{"status":"available","doknr":"BGH-Zivilsenate/XII_ZS/2003/XII_ZB_197-03","ecli":null,"court":"BGH","senate":"XII. Zivilsenat","decided":"2003-12-15","aktenzeichen":"XII ZB 197/03","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\n\nXII ZB 197/03\n\nBESCHLUSS\n\nvom\n\n15. Dezember 2003\n\nin der Familiensache\n\nDer XII. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 15. Dezember 2003 durch\n\ndie Vorsitzende Richterin Dr. Hahne und die Richter Sprick, Weber-Monecke,\n\nProf. Dr. Wagenitz und Dr. Ahlt\n\nbeschlossen:\n\nDie Rechtsbeschwerde des weiteren Beteiligten zu 1 gegen den\n\nBeschluß des 18. Zivilsenats - Senat für Familiensachen - des\n\nOberlandesgerichts Karlsruhe - Zivilsenate in Freiburg - vom\n\n29. August 2003 wird auf seine Kosten mit der Maßgabe zurück-\n\ngewiesen, daß der monatliche Ausgleichsbetrag, bezogen auf den\n\n31. August 2002, nicht 533,98 \n\n(cid:1)(cid:3)(cid:2)(cid:5)(cid:4)(cid:7)(cid:6)(cid:9)(cid:8)(cid:11)(cid:10)(cid:12)(cid:4)(cid:14)(cid:13)(cid:16)(cid:15)(cid:3)(cid:17)\n\n(cid:8)(cid:22)(cid:21)(cid:23)(cid:10)(cid:25)(cid:24)(cid:27)(cid:26)(cid:22)(cid:21)(cid:12)(cid:28)\n\n(cid:0)(cid:19)(cid:18)\n\nBeschwerdewert: 500 \n\nGründe:\n\nI.\n\nDie Parteien haben am 15. Juli 1983 geheiratet. Der Scheidungsantrag\n\ndes Ehemannes (Antragsteller; geboren am 23. Dezember 1951) ist der Ehe-\n\nfrau (Antragsgegnerin; geboren am 30. Dezember 1956) am 17. September\n\n2002 zugestellt worden. Das Amtsgericht - Familiengericht - hat durch Ver-\n\nbundurteil die Ehe geschieden (insoweit rechtskräftig) und den Versorgungs-\n\nausgleich dahin gehend geregelt, daß es zu Lasten der Versorgung des An-\n\ntragstellers beim Landesamt \n\nfür Besoldung und Versorgung Baden-\n\nWürttemberg (LBV; weiterer Beteiligter zu 1) im Wege des Quasisplittings nach\n\n(cid:0)\n(cid:15)\n \n(cid:20)\n\n§ 1587 b Abs. 2 BGB auf dem Versicherungskonto der Antragsgegnerin bei der\n\nLandesversicherungsanstalt Baden-Württemberg (LVA; weitere Beteiligte zu 2)\n\nRentenanwartschaften in Höhe von monatlich 533,99 \n\n(cid:8)(cid:30)(cid:29)(cid:31)(cid:2) (cid:26)(cid:9)(cid:8)(cid:11)(cid:4)\"!(cid:9)#(cid:3)$%(cid:6)(cid:9)(cid:8)(cid:11)(cid:4)\n\n31. August 2002, begründet hat. Dabei ist das Amtsgericht nach den Auskünf-\n\nten der weiteren Beteiligten zu 1 und 2 von ehezeitlichen (1. Juli 1983 bis\n\n31. August 2002; § 1587 Abs. 2 BGB) Anwartschaften des Antragstellers beim\n\nLBV unter Berücksichtigung der Absenkung des Höchstruhegehaltssatzes nach\n\n§ 14 Abs. 1 Satz 1 BeamtVG i.d.F. des Art. 1 Nr. 11 des Versorgungsände-\n\nrungsgesetzes 2001 in Höhe von monatlich 1.282,55 \n\ne-\n\n(cid:1)(cid:3)(cid:2)(cid:3)&(’)(cid:8)*(cid:6)(cid:27)(cid:8)(cid:11)(cid:10),+-(cid:4)(cid:31)(cid:21)(cid:23)(cid:10)(cid:25)!(cid:27)(cid:26)(cid:27)(cid:1)(cid:3)(cid:26)\n\ngnerin bei der LVA in Höhe von monatlich 214,58 \n\n(cid:8)(cid:22)(cid:29)(cid:3)(cid:2)(cid:27)(cid:26)(cid:27)(cid:8)(cid:11)(cid:4)\n\n!(cid:9)#(cid:3)$.