{"status":"available","doknr":"BGH-Zivilsenate/XII_ZS/2003/XII_ZB_213-03","ecli":null,"court":"BGH","senate":"XII. Zivilsenat","decided":"2003-12-15","aktenzeichen":"XII ZB 213/03","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\n\nXII ZB 213/03\n\nBESCHLUSS\n\nvom\n\n15. Dezember 2003\n\nin der Familiensache\n\nDer XII. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 15. Dezember 2003 durch\n\ndie Vorsitzende Richterin Dr. Hahne und die Richter Sprick, Weber-Monecke,\n\nProf. Dr. Wagenitz und Dr. Ahlt\n\nbeschlossen:\n\nDie Rechtsbeschwerde des weiteren Beteiligten zu 1 gegen den\n\nBeschluß des 5. Zivilsenats - Senat für Familiensachen - des\n\nOberlandesgerichts Karlsruhe - Zivilsenate in Freiburg - vom\n\n5. September 2003 wird auf seine Kosten mit der Maßgabe zu-\n\nrückgewiesen, daß der monatliche Ausgleichsbetrag nicht\n\n135,67 \n\n(cid:0)(cid:18)(cid:17)(cid:5)(cid:19) \n\n(cid:1)(cid:3)(cid:2)(cid:5)(cid:4)(cid:7)(cid:6)(cid:9)(cid:8)(cid:11)(cid:10)(cid:12)(cid:4)(cid:14)(cid:13)(cid:3)(cid:15)(cid:16)(cid:13)\n\n(cid:8)(cid:22)(cid:21)(cid:23)(cid:10)(cid:25)(cid:24)(cid:7)(cid:26)(cid:27)(cid:21)(cid:29)(cid:28)\n\nBeschwerdewert: 500 \n\nGründe:\n\nI.\n\nDie Parteien haben am 29. Dezember 1994 geheiratet. Der Scheidungs-\n\nantrag der Ehefrau (Antragstellerin; geboren am 13. November 1967) ist dem\n\nEhemann (Antragsgegner; geboren am 3. Dezember 1968) am 24. April 2002\n\nzugestellt worden. Das Amtsgericht - Familiengericht - hat durch Verbundurteil\n\ndie Ehe geschieden (insoweit rechtskräftig) und den Versorgungsausgleich da-\n\nhin gehend geregelt, daß es zu Lasten der Versorgung der Antragstellerin beim\n\nLandesamt für Besoldung und Versorgung Baden-Württemberg (LBV; weiterer\n\nBeteiligter zu 1) im Wege des Quasisplittings nach § 1587 b Abs. 2 BGB auf\n\n(cid:0)\n(cid:20)\n\ndem Versicherungskonto des Antragsgegners bei der Landesversicherungsan-\n\nstalt Baden-Württemberg (LVA; weitere Beteiligte zu 3) Rentenanwartschaften\n\nin Höhe von monatlich 135,67 \n\n März 2002, begründet\n\n(cid:8)(cid:22)(cid:30)(cid:3)(cid:2)(cid:9)(cid:26)(cid:9)(cid:8)(cid:31)(cid:4)! (cid:9)\"$#%(cid:6)(cid:9)(cid:8)(cid:5)(cid:4)&(cid:15)’(cid:13)(cid:22)(cid:28)\n\nhat. Dabei ist das Amtsgericht nach den Auskünften der weiteren Beteiligten zu\n\n1 bis 3 von ehezeitlichen (1. Dezember 1994 bis 31. März 2002; § 1587 Abs. 2\n\nBGB) Anwartschaften der Antragstellerin beim LBV unter Berücksichtigung der\n\nAbsenkung des Höchstruhegehaltssatzes nach § 14 Abs. 1 Satz 1 BeamtVG\n\ni.d.F. des Art. 1 Nr. 11 des Versorgungsänderungsgesetzes 2001 in Höhe von\n\n\"(cid:9)(cid:4)(cid:7)(cid:6)\n\n(cid:8)(cid:5)()(cid:6)(cid:9)(cid:8)(cid:5)(cid:10)+*,\"(cid:9)(cid:4)(cid:7)(cid:6)(cid:9)(cid:8)(cid:9)(cid:1).-/(cid:8)(cid:11)(cid:10)(cid:25)(cid:1)(cid:22)(10(cid:3)2(cid:22)(cid:8)(cid:5)(cid:10)(cid:12)\"(cid:7)(cid:4)(cid:22)(cid:26)(cid:9)(cid:1)(cid:3) (cid:5)(cid:4)(cid:7)(cid:1).(cid:21)3 (cid:5)4\n\n(cid:21)5#(cid:29)6(cid:9)(cid:10)879(cid:4)(cid:22)(cid:26)(cid:7)(cid:8)(cid:11)(cid:1).