{"status":"available","doknr":"BGH-Zivilsenate/XII_ZS/2003/XII_ZB_200-03","ecli":null,"court":"BGH","senate":"XII. Zivilsenat","decided":"2003-12-15","aktenzeichen":"XII ZB 200/03","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\n\nXII ZB 200/03\n\nBESCHLUSS\n\nvom\n\n15. Dezember 2003\n\nin der Familiensache\n\nDer XII. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 15. Dezember 2003 durch\n\ndie Vorsitzende Richterin Dr. Hahne und die Richter Sprick, Weber-Monecke,\n\nProf. Dr. Wagenitz und Dr. Ahlt\n\nbeschlossen:\n\nDie Rechtsbeschwerde des weiteren Beteiligten zu 1 gegen den\n\nBeschluß des 16. Zivilsenats - Familiensenat - des Oberlandesge-\n\nrichts Stuttgart vom 25. August 2003 wird auf seine Kosten mit der\n\nMaßgabe zurückgewiesen, daß der monatliche Ausgleichsbetrag,\n\nbezogen auf den 31. Mai 2002, soweit das Amtsgericht den Ver-\n\nsorgungsausgleich in Ziffer 2 seiner Entscheidung im Wege des\n\nQuasi-Splittings nach § 1587 b Abs. 2 BGB durchgeführt hat, nicht\n\n(cid:1)(cid:3)(cid:2)(cid:5)(cid:4)(cid:7)(cid:6)(cid:9)(cid:8)(cid:11)(cid:10)(cid:12)(cid:4)(cid:14)(cid:13)(cid:11)(cid:15)\n\n(cid:8)(cid:18)(cid:17)(cid:19)(cid:10)(cid:21)(cid:20)(cid:9)(cid:22)(cid:23)(cid:17)(cid:25)(cid:24)\n\n32,11 \n\n,33 \n\nBeschwerdewert: 500 \n\nGründe:\n\nI.\n\nDie Parteien haben am 22. Juni 1982 geheiratet. Der Scheidungsantrag\n\nder Ehefrau (Antragstellerin; geboren am 19. April 1961) ist dem Ehemann (An-\n\ntragsgegner; geboren am 4. April 1960) am 7. Juni 2002 zugestellt worden. Das\n\nAmtsgericht - Familiengericht - hat durch Verbundurteil die Ehe geschieden (in-\n\nsoweit rechtskräftig) und den Versorgungsausgleich dahin gehend geregelt,\n\ndaß es zu Lasten der Versorgung der Antragstellerin beim Landesamt für Be-\n\n(cid:0)\n(cid:16)\n\nsoldung und Versorgung Baden-Württemberg (LBV; weiterer Beteiligter zu 1) im\n\nWege des Quasisplittings nach § 1587 b Abs. 2 BGB auf dem Versicherungs-\n\nkonto des Antragsgegners bei der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte\n\n(BfA; weitere Beteiligte zu 2) Rentenanwartschaften in Höhe von monatlich\n\n32,11 \n\n Mai 2002, sowie zu Lasten der Versorgung der\n\n(cid:8)(cid:18)(cid:26)(cid:27)(cid:2)(cid:9)(cid:22)(cid:9)(cid:8)(cid:5)(cid:4)(cid:29)(cid:28)(cid:5)(cid:30) (cid:31)!(cid:6)(cid:18)(cid:8)(cid:11)(cid:4)#\"%$(cid:18)(cid:24)\n\nAntragstellerin bei der Zusatzversorgungskasse des Kommunalen Versor-\n\ngungsverbandes Baden-Württemberg (ZVK; weitere Beteiligte zu 3) im Wege\n\ndes analogen Quasisplittings nach § 1 Abs. 3 VAHRG auf dem Versicherungs-\n\nkonto des Antragsgegner bei der BfA weitere Rentenanwartschaften in Höhe\n\nvon monatlich 3,03 \n\n Mai 2002, begründet hat. Dabei ist\n\n(cid:8)(cid:18)(cid:26)(cid:27)(cid:2)(cid:18)(cid:22)(cid:9)(cid:8)(cid:5)(cid:4)&(cid:28)(cid:11)(cid:30)’(cid:31)((cid:6)(cid:9)(cid:8)(cid:11)(cid:4))\"%$(cid:23)(cid:24)\n\ndas Amtsgericht nach den Auskünften der weiteren Beteiligten zu 1 bis 3 von\n\nehezeitlichen (1. Juni 1982 bis 31. Mai 2002; § 1587 Abs. 2 BGB) Anwart-\n\nschaften der Antragstellerin beim LBV unter Berücksichtigung der Absenkung\n\ndes Höchstruhegehaltssatzes nach § 14 Abs. 1 Satz 1 BeamtVG i.d.F. des\n\nArt. 1 Nr. 11 des Versorgungsänderungsgesetzes 2001 in Höhe von monatlich\n\n(cid:30)(cid:9)(cid:4)(cid:7)(cid:6)\n\n(cid:8)+*,(cid:6)(cid:9)(cid:8)(cid:11)(cid:10).