{"status":"available","doknr":"BGH-Zivilsenate/XII_ZS/2003/XII_ZB__66-03","ecli":null,"court":"BGH","senate":"XII. Zivilsenat","decided":"2003-12-18","aktenzeichen":"XII ZB 66/03","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\n\nXII ZB 66/03\n\nBESCHLUSS\n\nvom\n\n18. Dezember 2003\n\nin der Familiensache\n\nDer XII. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 18. Dezember 2003 durch\n\ndie Vorsitzende Richterin Dr. Hahne und die Richter Sprick, Weber-Monecke,\n\nProf. Dr. Wagenitz und Dr. Ahlt\n\nbeschlossen:\n\nAuf die Rechtsbeschwerde des weiteren Beteiligten zu 1 werden der\n\nBeschluß des 2. Zivilsenats - Senat für Familiensachen - des Oberlan-\n\ndesgerichts Karlsruhe vom 24. Februar 2003 aufgehoben und die Be-\n\nschwerde des weiteren Beteiligten zu 1 mit der Maßgabe zurückgewie-\n\nsen, daß der monatliche Ausgleichsbetrag, bezogen auf den 30. Juni\n\n(cid:1)(cid:3)(cid:2)(cid:5)(cid:4)(cid:7)(cid:6)(cid:9)(cid:8)(cid:11)(cid:10)(cid:12)(cid:4)(cid:14)(cid:13)(cid:3)(cid:15)(cid:17)(cid:16)\n\n(cid:16)(cid:18)(cid:15)\n\n(cid:8)(cid:18)(cid:20)(cid:21)(cid:10)(cid:23)(cid:22)(cid:17)(cid:24)(cid:18)(cid:20)(cid:12)(cid:25)(cid:27)(cid:26)(cid:29)(cid:28)\n\n(cid:10) (cid:31)!(cid:24)(cid:17)(cid:8)(cid:11)(cid:4)#\"$(cid:31)%(cid:10)&(cid:6)’(cid:6)(cid:11)(cid:31)!(cid:8)\n\n2000, nicht 211,71 \n\nRechtsbeschwerde zurückgewiesen.\n\nDer weitere Beteiligte zu 1 trägt die Kosten des Beschwerde- und des\n\nRechtsbeschwerdeverfahrens.\n\nBeschwerdewert: 500 \n\nGründe:\n\nI.\n\nDie Parteien haben am 20. Oktober 1982 geheiratet. Der Scheidungsan-\n\ntrag des Ehemannes (Antragsteller; geboren am 18. Juli 1953) ist der Ehefrau\n\n(cid:0)\n(cid:0)\n \n(cid:19)\n(cid:30)\n(cid:19)\n\n(Antragsgegnerin; geboren am 30. Juli 1953) am 6. Juli 2000 zugestellt worden.\n\nDas Amtsgericht - Familiengericht - hat durch Urteil die Ehe geschieden (inso-\n\nweit rechtskräftig), nachdem der Versorgungsausgleich abgetrennt worden war.\n\nIm weiteren hat das Amtsgericht den Versorgungsausgleich durch Beschluß\n\ndahin gehend geregelt, daß es zu Lasten der Versorgung der Antraggegnerin\n\nbeim Landesamt für Besoldung und Versorgung Baden-Württemberg (LBV;\n\nweiterer Beteiligter zu 1) im Wege des Quasisplittings nach § 1587 b Abs. 2\n\nBGB auf dem Versicherungskonto des Antragstellers bei der Bundesversiche-\n\nrungsanstalt für Angestellte (BfA; weitere Beteiligte zu 2) Rentenanwartschaften\n\nin Höhe von monatlich 211,71 \n\n Juni 2000, begründet hat.\n\n(cid:8)(cid:18)((cid:3)(cid:2)(cid:17)(cid:24)(cid:17)(cid:8)(cid:5)(cid:4)*)(cid:9)+(cid:3),-(cid:6)(cid:17)(cid:8)(cid:11)(cid:4)/.(cid:9)0-(cid:25)\n\nDabei ist das Amtsgericht nach den Auskünften der weiteren Beteiligten zu 1\n\nund 2 von ehezeitlichen (1. Oktober 1982 bis 30. Juni 2000; § 1587 Abs. 2\n\nBGB) Anwartschaften der Antragsgegnerin beim LBV unter Berücksichtigung\n\nder Absenkung des Höchstruhegehaltssatzes nach § 14 Abs. 1 Satz 1\n\nBeamtVG i.d.F. des Art. 1 Nr. 11 des Versorgungsänderungsgesetzes 2001 in\n\nHöhe von monatlich 2.002,27 DM und des Antragsstellers bei der BfA in Höhe\n\nvon monatlich 1.174,14 DM, bezogen auf den 30. Juni 2000, ausgegangen.