{"status":"available","doknr":"BGH-Zivilsenate/IX_ZS/2009/IX_ZB_107-09","ecli":null,"court":"BGH","senate":"IX. Zivilsenat","decided":"2009-10-08","aktenzeichen":"IX ZB 107/09","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF \n\nIX ZB 107/09 \n\nBESCHLUSS \n\nvom \n\n8. Oktober 2009 \n\nin dem Insolvenzverfahren \n\nDer IX. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat durch den Vorsitzenden Richter \n\nDr. Ganter, die Richter Raebel und Vill, die Richterin Lohmann und den Richter \n\nDr. Pape \n\nam 8. Oktober 2009 \n\nbeschlossen: \n\nDie Rechtsbeschwerde gegen den Beschluss der 5. Zivilkammer \n\ndes Landgerichts Münster vom 24. März 2009 wird auf Kosten des \n\nGläubigers als unzulässig verworfen. \n\nDer Gegenstandswert des Rechtsbeschwerdeverfahrens wird auf \n\n5.000 € festgesetzt. \n\nGründe: \n\n1 \n\nDie statthafte Rechtsbeschwerde (§ 574 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 ZPO, §§ 7, 6 \n\nAbs. 1, § 296 Abs. 3 Satz 1 InsO) ist unzulässig (§ 574 Abs. 2 ZPO). Die von \n\nder Rechtsbeschwerde aufgeworfene Grundsatzfrage, welche Anforderungen \n\nan einen Versagungsantrag eines Gläubigers in der Wohlverhaltensphase nach \n\n§ 295 Abs. 1 Nr. 1, § 296 Abs. 1 InsO zu stellen sind, ist bereits durch mehrere \n\nEntscheidungen des Bundesgerichtshofs geklärt. Der Senat entscheidet in \n\nständiger Rechtsprechung, ein zulässiger Antrag auf Versagung der Rest-\n\nschuldbefreiung während der Laufzeit der Abtretungserklärung setze voraus, \n\ndass der Insolvenzgläubiger nicht nur die Obliegenheitsverletzung des Schuld-\n\nners, sondern auch eine darauf beruhende Beeinträchtigung der Befriedigung \n\nder Insolvenzgläubiger glaubhaft macht (BGH, Beschl. v. 5. April 2006 - IX ZB \n\n50/05, NZI 2006, 413 Rn. 5; v. 8. Februar 2007 - IX ZB 88/06, ZInsO 2007, 322; \n\nv. 12. Juni 2008 - IX ZB 91/06, VuR 2008, 434). Die Anforderungen, die das \n\nBeschwerdegericht an die Darlegungslast des Gläubigers gestellt hat, sind zwar \n\nmöglicherweise zu weitgehend. Andererseits sind jedoch Versagungsanträge, \n\ndie auf bloßen Spekulationen beruhen und keinen glaubhaft gemachten Sach-\n\nverhalt erkennen lassen, unzulässig. Die Pflicht des Insolvenzgerichts zur Er-\n\nforschung des Sachverhalts von Amts wegen setzt erst ein, wenn ein zulässiger \n\nVersagungsantrag vorliegt. Von einer weiteren Begründung wird nach § 577 \n\nAbs. 6 Satz 3 ZPO abgesehen. \n\nGanter \n\nRaebel \n\nVill \n\nLohmann \n\nPape \n\nVorinstanzen: \n\nAG Münster, Entscheidung vom 09.05.2008 - 80 IK 43/04 - \n\nLG Münster, Entscheidung vom 24.03.2009 - 5 T 822/08 -","source":"bgh","source_url":"https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Zivilsenate/IX_ZS/2009/IX_ZB_107-09.pdf?__blob=publicationFile&v=1","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2009-10-08/ix-zb-107-09","cited_norms":[{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 574","ref_norm":"574","n":2},{"jurabk":"InsO","ref":"§ 296","ref_norm":"296","n":2},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 577","ref_norm":"577","n":1}],"authoritative_source":"https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Zivilsenate/IX_ZS/2009/IX_ZB_107-09.pdf?__blob=publicationFile&v=1","attribution":{"source":"bundesgerichtshof.de","source_url":"https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Zivilsenate/IX_ZS/2009/IX_ZB_107-09.pdf?__blob=publicationFile&v=1"},"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2009-10-08/ix-zb-107-09","upstream":"https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Zivilsenate/IX_ZS/2009/IX_ZB_107-09.pdf?__blob=publicationFile&v=1","retrieved":"2026-07-10 20:01:49.695906+00:00"}}