{"status":"available","doknr":"BGH-Zivilsenate/XII_ZS/2003/XII_ZB_287-03","ecli":null,"court":"BGH","senate":"XII. Zivilsenat","decided":"2004-03-24","aktenzeichen":"XII ZB 287/03","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\n\nXII ZB 287/03\n\nBESCHLUSS\n\nvom\n\n24. März 2004\n\nin der Familiensache\n\nDer XII. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 24. März 2004 durch die\n\nVorsitzende Richterin Dr. Hahne und die Richter Sprick, Weber-Monecke,\n\nProf. Dr. Wagenitz und Dose\n\nbeschlossen:\n\nDie Rechtsbeschwerde des weiteren Beteiligten zu 1 gegen den\n\nBeschluß des 16. Zivilsenats - Senat für Familiensachen - des\n\nOberlandesgerichts Karlsruhe vom 18. November 2003 wird auf\n\nseine Kosten mit der Maßgabe zurückgewiesen, daß der monatli-\n\nche Ausgleichsbetrag, bezogen auf den 31. Oktober 2002, nicht\n\n221,16 \n\n(cid:1)(cid:3)(cid:2)(cid:5)(cid:4)(cid:7)(cid:6)(cid:9)(cid:8)(cid:11)(cid:10)(cid:12)(cid:4)(cid:14)(cid:13)(cid:16)(cid:15)(cid:18)(cid:17)\n\n(cid:8)(cid:23)(cid:22)(cid:24)(cid:10)(cid:26)(cid:25)(cid:7)(cid:27)(cid:28)(cid:22)(cid:30)(cid:29)\n\n(cid:0)(cid:20)(cid:19)\n\nBeschwerdewert: 500 \n\nGründe:\n\nI.\n\nDie Parteien haben am 19. Juli 1975 geheiratet. Der Scheidungsantrag\n\ndes Ehemannes (Antragsteller; geboren am 14. April 1948) ist der Ehefrau (An-\n\ntragsgegnerin; geboren am 5. September 1951) am 26. November 2002 zuge-\n\nstellt worden. Das Amtsgericht - Familiengericht - hat durch Verbundurteil die\n\nEhe geschieden (insoweit rechtskräftig) und den Versorgungsausgleich dahin\n\ngehend geregelt, daß es zu Lasten der Versorgung des Antragstellers beim\n\nLandesamt für Besoldung und Versorgung Baden-Württemberg (LBV; weiterer\n\nBeteiligter zu 1) im Wege des Quasisplittings nach § 1587 b Abs. 2 BGB auf\n\n(cid:0)\n(cid:15)\n \n(cid:21)\n(cid:29)\n\neinem für die Antragsgegnerin bei der Bundesversicherungsanstalt für Ange-\n\nstellte (BfA; weitere Beteiligte zu 2) einzurichtenden Versicherungskonto Ren-\n\ntenanwartschaften in Höhe von monatlich 248,61 \n\n Okto-\n\n(cid:8)(cid:28)(cid:31) (cid:2)(cid:9)(cid:27)(cid:23)(cid:8)(cid:5)(cid:4)\"!(cid:5)#(cid:3)$(cid:16)(cid:6)(cid:9)(cid:8)%(cid:4)\n\n(cid:15)(cid:28)(cid:29)\n\nber 2002, begründet hat. Auf die hiergegen gerichtete Beschwerde des LBV hat\n\ndas Oberlandesgericht diese Entscheidung dahin gehend abgeändert, daß der\n\nmonatliche Ausgleichsbetrag, bezogen auf den 31. Oktober 2002, 221,16 \n\n(cid:21) e-\n\nträgt. Dabei ist das Oberlandesgericht nach den Auskünften der weiteren Betei-\n\nligten zu 1 und 2 von ehezeitlichen (1. Juli 1975 bis 31. Oktober 2002; § 1587\n\nAbs. 2 BGB) Anwartschaften des Antragstellers beim LBV unter Berücksichti-\n\ngung der Absenkung des Höchstruhegehaltssatzes nach § 14 Abs. 1 Satz 1\n\nBeamtVG in der Fassung des Art. 1 Nr. 11 des Versorgungsänderungsgesetzes\n\n#(cid:11)(cid:4)&(cid:6)\n\n(cid:8)(’ (cid:6)(cid:23)(cid:8)(cid:5)(cid:10)*)(cid:5)$,+-’.(cid:4)0/21(cid:5)3(cid:23)(cid:8)546(cid:2)(cid:5)(cid:4)879(cid:2)%(cid:4)(cid:7)!(cid:23)(cid:22)(cid:12):;’=<>3\n\n2001 in Höhe von monatlich 1.528,37 \n\n(cid:8)(cid:23)(cid:31) (cid:2)(cid:9)(cid:27)(cid:9)(cid:8)%(cid:4)?!