{"status":"available","doknr":"BGH-Zivilsenate/XII_ZS/2003/XII_ZB_129-03","ecli":null,"court":"BGH","senate":"XII. Zivilsenat","decided":"2003-12-15","aktenzeichen":"XII ZB 129/03","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\n\nXII ZB 129/03\n\nBESCHLUSS\n\nvom\n\n15. Dezember 2003\n\nin der Familiensache\n\nDer XII. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 15. Dezember 2003 durch\n\ndie Vorsitzende Richterin Dr. Hahne und die Richter Sprick, Weber-Monecke,\n\nProf. Dr. Wagenitz und Dr. Ahlt\n\nbeschlossen:\n\nDie Rechtsbeschwerde des weiteren Beteiligten zu 1 gegen den\n\nBeschluß des 2. Zivilsenats - Senat für Familiensachen - des\n\nOberlandesgerichts Karlsruhe vom 27. Mai (nicht: 27. März) 2003\n\nwird auf seine Kosten mit der Maßgabe zurückgewiesen, daß der\n\nmonatliche Ausgleichsbetrag, bezogen auf den 30. Juni 2002,\n\nnicht 15,73 \n\n(cid:1)(cid:3)(cid:2)(cid:5)(cid:4)(cid:7)(cid:6)(cid:9)(cid:8)(cid:11)(cid:10)(cid:12)(cid:4)(cid:14)(cid:13)(cid:16)(cid:15)\n\n(cid:13)(cid:3)(cid:17)\n\n(cid:8)(cid:9)(cid:19)(cid:20)(cid:10)(cid:22)(cid:21)(cid:24)(cid:23)(cid:9)(cid:19)(cid:12)(cid:25)\n\nBeschwerdewert: 500 \n\nGründe:\n\nI.\n\nDie Parteien haben am 23. März 2001 geheiratet. Der Scheidungsantrag\n\nder Ehefrau (Antragstellerin; geboren am 11. November 1963) ist dem Ehe-\n\nmann (Antragsgegner; geboren am 27. Dezember 1964) am 26. Juli 2002 zu-\n\ngestellt worden. Das Amtsgericht - Familiengericht - hat durch Verbundurteil die\n\nEhe geschieden (insoweit rechtskräftig) und den Versorgungsausgleich dahin\n\ngehend geregelt, daß es zu Lasten der Versorgung des Antragsgegners beim\n\nLandesamt für Besoldung und Versorgung Baden-Württemberg (LBV; weiterer\n\nBeteiligter zu 1) im Wege des Quasisplittings nach § 1587 b Abs. 2 BGB auf\n\n(cid:0)\n(cid:0)\n \n(cid:18)\n\ndem Versicherungskonto der Antragstellerin bei der Bundesversicherungsan-\n\nstalt für Angestellte (BfA; weitere Beteiligte zu 2) Rentenanwartschaften in Höhe\n\nvon monatlich 15,73 \n\n Juni 2002, begründet hat. Dabei ist\n\n(cid:8)(cid:9)(cid:26)(cid:3)(cid:2)(cid:24)(cid:23)(cid:24)(cid:8)(cid:11)(cid:4)(cid:28)(cid:27)(cid:24)(cid:29)(cid:31)(cid:30) (cid:6)(cid:24)(cid:8)(cid:5)(cid:4)\"!$#%(cid:25)\n\ndas Amtsgericht nach den Auskünften der weiteren Beteiligten zu 1 und 2 von\n\nehezeitlichen (1. März 2001 bis 30. Juni 2002; § 1587 Abs. 2 BGB) Anwart-\n\nschaften des Antragsgegners beim LBV unter Berücksichtigung der Absenkung\n\ndes Höchstruhegehaltssatzes nach § 14 Abs. 1 Satz 1 BeamtVG i.d.F. des\n\nArt. 1 Nr. 11 des Versorgungsänderungsgesetzes 2001 in Höhe von monatlich\n\n(cid:29)(cid:7)(cid:4)(cid:9)(cid:6)&(cid:6)(cid:24)(cid:8)$(cid:10)(’)(cid:4)*(cid:19)+(cid:10)(cid:20)(cid:27)(cid:24)(cid:23)(cid:24)(cid:1),(cid:19)-(cid:8)(cid:11)./.\n\n(cid:8)(cid:5)(cid:10)10/(cid:4)\n\n(cid:8)(cid:11)0(cid:24)(cid:6)(cid:24)(cid:8)(cid:11)(cid:10)32(cid:11)(cid:30)4’50/(cid:4)7698$:(cid:7)(cid:8)<;*(cid:2)(cid:11)(cid:4)>=?