{"status":"available","ecli":null,"court":"BGH","senate":"2. Strafsenat","decided":"1955-05-20","aktenzeichen":"2 StR 19/55","doktyp":"Urteil","leitsatz":null,"text_plain":"2 StR 13/55 2258 086\n\nIm Namen des Volkes\nIn der Strafsache\ngegen\n\naen Kaufmann Heinrich Br EEE aus DeEEEB,\n\ndort geboren am EEE 925,\n\nwegen Unzucht mit Kindern\n\nhat der 2 Strafsenat des Bundesgerichtshofs in der Sitzung\n\nvom 20. Mai 1955, an der teilgenommen haben:\n\nBundesrichter Dr. Dotterweich\nals Vorsitzender,\nBundesrichter Werner\nBundesrichter Dr. Arndt\nBundesrichter Dr. Menges\nBundesrichter Hoepner\nals beisitzende Richter,\nOberstaatsanwalt Dr. Kuuuiim\nals Vertreter der Bundesanwaltschaft,\n\nJustizangestellter Wnmmp\n\nals Urkundsbeamter der Geschäftsstelle,\n\nfür Recht erkannt:\n\nAuf die Revision der Staatsanwaltschaft wird\n\ndas Urteil des Landgerichts in Bonn vom 22.\n\nOktober 1954 mit den Feststellungen aufgehoben.\n\nDie Sache wird zu neuer Verhandlung und Entscheidung, auch über die Kosten des Rechtsmittels,\n\nan das Landgericht zurückverwiesen.\n\nVon Rechts wegen\n\nzorane\non. .\n\nPre > 2> 12. ZEEndE Ar\n\n20. an\n\ner\nu 5 .\nu. wi nn num mm a ce u nn em\n\n.. se...\nnor m .\n\nern TEE. ra Er\n1 rear\n\n— | 0 we\nu.\n\nös\n\nsyn. wien N\n=. > zn... m\n\nDer Angeklagte ist beschuldigt, ein Verbrechen nach\n§ 176 Abs 1 Nr 3 begangen zu haben Der Eröffnungsbeschluss\nlegt ihm zur Last, an der am 22. Juli 1946 geborenen\nDorothea PB unzüchtige Handlungen vorgenommen und das\nKind zur Verübung unzüchtiger Handlungen verleitet zu\nhaben, indem er es mit einem Kabel am Geschlechtsteil\nkitzelte und es veranlasste, das gleiche Kabel in seine,\ndes Angeklagten. Harnröhre zu stecken. Die Strafkammer hat\nihn freigesprochen. Sie hält nur für erwiesen, dass der Angeklagte das Kind mit einem Kabel kitzelte, verneint aber\ninsoweit eine unzüchtige Handlung.\n\nDie Revision der Staatsanwaltschaft, die der Oberbundesanwalt vertritt, rügt die Verletzung von Vorschriften\ndes Verfahrens- und des sachlichen Rechts.\n\nVerfahrensrechtlich werden die /§§ 155, 264 StPO als\nverletzt bezeichnet. Zur Begründung wird ausgeführt, dass\ndas Gericht verabsäumt habe, den Sachverhalt unter dem\nGesichtspunkt der Beleidigung (§ 1§ 5 StGB) zu würdigen.\n\nDiese Rüge dringt durch.\n\nDie Strafkammer ist in ihrem Urteil in Jbereinstimmung\nmit der Rechtsprechung davon ausgegangen, dass nicht jede\nkurze und unbedeutende Berührung, mag sie auch auf Sinnenlust beruhen, als unzüchtige Handlung angesehen werden\nkann (BGHSt 2, 163, 167). Die Handlung des Angeklagten war\nnach ihrer Auffassung nicht von derartiger Erheblichkeit,\ndass sie als unzüchtig im Sinne des Gesetzes anzusehen ist.\nOb auf Sinnenlust beruhende unbedeutende Berührungen oder\nhandgreifliche Zudringlichkeiten leichterer Art. die an\n\n-.