{"status":"available","doknr":"BGH-Zivilsenate/X_ZS/2003/X_ZR__64-03","ecli":null,"court":"BGH","senate":"X. Zivilsenat","decided":"2003-12-09","aktenzeichen":"X ZR 64/03","doktyp":"Beschluß","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\n\nX ZR 64/03\n\nBESCHLUSS\n\nvom\n\n9. Dezember 2003\n\nin dem Rechtsstreit\n\nDer X. Zivilsenat des Bundesgerichtshofes hat durch den Vorsitzenden\n\nRichter Dr. Melullis, den Richter Scharen, die Richterin Mühlens und die Rich-\n\nter Dr. Meier-Beck und Asendorf\n\nam 9. Dezember 2003\n\nbeschlossen:\n\nDie Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision in dem\n\nUrteil des 6. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Karlsruhe vom\n\n26. März 2003 wird auf Kosten der Beklagten verworfen.\n\nDer Streitwert für das Beschwerdeverfahren wird auf 10.000,-- \n\nfestgesetzt.\n\nGründe:\n\nI. Der Kläger, der von 1991 bis 1995 Arbeitnehmer der Beklagten war,\n\nmacht geltend, er sei Alleinerfinder der Erfindung nach dem deutschen Patent\n\n195 22 141. Das der Beklagten erteilte Patent betrifft ein rotierendes Schaft-\n\nwerkzeug. In der Patentschrift ist aufgrund eines Antrags auf Nichtnennung des\n\nvon der Beklagten als Erfinder Benannten ein Erfinder nicht genannt.\n\nDer Kläger verlangt von der Beklagten die Zustimmung zur Nachholung\n\nseiner Nennung als (alleiniger) Erfinder. Die Klage hatte in beiden Tatsachen-\n\ninstanzen Erfolg.\n\nMit der Beschwerde wendet sich die Beklagte gegen die Nichtzulassung\n\nder Revision durch das Berufungsgericht. Sie macht geltend, der Wert der mit\n\n(cid:1)(cid:3)(cid:2)(cid:4)(cid:1)(cid:3)(cid:5)(cid:7)(cid:6)\n\nder Revision geltend zu machenden Beschwer übersteige 20.000,-- \n\nKläger, wie sich insbesondere aus der von ihm beanspruchten Vergütung in\n\n(cid:5)(cid:7)(cid:6)(cid:9)(cid:8)(cid:3)(cid:5)(cid:7)(cid:10)(cid:11)(cid:5)\n\n(cid:1)(cid:3)(cid:5)(cid:7)(cid:6)(cid:18)(cid:17)(cid:20)(cid:19)\n\n(cid:2)(cid:21)(cid:8)(cid:3)(cid:5)(cid:22)(cid:5)\n\n(cid:5)(cid:25)(cid:6)(cid:27)(cid:26)(cid:11)(cid:5)(cid:7)(cid:10)(cid:28)(cid:19)\n\n(cid:26)(cid:31)(cid:5)(cid:3) \n\n(cid:1)(cid:3)(cid:5)\n\n(cid:5)(cid:3) \n\nHöhe von etwa 90.000,-- \n\nsetzten Streitwert von 10.000,-- \n\n(cid:0)(cid:13)(cid:12)(cid:15)(cid:14)\n\n(cid:14)(cid:24)(cid:23)\n\n(cid:14)(cid:30)(cid:29)\n\n(cid:23)\"!\n\ne-\n\n(cid:1)(cid:3)(cid:5)(cid:25)#\n\n(cid:26)%$(cid:3)(cid:10)(cid:31)(cid:5)(cid:7)(cid:6)(cid:9) \n\n(cid:8)(cid:3)(cid:5)\n\n(cid:1)(cid:21)(cid:5)(cid:3) ’&\n\n(cid:5)(cid:7)(cid:6)(cid:9)(cid:5)(cid:3) ) )(cid:5)+*((cid:5)(cid:7)(cid:6),(cid:10)\n\n(cid:1)(cid:3)(cid:5).-\n\n(cid:14)(cid:30)(cid:29)\n\n(cid:23)((cid:16)\n\n(cid:14)(cid:24)(cid:23)\n\nII. Die Beschwerde ist nach § 26 Nr. 8 EGZPO nicht zulässig, da der\n\nWert der mit der Revision geltend zu machenden Beschwer 20.000,-- \n\n(cid:23)(cid:28)(cid:14)(cid:30)(cid:29)\n\nübersteigt.\n\nMaßgeblich für die in § 26 Nr. 8 EGZPO bezeichnete Wertgrenze der\n\nNichtzulassungsbeschwerde ist der Wert des Beschwerdegegenstandes für\n\ndas beabsichtigte Revisionsverfahren \n\n(BGH, Beschluß vom 27.6.2002\n\n$(cid:3)(cid:10)(cid:31)(cid:5)(cid:7)(cid:6)(cid:9) \n\n(cid:26)(cid:31)(cid:2)\n\n(cid:5)0/\n\n- V ZR 148/02, NJW 2002, 2720). Daß er 20.000,-- \n\n(cid:16)(cid:27)(cid:0)\n\ne-\n\nschwerde nicht glaubhaft gemacht.