(cid:6)(cid:27)(cid:8)(cid:11)(cid:4)\n\n31. August 2002, ausgegangen. Die hiergegen gerichtete Beschwerde des LBV\n\nhat das Oberlandesgericht mit der Maßgabe zurückgewiesen, daß der monatli-\n\nche Ausgleichsbetrag 533,98 \n\n(cid:8)(cid:22)(cid:21)/(cid:10)0(cid:24)(cid:27)(cid:26)(cid:22)(cid:21)(cid:12)(cid:28)\n\nDagegen richtet sich die zugelassene Rechtsbeschwerde des LBV, mit\n\nder es weiterhin geltend macht, das Oberlandesgericht habe die Neuregelun-\n\ngen des Versorgungsänderungsgesetzes 2001 fehlerhaft auf die Durchführung\n\ndes Versorgungsausgleichs angewandt. Die Parteien und die LVA haben sich\n\nim Rechtsbeschwerdeverfahren nicht geäußert.\n\nII.\n\nDie nach §§ 629 a Abs. 2 Satz 1, 621 e Abs. 2 Satz 1 1. Halbs. Nr. 1,\n\n2. Halbs. i.V. mit 543 Abs. 2 ZPO zulässige Rechtsbeschwerde ist im wesentli-\n\nchen nicht begründet.\n\n(cid:0)\n(cid:20)\n(cid:0)\n(cid:20)\n(cid:20)\n\n1. Das Oberlandesgericht hat den Versorgungsausgleich auf der Grund-\n\nlage des § 14 BeamtVG in der Fassung des Art. 1 Nr. 11 des Versorgungsän-\n\nderungsgesetzes 2001 vom 20. Dezember 2001 durchgeführt. Dies ist rechtlich\n\nnicht zu beanstanden.\n\nDer Senat hat zwischenzeitlich entschieden, daß für die Berechnung des\n\nVersorgungsausgleichs bei beamtenrechtlichen Versorgungsanrechten im Hin-\n\nblick auf den Halbteilungsgrundsatz seit dem 1. Januar 2003 uneingeschränkt\n\nder Höchstruhegehaltssatz von 71,75 % gemäß § 14 BeamtVG in der Fassung\n\ndes Art. 1 Nr. 11 des Versorgungsänderungsgesetzes 2001 vom 20. Dezember\n\n2001 (BGBl. I, 3926) maßgeblich ist, da diese Fassung nach Art. 20 Abs. 2\n\nNr. 1 des Versorgungsänderungsgesetzes zum 1. Januar 2003 in Kraft getreten\n\nist. Dabei kommt es weder darauf an, ob das Ehezeitende vor oder in der Über-\n\ngangsphase nach § 69 e BeamtVG liegt, noch ob der Versorgungsfall in oder\n\nerst nach der Übergangsphase eintreten wird (vgl. Senatsbeschlüsse vom\n\n26. November 2003 - XII ZB 75/02 und XII ZB 30/03 - zur Veröffentlichung be-\n\nstimmt; ein Abdruck der Beschlüsse ist als Anlage beigefügt). Wie der Senat\n\nweiter ausgeführt hat, fällt - wenn der Versorgungsfall während der Übergangs-\n\nphase nach § 69 e BeamtVG eintritt – der degressive Versorgungsbestandteil\n\nnach § 69 e BeamtVG (sog. Abflachungsbetrag) nicht unter den öffentlich-\n\nrechtlichen Versorgungsausgleich. Ob der Abflachungsbetrag gegebenenfalls\n\nspäter im schuldrechtlichen Versorgungsausgleich auszugleichen sein wird,\n\nbleibt einer weiteren Prüfung vorbehalten, sofern die Voraussetzungen für einen\n\nschuldrechtlichen Versorgungsausgleich gegeben sein sollten (vgl. Senatsbe-\n\nschluß vom 26. November 2003 - XII ZB 30/03).\n\nDer Antragsteller wird vorliegend die Regelaltersgrenze von 65 Jahren\n\n(§ 25 Abs. 1 BRRG) im Jahre 2016 erreichen. Anhaltspunkte dafür, daß der\n\nVersorgungsausgleich zu einem früheren Zeitpunkt zum Tragen kommen sollte,\n\nsind weder festgestellt noch ersichtlich. Der Versorgungsfall wird danach hier\n\njedenfalls nach 2010 und damit nach dem bisher angenommenen Ende der\n\nÜbergangsphase nach § 69 e BeamtVG eintreten.