{"status":"available","doknr":"BGH-Zivilsenate/I_ZS/2001/I_ZR_176-01A","ecli":null,"court":"BGH","senate":"I. Zivilsenat","decided":"2003-10-30","aktenzeichen":"I ZR 176/01","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\n\nI ZR 176/01\n\nBESCHLUSS\n\nvom\n\n30. Oktober 2003\n\nin dem Rechtsstreit\n\nDer I. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 30. Oktober 2003 durch\n\nden Vorsitzenden Richter Prof. Dr. Ullmann und die Richter Dr. v. Ungern-\n\nSternberg, Prof. Dr. Bornkamm, Pokrant und Dr. Schaffert\n\nbeschlossen:\n\nDer Tatbestandsberichtigungsantrag der Klägerin wird als unzuläs-\n\nsig verworfen.\n\nGründe:\n\nDer Tatbestandsberichtigungsantrag ist bereits deshalb unzulässig, weil\n\ner, obwohl es sich um einen bestimmenden Schriftsatz handelt, nicht von ei-\n\nnem beim Bundesgerichtshof zugelassenen Rechtsanwalt, sondern von der\n\nKlägerin selbst unterzeichnet ist (§ 78 ZPO; vgl. Thomas/Putzo, ZPO, 25. Aufl.,\n\n§ 320 Rdn. 4).\n\nDer Tatbestand eines Revisionsurteils unterliegt zudem grundsätzlich\n\nnicht der Tatbestandsberichtigung gemäß § 320 ZPO, weil die in ihm enthalte-\n\nne verkürzte Wiedergabe des Parteivorbringens keine urkundliche Beweiskraft\n\nbesitzt (BGH, Beschl. v. 17.12.1998 - V ZR 224/97, NJW 1999, 796 m.w.N.).\n\nEin Ausnahmefall, in dem der Tatbestand des Revisionsurteils nach einer Zu-\n\nrückverweisung für das weitere Verfahren urkundliche Beweiskraft nach § 314\n\nZPO entfaltet, liegt nicht vor.\n\nDer Antrag wäre im übrigen auch unbegründet, weil das Revisionsge-\n\nricht an die Tatsachenfeststellungen des Berufungsgerichts, dem der Tatbe-\n\nstand des Revisionsurteils entspricht, gebunden ist (§ 561 ZPO a.F.); dies gilt\n\ninsbesondere auch für die tatsächlichen Grundlagen, auf denen die Entschei-\n\ndung beruht, daß die Klage nicht auf wettbewerbsrechtliche Ansprüche gestützt\n\nwerden konnte. Anders als die Klägerin wohl meint, ist das Vorbringen neuer\n\nTatsachen im Revisionsverfahren im allgemeinen unzulässig; für den Vortrag in\n\nder mündlichen Revisionsverhandlung gilt im übrigen nichts anderes.\n\nDie Entscheidung kann unbeschadet der Vorschrift des § 320 Abs. 3\n\nZPO ohne mündliche Verhandlung ergehen, da dieser für die Verwerfung des\n\nunzulässigen Antrags keine Bedeutung zukommt (BGH NJW 1999, 796; vgl.\n\nThomas/Putzo aaO § 320 Rdn. 4).\n\nUllmann\n\nv. Ungern-Sternberg\n\nBornkamm\n\nPokrant\n\nSchaffert","source":"bgh","source_url":"https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Zivilsenate/I_ZS/2001/I_ZR_176-01A.pdf?__blob=publicationFile&v=1","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2003-10-30/i-zr-176-01","cited_norms":[{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 320","ref_norm":"320","n":2},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 78","ref_norm":"78","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 314","ref_norm":"314","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 561","ref_norm":"561","n":1}],"authoritative_source":"https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Zivilsenate/I_ZS/2001/I_ZR_176-01A.pdf?__blob=publicationFile&v=1","attribution":{"source":"bundesgerichtshof.de","source_url":"https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Zivilsenate/I_ZS/2001/I_ZR_176-01A.pdf?__blob=publicationFile&v=1"},"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2003-10-30/i-zr-176-01","upstream":"https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Zivilsenate/I_ZS/2001/I_ZR_176-01A.pdf?__blob=publicationFile&v=1","retrieved":"2026-07-10 14:50:24.306457+00:00"}}