{"status":"available","doknr":"BGH-Zivilsenate/XII_ZS/2003/XII_ZB_288-03","ecli":null,"court":"BGH","senate":"XII. Zivilsenat","decided":"2004-03-24","aktenzeichen":"XII ZB 288/03","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\n\nXII ZB 288/03\n\nBESCHLUSS\n\nvom\n\n24. März 2004\n\nin der Familiensache\n\nDer XII. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 24. März 2004 durch die\n\nVorsitzende Richterin Dr. Hahne und die Richter Sprick, Weber-Monecke,\n\nProf. Dr. Wagenitz und Dose\n\nbeschlossen:\n\nDie Rechtsbeschwerde des weiteren Beteiligten zu 1 gegen den\n\nBeschluß des 16. Zivilsenats - Senat für Familiensachen - des\n\nOberlandesgerichts Karlsruhe vom 18. November 2003 wird auf\n\nseine Kosten mit der Maßgabe zurückgewiesen, daß der monatli-\n\nche Ausgleichsbetrag, bezogen auf den 31. Oktober 2002, nicht\n\n(cid:1)(cid:3)(cid:2)(cid:5)(cid:4)(cid:7)(cid:6)(cid:9)(cid:8)(cid:11)(cid:10)(cid:12)(cid:4)(cid:14)(cid:13)(cid:15)(cid:13)\n\n(cid:8)(cid:22)(cid:21)(cid:23)(cid:10)(cid:25)(cid:24)(cid:9)(cid:26)(cid:27)(cid:21)(cid:29)(cid:28)\n\n36,15 \n\n(cid:0)(cid:17)(cid:16)(cid:19)(cid:18) \n\nBeschwerdewert: 500 \n\nGründe:\n\nI.\n\nDie Parteien haben am 13. August 1993 geheiratet. Der Scheidungsan-\n\ntrag der Ehefrau (Antragstellerin; geboren am 21. März 1970) ist dem Ehemann\n\n(Antragsgegner; geboren am 2. Juni 1965) am 20. November 2002 zugestellt\n\nworden. Das Amtsgericht - Familiengericht - hat durch Verbundurteil die Ehe\n\ngeschieden (insoweit rechtskräftig) und den Versorgungsausgleich dahin ge-\n\nhend geregelt, daß es zu Lasten der Versorgung des Antragsgegners beim\n\nLandesamt für Besoldung und Versorgung Baden-Württemberg (LBV; weiterer\n\nBeteiligter zu 1) im Wege des Quasisplittings nach § 1587 b Abs. 2 BGB auf\n\n(cid:0)\n(cid:20)\n\ndem Versicherungskonto der Antragstellerin bei der Bundesversicherungsan-\n\nstalt für Angestellte (BfA; weitere Beteiligte zu 2) Rentenanwartschaften in Höhe\n\nvon monatlich 36,15 \n\n Oktober 2002, begründet hat. Da-\n\n(cid:8)(cid:22)(cid:30)(cid:31)(cid:2)(cid:9)(cid:26)(cid:9)(cid:8)(cid:5)(cid:4)! (cid:15)\"(cid:31)#$(cid:6)(cid:9)(cid:8)(cid:11)(cid:4)%(cid:13)’&(cid:27)(cid:28)\n\nbei ist das Amtsgericht nach den Auskünften der weiteren Beteiligten zu 1 bis 4\n\nvon ehezeitlichen (1. August 1993 bis 31. Oktober 2002; § 1587 Abs. 2 BGB)\n\nAnwartschaften des Antragsgegners beim LBV unter Berücksichtigung der Ab-\n\nsenkung des Höchstruhegehaltssatzes nach § 14 Abs. 1 Satz 1 BeamtVG in\n\nder Fassung des Art. 1 Nr. 11 des Versorgungsänderungsgesetzes 2001 in Hö-\n\n\"(cid:9)(cid:4)(cid:22)(cid:6)\n\n(cid:8)(cid:11)()(cid:6)(cid:9)(cid:8)(cid:11)(cid:10)+*, (cid:11)(cid:4)(cid:7)(cid:6)(cid:22)(cid:8)(cid:9)(cid:1).-,(cid:8)(cid:11)(cid:10)(cid:25)(cid:1)(cid:19)(0/(cid:19)1(cid:7)(cid:8)(cid:15)(cid:10)(cid:29)\"(cid:15)(cid:4)(cid:7)(cid:26)(cid:9)(cid:1). (cid:11)(cid:4)(cid:7)(cid:1).