-(cid:11)(cid:31)0/1*2(cid:4)43(5(cid:11)6(cid:27)(cid:8)87(cid:27)(cid:2)(cid:11)(cid:4):9;(cid:2)(cid:5)(cid:4)(cid:7)(cid:28)(cid:18)(cid:17)=<>*@?A6B(cid:13)(cid:9)C+D\n\nD(cid:9)D\n\n(cid:8)(cid:18)(cid:26)(cid:27)(cid:2)(cid:18)(cid:22)(cid:9)(cid:8)(cid:11)(cid:4):(cid:28)(cid:9)(cid:30)E(cid:31)F(cid:6)G(cid:8)(cid:11)(cid:4)\n\n357,21 \n\n31. Mai 2002, und bei der ZVK in Höhe von (dynamisiert) 6,06 \n\nn-\n\n(cid:1)’(cid:2) H.*@(cid:8)I(cid:6)(cid:9)(cid:8)(cid:9)(cid:1)J/\n\ntragsgegners bei der BfA in Höhe von monatlich 541,88 \n\n(cid:8)(cid:23)(cid:26)K(cid:2)(cid:9)(cid:22)G(cid:8)(cid:11)(cid:4)L(cid:28)(cid:11)(cid:30)E(cid:31)(cid:14)(cid:6)(cid:9)(cid:8)G(cid:4)\n\n31. Mai 2002, ausgegangen. Die hiergegen gerichtete Beschwerde des LBV hat\n\ndas Oberlandesgericht zurückgewiesen.\n\nDagegen richtet sich die zugelassene Rechtsbeschwerde des LBV, mit\n\nder es weiterhin geltend macht, das Oberlandesgericht habe die Neuregelun-\n\ngen des Versorgungsänderungsgesetzes 2001 fehlerhaft auf die Durchführung\n\ndes Versorgungsausgleichs angewandt. Die Parteien sowie die BfA und der\n\nZVK haben sich im Rechtsbeschwerdeverfahren nicht geäußert.\n\n(cid:0)\n(cid:16)\n(cid:0)\n(cid:16)\n(cid:16)\n(cid:0)\n \n(cid:0)\n(cid:16)\n(cid:0)\n(cid:16)\n\nII.\n\nDie nach §§ 629 a Abs. 2 Satz 1, 621 e Abs. 2 Satz 1 1. Halbs. Nr. 1,\n\n2. Halbs. i.V. mit 543 Abs. 2 ZPO zulässige Rechtsbeschwerde ist im wesentli-\n\nchen nicht begründet.\n\n1. Das Oberlandesgericht hat den Versorgungsausgleich auf der Grund-\n\nlage des § 14 BeamtVG in der Fassung des Art. 1 Nr. 11 des Versorgungsän-\n\nderungsgesetzes 2001 vom 20. Dezember 2001 durchgeführt. Dies ist rechtlich\n\nnicht zu beanstanden.\n\nDer Senat hat zwischenzeitlich entschieden, daß für die Berechnung des\n\nVersorgungsausgleichs bei beamtenrechtlichen Versorgungsanrechten im Hin-\n\nblick auf den Halbteilungsgrundsatz seit dem 1. Januar 2003 uneingeschränkt\n\nder Höchstruhegehaltssatz von 71,75 % gemäß § 14 BeamtVG in der Fassung\n\ndes Art. 1 Nr. 11 des Versorgungsänderungsgesetzes 2001 vom 20. Dezember\n\n2001 (BGBl. I, 3926) maßgeblich ist, da diese Fassung nach Art. 20 Abs. 2\n\nNr. 1 des Versorgungsänderungsgesetzes zum 1. Januar 2003 in Kraft getreten\n\nist. Dabei kommt es weder darauf an, ob das Ehezeitende vor oder in der Über-\n\ngangsphase nach § 69 e BeamtVG liegt, noch ob der Versorgungsfall in oder\n\nerst nach der Übergangsphase eintreten wird (vgl. Senatsbeschlüsse vom\n\n26. November 2003 - XII ZB 75/02 und XII ZB 30/03 - zur Veröffentlichung be-\n\nstimmt; ein Abdruck der Beschlüsse ist als Anlage beigefügt). Wie der Senat\n\nweiter ausgeführt hat, fällt - wenn der Versorgungsfall während der Übergangs-\n\nphase nach § 69 e BeamtVG eintritt - der degressive Versorgungsbestandteil\n\nnach § 69 e BeamtVG (sog. Abflachungsbetrag) nicht unter den öffentlich-\n\nrechtlichen Versorgungsausgleich. Ob der Abflachungsbetrag gegebenenfalls\n\nspäter im schuldrechtlichen Versorgungsausgleich auszugleichen sein wird,\n\nbleibt einer weiteren Prüfung vorbehalten, sofern die Voraussetzungen für einen\n\nschuldrechtlichen Versorgungsausgleich gegeben sein sollten (vgl. Senatsbe-\n\nschluß vom 26. November 2003 - XII ZB 30/03).