{"status":"available","doknr":"BGH-Zivilsenate/XII_ZS/2003/XII_ZB_120-03","ecli":null,"court":"BGH","senate":"XII. Zivilsenat","decided":"2003-12-18","aktenzeichen":"XII ZB 120/03","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\n\nXII ZB 120/03\n\nBESCHLUSS\n\nvom\n\n18. Dezember 2003\n\nin der Familiensache\n\nDer XII. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 18. Dezember 2003 durch\n\ndie Vorsitzende Richterin Dr. Hahne und die Richter Sprick, Weber-Monecke,\n\nProf. Dr. Wagenitz und Dr. Ahlt\n\nbeschlossen:\n\nAuf die Rechtsbeschwerde des weiteren Beteiligten zu 1 werden der Be-\n\nschluß des 2. Zivilsenats - Senat für Familiensachen - des Oberlandes-\n\ngerichts Karlsruhe vom 27. Mai 2003 aufgehoben und die Beschwerde\n\ndes weiteren Beteiligten zu 1 mit der Maßgabe zurückgewiesen, daß der\n\nmonatliche Ausgleichsbetrag, bezogen auf den 31. Juli 2001, nicht\n\n(cid:1)(cid:3)(cid:2)(cid:5)(cid:4)(cid:7)(cid:6)(cid:9)(cid:8)(cid:11)(cid:10)(cid:12)(cid:4)(cid:14)(cid:13)(cid:3)(cid:15)(cid:17)(cid:16)\n\n(cid:8)(cid:17)(cid:21)(cid:22)(cid:10)(cid:24)(cid:23)(cid:7)(cid:25)(cid:26)(cid:21)(cid:28)(cid:27)(cid:30)(cid:29) (cid:31)\n\n(cid:10)#\"$(cid:25)(cid:17)(cid:8)(cid:5)(cid:4)&%’\"(cid:19)(cid:10)(cid:24)(cid:6)((cid:6))\"\n\n*+(cid:8)(cid:9),.-.(cid:21)/(cid:1)\n\n183,27 \n\n(cid:0)(cid:19)(cid:18)(cid:9)(cid:18) \n\nschwerde zurückgewiesen.\n\n(cid:20) e-\n\nDer weitere Beteiligte zu 1 trägt die Kosten des Beschwerde- und des\n\nRechtsbeschwerdeverfahrens.\n\nBeschwerdewert: 500 \n\nGründe:\n\nI.\n\nDie Parteien haben am 14. Juli 1981 geheiratet. Der Scheidungsantrag\n\nder Ehefrau (Antragstellerin; geboren am 19. September 1954) ist dem Ehe-\n\nmann (Antragsgegner; geboren am 12. Januar 1957) am 22. August 2001 zu-\n\n(cid:0)\n(cid:20)\n!\n(cid:20)\n(cid:8)\n\ngestellt worden. Das Amtsgericht - Familiengericht - hat durch Urteil die Ehe\n\ngeschieden (insoweit rechtskräftig), nachdem der Versorgungsausgleich abge-\n\ntrennt worden war. Im weiteren hat das Amtsgericht den Versorgungsausgleich\n\ndurch Beschluß dahin gehend geregelt, daß es vom Versicherungskonto des\n\nAntragsgegners bei der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte (BfA; weite-\n\nre Beteiligte zu 2) im Wege des Splittings nach § 1587 b Abs. 1 BGB auf das\n\nVersicherungskonto der Antragstellerin bei der BfA Rentenanwartschaften der\n\ngesetzlichen Rentenversicherung in Höhe von monatlich 183,27 \n\n(cid:8)(cid:26)01(cid:2)(cid:7)(cid:25)(cid:11)(cid:8)(cid:5)(cid:4)32(cid:11)4(cid:3)5\n\nden 31. Juli 2001, übertragen hat. Dabei ist das Amtsgericht nach den Aus-\n\nkünften der weiteren Beteiligten zu 1 und 2 von ehezeitlichen (1. Juli 1981 bis\n\n31. Juli 2001; § 1587 Abs. 2 BGB) Anwartschaften der Antragstellerin beim\n\nLandesamt für Besoldung und Versorgung Baden-Württemberg (LBV; weiterer\n\nBeteiligter zu 1) unter Berücksichtigung der Absenkung des Höchstruhegehalts-\n\nsatzes nach § 14 Abs. 1 Satz 1 BeamtVG i.d.F. des Art. 1 Nr. 11 des Versor-\n\ngungsänderungsgesetzes 2001 in Höhe von monatlich 349,60 \n\nn-\n\n4(cid:9)(cid:4)(cid:17)(cid:6)6(cid:6)(cid:9)(cid:8)(cid:9)(cid:1)87\n\ntragsgegners bei der BfA in Höhe von monatlich 716,14 \n\n(cid:8)(cid:26)09(cid:2)(cid:9)(cid:25)(cid:11)(cid:8)(cid:5)(cid:4):2(cid:5)4;5<(cid:6)(cid:9)(cid:8)(cid:11)(cid:4)\n\n31. Juli 2001, ausgegangen. Auf die hiergegen gerichtete Beschwerde des LBV\n\nhat das Oberlandesgericht die Entscheidung dahingehend abgeändert, daß\n\nRentenanwartschaften in Höhe von monatlich 182,74 \n\nEhe-\n\n(cid:8)(cid:26)01(cid:2)(cid:7)(cid:25)(cid:11)(cid:8)(cid:5)(cid:4)=2(cid:11)4(cid:3)5+(cid:6)(cid:9)2(cid:9)(cid:1)\n\nzeitende, übertragen werden; die weitergehende Beschwerde hat das Oberlan-\n\ndesgericht zurückgewiesen.\n\nDagegen richtet sich die zugelassene Rechtsbeschwerde des LBV, mit\n\nder es weiterhin geltend macht, das Oberlandesgericht habe die Neuregelun-\n\ngen des Versorgungsänderungsgesetzes 2001 fehlerhaft auf die Durchführung\n\ndes Versorgungsausgleichs angewandt. Die Parteien und die BfA haben sich im\n\nRechtsbeschwerdeverfahren nicht geäußert.\n\n(cid:0)\n(cid:20)\n(cid:0)\n(cid:20)\n(cid:0)\n(cid:20)\n\nII.\n\nDie nach §§ 621 e Abs. 2 Satz 1 1. Halbs. Nr. 1, 2. Halbs. i.V. mit 543\n\nAbs. 2 ZPO zulässige Rechtsbeschwerde ist im wesentlichen nicht begründet.\n\n1. Das Oberlandesgericht hat den Versorgungsausgleich auf der Grund-\n\nlage des § 14 BeamtVG in der Fassung des Art. 1 Nr. 11 des Versorgungsän-\n\nderungsgesetzes 2001 vom 20. Dezember 2001 durchgeführt. Dies ist rechtlich\n\nnicht zu beanstanden.\n\nDer Senat hat zwischenzeitlich entschieden, daß für die Berechnung des\n\nVersorgungsausgleichs bei beamtenrechtlichen Versorgungsanrechten im Hin-\n\nblick auf den Halbteilungsgrundsatz seit dem 1. Januar 2003 uneingeschränkt\n\nder Höchstruhegehaltssatz von 71,75 % gemäß § 14 BeamtVG in der Fassung\n\ndes Art. 1 Nr. 11 des Versorgungsänderungsgesetzes 2001 vom 20. Dezember\n\n2001 (BGBl. I, 3926) maßgeblich ist, da diese Fassung nach Art. 20 Abs. 2\n\nNr. 1 des Versorgungsänderungsgesetzes zum 1. Januar 2003 in Kraft getreten\n\nist. Dabei kommt es weder darauf an, ob das Ehezeitende vor oder in der Über-\n\ngangsphase nach § 69 e BeamtVG liegt, noch ob der Versorgungsfall in oder\n\nerst nach der Übergangsphase eintreten wird (vgl. Senatsbeschlüsse vom\n\n26. November 2003 - XII ZB 75/02 und XII ZB 30/03 - zur Veröffentlichung be-\n\nstimmt; ein Abdruck der Beschlüsse ist als Anlage beigefügt). Wie der Senat\n\nweiter ausgeführt hat, fällt - wenn der Versorgungsfall während der Übergangs-\n\nphase nach § 69 e BeamtVG eintritt - der degressive Versorgungsbestandteil\n\nnach § 69 e BeamtVG (sog. Abflachungsbetrag) nicht unter den öffentlich-\n\nrechtlichen Versorgungsausgleich. Ob der Abflachungsbetrag ggf. später im\n\nschuldrechtlichen Versorgungsausgleich auszugleichen sein wird, bleibt einer\n\nweiteren Prüfung vorbehalten, sofern die Voraussetzungen für einen schuld-\n\nrechtlichen Versorgungsausgleich gegeben sein sollten (vgl. Senatsbeschluß\n\nvom 26. November 2003 - XII ZB 30/03).\n\nDie Antragstellerin wird vorliegend die Regelaltersgrenze von 65 Jahren\n\n(§ 25 Abs. 1 BRRG) im Jahre 2019 erreichen. Anhaltspunkte dafür, daß der\n\nVersorgungsausgleich zu einem früheren Zeitpunkt zum Tragen kommen sollte,\n\nsind weder festgestellt noch ersichtlich. Der Versorgungsfall wird danach hier\n\njedenfalls nach 2010 und damit nach dem bisher angenommenen Ende der\n\nÜbergangsphase nach § 69 e BeamtVG eintreten.