\n\nDas Oberlandesgericht hat auf die hiergegen gerichtete Beschwerde des\n\nLBV die Entscheidung des Amtsgerichts dahingehend abgeändert, daß Ren-\n\ntenanwartschaften in Höhe von monatlich 213,31 \n\nEhezeit-\n\n(cid:8)1(2(cid:2)(cid:17)(cid:24)(cid:18)(cid:8)(cid:11)(cid:4)3)(cid:11)+(cid:3),4(cid:6)(cid:17))(cid:17)(cid:1)\n\nende, begründet werden; die weitergehende Beschwerde hat das Oberlandes-\n\ngericht zurückgewiesen.\n\nDagegen richtet sich die zugelassene Rechtsbeschwerde des LBV, mit\n\nder es weiterhin geltend macht, das Oberlandesgericht habe die Neuregelun-\n\ngen des Versorgungsänderungsgesetzes 2001 fehlerhaft auf die Durchführung\n\ndes Versorgungsausgleichs angewandt; im übrigen sei die Berechnung des\n\nOberlandesgerichts auch rechnerisch falsch. Der Antragsteller und die BfA ha-\n\n(cid:0)\n(cid:19)\n(cid:0)\n(cid:19)\n\nben sich im Rechtsbeschwerdeverfahren nicht geäußert; die Antragsgegnerin\n\nbeantragt, die Rechtsbeschwerde zurückzuweisen.\n\nII.\n\nDie nach §§ 621 e Abs. 2 Satz 1 1. Halbs. Nr. 1, 2. Halbs. i.V. mit 543\n\nAbs. 2 ZPO zulässige Rechtsbeschwerde ist im wesentlichen nicht begründet.\n\n1. Das Oberlandesgericht hat den Versorgungsausgleich auf der Grund-\n\nlage des § 14 BeamtVG in der Fassung des Art. 1 Nr. 11 des Versorgungsän-\n\nderungsgesetzes 2001 vom 20. Dezember 2001 durchgeführt. Dies ist rechtlich\n\nnicht zu beanstanden.\n\nDer Senat hat zwischenzeitlich entschieden, daß für die Berechnung des\n\nVersorgungsausgleichs bei beamtenrechtlichen Versorgungsanrechten im Hin-\n\nblick auf den Halbteilungsgrundsatz seit dem 1. Januar 2003 uneingeschränkt\n\nder Höchstruhegehaltssatz von 71,75 % gemäß § 14 BeamtVG in der Fassung\n\ndes Art. 1 Nr. 11 des Versorgungsänderungsgesetzes 2001 vom 20. Dezember\n\n2001 (BGBl. I, 3926) maßgeblich ist, da diese Fassung nach Art. 20 Abs. 2\n\nNr. 1 des Versorgungsänderungsgesetzes zum 1. Januar 2003 in Kraft getreten\n\nist. Dabei kommt es weder darauf an, ob das Ehezeitende vor oder in der Über-\n\ngangsphase nach § 69 e BeamtVG liegt, noch ob der Versorgungsfall in oder\n\nerst nach der Übergangsphase eintreten wird (vgl. Senatsbeschlüsse vom\n\n26. November 2003 - XII ZB 75/02 und XII ZB 30/03 - zur Veröffentlichung be-\n\nstimmt; ein Abdruck der Beschlüsse ist als Anlage beigefügt). Wie der Senat\n\nweiter ausgeführt hat, fällt - wenn der Versorgungsfall während der Übergangs-\n\nphase nach § 69 e BeamtVG eintritt - der degressive Versorgungsbestandteil\n\nnach § 69 e BeamtVG (sog. Abflachungsbetrag) nicht unter den öffentlich-\n\nrechtlichen Versorgungsausgleich. Ob der Abflachungsbetrag ggf. später im\n\nschuldrechtlichen Versorgungsausgleich auszugleichen sein wird, bleibt einer\n\nweiteren Prüfung vorbehalten, sofern die Voraussetzungen für einen schuld-\n\nrechtlichen Versorgungsausgleich gegeben sein sollten (vgl. Senatsbeschluß\n\nvom 26. November 2003 - XII ZB 30/03).\n\nDie Antragsgegnerin wird vorliegend die Regelaltersgrenze von\n\n65 Jahren (§ 25 Abs. 1 BRRG) im Jahre 2018 erreichen. Anhaltspunkte dafür,\n\ndaß der Versorgungsausgleich zu einem früheren Zeitpunkt zum Tragen kom-\n\nmen sollte, sind weder festgestellt noch ersichtlich. Der Versorgungsfall wird\n\ndanach hier jedenfalls nach 2010 und damit nach dem bisher angenommenen\n\nEnde der Übergangsphase nach § 69 e BeamtVG eintreten.