(cid:21):(cid:8)(cid:5)4(cid:18)4\n\n(cid:21)3(cid:8)\n\nmonatlich 357,70 \n\n(BfA; weitere Beteiligte zu 2) in Höhe von monatlich 11,08 \n\n(cid:8)(cid:22)(cid:30)/(cid:2)(cid:9)(cid:26)(cid:11)(cid:8)(cid:5)(cid:4); (cid:5)\"$#<(cid:6)(cid:9)(cid:8)(cid:11)(cid:4)\n\n31. März 2002, sowie des Antragsgegners bei der LVA in Höhe von monatlich\n\n97,44 \n\n März 2002, ausgegangen. Die hiergegen gerich-\n\n(cid:8)(cid:22)(cid:30)/(cid:2)(cid:9)(cid:26)(cid:9)(cid:8)(cid:5)(cid:4)= (cid:5)\"(cid:3)#>(cid:6)(cid:22)(cid:8)(cid:5)(cid:4)?(cid:15)’(cid:13)(cid:22)(cid:28)\n\ntete Beschwerde des LBV hat das Oberlandesgericht zurückgewiesen.\n\nDagegen richtet sich die zugelassene Rechtsbeschwerde des LBV, mit\n\nder es weiterhin geltend macht, das Oberlandesgericht habe die Neuregelun-\n\ngen des Versorgungsänderungsgesetzes 2001 fehlerhaft auf die Durchführung\n\ndes Versorgungsausgleichs angewandt. Die Parteien sowie die BfA und die\n\nLVA haben sich im Rechtsbeschwerdeverfahren nicht geäußert.\n\nII.\n\nDie nach §§ 629 a Abs. 2 Satz 1, 621 e Abs. 2 Satz 1 1. Halbs. Nr. 1,\n\n2. Halbs. i.V. mit 543 Abs. 2 ZPO zulässige Rechtsbeschwerde ist im wesentli-\n\nchen nicht begründet.\n\n(cid:0)\n(cid:20)\n(cid:20)\n(cid:0)\n(cid:20)\n(cid:0)\n(cid:20)\n\n1. Das Oberlandesgericht hat den Versorgungsausgleich auf der Grund-\n\nlage des § 14 BeamtVG in der Fassung des Art. 1 Nr. 11 des Versorgungsän-\n\nderungsgesetzes 2001 vom 20. Dezember 2001 durchgeführt. Dies ist rechtlich\n\nnicht zu beanstanden.\n\nDer Senat hat zwischenzeitlich entschieden, daß für die Berechnung des\n\nVersorgungsausgleichs bei beamtenrechtlichen Versorgungsanrechten im Hin-\n\nblick auf den Halbteilungsgrundsatz seit dem 1. Januar 2003 uneingeschränkt\n\nder Höchstruhegehaltssatz von 71,75 % gemäß § 14 BeamtVG in der Fassung\n\ndes Art. 1 Nr. 11 des Versorgungsänderungsgesetzes 2001 vom 20. Dezember\n\n2001 (BGBl. I, 3926) maßgeblich ist, da diese Fassung nach Art. 20 Abs. 2\n\nNr. 1 des Versorgungsänderungsgesetzes zum 1. Januar 2003 in Kraft getreten\n\nist. Dabei kommt es weder darauf an, ob das Ehezeitende vor oder in der Über-\n\ngangsphase nach § 69 e BeamtVG liegt, noch ob der Versorgungsfall in oder\n\nerst nach der Übergangsphase eintreten wird (vgl. Senatsbeschlüsse vom\n\n26. November 2003 - XII ZB 75/02 und XII ZB 30/03 - zur Veröffentlichung be-\n\nstimmt; ein Abdruck der Beschlüsse ist als Anlage beigefügt). Wie der Senat\n\nweiter ausgeführt hat, fällt - wenn der Versorgungsfall während der Übergangs-\n\nphase nach § 69 e BeamtVG eintritt - der degressive Versorgungsbestandteil\n\nnach § 69 e BeamtVG (sog. Abflachungsbetrag) nicht unter den öffentlich-\n\nrechtlichen Versorgungsausgleich. Ob der Abflachungsbetrag gegebenenfalls\n\nspäter im schuldrechtlichen Versorgungsausgleich auszugleichen sein wird,\n\nbleibt einer weiteren Prüfung vorbehalten, sofern die Voraussetzungen für einen\n\nschuldrechtlichen Versorgungsausgleich gegeben sein sollten (vgl. Senatsbe-\n\nschluß vom 26. November 2003 - XII ZB 30/03).\n\nDie Antragsstellerin wird vorliegend die Regelaltersgrenze von 65 Jahren\n\n(§ 25 Abs. 1 BRRG) im Jahre 2032 erreichen. Anhaltspunkte dafür, daß der\n\nVersorgungsausgleich zu einem früheren Zeitpunkt zum Tragen kommen sollte,\n\nsind weder festgestellt noch ersichtlich. Der Versorgungsfall wird danach hier\n\njedenfalls nach 2010 und damit nach dem bisher angenommenen Ende der\n\nÜbergangsphase nach § 69 e BeamtVG eintreten.