{"status":"available","doknr":"BGH-Zivilsenate/XII_ZS/2003/XII_ZB_123-03","ecli":null,"court":"BGH","senate":"XII. Zivilsenat","decided":"2003-12-15","aktenzeichen":"XII ZB 123/03","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\n\nXII ZB 123/03\n\nBESCHLUSS\n\nvom\n\n15. Dezember 2003\n\nin der Familiensache\n\nDer XII. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 15. Dezember 2003 durch\n\ndie Vorsitzende Richterin Dr. Hahne und die Richter Sprick, Weber-Monecke,\n\nProf. Dr. Wagenitz und Dr. Ahlt\n\nbeschlossen:\n\nDie Rechtsbeschwerde des weiteren Beteiligten zu 1 gegen den\n\nBeschluß des 5. Zivilsenats - Senat für Familiensachen - des\n\nOberlandesgerichts Karlsruhe - Zivilsenate in Freiburg - vom\n\n3. Juni 2003 wird auf seine Kosten mit der Maßgabe zurückgewie-\n\nsen, daß der monatliche Ausgleichsbetrag, bezogen auf den\n\n30. September 2001, nicht 389,65 \n\n(cid:1)(cid:3)(cid:2)(cid:5)(cid:4)(cid:7)(cid:6)(cid:9)(cid:8)(cid:11)(cid:10)(cid:12)(cid:4)(cid:14)(cid:13)(cid:9)(cid:15)(cid:9)(cid:16)\n\n(cid:8)(cid:21)(cid:20)(cid:22)(cid:10)(cid:24)(cid:23)(cid:9)(cid:25)(cid:26)(cid:20)(cid:12)(cid:27)\n\n(cid:0)(cid:18)(cid:17)\n\nBeschwerdewert: 500 \n\nGründe:\n\nI.\n\nDie Parteien haben am 20. Dezember 1985 geheiratet. Der Scheidungs-\n\nantrag des Ehemannes (Antragsteller; geboren am 20. Januar 1960) ist der\n\nEhefrau (Antragsgegnerin; geboren am 22. Oktober 1958) am 5. Oktober 2001\n\nzugestellt worden. Das Amtsgericht - Familiengericht - hat durch Urteil die Ehe\n\ngeschieden (insoweit rechtskräftig), nachdem der Versorgungsausgleich abge-\n\ntrennt worden war. Im weiteren hat das Amtsgericht den Versorgungsausgleich\n\ndurch Beschluß dahin gehend geregelt, daß es zu Lasten der Versorgung des\n\nAntragstellers beim Landesamt \n\nfür Besoldung und Versorgung Baden-\n\n(cid:0)\n(cid:13)\n \n(cid:19)\n\nWürttemberg (LBV; weiterer Beteiligter zu 1) im Wege des Quasisplittings nach\n\n§ 1587 b Abs. 2 BGB auf dem Versicherungskonto der Antragsgegnerin bei der\n\nLandesversicherungsanstalt Baden-Württemberg (LVA; weitere Beteiligte zu 2)\n\nRentenanwartschaften in Höhe von monatlich 389,65 \n\n(cid:8)(cid:21)(cid:28)(cid:29)(cid:2)(cid:7)(cid:25)(cid:5)(cid:8)(cid:11)(cid:4)(cid:31)(cid:30)(cid:5) (cid:3)!\"(cid:6)(cid:5)(cid:8)(cid:11)(cid:4)\n\n30. September 2001, begründet hat. Dabei ist das Amtsgericht nach den Aus-\n\nkünften der weiteren Beteiligten zu 1 bis 3 von ehezeitlichen (1. Dezember 1985\n\nbis 30. September 2001; § 1587 Abs. 2 BGB) Anwartschaften des Antragstel-\n\nlers beim LBV unter Berücksichtigung der Absenkung des Höchstruhegehalts-\n\nsatzes nach § 14 Abs. 1 Satz 1 BeamtVG i.d.F. des Art. 1 Nr. 11 des Versor-\n\ngungsänderungsgesetzes 2001 in Höhe von monatlich 900,13 \n\n (cid:9)(cid:4)(cid:7)(cid:6)\n\n(cid:8)$#%(cid:6)(cid:9)(cid:8)(cid:11)(cid:10)\n\nBundesversicherungsanstalt für Angestellte (BfA; weitere Beteiligte zu 3) in Hö-\n\n(cid:1)&(cid:2)(cid:3)’(cid:14)#((cid:8))(cid:6)(cid:9)(cid:8)*(cid:10),+-(cid:4).(cid:20)(cid:24)(cid:10)(cid:24)(cid:30)(cid:9)(cid:25)(cid:9)(cid:1)(cid:3)(cid:25)(cid:26)(cid:8)(cid:9)(cid:25)*(cid:4)(cid:7)(cid:8)(cid:5)(cid:10)/#0(cid:4)\n\n(cid:8)(cid:11)#(cid:9)(cid:6)(cid:26)(cid:8)(cid:11)(cid:10)-1&23+4#5(cid:4)7698(cid:11):(cid:26)(cid:8)<;(cid:3)(cid:2)(cid:11)(cid:4)\n\nhe von monatlich 41,60 \n\nmonatlich 161,23 \n\n(cid:0)>=\n\n September\n\n(cid:8)(cid:26)(cid:20)?