{"status":"available","ecli":null,"court":"BGH","senate":"4. Strafsenat","decided":"1978-07-04","aktenzeichen":"4 StR 324/78","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"522;\n\nBUNDESGERICHTSHOF\n4 StR_324/78 BESCHLUSS\nyıtı?f\n\nin der Strafsache\n\ngegen\n\nEfthinios K EEMEEEEEEE> , geboren am EEE 945\nin Mggm> S@HED (Griechenland), zur Zeit in Haft,\n\nwegen versuchten Totschlags.\n\n-2- Ja\n\nDer 4. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat auf Antrag\ndes Generalbundesanwalts am 4. Juli 1978 gemäß § 349\nAbs. 4 StPO einstimmig beschlossen:\n\nAuf die Revision des Angeklagten wird das\nUrteil des Landgerichts Stuttgart vom\n\n2h. Februar 1978 mit den Feststellungen\naufgehoben.\n\nDie Sache wird zu neuer Verhandlung und\nEntscheidung, auch über die Kosten des\nRechtsmittels, an eine andere als Schwurgericht zuständige Strafkammer des Landgerichts zurückverwiesen.\n\nGründe:\n\nDas Landgericht hat den Angeklagten wegen versuchten\nTotschlags in Tateinheit mit gefährlichen Eingriff in den\nStraßenverkehr zu 8 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt und\nihm die Fahrerlaubnis mit einer Sperrfrist von 5 Jahren\nentzogen. Die Revision des Angeklagten beanstandet das\nVerfahren und rügt die Verletzung sachlichen Rechts.\n\nDas Rechtsmittel hat mit der Verfahrensrüge Erfolg.\nDie Revision beanstandet mit Recht, daß für die in der vorliegenden Sache als Schwurgericht tätig gewordene Strafkammer eine wirksame Zuständigkeitsregelung nicht vorgelegen hat.\n\nWie der Bundesgerichtshof bereits wiederholt entschieden hat, darf nach § 72 Abs. 2 Satz 1 GVG n.F.\n\n-3r\n\ndas Präsidium die beim Landgericht anfallenden Schwurgerichtssachen nur dann auf mehrere Strafkamnern verteilen, wenn eine Strafkamner für deren Erledigung nicht\nausreicht (vgl. BGHSt 27, 349; BGH, Urteile vom 11. April 1978\n- 1 StR 576/77 und - 1 StR 752/77 -). Diesem Grundsatz der\nKonzentration der Schwurgerichtssachen bei einer Strafkammer\nwird die Geschäftsverteilung des Landgerichts Stuttgart\n\nfür das Jahr 1978, aufgrund welcher im vorliegenden Fall\n\ndie I. Große Strafkamner als Schwurgericht tätig geworden\nist, wie schon die Geschäftsverteilung für das Jahr 1977\n(vgl. die vorstehend genannten Entscheidungen des 1. Strafsenats des Bundesgerichtshofs), nicht gerecht.\n\nDer Generalbundesanwalt hat hierzu ausgeführt;\n\n\"Auch im Geschäftsverteilungsplan 1978 sind für Neueingänge drei Schwurgerichtskammern eingerichtet worden,\nobwohl nach den Geschäftsanfall zwei ausgereicht hätten\n(BGH, Urteile vom 9. Februar 1978 - 4 StR 636/77 -, vom\n11. April 1978 - 1 StR 576/77 -, vom 11, April 1978 -\n\n1 StR 752/77 -; BCH, Beschluß vom 18. April 1978 -\n\n1 StR 182/78 -). Daß es sich bei der Bildung der drei\nSchwurgerichtskamnern nicht um eine dem Ermessen des\nPräsidiums unterliegende Vorsorge gegenüber einer etwaigen, insbesondere durch den Mangel des Geschäftsverteilungsplanes 1977 verursachte Mehrbelastung handelt,\nwird bereits daran deutlich, daß sämtliche, in Personalunion geführten Schwurgerichtskammern wiederum in erheblichem Umfang als Strafkammern mit allgemeinen Strafsachen\nbefaßt sind. Auch wenn der Angeklagte aller Wahrschein-\n\nlichkeit nach bei Einhaltung der Vorschrift des § 74\nAbs. 2 GVG in die zur Zuständigkeit der I. Schwurgerichtskammer gehörende Buchstabengruppe gefallen\nwäre, läßt sich sowohl für die Berufsrichter, als\nauch für die Schöffen eine andere Besetzung nicht\nausschließen (BGH, Urteil vom 11. April 1978 - 1 StR\n576/77 - S. 9).\"\n\nDem tritt der Senat bei (vgl. auch BGH, Beschluß\nvom 6. Juni 1978 - 1 StR 222/78 -).\n\nMit dieser gesetzwidrigen Geschäftsverteilung\nist gegen den Grundsatz des Rechtsauf den gesetzlichen\nRichter (Art. 101 Abs. 1 Satz 2 GG; § 16 Satz 2 GvcG)\nverstoßen worden. Das Gericht war sonach nicht vorschriftsmäßig besetzt. Das zwingt zur Aufhebung des Urteils (§ 338\nNr. 1 StPO). Auf die Sachbeschwerde sowie auf die sofortige Beschwerde gegen die Kosten- und Auslagenentscheidung\nist danach nicht mehr einzugehen,\n\nSalger Spiegel Hürxthal\nKnoblich Maier","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/1978-07-04/4-str-324-78","cited_norms":[{"jurabk":"GG","ref":"Art 101","ref_norm":"101","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 349","ref_norm":"349","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 338","ref_norm":"338","n":1},{"jurabk":"GVG","ref":"§ 72","ref_norm":"72","n":1},{"jurabk":"GVG","ref":"§ 74","ref_norm":"74","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/1978-07-04/4-str-324-78","retrieved":"2026-08-21 23:18:47.111020+00:00"},"card":{"id":"bgh/1978-07-04/4-str-324-78","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"4. 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