{"status":"available","doknr":"BGH-Zivilsenate/XII_ZS/2003/XII_ZB_286-03","ecli":null,"court":"BGH","senate":"XII. Zivilsenat","decided":"2004-03-24","aktenzeichen":"XII ZB 286/03","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\n\nXII ZB 286/03\n\nBESCHLUSS\n\nvom\n\n24. März 2004\n\nin der Familiensache\n\nDer XII. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 24. März 2004 durch die\n\nVorsitzende Richterin Dr. Hahne und die Richter Sprick, Weber-Monecke,\n\nProf. Dr. Wagenitz und Dose\n\nbeschlossen:\n\nDie Rechtsbeschwerde des weiteren Beteiligten zu 1 gegen den\n\nBeschluß des 5. Zivilsenats - Senat für Familiensachen - des\n\nOberlandesgerichts Karlsruhe - Zivilsenate in Freiburg - vom\n\n2. Dezember 2003 wird auf seine Kosten mit der Maßgabe zu-\n\nrückgewiesen, daß der monatliche Ausgleichsbetrag, bezogen auf\n\nden 31. Dezember 2001, nicht 383,75 \n\n(cid:16) e-\n\n(cid:1)(cid:3)(cid:2)(cid:5)(cid:4)(cid:7)(cid:6)(cid:9)(cid:8)(cid:5)(cid:10)(cid:11)(cid:4)(cid:13)(cid:12)(cid:9)(cid:14)(cid:9)(cid:15)\n\n(cid:12)(cid:9)(cid:15)\n\nträgt.\n\nBeschwerdewert: 500 \n\nGründe:\n\nI.\n\nDie Parteien haben am 14. Mai 1982 geheiratet. Der Scheidungsantrag\n\ndes Ehemannes (Antragsteller; geboren am 29. September 1954) ist der Ehe-\n\nfrau (Antragsgegnerin; geboren am 1. Januar 1956) am 31. Januar 2002 zuge-\n\nstellt worden. Das Amtsgericht - Familiengericht - hat, nachdem es den Versor-\n\ngungsausgleich abgetrennt hatte, durch Teilurteil die Ehe geschieden (insoweit\n\nrechtskräftig) und im folgenden den Versorgungsausgleich durch Schlußurteil\n\ndahin gehend geregelt, daß es zu Lasten der Versorgung des Antragstellers\n\n(cid:0)\n(cid:0)\n\nbeim Landesamt für Besoldung und Versorgung Baden-Württemberg (LBV;\n\nweiterer Beteiligter zu 1) im Wege des Quasisplittings nach § 1587 b Abs. 2\n\nBGB auf dem Versicherungskonto der Antragsgegnerin bei der Bundesversi-\n\ncherungsanstalt für Angestellte (BfA; weitere Beteiligte zu 2) Rentenanwart-\n\nschaften in Höhe von monatlich 383,75 \n\n Dezember\n\n(cid:8)(cid:18)(cid:17)(cid:19)(cid:2)(cid:7)(cid:20)(cid:21)(cid:8)(cid:5)(cid:4)(cid:23)(cid:22)(cid:5)(cid:24)(cid:3)(cid:25)(cid:26)(cid:6)(cid:27)(cid:8)(cid:21)(cid:4)(cid:28)(cid:12)(cid:30)(cid:29)(cid:9)(cid:31)\n\n2001, begründet hat. Dabei ist das Amtsgericht nach den Auskünften der weite-\n\nren Beteiligten zu 1 und 2 von ehezeitlichen (1. Mai 1982 bis 31. Dezember\n\n2001; § 1587 Abs. 2 BGB) Anwartschaften des Antragstellers beim LBV unter\n\nBerücksichtigung der Absenkung des Höchstruhegehaltssatzes nach § 14\n\nAbs. 1 Satz 1 BeamtVG in der Fassung des Art. 1 Nr. 11 des Versorgungsände-\n\nrungsgesetzes 2001 in Höhe von monatlich 1.954,44 DM (= 999,29 \n\n(cid:1)(cid:3)(cid:2)(cid:3)!#\"$(cid:8)\n\nder Antragsgegnerin bei der BfA in Höhe von monatlich 453,34 DM (=\n\n231,79 \n\n Dezember 2001, ausgegangen. Die hiergegen\n\n(cid:8)(cid:9)(cid:17)(cid:19)(cid:2)(cid:9)(cid:20)(cid:27)(cid:8)(cid:5)(cid:4)%(cid:22)(cid:21)(cid:24)(cid:3)(cid:25)&(cid:6)(cid:27)(cid:8)(cid:5)(cid:4)’(cid:12)((cid:29)(cid:9)(cid:31)\n\ngerichtete Beschwerde des LBV hat das Oberlandesgericht zurückgewiesen.