{"status":"available","doknr":"BGH-Zivilsenate/XII_ZS/2003/XII_ZB_225-03","ecli":null,"court":"BGH","senate":"XII. Zivilsenat","decided":"2003-12-18","aktenzeichen":"XII ZB 225/03","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\n\nXII ZB 225/03\n\nBESCHLUSS\n\nvom\n\n18. Dezember 2003\n\nin der Familiensache\n\nDer XII. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 18. Dezember 2003 durch\n\ndie Vorsitzende Richterin Dr. Hahne und die Richter Sprick, Weber-Monecke,\n\nProf. Dr. Wagenitz und Dr. Ahlt\n\nbeschlossen:\n\nDie Rechtsbeschwerde des weiteren Beteiligten zu 1 gegen den Be-\n\nschluß des 5. Zivilsenats - Senat für Familiensachen - des Oberlandes-\n\ngerichts Karlsruhe - Zivilsenate in Freiburg - vom 25. September 2003\n\nwird auf seine Kosten mit der Maßgabe zurückgewiesen, daß der monat-\n\nliche Ausgleichsbetrag, bezogen auf den 30. November 2000, nicht\n\n(cid:1)(cid:3)(cid:2)(cid:5)(cid:4)(cid:7)(cid:6)(cid:9)(cid:8)(cid:11)(cid:10)(cid:12)(cid:4)(cid:14)(cid:13)(cid:11)(cid:15)\n\n(cid:13)(cid:9)(cid:15)\n\n(cid:8)(cid:18)(cid:17)(cid:19)(cid:10)(cid:21)(cid:20)(cid:9)(cid:22)(cid:23)(cid:17)(cid:25)(cid:24)\n\n76,11 \n\nBeschwerdewert: 500 \n\nGründe:\n\nI.\n\nDie Parteien haben am 18. Oktober 1985 geheiratet. Der Scheidungsan-\n\ntrag der Ehefrau (Antragstellerin; geboren am 30. Juli 1963) ist dem Ehemann\n\n(Antragsgegner; geboren am 31. Dezember 1962) am 21. Dezember 2000 zu-\n\ngestellt worden. Das Amtsgericht - Familiengericht - hat durch Verbundurteil die\n\nEhe geschieden (insoweit rechtskräftig) und den Versorgungsausgleich dahin\n\ngehend geregelt, daß es zu Lasten der Versorgung des Antragsgegners beim\n\nLandesamt für Besoldung und Versorgung Baden-Württemberg (LBV; weiterer\n\nBeteiligter zu 1) im Wege des Quasisplittings nach § 1587 b Abs. 2 BGB auf\n\n(cid:0)\n(cid:0)\n \n(cid:16)\n\ndem Versicherungskonto der Antragstellerin bei der Bundesversicherungsan-\n\nstalt für Angestellte (BfA; weitere Beteiligte zu 2) Rentenanwartschaften in Höhe\n\nvon monatlich 153,36 DM, bezogen auf den 30. November 2000, begründet hat.\n\nAuf die hiergegen gerichtete Beschwerde des LBV hat das Oberlandesgericht\n\ndie Entscheidung dahingehend abgeändert, daß der monatliche Ausgleichsbe-\n\n(cid:8)(cid:23)(cid:17)(cid:21)(cid:10)(cid:21)(cid:20)(cid:9)(cid:22)(cid:26)(cid:17)(cid:27)(cid:24)(cid:29)(cid:28)(cid:31)(cid:30)\n\n(cid:8)(cid:11) (cid:18) !(cid:1)\"(cid:17)#(cid:6)(cid:9)(cid:30)(cid:9)(cid:1)%$\n\n(cid:8)&(cid:10)(cid:25)’!(cid:30)(cid:11)(cid:4)(cid:7)(cid:6)(cid:9)(cid:8)&(cid:1)((cid:22)(cid:7)(cid:8)(cid:5)(cid:10)(cid:25) !)(cid:26)*+(cid:17),(cid:4)(cid:7)(cid:30)(cid:9))(cid:26)*-(cid:6)(cid:18)(cid:8)(cid:11)(cid:4)/.10(cid:7)(cid:1)(cid:26)2(3(cid:9)(cid:4)(4(cid:19)(cid:17)5(cid:8)(cid:11)(cid:4)-(cid:6)(cid:9)(cid:8)&(cid:10)\n\ntrag 76,11 \n\nweiteren Beteiligten zu 1 bis 3 von ehezeitlichen (1. Oktober 1985 bis 30. No-\n\nvember 2000; § 1587 Abs. 2 BGB) Anwartschaften des Antragsgegners beim\n\nLBV unter Berücksichtigung der Absenkung des Höchstruhegehaltssatzes nach\n\n§ 14 Abs. 1 Satz 1 BeamtVG i.d.F. des Art. 1 Nr. 11 des Versorgungsände-\n\nrungsgesetzes 2001 in Höhe von monatlich 1.161,23 DM sowie der Antragstel-\n\nlerin bei der BfA in Höhe von monatlich 818,49 DM, bezogen auf den\n\n30. November 2000, und bei der kirchlichen Zusatzversorgungskasse des Ver-\n\nbandes der Diözesen Deutschland (KZVK; weitere Beteiligte zu 3) in Höhe von\n\n(dynamisiert nach der zum 1. Januar 2003 in Kraft getretenen (zweiten) Ände-\n\nrung der Barwert-Verordnung (BGBl. I 2003, 728)) monatlich 45,01 DM ausge-\n\ngangen.