(cid:2)(cid:11)(cid:4)(cid:9)(cid:27)(cid:9)(cid:19)1./0A@B:C(cid:13)(cid:3)D\n\n(cid:8)(cid:9)(cid:26)\n\n50,46 \n\no-\n\ngen auf den 30. Juni 2002, ausgegangen. Die hiergegen gerichtete Beschwerde\n\ndes LBV hat das Oberlandesgericht zurückgewiesen.\n\nDagegen richtet sich die zugelassene Rechtsbeschwerde des LBV, mit\n\nder es weiterhin geltend macht, das Oberlandesgericht habe die Neuregelun-\n\ngen des Versorgungsänderungsgesetzes 2001 fehlerhaft auf die Durchführung\n\ndes Versorgungsausgleichs angewandt. Die Parteien und die BfA haben sich im\n\nRechtsbeschwerdeverfahren nicht geäußert.\n\nII.\n\nDie nach §§ 629 a Abs. 2 Satz 1, 621 e Abs. 2 Satz 1 1. Halbs. Nr. 1,\n\n2. Halbs. i.V. mit 543 Abs. 2 ZPO zulässige Rechtsbeschwerde ist im wesentli-\n\nchen nicht begründet.\n\n1. Das Oberlandesgericht hat den Versorgungsausgleich auf der Grund-\n\nlage des § 14 BeamtVG in der Fassung des Art. 1 Nr. 11 des Versorgungsän-\n\n(cid:0)\n(cid:18)\n(cid:18)\n \n(cid:0)\n(cid:18)\n\nderungsgesetzes 2001 vom 20. Dezember 2001 durchgeführt. Dies ist rechtlich\n\nnicht zu beanstanden.\n\nDer Senat hat zwischenzeitlich entschieden, daß für die Berechnung des\n\nVersorgungsausgleichs bei beamtenrechtlichen Versorgungsanrechten im Hin-\n\nblick auf den Halbteilungsgrundsatz seit dem 1. Januar 2003 uneingeschränkt\n\nder Höchstruhegehaltssatz von 71,75 % gemäß § 14 BeamtVG in der Fassung\n\ndes Art. 1 Nr. 11 des Versorgungsänderungsgesetzes 2001 vom 20. Dezember\n\n2001 (BGBl. I, 3926) maßgeblich ist, da diese Fassung nach Art. 20 Abs. 2\n\nNr. 1 des Versorgungsänderungsgesetzes zum 1. Januar 2003 in Kraft getreten\n\nist. Dabei kommt es weder darauf an, ob das Ehezeitende vor oder in der Über-\n\ngangsphase nach § 69 e BeamtVG liegt, noch ob der Versorgungsfall in oder\n\nerst nach der Übergangsphase eintreten wird (vgl. Senatsbeschlüsse vom\n\n26. November 2003 - XII ZB 75/02 und XII ZB 30/03 - zur Veröffentlichung be-\n\nstimmt; ein Abdruck der Beschlüsse ist als Anlage beigefügt). Wie der Senat\n\nweiter ausgeführt hat, fällt - wenn der Versorgungsfall während der Übergangs-\n\nphase nach § 69 e BeamtVG eintritt - der degressive Versorgungsbestandteil\n\nnach § 69 e BeamtVG (sog. Abflachungsbetrag) nicht unter den öffentlich-\n\nrechtlichen Versorgungsausgleich. Ob der Abflachungsbetrag gegebenenfalls\n\nspäter im schuldrechtlichen Versorgungsausgleich auszugleichen sein wird,\n\nbleibt einer weiteren Prüfung vorbehalten, sofern die Voraussetzungen für einen\n\nschuldrechtlichen Versorgungsausgleich gegeben sein sollten (vgl. Senatsbe-\n\nschluß vom 26. November 2003 - XII ZB 30/03).\n\nDer Antragsgegner wird vorliegend die Regelaltersgrenze von 65 Jahren\n\n(§ 25 Abs. 1 BRRG) im Jahre 2029 bzw. die Altersgrenze gemäß § 5 BPolBG\n\n- von der die Auskunft des LBV ungerügt ausgeht - im Jahre 2024 erreichen.\n\nAnhaltspunkte dafür, daß der Versorgungsausgleich zu einem früheren Zeit-\n\npunkt zum Tragen kommen sollte, sind weder festgestellt noch ersichtlich. Der\n\nVersorgungsfall wird danach hier jedenfalls nach 2010 und damit nach dem\n\nbisher angenommenen Ende der Übergangsphase nach § 69 e BeamtVG ein-\n\ntreten.