{"status":"available","ecli":null,"court":"BGH","senate":"2. Strafsenat","decided":"1977-10-05","aktenzeichen":"2 StR 236/77","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\n\n2 StR 236/77 BESCHLUSS\n\nin der Strafsache\n\ngegen\n\n1. den Schriftsetzer und ehemaligen Geschäftsführer Helmut\n\nS EEE zus KU, geboren am 0] 1947 in ONE\n\n(Harz), zur Zeit in Untersuchungshaft,\n\n2. den Innenarchitekten und ehemaligen Prokuristen Hans-Joachim K r EEE, ohne festen Wohnsitz, geboren am\n\nEB 1944 in G@WW/Tnüringen, zur Zeit in Untersuchungshaft,\n\nwegen Betruges u.a.\n\n7\n\nDer 2. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat am 5. Oktober 1977 gemäß § 349 Abs. 2 bis 4 StPO beschlossen;\n\nAuf die Revisionen der Angeklagten wird das Urteil\ndes Landgerichts in Bonn vom 15. Juli 1976 mit den\nJeweiligen Feststellungen aufgehoben,\n\na) soweit die Angeklagten wegen betrügerischen\nBankrotts verurteilt worden sind,\n\nb) im Ausspruch über die gegen die Angeklagten\nverhängten Gesamtfreiheitsstrafen.\n\nIm Umfang der Aufhebung wird die Sache zu neuer Verhandlung und Entscheidung, auch über die Kosten der\nRechtsmittel, an eine andere Strafkammer des Landge-\n\nrichts zurückverwiesen.\n\nDie weitergehenden Revisionen werden verworfen.\n\nGründe:\n\nDie Prüfung des Urteils auf Grund der Revisionsrechtfertigungen ergibt keinen Rechtsfehler, soweit die Angeklagten wegen Betrugs in einem besonders schweren Fall verurteilt\nsind. Jedoch kann ihre Verurteilung wegen betrügerischen Bankrotts (§ 239 Abs. 1 Nr. 3 KO) nicht bestehenbleiben.\n\n1.8 239 Abs. 1 Nr. 3 KO wäre nach dem zur Tatzeit geltenden Recht (§ 2 Abs. 1 StGB) hier nur anwendbar, wenn die Angeklagten in ihrer Eigenschaft als Geschäftsführer der SCHERE\nGmbH gehandelt hätten.Das würde voraussetzen, daß sie bei den\n\nihnen zur Last liegenden Handlungen im Interesse der GmbH\ntätig geworden sind. Gerade hiervon aber kann - jedenfalls\nnach den bisherigen Feststellungen - nicht ausgegangen werden. Nach diesen Feststellungen haben die Beschwerdeführer\nim Gegenteil ohne Rücksicht auf das Schicksal der Gesellschaft ausschließlich eigennützige Ziele verfolgt. Bei solchem eigennützigen Handeln zum Nachteil der Gesellschaft\nkommt eine Bestrafung nicht nach konkursstrafrechtlichen Vorschriften, sondern allein nach allgemeinen Strafvorschriften\n(vor allem § 266 StGB) in Betracht.\n\nFür die Zeit der Geltungsdauer des § 83 GmbHG ist dies\nvom Bundesgerichtshof wiederholt ausgesprochen worden (vgl.\nBGHSt 6, 314, 316 f; BGH bei Herlan GA 1961, 356; BGH Urt.\n\nv. 16. Mai 1962 - 2 StR 76/62 -; BGH Beschl. v. 15. April 1977\n- 2 StR 799/76 -; auch BGH NJW 1969, 1494). Dabei ist hier\nhervorzuheben, daß die die Entscheidung BGH GA 1961, 356 tragenden Erwägungen für § 239 Abs. 1 Nr. 4 KO in gleicher Weise\nauf § 239 Abs. 1 Nr. 3 KO zutreffen.\n\n2. Diesen Grundsätzen ist durch die Aufhebung des § 83\nGmbHG (Art. 150 Abs. 2 Nr. 7 EGOWiG) die Grundlage nicht entzogen worden. Dieselben Folgerungen wie aus § 83 GmbHG i.V.\nm. § 239 Abs. 1 KO waren aus § 50 a StGB 1969 und sind jetzt\naus § 14 StGB 1975 zu ziehen, die in Abs. 1 Nr. 1 das Handeln\n\"als vertretungsberechtigtes Organ\" der GmbH, das heißt als\nGeschäftsführer voraussetzen (vgl. hierzu Dreher StGB 34. Aufl.\nAnm. 1; 37. Aufl. Anm. 1).\n\n3. Die Aufhebung der Verurteilung wegen betrügerischen\nBankrotts hat die Aufhebung des Ausspruchs über die gegen die\n\nBeschwerdeführer verhängten Gesamtfreiheitsstrafen zur\nFolge. Für die neue Entscheidung wird, soweit sie den\nAngeklagten KÜMM vetrifft, auf BGHSt 12, 99 hingewiesen.\n\nSchumacher Kirchhof Müller\n\nBaumgarten Meyer\n\n37","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/1977-10-05/2-str-236-77","cited_norms":[{"jurabk":"GmbHG","ref":"§ 83","ref_norm":"83","n":3},{"jurabk":"StGB","ref":"§ 2","ref_norm":"2","n":1},{"jurabk":"StGB","ref":"§ 14","ref_norm":"14","n":1},{"jurabk":"StGB","ref":"§ 266","ref_norm":"266","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/1977-10-05/2-str-236-77","retrieved":"2026-08-21 23:18:37.222332+00:00"},"card":{"id":"bgh/1977-10-05/2-str-236-77","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"2. Strafsenat","date":"1977-10-05","dockets":["2 StR 236/77"],"decision_type":"Beschluss","ecli":null,"ids":{"ecli":null},"cite_as":"BGH, Beschluss vom 05.10.1977 – 2 StR 236/77","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/1977-10-05/2-str-236-77","headnotes":[],"leitsatz_status":"not_captured","tenor":null,"tenor_status":"not_marked","cited_norms":[{"id":"GmbHG/83","law":"GmbHG","abbreviation":"GmbHG","ref":"83","label":"§ 83 GmbHG","mentions":3},{"id":"StGB/2","law":"StGB","abbreviation":"StGB","ref":"2","label":"§ 2 StGB","mentions":1},{"id":"StGB/14","law":"StGB","abbreviation":"StGB","ref":"14","label":"§ 14 StGB","mentions":1},{"id":"StGB/266","law":"StGB","abbreviation":"StGB","ref":"266","label":"§ 266 StGB","mentions":1}],"cited_norms_basis":"extracted_from_text","normenkette":null,"proceeding":{"entries":[],"has_records":false,"note":"No Verfahrensgang record names this decision. That says nothing about whether earlier or later decisions exist."},"fundstellen":[],"provenance":{"source":null,"source_url":null,"retrieved_at":"2026-08-21T23:18:37.222332+00:00","text_quality":"ocr","attribution":null},"ai_summary":null,"ai_summary_available":false}}