\n\nDagegen richtet sich die zugelassene Rechtsbeschwerde des LBV, mit\n\nder es geltend macht, das Oberlandesgericht habe die Neuregelungen des Ver-\n\nsorgungsänderungsgesetzes 2001 fehlerhaft auf die Durchführung des Versor-\n\ngungsausgleichs angewandt. Die Parteien sowie die BfA und die KZVK haben\n\nsich im Rechtsbeschwerdeverfahren nicht geäußert.\n\n(cid:16)\n(cid:16)\n(cid:16)\n\nII.\n\nDie nach §§ 629 a Abs. 2 Satz 1, 621 e Abs. 2 Satz 1 1. Halbs. Nr. 1,\n\n2. Halbs. i.V. mit 543 Abs. 2 ZPO zulässige Rechtsbeschwerde ist im wesentli-\n\nchen nicht begründet.\n\n1. Das Oberlandesgericht hat den Versorgungsausgleich auf der Grund-\n\nlage des § 14 BeamtVG in der Fassung des Art. 1 Nr. 11 des Versorgungsän-\n\nderungsgesetzes 2001 vom 20. Dezember 2001 durchgeführt. Dies ist rechtlich\n\nnicht zu beanstanden.\n\nDer Senat hat zwischenzeitlich entschieden, daß für die Berechnung des\n\nVersorgungsausgleichs bei beamtenrechtlichen Versorgungsanrechten im Hin-\n\nblick auf den Halbteilungsgrundsatz seit dem 1. Januar 2003 uneingeschränkt\n\nder Höchstruhegehaltssatz von 71,75 % gemäß § 14 BeamtVG in der Fassung\n\ndes Art. 1 Nr. 11 des Versorgungsänderungsgesetzes 2001 vom 20. Dezember\n\n2001 (BGBl. I, 3926) maßgeblich ist, da diese Fassung nach Art. 20 Abs. 2\n\nNr. 1 des Versorgungsänderungsgesetzes zum 1. Januar 2003 in Kraft getreten\n\nist. Dabei kommt es weder darauf an, ob das Ehezeitende vor oder in der Über-\n\ngangsphase nach § 69 e BeamtVG liegt, noch ob der Versorgungsfall in oder\n\nerst nach der Übergangsphase eintreten wird (vgl. Senatsbeschlüsse vom\n\n26. November 2003 - XII ZB 75/02 und XII ZB 30/03 - zur Veröffentlichung be-\n\nstimmt; ein Abdruck der Beschlüsse ist als Anlage beigefügt). Wie der Senat\n\nweiter ausgeführt hat, fällt - wenn der Versorgungsfall während der Übergangs-\n\nphase nach § 69 e BeamtVG eintritt - der degressive Versorgungsbestandteil\n\nnach § 69 e BeamtVG (sog. Abflachungsbetrag) nicht unter den öffentlich-\n\nrechtlichen Versorgungsausgleich. Ob der Abflachungsbetrag ggf. später im\n\nschuldrechtlichen Versorgungsausgleich auszugleichen sein wird, bleibt einer\n\nweiteren Prüfung vorbehalten, sofern die Voraussetzungen für einen schuld-\n\nrechtlichen Versorgungsausgleich gegeben sein sollten (vgl. Senatsbeschluß\n\nvom 26. November 2003 - XII ZB 30/03).\n\nDer Antragsgegner wird vorliegend die Regelaltersgrenze von 65 Jahren\n\n(§ 25 Abs. 1 BRRG) im Jahre 2027 erreichen. Anhaltspunkte dafür, daß der\n\nVersorgungsausgleich zu einem früheren Zeitpunkt zum Tragen kommen sollte,\n\nsind weder festgestellt noch ersichtlich. Der Versorgungsfall wird danach hier\n\njedenfalls nach 2010 und damit nach dem bisher angenommenen Ende der\n\nÜbergangsphase nach § 69 e BeamtVG eintreten.