{"status":"available","ecli":null,"court":"BGH","senate":"2. Strafsenat","decided":"1982-08-20","aktenzeichen":"2 StR 401/82","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\n\n2 StR 401/82 BESCHLUSS\nDEE\n\nin der Strafsache\n\ngegen\n\nden technischen Zeichner Stefan Gregor DB euuiEEEEEEEE»\n\naus MER, geboren am GEM 1955 in Haiiiime/ CHEND,\nzur Zeit in Untersuchungshaft,\n\nwegen Diebstahls\n\n26\n\nDer 2. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat am\n20. August 1982 gemäß § 349 Abs. 4 StPO beschlossen:\n\nAuf die Revision des Angeklagten wird das\nUrteil des Landgerichts Frankfurt am Main\nvom 10. November 1981 mit den Feststellungen\naufgehoben.\n\nDie Sache wird zu neuer Verhandlung und\nEntscheidung, auch über die Kosten des\nRechtsmittels, an eine andere Strafkammer\ndes Landgerichts zurückverwiesen.\n\nGründe:\n\nDie Revision dringt mit der Besetzungsrüge (§ 338\nNr. 1 StPO) durch. Das erkennende Gericht war in der\nPerson des Schöffen FB nicht vorschriftsmäßig besetzt. Der Generalbundesanwalt hat hierzu ausgeführt:\n\n\"1, Der Zulässigkeit der Rüge steht § 222 b Abs. 1\nStPO nicht entgegen. Nach § 222 b Abs. 2 S. 3 StPO\nentfiel die Verpflichtung zur Mitteilung der Besetzung\n(§ 222 a StPO), da es aufgrund eines Besetzungseinwandes des Angeklagten zu dieser neuen, nunmehr ebenfalls angefochtenen Besetzung kam (Bd. I, Bl. 92, 93,\n99 - 102 d.A.). Damit fehlt es an der in § 338 Nr. 1\nStPO genannten Voraussetzung für den Eintritt der\nPräklusion (vgl. Rieß in NJW 1978, 2265, 2269; Hamm\nin NIW 1979, 135, 137).\n\nDie Rüge scheitert auch nicht an § 336 Satz 2\nStPO. Nach § 54 Abs. 3 GVG ist zwar die Entbindung\ndes Schöffen unanfechtbar, nicht aber deren Widerruf (BGHSt 30, 149, 150).\n\n| 2. Die Besetzungsrüge ist begründet. Zu Unrecht\nhat die Strafkammer die Entbindung des Schöffen\nFOREEEEEB von der Dienstleistung bei der Hauptverhandlung gegen den Angeklagten widerrufen.\n\na) Der Vorsitzende hatte auf Antrag des Schöffen\nermessensfehlerfrei dessen Verhinderung infolge\nUrlaubs festgestellt (§§ 77 I, III; 54 I GVG) (Bd. II,\nBl. 481, 482 d.A.). Anhaltspunkte für eine willkürliche\nRichterentziehung liegen nicht vor. Insbesondere war\nder Vorsitzende nicht verpflichtet, bezüglich des\ngeplanten Urlaubs des Schöffen weitere Ermittlungen\nanzustellen.\n\nEs war allein Sache des Vorsitzenden, die Glaubwürdigkeit des Vorbringens des Schöffen zu beurteilen.\nEr überschritt sein pflichtgemäßes Ermessen nicht\ndadurch, daß er dem Antrag ohne weitere Prüfung\nstattgab (BGH, Urteil vom 11. Mai 1976 - 1 StR\n612/75).\n\nSeine Entscheidung konnte nachträglich nicht\ndadurch fehlerhaft werden, daß der Schöffe entgegen\nder ursprünglichen Planung bereits vor dem Hauptverhandlungstermin aus dem Urlaub zurückgekehrt\nwar und somit der Hinderungsgrund entfallen war\n(BGH, Urteil vom 22. Januar 1975 - 1 StR 580/74).\n\nb) Die Entbindung des Schöffen Feb durfte\nnicht widerrufen werden; an seiner Stelle hätte ein\nHilfsschöffe an der Verhandlung mitwirken müssen.\n\n-u_ BG\n\nDie Hilfsschöffen sind nicht Vertreter der\nHauptschöffen, sondern treten an die Stelle wegfallender\nSchöffen. Der Schöffe Fee war in diesem Sinne\nweggefallen, da er nach § 54 Abs. 1 GVG für eine\neinzelne Sitzung von der Dienstleistung entbunden\nwar. Nach dem Eingang der Entbindungsverfügung vom\n28. August 1981 bei der Schöffengeschäftsstelle\n(Bd. III, Bl. 482 d.A.) war diese Entscheidung\nunwiderruflich. Der Widerruf der Entbindung am\n1. Oktober 1981 (Bd. I, Bl. 93 d.A.) und die daraufhin erfolgte Mitwirkung des Schöffen Fechtner war\nsomit fehlerhaft. Der Schöffe Fe war nicht\nder gesetzliche Richter; auch ein Wegfall der\nVerhinderung änderte daran nichts (BGHSt 30, 149,\n150).\"\n\nDem tritt der Senat bei. Auf die weiteren Rügen\nder Revision kam es hiernach nicht mehr an.\n\nMösl Meyer Theune\nNiemöller Gollwitzer","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/1982-08-20/2-str-401-82","cited_norms":[{"jurabk":"StPO","ref":"§ 222b","ref_norm":"222b","n":2},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 338","ref_norm":"338","n":2},{"jurabk":"GVG","ref":"§ 54","ref_norm":"54","n":2},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 336","ref_norm":"336","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 349","ref_norm":"349","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 222a","ref_norm":"222a","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/1982-08-20/2-str-401-82","retrieved":"2026-08-21 23:19:49.630670+00:00"},"card":{"id":"bgh/1982-08-20/2-str-401-82","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"2. 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