BGHR BtMG\n\nS 29 Abs. 3 Strafrahmenwahl 7; BGH StV 1985, 147; BGH\n\n7b\n\nNStZ 1986, 368). Dies kann die Strafzumessung beein-\n\nflußt haben, zumal der Grenzwert zur nicht geringen\n\nMenge von 1,5 g reinem Heroin nicht erheblich überschritten wurde.\n\nLaufhütte Harms Schäfer\nHäger Nack","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/1992-07-01/5-str-287-92","cited_norms":[{"jurabk":"StGB","ref":"§ 21","ref_norm":"21","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 349","ref_norm":"349","n":1},{"jurabk":"BtMG 1981","ref":"§ 29","ref_norm":"29","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/1992-07-01/5-str-287-92","retrieved":"2026-08-21 23:22:24.085341+00:00"},"card":{"id":"bgh/1992-07-01/5-str-287-92","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"5. 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