%#(cid:3)$@(cid:6)(cid:23)(cid:8)(cid:5)(cid:4)\n\n(cid:15)(cid:23)(cid:29)\n\n34,85 \n\n Oktober 2002, sowie der Antragsgegnerin beim\n\nLBV unter Berücksichtigung der Absenkung des Höchstruhegehaltssatzes nach\n\n§ 14 Abs. 1 Satz 1 BeamtVG in der Fassung des Art. 1 Nr. 11 des Versor-\n\ngungsänderungsgesetzes 2001 in Höhe von monatlich 1.120,90 \n\n!(cid:5)#(cid:7)(cid:1)(cid:3)(cid:27)(cid:9)(cid:8)(cid:23)(cid:27)(cid:9)!\n\nn-\n\ngen.\n\nDagegen richtet sich die zugelassene Rechtsbeschwerde des LBV, mit\n\nder es weiterhin geltend macht, das Oberlandesgericht habe die Neuregelun-\n\ngen des Versorgungsänderungsgesetzes 2001 fehlerhaft auf die Durchführung\n\ndes Versorgungsausgleichs angewandt. Die Parteien und die BfA haben sich im\n\nRechtsbeschwerdeverfahren nicht geäußert.\n\n(cid:0)\n(cid:21)\n(cid:19)\n(cid:21)\n(cid:0)\n(cid:21)\n(cid:19)\n\nII.\n\nDie nach §§ 629 a Abs. 2 Satz 1, 621 e Abs. 2 Satz 1 1. Halbs. Nr. 1,\n\n2. Halbs. i.V. mit § 543 Abs. 2 ZPO zulässige Rechtsbeschwerde ist im wesent-\n\nlichen nicht begründet.\n\n1. Das Oberlandesgericht hat den Versorgungsausgleich auf der Grund-\n\nlage des § 14 BeamtVG in der Fassung des Art. 1 Nr. 11 des Versorgungsän-\n\nderungsgesetzes 2001 vom 20. Dezember 2001 durchgeführt. Dies ist rechtlich\n\nnicht zu beanstanden.\n\nDer Senat hat zwischenzeitlich entschieden, daß für die Berechnung des\n\nVersorgungsausgleichs bei beamtenrechtlichen Versorgungsanrechten im Hin-\n\nblick auf den Halbteilungsgrundsatz seit dem 1. Januar 2003 uneingeschränkt\n\nder Höchstruhegehaltssatz von 71,75 % gemäß § 14 BeamtVG in der Fassung\n\ndes Art. 1 Nr. 11 des Versorgungsänderungsgesetzes 2001 vom 20. Dezember\n\n2001 (BGBl. I, 3926) maßgeblich ist, da diese Fassung nach Art. 20 Abs. 2\n\nNr. 1 des Versorgungsänderungsgesetzes zum 1. Januar 2003 in Kraft getreten\n\nist. Dabei kommt es weder darauf an, ob das Ehezeitende vor oder in der Über-\n\ngangsphase nach § 69 e BeamtVG liegt, noch ob der Versorgungsfall in oder\n\nerst nach der Übergangsphase eintreten wird (vgl. Senatsbeschlüsse vom\n\n26. November 2003 - XII ZB 75/02 und XII ZB 30/03 - FamRZ 2004, 256 ff. bzw.\n\n259 ff.). Wie der Senat weiter ausgeführt hat, fällt - wenn der Versorgungsfall\n\nwährend der Übergangsphase nach § 69 e BeamtVG eintritt - der degressive\n\nVersorgungsbestandteil nach § 69 e BeamtVG (sog. Abflachungsbetrag) nicht\n\nunter den öffentlich-rechtlichen Versorgungsausgleich. Ob der Abflachungsbe-\n\ntrag gegebenenfalls später im schuldrechtlichen Versorgungsausgleich auszu-\n\ngleichen sein wird, bleibt einer weiteren Prüfung vorbehalten, sofern die Vor-\n\naussetzungen für einen schuldrechtlichen Versorgungsausgleich gegeben sein\n\nsollten (vgl. Senatsbeschluß vom 26. November 2003 - XII ZB 30/03 - aaO\n\n261).\n\nDer Antragssteller wird vorliegend die Regelaltersgrenze von 65 Jahren\n\n(§ 25 Abs. 1 BRRG) im Jahre 2013, die Antragsgegnerin im Jahre 2016 errei-\n\nchen. Anhaltspunkte dafür, daß der Versorgungsausgleich zu einem früheren\n\nZeitpunkt zum Tragen kommen sollte, sind weder festgestellt noch ersichtlich.\n\nDer Versorgungsfall wird danach hier jedenfalls nach 2010 und damit nach dem\n\nbisher angenommenen Ende der Übergangsphase nach § 69 e BeamtVG ein-\n\ntreten.