(cid:28)(cid:3)(cid:20)@(cid:8)(cid:5)(cid:10)(cid:24)(cid:8)\n\n(cid:8)(cid:11)#((cid:6)(cid:26)(cid:8)BAC(cid:8)(cid:3)’D(cid:8)E#\n\n(cid:8)(cid:26)(cid:28)(cid:29)(cid:2)(cid:9)(cid:25)(cid:26)(cid:8)(cid:11)(cid:4)F(cid:30)(cid:11) &!G(cid:6)(cid:9)(cid:8)*(cid:4)H(cid:13)(cid:9)IE(cid:27)\n\n2001, ausgegangen. Darüber hinaus hat das Amtsgericht für die Antragsgegne-\n\nrin eine private Rentenanwartschaft in Höhe von monatlich (dynamisiert) 1,19 \n\nfestgestellt. Die hiergegen gerichtete Beschwerde des LBV hat das Oberlan-\n\ndesgericht zurückgewiesen.\n\nDagegen richtet sich die zugelassene Rechtsbeschwerde des LBV, mit\n\nder es weiterhin geltend macht, das Oberlandesgericht habe die Neuregelun-\n\ngen des Versorgungsänderungsgesetzes 2001 fehlerhaft auf die Durchführung\n\ndes Versorgungsausgleichs angewandt. Die Parteien sowie die BfA und die\n\nLVA haben sich im Rechtsbeschwerdeverfahren nicht geäußert.\n\n(cid:0)\n(cid:19)\n(cid:19)\n(cid:19)\n(cid:19)\n=\n(cid:1)\n(cid:19)\n\nII.\n\nDie nach §§ 621 e Abs. 2 Satz 1 1. Halbs. Nr. 1, 2. Halbs. i.V. mit. 543\n\nAbs. 2 ZPO zulässige Rechtsbeschwerde ist im wesentlichen nicht begründet.\n\n1. Das Oberlandesgericht hat den Versorgungsausgleich auf der Grund-\n\nlage des § 14 BeamtVG in der Fassung des Art. 1 Nr. 11 des Versorgungsän-\n\nderungsgesetzes 2001 vom 20. Dezember 2001 durchgeführt. Dies ist rechtlich\n\nnicht zu beanstanden.\n\nDer Senat hat zwischenzeitlich entschieden, daß für die Berechnung des\n\nVersorgungsausgleichs bei beamtenrechtlichen Versorgungsanrechten im Hin-\n\nblick auf den Halbteilungsgrundsatz seit dem 1. Januar 2003 uneingeschränkt\n\nder Höchstruhegehaltssatz von 71,75 % gemäß § 14 BeamtVG in der Fassung\n\ndes Art. 1 Nr. 11 des Versorgungsänderungsgesetzes 2001 vom 20. Dezember\n\n2001 (BGBl. I, 3926) maßgeblich ist, da diese Fassung nach Art. 20 Abs. 2\n\nNr. 1 des Versorgungsänderungsgesetzes zum 1. Januar 2003 in Kraft getreten\n\nist. Dabei kommt es weder darauf an, ob das Ehezeitende vor oder in der Über-\n\ngangsphase nach § 69 e BeamtVG liegt, noch ob der Versorgungsfall in oder\n\nerst nach der Übergangsphase eintreten wird (vgl. Senatsbeschlüsse vom\n\n26. November 2003 - XII ZB 75/02 und XII ZB 30/03 - zur Veröffentlichung be-\n\nstimmt; ein Abdruck der Beschlüsse ist als Anlage beigefügt). Wie der Senat\n\nweiter ausgeführt hat, fällt - wenn der Versorgungsfall während der Übergangs-\n\nphase nach § 69 e BeamtVG eintritt - der degressive Versorgungsbestandteil\n\nnach § 69 e BeamtVG (sog. Abflachungsbetrag) nicht unter den öffent-\n\nlich-rechtlichen Versorgungsausgleich. Ob der Abflachungsbetrag ggf. später im\n\nschuldrechtlichen Versorgungsausgleich auszugleichen sein wird, bleibt einer\n\nweiteren Prüfung vorbehalten, sofern die Voraussetzungen für einen schuld-\n\nrechtlichen Versorgungsausgleich gegeben sein sollten (vgl. Senatsbeschluß\n\nvom 26. November 2003 - XII ZB 30/03).\n\nDer Antragsteller wird vorliegend die Regelaltersgrenze von 65 Jahren\n\n(§ 25 Abs. 1 BRRG) im Jahre 2025 erreichen. Anhaltspunkte dafür, daß der\n\nVersorgungsausgleich zu einem früheren Zeitpunkt zum Tragen kommen sollte,\n\nsind weder festgestellt noch ersichtlich. Der Versorgungsfall wird danach hier\n\njedenfalls nach 2010 und damit nach dem bisher angenommenen Ende der\n\nÜbergangsphase nach § 69 e BeamtVG eintreten.