\n\nDagegen richtet sich die zugelassene Rechtsbeschwerde des LBV, mit\n\nder es weiterhin geltend macht, das Oberlandesgericht habe die Neuregelun-\n\ngen des Versorgungsänderungsgesetzes 2001 fehlerhaft auf die Durchführung\n\ndes Versorgungsausgleichs angewandt. Die Parteien und die BfA haben sich im\n\nRechtsbeschwerdeverfahren nicht geäußert.\n\nII.\n\nDie nach §§ 621 e Abs. 2 Satz 1 1. Halbs. Nr. 1, 2. Halbs. i.V. mit § 543\n\nAbs. 2 ZPO zulässige Rechtsbeschwerde ist im wesentlichen nicht begründet.\n\n(cid:0)\n(cid:16)\n \n \n(cid:0)\n(cid:16)\n\n1. Das Oberlandesgericht hat den Versorgungsausgleich auf der Grund-\n\nlage des § 14 BeamtVG in der Fassung des Art. 1 Nr. 11 des Versorgungsän-\n\nderungsgesetzes 2001 vom 20. Dezember 2001 durchgeführt. Dies ist rechtlich\n\nnicht zu beanstanden.\n\nDer Senat hat zwischenzeitlich entschieden, daß für die Berechnung des\n\nVersorgungsausgleichs bei beamtenrechtlichen Versorgungsanrechten im Hin-\n\nblick auf den Halbteilungsgrundsatz seit dem 1. Januar 2003 uneingeschränkt\n\nder Höchstruhegehaltssatz von 71,75 % gemäß § 14 BeamtVG in der Fassung\n\ndes Art. 1 Nr. 11 des Versorgungsänderungsgesetzes 2001 vom 20. Dezember\n\n2001 (BGBl. I, 3926) maßgeblich ist, da diese Fassung nach Art. 20 Abs. 2\n\nNr. 1 des Versorgungsänderungsgesetzes zum 1. Januar 2003 in Kraft getreten\n\nist. Dabei kommt es weder darauf an, ob das Ehezeitende vor oder in der Über-\n\ngangsphase nach § 69 e BeamtVG liegt, noch ob der Versorgungsfall in oder\n\nerst nach der Übergangsphase eintreten wird (vgl. Senatsbeschlüsse vom\n\n26. November 2003 - XII ZB 75/02 und XII ZB 30/03 - FamRZ 2004, 256 ff. bzw.\n\n259 ff.). Wie der Senat weiter ausgeführt hat, fällt - wenn der Versorgungsfall\n\nwährend der Übergangsphase nach § 69 e BeamtVG eintritt - der degressive\n\nVersorgungsbestandteil nach § 69 e BeamtVG (sog. Abflachungsbetrag) nicht\n\nunter den öffentlich-rechtlichen Versorgungsausgleich. Ob der Abflachungsbe-\n\ntrag gegebenenfalls später im schuldrechtlichen Versorgungsausgleich auszu-\n\ngleichen sein wird, bleibt einer weiteren Prüfung vorbehalten, sofern die Vor-\n\naussetzungen für einen schuldrechtlichen Versorgungsausgleich gegeben sein\n\nsollten (vgl. Senatsbeschluß vom 26. November 2003 - XII ZB 30/03 - aaO\n\n261).\n\nDer Antragsteller wird vorliegend die Regelaltersgrenze von 65 Jahren\n\n(§ 25 Abs. 1 BRRG) im Jahre 2019 erreichen. Anhaltspunkte dafür, daß der\n\nVersorgungsausgleich zu einem früheren Zeitpunkt zum Tragen kommen sollte,\n\nsind weder festgestellt noch ersichtlich. Der Versorgungsfall wird danach hier\n\njedenfalls nach 2010 und damit nach dem bisher angenommenen Ende der\n\nÜbergangsphase nach § 69 e BeamtVG eintreten.