\n\nZwar unterliegen die Rentenanwartschaften, die auf die Antragstellerin\n\ndurch das Splitting - aufgrund des herabgesetzten Höchstversorgungssatzes\n\nvon 71,75 % - übertragen werden, wie alle Anwartschaften der Antragstellerin in\n\nder gesetzlichen Rentenversicherung für die Zeit vom 1. Juli 2001 bis zum\n\n1. Juli 2010 zusätzlich der Niveauabsenkung nach § 255 e SGB VI. Dies ist in-\n\ndessen durch die unterschiedlichen Niveauabsenkungsregelungen in der ge-\n\nsetzlichen Rentenversicherung einerseits und der Beamtenversorgung anderer-\n\nseits systemimmanent und kann nicht dadurch korrigiert werden, daß seitens\n\nder Antragstellerin unter Verstoß gegen den Halbteilungsgrundsatz mehr als die\n\nHälfte ihrer ihr tatsächlich zustehenden ehezeitbezogenen Versorgungsanwart-\n\nschaften in den Versorgungsausgleich eingestellt werden. Sollten wegen der\n\nsystembedingten Unterschiede im Ergebnis Korrekturen erforderlich werden\n\n- was im Hinblick auf die gegenwärtigen renten- und pensionsrechtlichen Unsi-\n\ncherheiten nicht abschließend beurteilt werden kann -, müssen diese ggf. der\n\nAbänderung nach § 10 a Abs. 1 Nr. 1 VAHRG vorbehalten bleiben.\n\n2. Die Abänderung des monatlichen Ausgleichsbetrags beruht auf der\n\nnunmehr erforderlichen Anwendung des baden-württembergischen Bemes-\n\nsungsfaktors von 57,5 % für 2003 hinsichtlich der Sonderzuwendung (Gesetz\n\nüber die Anpassung von Dienst- und Versorgungsbezügen in Bund und Län-\n\ndern 2003/2004 sowie zur Änderung dienstrechtlicher Vorschriften vom\n\n10. September 2003 - BGBl. I, 1798 – in Verbindung mit Artikel 3 des Gesetzes\n\nzur Regelung des Rechts der Sonderzuwendung in Baden-Württemberg vom\n\n29. Oktober 2003 - GBl. S. 693, 695. Zur Anwendung des jeweils zur Zeit der\n\nEntscheidung geltenden Bemessungsfaktors vgl. zuletzt Senatsbeschluß vom\n\n4. September 2002 - XII ZB 130/98 - FamRZ 2003, 437 ff. m.w.N.).\n\nHahne\n\nSprick\n\nWeber-Monecke\n\nWagenitz\n\nAhlt","source":"bgh","source_url":"https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Zivilsenate/XII_ZS/2003/XII_ZB_120-03.pdf?__blob=publicationFile&v=1","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2003-12-18/xii-zb-120-03","cited_norms":[{"jurabk":"BeamtVG","ref":"§ 69e","ref_norm":"69e","n":4},{"jurabk":"BeamtVG","ref":"§ 14","ref_norm":"14","n":3},{"jurabk":"BGB","ref":"§ 1587","ref_norm":"1587","n":1},{"jurabk":"BRRG","ref":"§ 25","ref_norm":"25","n":1},{"jurabk":"SGB 6","ref":"§ 255e","ref_norm":"255e","n":1}],"authoritative_source":"https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Zivilsenate/XII_ZS/2003/XII_ZB_120-03.pdf?__blob=publicationFile&v=1","attribution":{"source":"bundesgerichtshof.de","source_url":"https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Zivilsenate/XII_ZS/2003/XII_ZB_120-03.pdf?__blob=publicationFile&v=1"},"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2003-12-18/xii-zb-120-03","upstream":"https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Zivilsenate/XII_ZS/2003/XII_ZB_120-03.pdf?__blob=publicationFile&v=1","retrieved":"2026-07-10 15:01:54.320130+00:00"}}