{"status":"available","ecli":null,"court":"BGH","senate":"1. Strafsenat","decided":"1982-08-03","aktenzeichen":"1 StR 131/82","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\n\n1 StR 131/82 BESCHLUSS\n3jf\n\nin der Strafsache\n\ngegen\n\nden Rechtsanwalt Erich F EEE\ngeboren am (EB 925 in SED.\n\nwegen Meineids u.a.\n\naus NEE,\n\n_#\n\nY\n\nDer 1. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat auf Antrag\ndes Generalbundesanwalts und nach Anhörung des Beschwerdeführers am 3. August 1982 einstimmig beschlossen:\n\n1. Die Revision des Angeklagten gegen das Urteil\ndes Landgerichts Würzburg vom 23. Oktober 1981\nwird verworfen.\n\n2. Die sofortigen Beschwerden des Angeklagten\ngegen die Nebenentscheidungen des vorbezeichneten Urteils (Nr. 2 und 3 des Urteilsspruchs)\nwerden verworfen.\n\n3. Der Angeklagte hat die Kosten sämtlicher Rechtsmittel zu tragen.\n\nGründe:\n\nDie Überprüfung des Urteils auf Grund der Revisionsrechtfertigung hat keinen Rechtsfehler aufgedeckt (§ 349\nAbs. 2 StPO). Eine Aussetzung des Revisionsverfahrens\nkommt nicht in Betracht, weil die vom Beschwerdeführer\nangestrebten Entscheidungen des Bayer. Verfassungsgerichtshofes und des Landgerichts Regensburg für dieses Verfahren\nnicht vorgreiflich sind. Auf die Ausführungen des Generalbundesanwalts in der Antragsschrift vom 22. März 1982 wird\nBezug genommen.\n\nDie Versagung der Entschädigung für das vorläufige\nBerufsverbot in der Zeit vom 30. Juli 1976 bis 12. Oktober\n1977 und vom 15. Januar 1979 bis 21. Februar 1979 wurde\nvom Landgericht zutreffend auf § 5 Abs. 1 Nr. 3 StrEG ge-\n\nstützt. Die Mitwirkung eines ausgeschlossenen Richters\nmachte die Anordnung vom 30. Juli 1976 nicht nichtig,\nsondern - nach Maßgabe des statthaften Rechtsmittels -\nlediglich anfechtbar (vgl. BGHSt 29, 351 = NJW 1981, 133).\nDer Beschwerdeführer wurde nunmehr rechtskräftig wegen\nStraftaten verurteilt, die er unter Mißbrauch seines Berufs\nund unter grober Verletzung der ihm obliegenden Pflichten\nals Rechtsanwalt begangen hat (UA S. 10). Während der gesamten Dauer des vorläufigen Berufsverbots bestanden\ndringende Gründe für die Annahme, daß bei Abschluß des\nVerfahrens ein endgültiges Berufsverbot ausgesprochen\n\nwird. Diese Maßregel ist nur deshalb unterblieben, weil\nihre Voraussetzungen infolge der langen Dauer des Verfahrens nachträglich entfallen sind (UA S. 11/12). An diese\ntatsächlichen Feststellungen ist das Revisionsgericht gebunden (§ 8 Abs. 3 Satz 2 SırEG i.V.m. § 464 Abs. 3 Satz\n\n2 StPO).\n\nAuch die zutreffend auf § 473 Abs. 1 und Abs. 4 StPO\ngestützte Entscheidung über die Kosten und Auslagen kann\nnicht beanstandet werden. Die Kostenfolge des Senatsurteils\nvom 4. Oktober 1977 (1 StR 192/77) bleibt ausdrücklich\nunberührt. Der Vorwurf der Verletzung der Vertraulichkeit\ndes Wortes wurde bereits am 15. Juni 1976 gem. § 154\nAbs. 2 StPO ausgeschieden und deshalb auch nicht in den\nneuen Eröffnungsbeschluß vom 14. Februar 1978 einbezogen\n(Bd. 26, Bl. 10458 d.A.). Hinsichtlich des Vergehens des\nParteiverrats wurde das Verfahren am 12. Dezember 1978 gem.\n§ 154 Abs. 2 StPO vorläufig eingestellt (Bd. 30, Bl. 11591\nd.A.). Die zugehörigen Kostenentscheidungen müssen vom\neinstellenden Gericht getroffen bzw. nachgeholt werden\n(vgl. Karlsruher Kommentar § 464 Ran. 2). Im Fall \"Robe\"\n\nist dies am 4. März 1981 geschehen (Bd. 45, Bl. 16145 d.A.).\n\n- u.\n\nSoweit sich der Beschwerdeführer schließlich dagegen\nwendet, daß ihm die Gebühren des Pflichtverteidigers\nDr. Run als Auslagen der Staatskasse in Rechnung\ngestellt werden, ist dies eine Frage, die im Kostenansatzverfahren geklärt werden muß.\n\nHerdegen Kuhn Gribbohm\nSchikora Schimansky\n\n4","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/1982-08-03/1-str-131-82","cited_norms":[{"jurabk":"StPO","ref":"§ 154","ref_norm":"154","n":2},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 349","ref_norm":"349","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 464","ref_norm":"464","n":1},{"jurabk":"StrEG","ref":"§ 5","ref_norm":"5","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/1982-08-03/1-str-131-82","retrieved":"2026-08-21 23:19:49.018104+00:00"},"card":{"id":"bgh/1982-08-03/1-str-131-82","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"1. 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