\n\nZwar unterliegen die Rentenanwartschaften, die für die Antragsgegnerin\n\ndurch das Quasisplitting - aufgrund des herabgesetzten Höchstversorgungssat-\n\nzes von 71,75 % - begründet werden, wie alle Anwartschaften der Antragsge-\n\ngnerin in der gesetzlichen Rentenversicherung für die Zeit vom 1. Juli 2001 bis\n\nzum 1. Juli 2010 zusätzlich der Niveauabsenkung nach § 255 e SGB VI. Dies\n\nist indessen durch die unterschiedlichen Niveauabsenkungsregelungen in der\n\ngesetzlichen Rentenversicherung einerseits und der Beamtenversorgung ande-\n\nrerseits systemimmanent und kann nicht dadurch korrigiert werden, daß dem\n\nAntragsteller unter Verstoß gegen den Halbteilungsgrundsatz mehr als die\n\nHälfte seiner ihm tatsächlich zustehenden ehezeitbezogenen Versorgungsan-\n\nwartschaften genommen wird. Sollten wegen der systembedingten Unterschie-\n\nde im Ergebnis Korrekturen erforderlich werden - was im Hinblick auf die ge-\n\ngenwärtigen renten- und pensionsrechtlichen Unsicherheiten nicht abschlie-\n\nßend beurteilt werden kann -, müssen diese ggf. der Abänderung nach § 10 a\n\nAbs. 1 Nr. 1 VAHRG vorbehalten bleiben.\n\n2. Die Abänderung des monatlichen Ausgleichsbetrags beruht auf der\n\nnunmehr erforderlichen Anwendung des baden-württembergischen Bemes-\n\nsungsfaktors von 57,5 % für 2003 hinsichtlich der Sonderzuwendung (Gesetz\n\nüber die Anpassung von Dienst- und Versorgungsbezügen in Bund und Län-\n\ndern 2003/2004 sowie zur Änderung dienstrechtlicher Vorschriften vom\n\n10. September 2003 - BGBl. I, 1798 - in Verbindung mit Artikel 3 des Gesetzes\n\nzur Regelung des Rechts der Sonderzuwendung in Baden-Württemberg vom\n\n29. Oktober 2003 - GBl. S. 693, 695. Zur Anwendung des jeweils zur Zeit der\n\nEntscheidung geltenden Bemessungsfaktors vgl. zuletzt Senatsbeschluß vom\n\n4. September 2002 - XII ZB 130/98 - FamRZ 2003, 437 ff. m.w.N.).\n\nHahne\n\nSprick\n\nWeber-Monecke\n\nWagenitz\n\nAhlt","source":"bgh","source_url":"https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Zivilsenate/XII_ZS/2003/XII_ZB_123-03.pdf?__blob=publicationFile&v=1","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2003-12-15/xii-zb-123-03","cited_norms":[{"jurabk":"BeamtVG","ref":"§ 69e","ref_norm":"69e","n":4},{"jurabk":"BeamtVG","ref":"§ 14","ref_norm":"14","n":3},{"jurabk":"BGB","ref":"§ 1587","ref_norm":"1587","n":1},{"jurabk":"BRRG","ref":"§ 25","ref_norm":"25","n":1},{"jurabk":"SGB 6","ref":"§ 255e","ref_norm":"255e","n":1}],"authoritative_source":"https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Zivilsenate/XII_ZS/2003/XII_ZB_123-03.pdf?__blob=publicationFile&v=1","attribution":{"source":"bundesgerichtshof.de","source_url":"https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Zivilsenate/XII_ZS/2003/XII_ZB_123-03.pdf?__blob=publicationFile&v=1"},"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2003-12-15/xii-zb-123-03","upstream":"https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Zivilsenate/XII_ZS/2003/XII_ZB_123-03.pdf?__blob=publicationFile&v=1","retrieved":"2026-07-10 15:01:29.649127+00:00"}}