{"status":"available","doknr":"BGH-Zivilsenate/XII_ZS/1999/XII_ZR_106-99","ecli":null,"court":"BGH","senate":"XII. Zivilsenat","decided":"2002-01-30","aktenzeichen":"XII ZR 106/99","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\n\nXII ZR 106/99\n\nBESCHLUSS\n\nvom\n\n30. Januar 2002\n\nin dem Rechtsstreit\n\nDer XII. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 30. Januar 2002 durch die\n\nVorsitzende Richterin Dr. Hahne und die Richter Weber-Monecke, Prof. Dr.\n\nWagenitz, Dr. Ahlt und Dr. Vézina\n\nbeschlossen:\n\nDie Revision der Klägerin gegen das Urteil des 24. Zivilsenats\n\ndes Oberlandesgerichts Düsseldorf vom 9. März 1999 wird nicht\n\nangenommen.\n\nDie Klägerin trägt die Kosten des Revisionsverfahrens (§ 97\n\nAbs. 1 ZPO).\n\nStreitwert: bis 265.871 € (bis 520.000 DM).\n\nGründe:\n\nDie Rechtssache hat keine grundsätzliche Bedeutung. Die Revision hat\n\nim Endergebnis keine Aussicht auf Erfolg (vgl. § 554 b ZPO in der Auslegung\n\ndes Beschlusses des BVerfG vom 11. Juni 1980 - 1 PBvU 1/79 - BVerfGE 54,\n\n277).\n\nInsbesondere ist die Auffassung des Berufungsgerichts nicht zu bean-\n\nstanden, daß die vertragliche Auswechslung eines Mieters in einem Mietver-\n\ntrag, der wegen seiner Laufzeit der Schriftform des § 566 BGB a.F. bedarf,\n\nebenfalls diese Schriftform erfordert, wenn die Laufzeit erhalten bleiben soll.\n\nDies entspricht der Rechtsprechung des Senats (vgl. Beschluß vom\n\n17. September 1997, XII ZR 296/95, NJW 1998, 62). Entgegen der Meinung\n\nder Revision bedarf diese Rechtsprechung keiner Änderung im Hinblick auf die\n\nErwägungen des XI. Senats im Urteil vom 8. Dezember 1992, BGHZ 121, 1,\n\nwonach der Schuldbeitritt zu einem konstitutiven Schuldanerkenntnis die Form\n\ndes § 781 BGB nicht erfordert. Denn die beiden Vorschriften verfolgen jeweils\n\neinen anderen Schutzzweck: § 781 BGB dient der Rechtssicherheit durch\n\nSchaffung klarer Beweisverhältnisse unmittelbar zwischen Gläubiger und\n\nSchuldner (vgl. BGHZ 121, 1, 5). Auf die Einhaltung der Form kann daher ver-\n\nzichtet werden, wenn ein Dritter dem Anerkenntnis beitritt. Die Formvorschrift\n\ndes § 566 BGB a.F. bezweckt hingegen den Schutz eines Dritten, der an der\n\nBegründung des Schuldverhältnisses, in das er eintritt, nicht beteiligt war. Sie\n\nsoll dem in den Mietvertrag gemäß § 571 BGB a.F. eintretenden Grundstück-\n\nserwerber die Möglichkeit verschaffen, sich über den Umfang und Inhalt der auf\n\nihn übergehenden Verpflichtungen zuverlässig zu unterrichten (vgl. BGHZ 72,\n\n394, 399). Ein Neumieter muß daher - entgegen der Meinung der Revision - in\n\nder Lage sein, dem Erwerber eine Urkunde vorlegen zu können, aus der sich\n\n- in Zusammenhang mit einem zwischen Altmieter und Vermieter geschlosse-\n\nnen schriftlichen Vertrag - seine Mieterstellung gegenüber dem Vermieter er-\n\ngibt (vgl. Senatsbeschluß vom 17. September 1997 aaO S. 62).\n\nDas Berufungsgericht hat auch zu Recht einen Anspruch der Klägerin\n\ngegen den Beklagten auf Nutzungsentschädigung aus § 557 BGB a.F. mit der\n\nBegründung verneint, der Beklagte halte, obwohl er das Inventar in den Gast-\n\nstätten zurückgelassen habe, der Klägerin die Räumlichkeiten nicht im Sinne\n\nder genannten Bestimmung vor, weil diese von der Fortsetzung des Mietver-\n\nhältnisses ausgehe. Dies entspricht ständiger Rechtsprechung (vgl. BGH,\n\nNJW 1960, 909, 910; WM 1963, 172, 173; WM 1973, 383; NJW 1983, 112).\n\nDas Berufungsgericht brauchte auch nicht zu prüfen, ob der Klägerin eine Nut-\n\nzungsentschädigung nach bereicherungsrechtlichen Grundsätzen zusteht, da\n\nder Beklagte die Räumlichkeiten nach den Feststellungen des Berufungsge-\n\nrichts ab Beendigung des Mietverhältnisses nicht als Gaststätte nutzt und die\n\nKlägerin keine konkreten Umstände dargelegt hat, aus denen sich eine sonsti-\n\nge ungerechtfertigte Bereicherung des Beklagten ergeben könnte.\n\nHahne Weber-Monecke Wage-\n\nnitz\n\n Ahlt Vézina","source":"bgh","source_url":"https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Zivilsenate/XII_ZS/1999/XII_ZR_106-99.pdf?__blob=publicationFile&v=1","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2002-01-30/xii-zr-106-99","cited_norms":[{"jurabk":"BGB","ref":"§ 566","ref_norm":"566","n":2},{"jurabk":"BGB","ref":"§ 781","ref_norm":"781","n":2},{"jurabk":"BGB","ref":"§ 557","ref_norm":"557","n":1},{"jurabk":"BGB","ref":"§ 571","ref_norm":"571","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 97","ref_norm":"97","n":1}],"authoritative_source":"https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Zivilsenate/XII_ZS/1999/XII_ZR_106-99.pdf?__blob=publicationFile&v=1","attribution":{"source":"bundesgerichtshof.de","source_url":"https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Zivilsenate/XII_ZS/1999/XII_ZR_106-99.pdf?__blob=publicationFile&v=1"},"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2002-01-30/xii-zr-106-99","upstream":"https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Zivilsenate/XII_ZS/1999/XII_ZR_106-99.pdf?__blob=publicationFile&v=1","retrieved":"2026-07-10 12:50:45.355129+00:00"}}