\n\nDenn die von ihr herangezogenen Angaben zur Höhe des vom Kläger\n\n- außergerichtlich - geltend gemachten Anspruchs nach § 9 ArbEG auf eine\n\nangemessene Vergütung für die Inanspruchnahme der dem deutschen Patent\n\n195 22 141 zugrundeliegenden Diensterfindung sind insoweit für den nach § 3\n\nZPO zu bestimmenden Wert ohne Aussagekraft. Gegenstand der Klage ist we-\n\nder ein Vergütungsanspruch des Klägers noch auch nur ein Antrag auf Fest-\n\n(cid:0)\n(cid:16)\n(cid:0)\n(cid:16)\n(cid:8)\n(cid:16)\n(cid:19)\n(cid:16)\n(cid:5)\n(cid:14)\n(cid:23)\n(cid:26)\n(cid:16)\n(cid:16)\n(cid:5)\n(cid:14)\n(cid:8)\n(cid:16)\n(cid:1)\n(cid:14)\n\nstellung, daß der Kläger (alleiniger) Erfinder ist. Streitgegenstand ist vielmehr\n\nlediglich die begehrte Zustimmung der Beklagten zur Nachholung der Nennung\n\nder Klägers als Erfinder. Der hierauf gerichtete Anspruch nach § 63 Abs. 2\n\nSatz 1 PatG \n\nist Ausfluß des Erfinderpersönlichkeitsrechts (Sen.Urt. v.\n\n20.6.1978 - X ZR 49/75, GRUR 1978, 583, 585 - Motorkettensäge). Der Erfin-\n\nder kann verlangen, bei der Unterrichtung der Öffentlichkeit über den Inhalt der\n\nErfindung durch die Veröffentlichung der Patentschrift als solcher genannt zu\n\nwerden; damit trägt das Gesetz dem berechtigten Interesse des Erfinders an\n\nder Anerkennung seiner schöpferischen Leistung Rechnung. Mit dem Vergü-\n\ntungsanspruch des Arbeitnehmer-Erfinders hat dieses Recht, das jedenfalls im\n\nKern nur einen immateriellen Wert hat, nichts zu tun. Zwar setzen der An-\n\nspruch nach § 63 Abs. 2 Satz 1 PatG und der Anspruch nach § 9 ArbEG glei-\n\nchermaßen voraus, daß der Anspruchsteller jedenfalls Miterfinder der betref-\n\nfenden Erfindung ist. Die Bejahung dieser Vorfrage nimmt jedoch an der mate-\n\nriellen Rechtskraft der Entscheidung nicht teil und kann daher zur Bestimmung\n\ndes Gegenstandswertes auch nicht herangezogen werden (vgl. BGHZ 128, 85,\n\n89).\n\nEs ist bereits nichts dafür dargetan, daß aus der objektiven Sicht des\n\nKlägers sein Interesse an der begehrten Erfinderbenennung mit einem deutlich\n\n(cid:10)(cid:31)(cid:5))12(cid:5)(cid:7)(cid:6)\n\n12(cid:5)(cid:7)(cid:6)(cid:9)(cid:1)(cid:3)(cid:5)\n\n$(cid:28)4\n\n12(cid:2)3(cid:1)(cid:3)(cid:5)(cid:7)(cid:6)65\n\n(cid:6)(cid:9)(cid:5)\n\nhöheren Betrag als 10.000,-- \n\n(cid:23)3(cid:12)\n\n(cid:14)(cid:24)(cid:23)\n\n(cid:14) t-\n\nwertangabe entsprechen, die der Kläger bei Einreichung der Klage gemacht\n\nhat (20.000,-- DM). Erst recht gilt dies, wenn berücksichtigt wird, daß im Streit-\n\nfall bei der Ermittlung des Wertes des Beschwerdegegenstandes - insoweit wie\n\n(cid:16)\n(cid:5)\n(cid:16)\n(cid:16)\n(cid:5)\n(cid:0)\n(cid:1)\n(cid:14)\n(cid:5)\n(cid:5)\n(cid:16)\n(cid:16)\n\nbei der Beschwer - maßgeblich ist, in Höhe welchen Betrages die Beklagte\n\ndurch die Zustimmung zur Nennung des Klägers als Erfinder, zu der sie verur-\n\nteilt ist, beschwert ist (vgl. BGHZ 128, 85, 87).\n\nMelullis\n\nScharen\n\nMühlens\n\nMeier-Beck\n\nAsendorf","source":"bgh","source_url":"https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Zivilsenate/X_ZS/2003/X_ZR__64-03.pdf?__blob=publicationFile&v=1","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2003-12-09/x-zr-64-03","cited_norms":[{"jurabk":"ZPOEG","ref":"§ 26","ref_norm":"26","n":2},{"jurabk":"PatG","ref":"§ 63","ref_norm":"63","n":2},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 3","ref_norm":"3","n":1}],"authoritative_source":"https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Zivilsenate/X_ZS/2003/X_ZR__64-03.pdf?__blob=publicationFile&v=1","attribution":{"source":"bundesgerichtshof.de","source_url":"https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Zivilsenate/X_ZS/2003/X_ZR__64-03.pdf?__blob=publicationFile&v=1"},"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2003-12-09/x-zr-64-03","upstream":"https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Zivilsenate/X_ZS/2003/X_ZR__64-03.pdf?__blob=publicationFile&v=1","retrieved":"2026-07-10 15:03:29.067063+00:00"}}