\n\nZwar unterliegen die Rentenanwartschaften, die für die Antragstellerin\n\ndurch das Quasisplitting - aufgrund des herabgesetzten Höchstversorgungssat-\n\nzes von 71,75 % - begründet werden, wie alle Anwartschaften der Antragstelle-\n\nrin in der gesetzlichen Rentenversicherung für die Zeit vom 1. Juli 2001 bis zum\n\n1. Juli 2010 zusätzlich der Niveauabsenkung nach § 255 e SGB VI. Dies ist in-\n\ndessen durch die unterschiedlichen Niveauabsenkungsregelungen in der ge-\n\nsetzlichen Rentenversicherung einerseits und der Beamtenversorgung anderer-\n\nseits systemimmanent und kann nicht dadurch korrigiert werden, daß dem An-\n\ntragsgegner unter Verstoß gegen den Halbteilungsgrundsatz mehr als die\n\nHälfte seiner ihm tatsächlich zustehenden ehezeitbezogenen Versorgungsan-\n\nwartschaften genommen wird. Sollten wegen der systembedingten Unterschie-\n\nde im Ergebnis Korrekturen erforderlich werden - was im Hinblick auf die ge-\n\ngenwärtigen renten- und pensionsrechtlichen Unsicherheiten nicht abschlie-\n\nßend beurteilt werden kann -, müssen diese gegebenenfalls der Abänderung\n\nnach § 10 a Abs. 1 Nr. 1 VAHRG vorbehalten bleiben.\n\n2. Die Abänderung des monatlichen Ausgleichsbetrags beruht auf der\n\nnunmehr erforderlichen Anwendung des baden-württembergischen Bemes-\n\nsungsfaktors von 57,5 % für 2003 hinsichtlich der Sonderzuwendung (Gesetz\n\nüber die Anpassung von Dienst- und Versorgungsbezügen in Bund und Län-\n\ndern 2003/2004 sowie zur Änderung dienstrechtlicher Vorschriften vom\n\n10. September 2003 - BGBl. I, 1798 - in Verbindung mit Artikel 3 des Gesetzes\n\nzur Regelung des Rechts der Sonderzuwendung in Baden-Württemberg vom\n\n29. Oktober 2003 - GBl. S. 693, 695. Zur Anwendung des jeweils zur Zeit der\n\nEntscheidung geltenden Bemessungsfaktors vgl. zuletzt Senatsbeschluß vom\n\n4. September 2002 - XII ZB 130/98 - FamRZ 2003, 437 ff. m.w.N.).\n\nHahne\n\nSprick\n\nWeber-Monecke\n\nWagenitz\n\nAhlt","source":"bgh","source_url":"https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Zivilsenate/XII_ZS/2003/XII_ZB_129-03.pdf?__blob=publicationFile&v=1","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2003-12-15/xii-zb-129-03","cited_norms":[{"jurabk":"BeamtVG","ref":"§ 69e","ref_norm":"69e","n":4},{"jurabk":"BeamtVG","ref":"§ 14","ref_norm":"14","n":3},{"jurabk":"BGB","ref":"§ 1587","ref_norm":"1587","n":1},{"jurabk":"BRRG","ref":"§ 25","ref_norm":"25","n":1},{"jurabk":"BPolBG","ref":"§ 5","ref_norm":"5","n":1},{"jurabk":"SGB 6","ref":"§ 255e","ref_norm":"255e","n":1}],"authoritative_source":"https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Zivilsenate/XII_ZS/2003/XII_ZB_129-03.pdf?__blob=publicationFile&v=1","attribution":{"source":"bundesgerichtshof.de","source_url":"https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Zivilsenate/XII_ZS/2003/XII_ZB_129-03.pdf?__blob=publicationFile&v=1"},"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2003-12-15/xii-zb-129-03","upstream":"https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Zivilsenate/XII_ZS/2003/XII_ZB_129-03.pdf?__blob=publicationFile&v=1","retrieved":"2026-07-10 15:01:19.891341+00:00"}}