{"status":"available","ecli":null,"court":"BGH","senate":"2. Strafsenat","decided":"1981-09-23","aktenzeichen":"2 StR 505/81","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"55\n\nBUNDESGERICHTSHOF\n\n2 StR 505/833 BESCHLUSS\nJ? gg pP’\n\nin der Strafsache\n\ngegen\n\nHerbert HB , ohne festen Wohnsitz, geboren am\nGEB 1955 in Lg. zur Zeit in Untersuchungshaft,\n\nwegen versuchter räuberischer Erpressung\n\n55\n\nDer 2. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat am 23. September 1981 gemäß § 349 Abs. 2 bis 4 StPO einstimmig beschlossen:\n\n1. Auf die Revision des Angeklagten wird\ndas Urteil des Landgerichts Darmstadt\nvom 21. April 1981, soweit es ihn betrifft,\n\na) im Schuldspruch dahin berichtigt,\ndaß vor dem Wort \"räuberischen\"\ndas Wort \"schweren\" eingefügt wird,\n\nb) im Strafausspruch mit den zugehörigen Feststellungen aufgehoben.\n\nIm Umfang der Aufhebung wird die Sache\nzu neuer Verhandlung und Entscheidung,\nauch über die Kosten des Rechtsmittels,\nan eine andere Strafkammer des Landgerichts zurückverwiesen.\n\n2. Die weitergehende Revision wird verworfen.\n\nGründe:\n\nDer beantragten Wiedereinsetzung in den vorigen Stand\nbedarf es nicht. Die Revisionsbegründungsfrist ist nicht\nversäumt, weil die Verteidigerin des Angeklagten bereits\nbei der fristgerechten Einlegung der Revision mit Schriftsatz vom 23. April 1981 die Rüge der Verletzung formellen\nund materiellen Rechtes erhoben hat.\n\nDie Verfahrensbeschwerde ist nicht ausgeführt und\ndeshalb unzulässig (§ 344 Abs. 2 Satz 2 StPO). Auf die\nSachrüge hat der Senat das angefochtene Urteil in vollem\nUmfange überprüft; dabei ist das Vorbringen der Verteidigerin in den Schriftsätzen vom 25. Juni 1981 und 21. August 1981 (324/80 - I - ps) berücksichtigt worden.\n\nSoweit sich die Revision gegen den Schuldspruch\nwendet, ist sie offensichtlich unbegründet (§ 349\nAbs. 2 StPO); der Urteilstenor war lediglich dahin zu\nberichtigen, daß der Angeklagte wegen versuchter schwerer\nräuberischer Erpressung verurteilt ist (§§ 255, 253,\n250 Abs. 1 Nr. 1 StGB).\n\nDagegen kann der Strafausspruch nicht bestehen\n\nbleiben. Den Urteilsgründen ist nicht zu entnehnen,\n\nob das Landgericht das Vorliegen eines minder schweren\nFalles (§§ 255, 250 Abs. 2 StGB) erwogen hat. Diese\nPrüfung war hier geboten; denn bereits die erheblich\nverminderte Schuldfähigkeit des Täters kann - sei es\nfür sich genommen, sei es in Verbindung mit weiteren\nUmständen - die Annahme eines minder schweren Falles\nrechtfertigen (BGHSt 16, 360, 362; BGH bei Dallinger\nMDR 1975, 542; BGH bei Holtz MDR 1980, 104; BGH, Beschlüsse vom 1. Oktober 1980 - 4 StR 465 und 536/80 -).\n\nEs ist nicht auszuschließen, daß der Strafausspruch\nauf diesem Mangel beruht. Zwar hat das Landgericht den\nRegelstrafrahmen nach §§ 21, 23 Abs. 2, 49 StGB doppelt\ngemildert. Die Annahme eines minder schweren Falles der\nräuberischen Erpressung in Verbindung mit der dann jedenfalls noch möglichen Milderung wegen Versuchs hätte jedoch zu einem günstigeren Strafrahmen geführt, dessen\n\nObergrenze (3 Jahre 9 Monate) nur knapp über der tstsächlichen verhängten Strafe liegt (BGH, Beschlüsse\nvom 27. November 1980 - 4 StR 630/80 - und 13. Januar\n1981 - 1 StR 763/80 -).\n\nMösl Müller Maier\nTheune Niemöller\n\nsl\n\nSs\nBUNDESGERICHTSHOF\n\n2 StR 505/81 BESCHLUSS\n\nin der Strafsache\ngegen\nHerbert He rtnh ,„ ohne festen Wohnsitz, geboren am\n29. Juni 1955 in Langen, zur Zeit in ÜUntersuchungshaft,\n\nwegen versuchter räuberischer Erpressung\n\nDer 2. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat am 4. November 1981 beschlossen;\n\nDer Beschluß des Senats vom 23. September 1981 wird wegen eines offen-\n\nbaren Schreibversehens dahin berichtigt, daß im Tenor an die Stelle des\nWortes \"Darmstadt\" das Wort \"Gießen\"\ntritt,\n\nMösl Müller Maier\n\nTheune Niemöller","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/1981-09-23/2-str-505-81","cited_norms":[{"jurabk":"StGB","ref":"§ 250","ref_norm":"250","n":2},{"jurabk":"StGB","ref":"§ 255","ref_norm":"255","n":2},{"jurabk":"StGB","ref":"§ 21","ref_norm":"21","n":1},{"jurabk":"StGB","ref":"§ 23","ref_norm":"23","n":1},{"jurabk":"StGB","ref":"§ 49","ref_norm":"49","n":1},{"jurabk":"StGB","ref":"§ 253","ref_norm":"253","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 344","ref_norm":"344","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 349","ref_norm":"349","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/1981-09-23/2-str-505-81","retrieved":"2026-08-21 23:19:35.364899+00:00"},"card":{"id":"bgh/1981-09-23/2-str-505-81","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"2. 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