\n\nZwar unterliegen die Rentenanwartschaften, die für die Antragsgegnerin\n\ndurch das Quasisplitting - aufgrund des herabgesetzten Höchstversorgungssat-\n\nzes von 71,75 % - begründet werden, wie alle Anwartschaften der Antragsge-\n\ngnerin in der gesetzlichen Rentenversicherung für die Zeit vom 1. Juli 2001 bis\n\nzum 1. Juli 2010 zusätzlich der Niveauabsenkung nach § 255 e SGB VI. Dies\n\nist indessen durch die unterschiedlichen Niveauabsenkungsregelungen in der\n\ngesetzlichen Rentenversicherung einerseits und der Beamtenversorgung ande-\n\nrerseits systemimmanent und kann nicht dadurch korrigiert werden, daß dem\n\nAntragsteller unter Verstoß gegen den Halbteilungsgrundsatz mehr als die\n\nHälfte seiner ihm tatsächlich zustehenden ehezeitbezogenen Versorgungsan-\n\nwartschaften genommen wird. Sollten wegen der systembedingten Unterschie-\n\nde im Ergebnis Korrekturen erforderlich werden - was im Hinblick auf die ge-\n\ngenwärtigen renten- und pensionsrechtlichen Unsicherheiten nicht abschlie-\n\nßend beurteilt werden kann -, müssen diese gegebenenfalls der Abänderung\n\nnach § 10 a Abs. 1 Nr. 1 VAHRG vorbehalten bleiben.\n\n2. Die Abänderung des monatlichen Ausgleichsbetrags beruht auf der\n\nnunmehr erforderlichen Anwendung des baden-württembergischen Bemes-\n\nsungsfaktors von 5,33 % monatlich für 2004 hinsichtlich der Sonderzuwendung\n\n(Gesetz über die Anpassung von Dienst- und Versorgungsbezügen in Bund und\n\nLändern 2003/2004 sowie zur Änderung dienstrechtlicher Vorschriften vom\n\n10. September 2003 - BGBl. I, 1798 - in Verbindung mit § 5 Abs. 2 des Geset-\n\nzes über die Gewährung von Sonderzahlungen in Baden-Württemberg - Lan-\n\ndesanteil Besoldung <Landessonderzahlungsgesetz - LSZG> vom 29. Oktober\n\n2003 - GBl. S. 693, 694; zur Anwendung des jeweils zur Zeit der Entscheidung\n\ngeltenden Bemessungsfaktors vgl. zuletzt Senatsbeschluß vom 4. September\n\n2002 - XII ZB 130/98 - FamRZ 2003, 437 ff. m.w.N.).\n\nHahne\n\nSprick\n\nWeber-Monecke\n\nWagenitz\n\nDose","source":"bgh","source_url":"https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Zivilsenate/XII_ZS/2003/XII_ZB_286-03.pdf?__blob=publicationFile&v=1","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2004-03-24/xii-zb-286-03","cited_norms":[{"jurabk":"BeamtVG","ref":"§ 69e","ref_norm":"69e","n":4},{"jurabk":"BeamtVG","ref":"§ 14","ref_norm":"14","n":3},{"jurabk":"BGB","ref":"§ 1587","ref_norm":"1587","n":1},{"jurabk":"BRRG","ref":"§ 25","ref_norm":"25","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 543","ref_norm":"543","n":1},{"jurabk":"SGB 6","ref":"§ 255e","ref_norm":"255e","n":1}],"authoritative_source":"https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Zivilsenate/XII_ZS/2003/XII_ZB_286-03.pdf?__blob=publicationFile&v=1","attribution":{"source":"bundesgerichtshof.de","source_url":"https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Zivilsenate/XII_ZS/2003/XII_ZB_286-03.pdf?__blob=publicationFile&v=1"},"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2004-03-24/xii-zb-286-03","upstream":"https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Zivilsenate/XII_ZS/2003/XII_ZB_286-03.pdf?__blob=publicationFile&v=1","retrieved":"2026-07-10 15:21:06.769222+00:00"}}