(cid:21)(cid:23) 32\n\n(cid:21)+4’ (cid:9)(cid:6)(cid:15)(cid:8)(cid:9)(cid:4)(cid:22)5\n\nhe von monatlich 298,95 \n\nWürttemberg (LVA; weitere Beteiligte zu 4) in Höhe von monatlich 3,33 \n\n(cid:20) e-\n\nzogen auf den 31. Oktober 2002, sowie der Antragstellerin bei der BfA in Höhe\n\nvon monatlich 218,94 \n\nauf den 31. Oktober 2002, und bei der Ver-\n\n(cid:8)(cid:22)(cid:30),(cid:2)(cid:9)(cid:26)(cid:9)(cid:8)(cid:11)(cid:4)\n\nsorgungsanstalt des Bundes und der Länder (VBL; weitere Beteiligte zu 3) in\n\nHöhe von (umgerechnet nach der Barwert-Verordnung) monatlich 11,05 \n\n (cid:11)\"\n\ns-\n\ngegangen. Die hiergegen gerichtete Beschwerde des LBV hat das Oberlandes-\n\ngericht zurückgewiesen.\n\nDagegen richtet sich die zugelassene Rechtsbeschwerde des LBV, mit\n\nder es weiterhin geltend macht, das Oberlandesgericht habe die Neuregelun-\n\ngen des Versorgungsänderungsgesetzes 2001 fehlerhaft auf die Durchführung\n\ndes Versorgungsausgleichs angewandt. Die Parteien und die BfA haben sich im\n\nRechtsbeschwerdeverfahren nicht geäußert.\n\n(cid:0)\n(cid:20)\n(cid:20)\n(cid:0)\n(cid:0)\n(cid:20)\n\nII.\n\nDie nach §§ 629 a Abs. 2 Satz 1, 621 e Abs. 2 Satz 1 1. Halbs. Nr. 1,\n\n2. Halbs. i.V. mit 543 Abs. 2 ZPO zulässige Rechtsbeschwerde ist im wesentli-\n\nchen nicht begründet.\n\n1. Das Oberlandesgericht hat den Versorgungsausgleich auf der Grund-\n\nlage des § 14 BeamtVG in der Fassung des Art. 1 Nr. 11 des Versorgungsän-\n\nderungsgesetzes 2001 vom 20. Dezember 2001 durchgeführt. Dies ist rechtlich\n\nnicht zu beanstanden.\n\nDer Senat hat zwischenzeitlich entschieden, daß für die Berechnung des\n\nVersorgungsausgleichs bei beamtenrechtlichen Versorgungsanrechten im Hin-\n\nblick auf den Halbteilungsgrundsatz seit dem 1. Januar 2003 uneingeschränkt\n\nder Höchstruhegehaltssatz von 71,75 % gemäß § 14 BeamtVG in der Fassung\n\ndes Art. 1 Nr. 11 des Versorgungsänderungsgesetzes 2001 vom 20. Dezember\n\n2001 (BGBl. I, 3926) maßgeblich ist, da diese Fassung nach Art. 20 Abs. 2\n\nNr. 1 des Versorgungsänderungsgesetzes zum 1. Januar 2003 in Kraft getreten\n\nist. Dabei kommt es weder darauf an, ob das Ehezeitende vor oder in der Über-\n\ngangsphase nach § 69 e BeamtVG liegt, noch ob der Versorgungsfall in oder\n\nerst nach der Übergangsphase eintreten wird (vgl. Senatsbeschlüsse vom\n\n26. November 2003 - XII ZB 75/02 und XII ZB 30/03 - FamRZ 2004, 256 ff. bzw.\n\n259 ff.). Wie der Senat weiter ausgeführt hat, fällt - wenn der Versorgungsfall\n\nwährend der Übergangsphase nach § 69 e BeamtVG eintritt - der degressive\n\nVersorgungsbestandteil nach § 69 e BeamtVG (sog. Abflachungsbetrag) nicht\n\nunter den öffentlich-rechtlichen Versorgungsausgleich. Ob der Abflachungsbe-\n\ntrag gegebenenfalls später im schuldrechtlichen Versorgungsausgleich auszu-\n\ngleichen sein wird, bleibt einer weiteren Prüfung vorbehalten, sofern die Vor-\n\naussetzungen für einen schuldrechtlichen Versorgungsausgleich gegeben sein\n\nsollten (vgl. Senatsbeschluß vom 26. November 2003 - XII ZB 30/03 - aaO\n\n261).\n\nDer Antragsgegner wird vorliegend die Regelaltersgrenze von 65 Jahren\n\n(§ 25 Abs. 1 BRRG) im Jahre 2030 erreichen. Anhaltspunkte dafür, daß der\n\nVersorgungsausgleich zu einem früheren Zeitpunkt zum Tragen kommen sollte,\n\nsind weder festgestellt noch ersichtlich. Der Versorgungsfall wird danach hier\n\njedenfalls nach 2010 und damit nach dem bisher angenommenen Ende der\n\nÜbergangsphase nach § 69 e BeamtVG eintreten.