\n\nDer Antragstellerin wird vorliegend die Regelaltersgrenze von 65 Jahren\n\n(§ 25 Abs. 1 BRRG) im Jahre 2026 erreichen. Anhaltspunkte dafür, daß der\n\nVersorgungsausgleich zu einem früheren Zeitpunkt zum Tragen kommen sollte,\n\nsind weder festgestellt noch ersichtlich. Der Versorgungsfall wird danach hier\n\njedenfalls nach 2010 und damit nach dem bisher angenommenen Ende der\n\nÜbergangsphase nach § 69 e BeamtVG eintreten.\n\nZwar unterliegen die Rentenanwartschaften, die für den Antragsgegner\n\ndurch das (analoge) Quasisplitting - aufgrund des herabgesetzten Höchstver-\n\nsorgungssatzes von 71,75 % - begründet werden, wie alle Anwartschaften des\n\nAntragsgegners in der gesetzlichen Rentenversicherung für die Zeit vom 1. Juli\n\n2001 bis zum 1. Juli 2010 zusätzlich der Niveauabsenkung nach § 255 e SGB\n\nVI. Dies ist indessen durch die unterschiedlichen Niveauabsenkungsregelungen\n\nin der gesetzlichen Rentenversicherung einerseits und der Beamtenversorgung\n\nandererseits systemimmanent und kann nicht dadurch korrigiert werden, daß\n\nder Antragstellerin unter Verstoß gegen den Halbteilungsgrundsatz mehr als die\n\nHälfte ihrer ihr tatsächlich zustehenden ehezeitbezogenen Versorgungsanwart-\n\nschaften genommen wird. Sollten wegen der systembedingten Unterschiede im\n\nErgebnis Korrekturen erforderlich werden - was im Hinblick auf die gegenwärti-\n\ngen renten- und pensionsrechtlichen Unsicherheiten nicht abschließend beur-\n\nteilt werden kann -, müssen diese ggf. der Abänderung nach § 10 a Abs. 1 Nr. 1\n\nVAHRG vorbehalten bleiben.\n\n2. Die Abänderung des monatlichen Ausgleichsbetrags beruht auf der\n\nnunmehr erforderlichen Anwendung des baden-württembergischen Bemes-\n\nsungsfaktors von 57,5 % für 2003 hinsichtlich der Sonderzuwendung (Gesetz\n\nüber die Anpassung von Dienst- und Versorgungsbezügen in Bund und Län-\n\ndern 2003/2004 sowie zur Änderung dienstrechtlicher Vorschriften vom\n\n10. September 2003 - BGBl. I, 1798 - in Verbindung mit Artikel 3 des Gesetzes\n\nzur Regelung des Rechts der Sonderzuwendung in Baden-Württemberg vom\n\n29. Oktober 2003 - GBl. S. 693, 695. Zur Anwendung des jeweils zur Zeit der\n\nEntscheidung geltenden Bemessungsfaktors vgl. zuletzt Senatsbeschluß vom\n\n4. September 2002 - XII ZB 130/98 - FamRZ 2003, 437 ff. m.w.N.).\n\nHahne\n\nSprick\n\nWeber-Monecke\n\nWagenitz\n\nAhlt","source":"bgh","source_url":"https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Zivilsenate/XII_ZS/2003/XII_ZB_200-03.pdf?__blob=publicationFile&v=1","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2003-12-15/xii-zb-200-03","cited_norms":[{"jurabk":"BeamtVG","ref":"§ 69e","ref_norm":"69e","n":4},{"jurabk":"BeamtVG","ref":"§ 14","ref_norm":"14","n":3},{"jurabk":"BGB","ref":"§ 1587","ref_norm":"1587","n":1},{"jurabk":"BRRG","ref":"§ 25","ref_norm":"25","n":1},{"jurabk":"SGB 6","ref":"§ 255e","ref_norm":"255e","n":1}],"authoritative_source":"https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Zivilsenate/XII_ZS/2003/XII_ZB_200-03.pdf?__blob=publicationFile&v=1","attribution":{"source":"bundesgerichtshof.de","source_url":"https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Zivilsenate/XII_ZS/2003/XII_ZB_200-03.pdf?__blob=publicationFile&v=1"},"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2003-12-15/xii-zb-200-03","upstream":"https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Zivilsenate/XII_ZS/2003/XII_ZB_200-03.pdf?__blob=publicationFile&v=1","retrieved":"2026-07-10 15:05:48.007952+00:00"}}