{"status":"available","doknr":"BGH-Zivilsenate/VIII_ZS/2007/VIII_ZR__94-07","ecli":null,"court":"BGH","senate":"VIII. Zivilsenat","decided":"2008-02-05","aktenzeichen":"VIII ZR 94/07","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF \n\nVIII ZR 94/07 \n\nBESCHLUSS \n\nvom \n\n5. Februar 2008 \n\nin dem Rechtsstreit \n\nDer VIII. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 5. Februar 2008 durch den \n\nVorsitzenden Richter Ball, die Richter Wiechers und Dr. Frellesen sowie die \n\nRichterinnen Hermanns und Dr. Hessel \n\neinstimmig beschlossen: \n\nDie Revision der Beklagten gegen das Urteil des 11. Zivilsenats \n\ndes Oberlandesgerichts Hamm vom 2. März 2007 wird zurückge-\n\nwiesen. \n\nDie Beklagte hat die Kosten des Revisionsverfahrens zu tragen. \n\nDer Streitwert wird auf 11.755,54 € festgesetzt. \n\nGründe: \n\n1 \n\nDie Revision ist gemäß § 552a ZPO durch Beschluss zurückzuweisen, \n\nweil entgegen der Auffassung des Berufungsgerichts die Voraussetzungen für \n\ndie Zulassung der Revision nicht vorliegen (§ 543 Abs. 2 Satz 1 ZPO) und das \n\nRechtsmittel darüber hinaus keine Aussicht auf Erfolg bietet. Zur Begründung \n\nwird auf den Hinweis des Vorsitzenden vom 27. November 2007 Bezug ge-\n\nnommen (§ 552a Satz 2, § 522 Abs. 2 Satz 2 und 3 ZPO). \n\n2 \n\nDie Stellungnahme der Beklagten vom 19. Dezember 2007 zu diesem \n\nHinweis rechtfertigt keine andere Beurteilung. Entgegen der Auffassung der \n\nBeklagten ist nach § 476 BGB zu vermuten, dass der vertragswidrige Zustand \n\n(hier: die hochgradige Sensibilisierung des Pferdes) bereits bei Gefahrübergang \n\nvorgelegen hat. \n\n3 \n\nAus der auf S. 2/3 des Schriftsatzes vom 19. Dezember 2007 wiederge-\n\ngebenen Passage aus dem Senatsurteil vom 29. März 2006 (VIII ZR 173/05, \n\nTz. 35) ergibt sich nichts Anderes. Soweit es dort heißt, \"hierfür\" gelte die in \n\n§ 476 BGB vorgesehen Beweislastumkehr zugunsten des Käufers nicht, so be-\n\nzieht sich dies, wie aus dem Sinnzusammenhang ersichtlich, allein darauf, ob \n\nder Sachmangel in Gestalt der Allergie Sommerekzem \"auf eine Ursache zu-\n\nrückzuführen ist, die ihrerseits eine vertragswidrige Beschaffenheit darstellt\". \n\nDementsprechend heißt es dort weiter: \"Ob hinsichtlich einer solchen Ursache \n\nein Sachmangel vorliegt, hat vielmehr der Käufer darzulegen und zu beweisen.\" \n\nZu diesen Ausführungen steht weder das angefochtene Berufungsurteil noch \n\nder Hinweis des Vorsitzenden vom 27. November 2007 in Widerspruch. \n\n4 \n\nDer Beweis, dass die Ursache des in der Allergie Sommerekzem beste-\n\nhenden Sachmangels - die hochgradige Sensibilisierung des Pferdes - ihrer-\n\nseits eine (weitere) vertragswidrige Beschaffenheit darstellt, ist dem Kläger \n\nnach den Feststellungen des Berufungsgerichts gelungen. Die Revision nimmt \n\ndies ausdrücklich hin. Ob diese weitere vertragswidrige Beschaffenheit einen \n\nSachmangel im Sinne des § 434 Abs. 1 Satz 1, 2 BGB darstellt, hängt allein \n\ndavon ab, ob sie bereits bei Gefahrübergang bestanden hat. Dafür kommt dem \n\nKläger entgegen der Auffassung der Revision die Vermutung des § 476 BGB \n\nzugute (vgl. Senatsurteile vom 14. September 2005 - VIII ZR 363/04, NJW \n\n2005, 3490, Tz. 30 und vom 18. Juli 2007 - VIII ZR 259/06, NJW 2007, 2621, \n\nTz. 16). \n\n5 \n\nDie Anwendbarkeit des § 476 BGB scheitert entgegen der Auffassung \n\nder Revision auch nicht daran, dass die hochgradige Sensibilisierung des Pfer-\n\ndes nicht innerhalb von sechs Monaten in Erscheinung getreten, sondern nur \n\n\"nachträglich durch den Sachverständigen aufgrund theoretischer Schlussfolge-\n\nrungen diagnostiziert worden\" wäre. Vielmehr ist eine \"sehr breite und \n\nhöchstgradige Sensibilisierung gegen Insekten, Pflanzen und Milben\" bereits in \n\nder Befundmitteilung vom 11. September 2002 über die Laboruntersuchung \n\nvom 30. August 2002 (GA I 12) diagnostiziert worden (BU 15) und damit inner-\n\nhalb der Sechsmonatsfrist des § 476 BGB in Erscheinung getreten. \n\nBall \n\nWiechers \n\nDr. Frellesen \n\nHermanns \n\nDr. Hessel \n\nVorinstanzen: \n\nLG Arnsberg, Entscheidung vom 06.02.2004 - 4 O 396/02 - \n\nOLG Hamm, Entscheidung vom 02.03.2007 - 11 U 43/04 -","source":"bgh","source_url":"https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Zivilsenate/VIII_ZS/2007/VIII_ZR__94-07.pdf?__blob=publicationFile&v=1","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2008-02-05/viii-zr-94-07","cited_norms":[{"jurabk":"BGB","ref":"§ 476","ref_norm":"476","n":5},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 543","ref_norm":"543","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 552a","ref_norm":"552a","n":1}],"authoritative_source":"https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Zivilsenate/VIII_ZS/2007/VIII_ZR__94-07.pdf?__blob=publicationFile&v=1","attribution":{"source":"bundesgerichtshof.de","source_url":"https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Zivilsenate/VIII_ZS/2007/VIII_ZR__94-07.pdf?__blob=publicationFile&v=1"},"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2008-02-05/viii-zr-94-07","upstream":"https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Zivilsenate/VIII_ZS/2007/VIII_ZR__94-07.pdf?__blob=publicationFile&v=1","retrieved":"2026-07-10 19:17:42.930600+00:00"}}