\nu ee en\n\nmr:\nDu\n\nje Te a\n\nur.\nu\n\nPe} 2\n* nes\n\n-\nfat\n\nnazgma-\n\nee.\n\n| SUEPREn a\nY\n\nBLFFSIERMLE IT\n\nPose\n\nsich als ungehörig anzısehen sind, als unzüchtige Handlungen zu werten sind oder ob sie sich als harmlosere\nNeckereien darstellen, hat in erster Linie der Tatrichter\nzu beurteilen (vgl RGSt 67, 110, 114; RG DR 1944, 767 Nr 4;\nBGH 3 StR 57/54 vom 16. Juni 1954).\n\nDa die Strafkammer bei Würdigung des Tuns des Angeklagte\nden Charakter einer unzüchtigen Handlung im Sinne von § 176°\nAbs 1 Nr 3 StGB verneint, musste sie im Sinne des Vorbringeng\nder Revision den Sachverhalt unter dem Gesichtspunkt der Beleidigung (§ 1§ 5 StGB) prüfen (vgl DRZ, Rechtsprechung, 1925,\n471). Durch die Nichtachtung und Missachtung der Person des\nKindes, die in der Handlung des Angeklagten lag und mit\nder zum Ausdruck kam, dass man dem Kinde, weil ihm jedes\nSchamgefühl fehle, sehr wohl ansinnen könne, diese Berührung von fremder Hand mit einem Gegenstand an seinem\nGeschlechtsteil zu dulden, wird der Tatbestand der Beleidigung nach der äusseren Tatseite verwirklicht. Die\nbesonderen Umstände des Falles stehen dem in keiner Weise\nentgegen. Entscheidend für das Vorliegen der Straftat sind .\nhiernach die noch zu treffenden Feststellungen zum inneren\nTatbestand der Beleidigung bei dem Angeklagten. Denn es\nist nicht zu fordern, dass darüber hinaus auch das angegriffene Kind selbst die Ehrenkränkung als solche empfindet\n(RGSt 75, 179, 183; BGH NJW 1951, 368).\n\nDer erörterte Rechtsmangel nötigt zur Aufhebung des\nUrteils in vollem Umfange.\n\n- Zn man ET\nen EEE ET EEE EEENEEEETEEESEZESEEEEENEDTEESERSGDISEHEEESEEESEECHTERRERERS;\n0. m... .—\n\n- -. — u u [—n: . . 5 u.\n‚ 2 nn. TR ner TS an, Ten nor ... -\nn\nu werten At < oo. “ .\n“ Pr SS + Fu 29 ie im . Da Beh 25 Eu BE ML Ge ZZ EIS .\n\nDr. Arndt\n\nHoepner\n\nWerner\n\nDu\n\nMenges\n\nl\n5)\n(+)\n\n+)\nOD\n{2}\n($)\nLe}\n&\n&\n=\n»p\nSs\n<\n8\n@®\noO\nEr)\nSa\noO\nri\nIn)\n[ef\n[>]\n»p\nS\n®\nee)\nS\ne}\nie}\n\"4\n©\nSS\noO\n+]\n+\nS\n[en]\n®\nrd\nA\n\naQ\npP\nA\n&\nE23\nS\na\nv}\n®\no\nSs\n[>]\n£»}\n\nDotterweich\n\nDr.\n\n..,* 2, D * ”\n- ib. . . . ta Sant\n. . . - Fr\n\n. Er ” vr . -\nee ein. ° Fun Pa en er = Be Bauen tu Tan 0 .\nES Pe ee -_ EI 2 TEN ec . . Fa DE TE VPE SE a a NE}","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/1955-05-20/2-str-19-55","cited_norms":[{"jurabk":"StGB","ref":"§ 5","ref_norm":"5","n":2},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 155","ref_norm":"155","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 264","ref_norm":"264","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/1955-05-20/2-str-19-55","retrieved":"2026-08-21 23:13:02.161723+00:00"},"card":{"id":"bgh/1955-05-20/2-str-19-55","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"2. 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