\n\nZwar unterliegen die Rentenanwartschaften, die für den Antragsteller\n\ndurch das Quasisplitting - aufgrund des herabgesetzten Höchstversorgungssat-\n\nzes von 71,75 % - begründet werden, wie alle Anwartschaften des Antragstel-\n\nlers in der gesetzlichen Rentenversicherung für die Zeit vom 1. Juli 2001 bis\n\nzum 1. Juli 2010 zusätzlich der Niveauabsenkung nach § 255 e SGB VI. Dies\n\nist indessen durch die unterschiedlichen Niveauabsenkungsregelungen in der\n\ngesetzlichen Rentenversicherung einerseits und der Beamtenversorgung ande-\n\nrerseits systemimmanent und kann nicht dadurch korrigiert werden, daß der\n\nAntragsgegnerin unter Verstoß gegen den Halbteilungsgrundsatz mehr als die\n\nHälfte ihrer ihr tatsächlich zustehenden ehezeitbezogenen Versorgungsanwart-\n\nschaften genommen wird. Sollten wegen der systembedingten Unterschiede im\n\nErgebnis Korrekturen erforderlich werden - was im Hinblick auf die gegenwärti-\n\ngen renten- und pensionsrechtlichen Unsicherheiten nicht abschließend beur-\n\nteilt werden kann -, müssen diese ggf. der Abänderung nach § 10 a Abs. 1 Nr. 1\n\nVAHRG vorbehalten bleiben.\n\n2. Die Abänderung des monatlichen Ausgleichsbetrags beruht auf der\n\nnunmehr erforderlichen Anwendung des baden-württembergischen Bemes-\n\nsungsfaktors von 57,5 % für 2003 hinsichtlich der Sonderzuwendung (Gesetz\n\nüber die Anpassung von Dienst- und Versorgungsbezügen in Bund und Län-\n\ndern 2003/2004 sowie zur Änderung dienstrechtlicher Vorschriften vom\n\n10. September 2003 - BGBl. I, 1798 - in Verbindung mit Artikel 3 des Gesetzes\n\nzur Regelung des Rechts der Sonderzuwendung in Baden-Württemberg vom\n\n29. Oktober 2003 - GBl. S. 693, 695. Zur Anwendung des jeweils zur Zeit der\n\nEntscheidung geltenden Bemessungsfaktors vgl. zuletzt Senatsbeschluß vom\n\n4. September 2002 - XII ZB 130/98 - FamRZ 2003, 437 ff. m.w.N.).\n\nHahne\n\nSprick\n\nWeber-Monecke\n\nWagenitz\n\nAhlt","source":"bgh","source_url":"https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Zivilsenate/XII_ZS/2003/XII_ZB__66-03.pdf?__blob=publicationFile&v=1","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2003-12-18/xii-zb-66-03","cited_norms":[{"jurabk":"BeamtVG","ref":"§ 69e","ref_norm":"69e","n":4},{"jurabk":"BeamtVG","ref":"§ 14","ref_norm":"14","n":3},{"jurabk":"BGB","ref":"§ 1587","ref_norm":"1587","n":1},{"jurabk":"BRRG","ref":"§ 25","ref_norm":"25","n":1},{"jurabk":"SGB 6","ref":"§ 255e","ref_norm":"255e","n":1}],"authoritative_source":"https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Zivilsenate/XII_ZS/2003/XII_ZB__66-03.pdf?__blob=publicationFile&v=1","attribution":{"source":"bundesgerichtshof.de","source_url":"https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Zivilsenate/XII_ZS/2003/XII_ZB__66-03.pdf?__blob=publicationFile&v=1"},"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2003-12-18/xii-zb-66-03","upstream":"https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Zivilsenate/XII_ZS/2003/XII_ZB__66-03.pdf?__blob=publicationFile&v=1","retrieved":"2026-07-10 15:05:03.040370+00:00"}}