\n\nZwar unterliegen die Rentenanwartschaften, die für die Antragsgegnerin\n\ndurch das Quasisplitting - aufgrund des herabgesetzten Höchstversorgungssat-\n\nzes von 71,75 % - begründet werden, wie alle Anwartschaften der Antragsge-\n\ngnerin in der gesetzlichen Rentenversicherung für die Zeit vom 1. Juli 2001 bis\n\nzum 1. Juli 2010 zusätzlich der Niveauabsenkung nach § 255 e SGB VI. Dies\n\nist indessen durch die unterschiedlichen Niveauabsenkungsregelungen in der\n\ngesetzlichen Rentenversicherung einerseits und der Beamtenversorgung ande-\n\nrerseits systemimmanent und kann nicht dadurch korrigiert werden, daß dem\n\nAntragsteller unter Verstoß gegen den Halbteilungsgrundsatz mehr als die\n\nHälfte seiner ihm tatsächlich zustehenden ehezeitbezogenen Versorgungsan-\n\nwartschaften genommen wird. Sollten wegen der systembedingten Unterschie-\n\nde im Ergebnis Korrekturen erforderlich werden - was im Hinblick auf die ge-\n\ngenwärtigen renten- und pensionsrechtlichen Unsicherheiten nicht abschlie-\n\nßend beurteilt werden kann -, müssen diese gegebenenfalls der Abänderung\n\nnach § 10 a Abs. 1 Nr. 1 VAHRG vorbehalten bleiben.\n\n2. Die Abänderung des monatlichen Ausgleichsbetrags beruht auf der\n\nnunmehr erforderlichen Anwendung des baden-württembergischen Bemes-\n\nsungsfaktors von 57,5 % für 2003 hinsichtlich der Sonderzuwendung (Gesetz\n\nüber die Anpassung von Dienst- und Versorgungsbezügen in Bund und Län-\n\ndern 2003/2004 sowie zur Änderung dienstrechtlicher Vorschriften vom\n\n10. September 2003 - BGBl. I, 1798 - in Verbindung mit Artikel 3 des Gesetzes\n\nzur Regelung des Rechts der Sonderzuwendung in Baden-Württemberg vom\n\n29. Oktober 2003 - GBl. S. 693, 695. Zur Anwendung des jeweils zur Zeit der\n\nEntscheidung geltenden Bemessungsfaktors vgl. zuletzt Senatsbeschluß vom\n\n4. September 2002 - XII ZB 130/98 - FamRZ 2003, 437 ff. m.w.N.).\n\nHahne\n\nSprick\n\nWeber-Monecke\n\nWagenitz\n\nAhlt","source":"bgh","source_url":"https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Zivilsenate/XII_ZS/2003/XII_ZB_197-03.pdf?__blob=publicationFile&v=1","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2003-12-15/xii-zb-197-03","cited_norms":[{"jurabk":"BeamtVG","ref":"§ 69e","ref_norm":"69e","n":4},{"jurabk":"BeamtVG","ref":"§ 14","ref_norm":"14","n":3},{"jurabk":"BGB","ref":"§ 1587","ref_norm":"1587","n":1},{"jurabk":"BRRG","ref":"§ 25","ref_norm":"25","n":1},{"jurabk":"SGB 6","ref":"§ 255e","ref_norm":"255e","n":1}],"authoritative_source":"https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Zivilsenate/XII_ZS/2003/XII_ZB_197-03.pdf?__blob=publicationFile&v=1","attribution":{"source":"bundesgerichtshof.de","source_url":"https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Zivilsenate/XII_ZS/2003/XII_ZB_197-03.pdf?__blob=publicationFile&v=1"},"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2003-12-15/xii-zb-197-03","upstream":"https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Zivilsenate/XII_ZS/2003/XII_ZB_197-03.pdf?__blob=publicationFile&v=1","retrieved":"2026-07-10 15:02:53.248690+00:00"}}