\n\nZwar unterliegen die Rentenanwartschaften, die für die Antragsgegnerin\n\ndurch das Quasisplitting - aufgrund des herabgesetzten Höchstversorgungssat-\n\nzes von 71,75 % - begründet werden, wie alle Anwartschaften in der gesetzli-\n\nchen Rentenversicherung für die Zeit vom 1. Juli 2001 bis zum 1. Juli 2010 zu-\n\nsätzlich der Niveauabsenkung nach § 255 e SGB VI. Dies ist indessen durch\n\ndie unterschiedlichen Niveauabsenkungsregelungen in der gesetzlichen Ren-\n\ntenversicherung einerseits und der Beamtenversorgung andererseits system-\n\nimmanent und kann nicht dadurch korrigiert werden, daß dem Antragsteller un-\n\nter Verstoß gegen den Halbteilungsgrundsatz mehr als die Hälfte seiner ihm\n\ntatsächlich zustehenden ehezeitbezogenen Versorgungsanwartschaften ge-\n\nnommen wird. Sollten wegen der systembedingten Unterschiede im Ergebnis\n\nKorrekturen erforderlich werden - was im Hinblick auf die gegenwärtigen renten-\n\nund pensionsrechtlichen Unsicherheiten nicht abschließend beurteilt werden\n\nkann -, müssen diese gegebenenfalls der Abänderung nach § 10 a Abs. 1 Nr. 1\n\nVAHRG vorbehalten bleiben.\n\n2. Die Abänderung des monatlichen Ausgleichsbetrags beruht auf der\n\nnunmehr erforderlichen Anwendung des baden-württembergischen Bemes-\n\nsungsfaktors von 5,33 % monatlich für 2004 hinsichtlich der Sonderzuwendung\n\n(Gesetz über die Anpassung von Dienst- und Versorgungsbezügen in Bund und\n\nLändern 2003/2004 sowie zur Änderung dienstrechtlicher Vorschriften vom\n\n10. September 2003 - BGBl. I, 1798 - in Verbindung mit § 5 Abs. 2 des Geset-\n\nzes über die Gewährung von Sonderzahlungen in Baden-Württemberg - Lan-\n\ndesanteil Besoldung <Landessonderzahlungsgesetz - LSZG> vom 29. Oktober\n\n2003 - GBl. S. 693, 694; zur Anwendung des jeweils zur Zeit der Entscheidung\n\ngeltenden Bemessungsfaktors vgl. zuletzt Senatsbeschluß vom 4. September\n\n2002 - XII ZB 130/98 - FamRZ 2003, 437 ff. m.w.N.).\n\nHahne\n\nSprick\n\nWeber-Monecke\n\nWagenitz\n\nDose","source":"bgh","source_url":"https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Zivilsenate/XII_ZS/2003/XII_ZB_287-03.pdf?__blob=publicationFile&v=1","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2004-03-24/xii-zb-287-03","cited_norms":[{"jurabk":"BeamtVG","ref":"§ 69e","ref_norm":"69e","n":4},{"jurabk":"BeamtVG","ref":"§ 14","ref_norm":"14","n":4},{"jurabk":"BGB","ref":"§ 1587","ref_norm":"1587","n":1},{"jurabk":"BRRG","ref":"§ 25","ref_norm":"25","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 543","ref_norm":"543","n":1},{"jurabk":"SGB 6","ref":"§ 255e","ref_norm":"255e","n":1}],"authoritative_source":"https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Zivilsenate/XII_ZS/2003/XII_ZB_287-03.pdf?__blob=publicationFile&v=1","attribution":{"source":"bundesgerichtshof.de","source_url":"https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Zivilsenate/XII_ZS/2003/XII_ZB_287-03.pdf?__blob=publicationFile&v=1"},"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2004-03-24/xii-zb-287-03","upstream":"https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Zivilsenate/XII_ZS/2003/XII_ZB_287-03.pdf?__blob=publicationFile&v=1","retrieved":"2026-07-10 15:21:00.889255+00:00"}}