\n\nZwar unterliegen die Rentenanwartschaften, die für den Antragsgegner\n\ndurch das Quasisplitting - aufgrund des herabgesetzten Höchstversorgungssat-\n\nzes von 71,75 % - begründet werden, wie alle Anwartschaften des Antragsge-\n\ngners in der gesetzlichen Rentenversicherung für die Zeit vom 1. Juli 2001 bis\n\nzum 1. Juli 2010 zusätzlich der Niveauabsenkung nach § 255 e SGB VI. Dies\n\nist indessen durch die unterschiedlichen Niveauabsenkungsregelungen in der\n\ngesetzlichen Rentenversicherung einerseits und der Beamtenversorgung ande-\n\nrerseits systemimmanent und kann nicht dadurch korrigiert werden, daß der\n\nAntragstellerin unter Verstoß gegen den Halbteilungsgrundsatz mehr als die\n\nHälfte ihrer ihr tatsächlich zustehenden ehezeitbezogenen Versorgungsanwart-\n\nschaften genommen wird. Sollten wegen der systembedingten Unterschiede im\n\nErgebnis Korrekturen erforderlich werden - was im Hinblick auf die gegenwärti-\n\ngen renten- und pensionsrechtlichen Unsicherheiten nicht abschließend beur-\n\nteilt werden kann -, müssen diese gegebenenfalls der Abänderung nach § 10 a\n\nAbs. 1 Nr. 1 VAHRG vorbehalten bleiben.\n\n2. Die Abänderung des monatlichen Ausgleichsbetrags beruht auf der\n\nnunmehr erforderlichen Anwendung des baden-württembergischen Bemes-\n\nsungsfaktors von 57,5 % für 2003 hinsichtlich der Sonderzuwendung (Gesetz\n\nüber die Anpassung von Dienst- und Versorgungsbezügen in Bund und Län-\n\ndern 2003/2004 sowie zur Änderung dienstrechtlicher Vorschriften vom\n\n10. September 2003 - BGBl. I, 1798 - in Verbindung mit Artikel 3 des Gesetzes\n\nzur Regelung des Rechts der Sonderzuwendung in Baden-Württemberg vom\n\n29. Oktober 2003 - GBl. S. 693, 695. Zur Anwendung des jeweils zur Zeit der\n\nEntscheidung geltenden Bemessungsfaktors vgl. zuletzt Senatsbeschluß vom\n\n4. September 2002 - XII ZB 130/98 - FamRZ 2003, 437 ff. m.w.N.).\n\nHahne\n\nSprick\n\nWeber-Monecke\n\nWagenitz\n\nAhlt","source":"bgh","source_url":"https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Zivilsenate/XII_ZS/2003/XII_ZB_213-03.pdf?__blob=publicationFile&v=1","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2003-12-15/xii-zb-213-03","cited_norms":[{"jurabk":"BeamtVG","ref":"§ 69e","ref_norm":"69e","n":4},{"jurabk":"BeamtVG","ref":"§ 14","ref_norm":"14","n":3},{"jurabk":"BGB","ref":"§ 1587","ref_norm":"1587","n":1},{"jurabk":"BRRG","ref":"§ 25","ref_norm":"25","n":1},{"jurabk":"SGB 6","ref":"§ 255e","ref_norm":"255e","n":1}],"authoritative_source":"https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Zivilsenate/XII_ZS/2003/XII_ZB_213-03.pdf?__blob=publicationFile&v=1","attribution":{"source":"bundesgerichtshof.de","source_url":"https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Zivilsenate/XII_ZS/2003/XII_ZB_213-03.pdf?__blob=publicationFile&v=1"},"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2003-12-15/xii-zb-213-03","upstream":"https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Zivilsenate/XII_ZS/2003/XII_ZB_213-03.pdf?__blob=publicationFile&v=1","retrieved":"2026-07-10 15:01:40.497392+00:00"}}