\n\nZwar unterliegen die Rentenanwartschaften, die für die Antragstellerin\n\ndurch das Quasisplitting - aufgrund des herabgesetzten Höchstversorgungssat-\n\nzes von 71,75 % - begründet werden, wie alle Anwartschaften der Antragstelle-\n\nrin in der gesetzlichen Rentenversicherung für die Zeit vom 1. Juli 2001 bis zum\n\n1. Juli 2010 zusätzlich der Niveauabsenkung nach § 255 e SGB VI. Dies ist in-\n\ndessen durch die unterschiedlichen Niveauabsenkungsregelungen in der ge-\n\nsetzlichen Rentenversicherung einerseits und der Beamtenversorgung anderer-\n\nseits systemimmanent und kann nicht dadurch korrigiert werden, daß dem An-\n\ntragsgegner unter Verstoß gegen den Halbteilungsgrundsatz mehr als die\n\nHälfte seiner ihm tatsächlich zustehenden ehezeitbezogenen Versorgungsan-\n\nwartschaften genommen wird. Sollten wegen der systembedingten Unterschie-\n\nde im Ergebnis Korrekturen erforderlich werden - was im Hinblick auf die ge-\n\ngenwärtigen renten- und pensionsrechtlichen Unsicherheiten nicht abschlie-\n\nßend beurteilt werden kann -, müssen diese ggf. der Abänderung nach § 10 a\n\nAbs. 1 Nr. 1 VAHRG vorbehalten bleiben.\n\n2. Die Abänderung des monatlichen Ausgleichsbetrags beruht auf der\n\nnunmehr erforderlichen Anwendung des baden-württembergischen Bemes-\n\nsungsfaktors von 57,5 % für 2003 hinsichtlich der Sonderzuwendung (Gesetz\n\nüber die Anpassung von Dienst- und Versorgungsbezügen in Bund und Län-\n\ndern 2003/2004 sowie zur Änderung dienstrechtlicher Vorschriften vom\n\n10. September 2003 - BGBl. I, 1798 - in Verbindung mit Artikel 3 des Gesetzes\n\nzur Regelung des Rechts der Sonderzuwendung in Baden-Württemberg vom\n\n29. Oktober 2003 - GBl. S. 693, 695. Zur Anwendung des jeweils zur Zeit der\n\nEntscheidung geltenden Bemessungsfaktors vgl. zuletzt Senatsbeschluß vom\n\n4. September 2002 - XII ZB 130/98 - FamRZ 2003, 437 ff. m.w.N.).\n\nHahne\n\nSprick\n\nWeber-Monecke\n\nWagenitz\n\nAhlt","source":"bgh","source_url":"https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Zivilsenate/XII_ZS/2003/XII_ZB_225-03.pdf?__blob=publicationFile&v=1","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2003-12-18/xii-zb-225-03","cited_norms":[{"jurabk":"BeamtVG","ref":"§ 69e","ref_norm":"69e","n":4},{"jurabk":"BeamtVG","ref":"§ 14","ref_norm":"14","n":3},{"jurabk":"BGB","ref":"§ 1587","ref_norm":"1587","n":1},{"jurabk":"BRRG","ref":"§ 25","ref_norm":"25","n":1},{"jurabk":"SGB 6","ref":"§ 255e","ref_norm":"255e","n":1}],"authoritative_source":"https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Zivilsenate/XII_ZS/2003/XII_ZB_225-03.pdf?__blob=publicationFile&v=1","attribution":{"source":"bundesgerichtshof.de","source_url":"https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Zivilsenate/XII_ZS/2003/XII_ZB_225-03.pdf?__blob=publicationFile&v=1"},"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2003-12-18/xii-zb-225-03","upstream":"https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Zivilsenate/XII_ZS/2003/XII_ZB_225-03.pdf?__blob=publicationFile&v=1","retrieved":"2026-07-10 15:04:37.918161+00:00"}}