{"status":"available","ecli":null,"court":"BGH","senate":"I. Zivilsenat","decided":"2009-10-22","aktenzeichen":"I ZB 85/08","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF \n\nI ZB 85/08 \n\nBESCHLUSS \n\nvom \n\n22. Oktober 2009 \n\nin dem Zwangsvollstreckungsverfahren \n\nDer I. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 22. Oktober 2009 durch \n\nden Vorsitzenden Richter Prof. Dr. Bornkamm und die Richter Pokrant, Prof. \n\nDr. Büscher, Dr. Bergmann und Dr. Kirchhoff \n\nbeschlossen: \n\n1. Die Ablehnungsgesuche der Schuldnerin gegen \n\nden Vorsitzenden Richter am Bundesgerichtshof \n\nProf. Dr. Bornkamm, die Richter am Bundesgerichts-\n\nhof Pokrant, Prof. Dr. Büscher, Dr. Bergmann und \n\nDr. Kirchhoff \n\nwegen der Besorgnis der Befangenheit werden als unzulässig \n\nzurückgewiesen. \n\n2. Der Antrag der Schuldnerin, ihr Prozesskostenhilfe zu bewilli-\n\ngen und ihr einen beim Bundesgerichtshof zugelassenen \n\nRechtsanwalt beizuordnen, wird abgelehnt, weil die beabsich-\n\ntigte Rechtsverfolgung keine Aussicht auf Erfolg hat. \n\nGründe: \n\n1 \n\n1. Der Bundesgerichtshof hat die Rechtsbeschwerde der Schuldnerin \n\ngegen den Beschluss des Landgerichts Wuppertal vom 25. September 2008 mit \n\nBeschluss vom 11. Dezember 2008 als unzulässig verworfen, weil das Be-\n\nschwerdegericht das Rechtsmittel nicht zugelassen hat. Die nachträglich ge-\n\nstellten Anträge der Schuldnerin auf Prozesskostenhilfe und Wiedereinsetzung, \n\njeweils vom 21. Juni 2009, hat der Bundesgerichtshof mit Beschluss vom \n\n16. Juli 2009 als unzulässig verworfen. Mit beim Bundesgerichtshof am \n\n2. August 2009 eingegangenem Schreiben hat die Schuldnerin die im Be-\n\nschlusstenor genannten Richter, die an den Beschlüssen vom 11. Dezember \n\n2008 und 16. Juli 2009 mitgewirkt haben, wegen Besorgnis der Befangenheit \n\nabgelehnt. Zur Begründung hat sie verfassungswidrige Rechtsauffassungen \n\nund eine Entscheidungsfindung auf der Grundlage unvollständiger Gerichtsak-\n\nten geltend gemacht; außerdem verweist sie auf eine ihres Erachtens fehlerhaft \n\nunterbliebene Vorlage der Sache an den Großen Senat in Zivilsachen. \n\n2 \n\n3 \n\n2. Der Senat ist in der eingangs genannten Besetzung zur Entscheidung \n\nüber das Ablehnungsgesuch berufen. Er entscheidet abweichend von § 45 \n\nAbs. 1 ZPO in seiner ursprünglichen Besetzung unter Mitwirkung der abgelehn-\n\nten Richter. \n\nIn klaren Fällen eines unzulässigen oder missbräuchlich angebrachten \n\nAblehnungsgesuchs sind die abgelehnten Richter nicht an weiterer Mitwirkung \n\ngehindert (BVerfG, Kammerbeschl. v. 20.7.2007 - 1 BvR 2228/06, NJW 2007, \n\n3771, 3772 f.). Die Ablehnungsgesuche sind offensichtlich unzulässig, weil sie \n\nerst nach abschließender Erledigung des Rechtsbeschwerdeverfahrens durch \n\nunanfechtbare Entscheidung eingereicht wurden. Zu diesem Zeitpunkt ist ein \n\nAblehnungsgesuch nicht mehr zulässig (vgl. BGHZ 141, 90, 93; Zöller/Voll-\n\nkommer, ZPO, 27. Aufl., § 42 Rdn. 4). Das Rechtsbeschwerdeverfahren, auf \n\ndas allein sich die Ablehnungsgesuche der Schuldnerin beziehen können, war \n\nmit dem Beschluss des Bundesgerichtshofs vom 11. Dezember 2008 unan-\n\nfechtbar beendet. Die Feststellung dieses Sachverhalts setzt keine Beurteilung \n\ndes eigenen Verhaltens durch die abgelehnten Richter voraus. Sie ist deshalb \n\nkeine Entscheidung in eigener Sache und kann unter Mitwirkung der abgelehn-\n\nten Richter erfolgen. \n\n3. Der Antrag der Schuldnerin auf Bewilligung von Prozesskostenhilfe \n\nund Beiordnung eines beim Bundesgerichtshof zugelassenen Rechtsanwalts ist \n\nunbegründet, weil der beabsichtigte Rechtsbehelf unter keinem rechtlichen Ge-\n\nsichtspunkt Aussicht auf Erfolg hat (§ 114 Satz 1, § 78b Abs. 1 ZPO). \n\nHinsichtlich des Rechtsbeschwerdeverfahrens hat der Senat den nach-\n\nträglich gestellten Antrag auf Prozesskostenhilfe vom 21. Juni 2009 bereits \n\ndurch unanfechtbaren Beschluss vom 16. Juli 2009 als unzulässig verworfen. \n\nEine auf die Fortsetzung oder Wiederholung dieses Rechtsbeschwerdeverfah-\n\nrens gerichtete Rechtsverfolgung bietet keine Aussicht auf Erfolg. Ebenso we-\n\nnig kommt die Gewährung von Prozesskostenhilfe für das Ablehnungsverfahren \n\ngemäß §§ 41 ff. ZPO in Betracht. Die Ablehnungsgesuche sind offensichtlich \n\nunzulässig (vgl. oben zu 2.). \n\n4 \n\n5 \n\n6 \n\nDamit fehlt auch eine zwingende Voraussetzung für die Bestellung eines \n\nNotanwalts gemäß § 78b ZPO. Im Übrigen hat die Schuldnerin auch nicht dar-\n\ngelegt, dass sie keinen zu ihrer Vertretung bereiten Rechtsanwalt beim Bun-\n\ndesgerichtshof zu finden vermag. \n\nBornkamm \n\nPokrant \n\nBüscher \n\nBergmann \n\nKirchhoff \n\nVorinstanzen: \n\nAG Velbert, Entscheidung vom 08.04.2008 - 16 M 640/08 - \n\nLG Wuppertal, Entscheidung vom 25.09.2008 - 6 T 634/08 -","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2009-10-22/i-zb-85-08","cited_norms":[{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 78b","ref_norm":"78b","n":2},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 41","ref_norm":"41","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 45","ref_norm":"45","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2009-10-22/i-zb-85-08","retrieved":"2026-07-10 20:01:34.378539+00:00"},"card":{"id":"bgh/2009-10-22/i-zb-85-08","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"I. 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