{"status":"available","ecli":null,"court":"BGH","senate":"IX. Zivilsenat","decided":"2009-06-18","aktenzeichen":"IX ZA 13/09","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF \n\nIX ZA 13/09 \n\nBESCHLUSS \n\nvom \n\n18. Juni 2009 \n\nin dem Insolvenzverfahren \n\nDer \n\nIX. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat durch die Richter \n\nProf. Dr. Kayser, Raebel, Vill, die Richterin Lohmann und den Richter Dr. Pape \n\nam 18. Juni 2009 \n\nbeschlossen: \n\nDer Antrag der Schuldnerin auf Prozesskostenhilfe für das \n\nRechtsbeschwerdeverfahren gegen den Beschluss der 11. Zivil-\n\nkammer des Landgerichts Nürnberg-Fürth vom 18. März 2009 \n\nwird abgelehnt. \n\nGründe:\n\nI. \n\n1 \n\nÜber das Vermögen der Schuldnerin ist am 14. Juli 2005 das Insolvenz-\n\nverfahren eröffnet worden. Mit Schreiben vom 31. Dezember 2008 hat die \n\nSchuldnerin die Einsetzung eines Sonderinsolvenzverwalters angeregt, der \n\nSchadensersatzansprüche gegen den Freistaat Bayern geltend machen soll. \n\nHilfsweise hat sie die Einstellung des Insolvenzverfahrens beantragt, das zu \n\nUnrecht eröffnet worden sei. Beide Anträge sind in den Vorinstanzen erfolglos \n\ngeblieben. \n\nII. \n\n2 \n\n3 \n\nDie beabsichtigte Rechtsbeschwerde hat keine Aussicht auf Erfolg \n\n(§ 114 ZPO). \n\n1. Hinsichtlich der angeregten Einsetzung eines Sonderinsolvenzverwal-\n\nters ist die beabsichtigte Rechtsbeschwerde unstatthaft. Die Entscheidung des \n\nInsolvenzgerichts, keinen Sonderinsolvenzverwalter zu bestellen, kann nach \n\ngefestigter Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs vom Schuldner nicht mit \n\nder sofortigen Beschwerde angefochten werden (BGH, Beschl. v. 2. März 2006 \n\n- IX ZB 225/04, NZI 2006, 474, 475 Rn. 12; vgl. auch BGH, Beschl. v. \n\n5. Februar 2009 - IX ZB 187/08, ZIP 2009, 529, 530 Rn. 7). Damit findet auch \n\nkeine Rechtsbeschwerde statt (§ 7 InsO). \n\n4 \n\nAbgesehen davon ist es nicht die Aufgabe eines Sonderinsolvenzverwal-\n\nters, einen Anspruch des Insolvenzschuldners gegen einen Dritten geltend zu \n\nmachen. Die Bestellung eines Sonderinsolvenzverwalters setzt vielmehr voraus, \n\ndass der Verwalter selbst tatsächlich oder rechtlich verhindert ist, sein Amt aus-\n\nzuüben (BGH, Beschl. v. 2. März 2006, aaO Rn. 11). \n\n5 \n\n2. Hinsichtlich der beantragten Einstellung des Insolvenzverfahrens we-\n\ngen Wegfalls des Eröffnungsgrundes (§ 212 InsO) ist die beabsichtigte Rechts-\n\nbeschwerde nach § 216 Abs. 2, §§ 6, 7 InsO, § 574 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 ZPO \n\nstatthaft. Sie ist jedoch unzulässig. Die Rechtssache hat keine grundsätzliche \n\nBedeutung, und weder die Fortbildung des Rechts noch die Sicherung einer \n\neinheitlichen Rechtsprechung erfordert eine Entscheidung des Rechtsbe-\n\nschwerdegerichts (§ 574 Abs. 2 ZPO). \n\n6 \n\nGemäß § 212 InsO ist das Insolvenzverfahren auf Antrag des Schuldners \n\neinzustellen, wenn gewährleistet ist, dass nach der Einstellung beim Schuldner \n\nweder Zahlungsunfähigkeit noch drohende Zahlungsunfähigkeit noch, soweit \n\ndie Überschuldung Grund für die Eröffnung des Insolvenzverfahrens ist, Über-\n\nschuldung vorliegt. Der Antrag ist nur zulässig, wenn das Fehlen der Eröff-\n\nnungsgründe glaubhaft gemacht wird. Das Beschwerdegericht hat die tatsächli-\n\nchen Angaben der Schuldnerin insbesondere dazu, dass nach einer Einstellung \n\nkeine Zahlungsunfähigkeit vorliegen würde, für unzureichend gehalten. Mit neu-\n\nem tatsächlichen Vorbringen wird die Schuldnerin im Rechtsbeschwerdeverfah-\n\nren nicht gehört (§ 577 Abs. 2 Satz 4, § 559 ZPO). Dass ihr Vorbringen in den \n\nTatsacheninstanzen, soweit es glaubhaft gemacht worden war, vom Beschwer-\n\ndegericht \n\nnicht \n\nzur \n\nKenntnis \n\ngenommen \n\nworden \n\nsei \n\noder \n\ndass sich bei der Anwendung der Vorschrift des § 212 InsO auf das festgestell-\n\nte Sachverhältnis Rechtsfragen von grundsätzlicher Bedeutung stellten, legt die \n\nSchuldnerin nicht dar und ist auch nicht aus den Akten ersichtlich. \n\nKayser \n\nRaebel \n\nVill \n\nLohmann \n\nPape \n\nVorinstanzen: \n\nAG Nürnberg, Entscheidung vom 06.02.2009 - 8071 IN 595/05 - \n\nLG Nürnberg-Fürth, Entscheidung vom 18.03.2009 - 11 T 1660/09 -","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2009-06-18/ix-za-13-09","cited_norms":[{"jurabk":"InsO","ref":"§ 212","ref_norm":"212","n":3},{"jurabk":"InsO","ref":"§ 7","ref_norm":"7","n":2},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 574","ref_norm":"574","n":2},{"jurabk":"InsO","ref":"§ 6","ref_norm":"6","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 114","ref_norm":"114","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 559","ref_norm":"559","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2009-06-18/ix-za-13-09","retrieved":"2026-07-10 19:38:16.975486+00:00"},"card":{"id":"bgh/2009-06-18/ix-za-13-09","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"IX. 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