\n\nZwar unterliegen die Rentenanwartschaften, die für die Antragstellerin\n\ndurch das Quasisplitting - aufgrund des herabgesetzten Höchstversorgungssat-\n\nzes von 71,75 % - begründet werden, wie alle Anwartschaften der Antragstelle-\n\nrin in der gesetzlichen Rentenversicherung für die Zeit vom 1. Juli 2001 bis zum\n\n1. Juli 2010 zusätzlich der Niveauabsenkung nach § 255 e SGB VI. Dies ist in-\n\ndessen durch die unterschiedlichen Niveauabsenkungsregelungen in der ge-\n\nsetzlichen Rentenversicherung einerseits und der Beamtenversorgung anderer-\n\nseits systemimmanent und kann nicht dadurch korrigiert werden, daß dem An-\n\ntragsgegner unter Verstoß gegen den Halbteilungsgrundsatz mehr als die\n\nHälfte seiner ihm tatsächlich zustehenden ehezeitbezogenen Versorgungsan-\n\nwartschaften genommen wird. Sollten wegen der systembedingten Unterschie-\n\nde im Ergebnis Korrekturen erforderlich werden - was im Hinblick auf die ge-\n\ngenwärtigen renten- und pensionsrechtlichen Unsicherheiten nicht abschlie-\n\nßend beurteilt werden kann -, müssen diese gegebenenfalls der Abänderung\n\nnach § 10 a Abs. 1 Nr. 1 VAHRG vorbehalten bleiben.\n\n2. Die Abänderung des monatlichen Ausgleichsbetrags beruht auf der\n\nnunmehr erforderlichen Anwendung des baden-württembergischen Bemes-\n\nsungsfaktors von 5,33 % monatlich für 2004 hinsichtlich der Sonderzuwendung\n\n(Gesetz über die Anpassung von Dienst- und Versorgungsbezügen in Bund und\n\nLändern 2003/2004 sowie zur Änderung dienstrechtlicher Vorschriften vom\n\n10. September 2003 - BGBl. I, 1798 - i.V. mit § 5 Abs. 2 des Gesetzes über die\n\nGewährung von Sonderzahlungen in Baden-Württemberg - Landesanteil Besol-\n\ndung <Landessonderzahlungsgesetz - LSZG> vom 29. Oktober 2003 - GBl.\n\nS. 693, 694; zur Anwendung des jeweils zur Zeit der Entscheidung geltenden\n\nBemessungsfaktors vgl. zuletzt Senatsbeschluß vom 4. September 2002\n\n- XII ZB 130/98 - FamRZ 2003, 437 ff. m.w.N.).\n\nHahne\n\nSprick\n\nWeber-Monecke\n\nWagenitz\n\nDose","source":"bgh","source_url":"https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Zivilsenate/XII_ZS/2003/XII_ZB_288-03.pdf?__blob=publicationFile&v=1","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2004-03-24/xii-zb-288-03","cited_norms":[{"jurabk":"BeamtVG","ref":"§ 69e","ref_norm":"69e","n":4},{"jurabk":"BeamtVG","ref":"§ 14","ref_norm":"14","n":3},{"jurabk":"BGB","ref":"§ 1587","ref_norm":"1587","n":1},{"jurabk":"BRRG","ref":"§ 25","ref_norm":"25","n":1},{"jurabk":"SGB 6","ref":"§ 255e","ref_norm":"255e","n":1}],"authoritative_source":"https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Zivilsenate/XII_ZS/2003/XII_ZB_288-03.pdf?__blob=publicationFile&v=1","attribution":{"source":"bundesgerichtshof.de","source_url":"https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Zivilsenate/XII_ZS/2003/XII_ZB_288-03.pdf?__blob=publicationFile&v=1"},"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2004-03-24/xii-zb-288-03","upstream":"https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Zivilsenate/XII_ZS/2003/XII_ZB_288-03.pdf?__blob=publicationFile&v=1","retrieved":"2026-07-10 15:21:12.304750+00:00"}}