{"status":"available","ecli":null,"court":"BGH","senate":"IX. Zivilsenat","decided":"2006-07-06","aktenzeichen":"IX ZA 10/06","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF \n\nIX ZA 10/06 \n\nBESCHLUSS \n\nvom \n\n6. Juli 2006 \n\nin dem Rechtsstreit \n\nDer IX. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat durch den Vorsitzenden Richter \n\nDr. Fischer, die Richter Dr. Ganter, Raebel, Cierniak und die Richterin Lohmann \n\nam 6. Juli 2006 \n\nbeschlossen: \n\nDer Antrag des Antragstellers auf Bewilligung von Prozesskosten-\n\nhilfe wird abgelehnt. \n\nGründe: \n\nI. \n\n1 \n\nDas ihn beschwerende Urteil des Kammergerichts ist dem Kläger und \n\nAntragsteller zu Händen seiner Prozessbevollmächtigten am 2. Februar 2006 \n\nzugestellt worden. Mit am 2. März 2006 eingegangenem Schriftsatz hat der An-\n\ntragsteller, vertreten durch seine zweitinstanzlichen Prozessbevollmächtigten, \n\neinen Antrag auf Bewilligung von Prozesskostenhilfe für eine beabsichtigte \n\nNichtzulassungsbeschwerde gegen das Berufungsurteil gestellt. Mit dem Antrag \n\nhat er die Erklärung über die persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse ü-\n\nberreicht; Belege waren dieser Erklärung nicht beigefügt. \n\nII. \n\n2 \n\n3 \n\nDer Antrag auf Bewilligung von Prozesskostenhilfe ist abzulehnen, weil \n\ndie beabsichtigte Nichtzulassungsbeschwerde keine hinreichende Aussicht auf \n\nErfolg hat (§ 114 Satz 1 ZPO). \n\n1. Wenn die rechtzeitige Vornahme einer fristwahrenden Handlung, wie \n\nbei der Einlegung der Nichtzulassungsbeschwerde, unterbleibt, ist die Frist un-\n\nverschuldet versäumt und der Partei wird auf ihren Antrag oder von Amts we-\n\ngen Wiedereinsetzung in die versäumte Frist gewährt (§§ 233 ff ZPO), sofern \n\nsie bis zu deren Ablauf einen den gesetzlichen Anforderungen entsprechenden \n\nAntrag auf Prozesskostenhilfe eingereicht und alles in ihren Kräften Stehende \n\ngetan hat, damit über den Antrag ohne Verzögerung sachlich entschieden wer-\n\nden kann (BGH, Beschl. v. 17. April 1984 - VI ZB 1/84, VersR 1984, 660; v. \n\n6. April 1985 - VIII ZB 25/84, VersR 1985, 396; v. 24. November 1999 - XII ZB \n\n134/99, NJW-RR 2000, 879; v. 21. Februar 2002 - IX ZA 10/01, NJW 2002, \n\n2180; st. Rspr.). \n\n4 \n\nDas setzt voraus, dass die Partei innerhalb der Rechtsmittelfrist nicht nur \n\nden Antrag stellt, sondern auch alle für die Bewilligung der Prozesskostenhilfe \n\nerforderlichen Unterlagen beibringt. Da die Bewilligung der Prozesskostenhilfe \n\nfür jeden Rechtszug gesondert erfolgt (§ 119 Abs. 1 Satz 1 ZPO), sind die Er-\n\nklärungen nach § 117 Abs. 2 und 4 ZPO auch im höheren Rechtszug, ggf. er-\n\nneut, beizufügen (BGHZ 148, 66, 69; BGH, Beschl. v. 17. April 1984, aaO; v. \n\n6. Februar 1985, aaO; v. 16. Dezember 1997 - VI ZB 48/97, NJW 1998, 1230, \n\n1231; v. 24. November 1999, aaO; v. 21. Februar 2002, aaO S. 2181; BGH, \n\nBeschl. v. 9. Oktober 2003 - IX ZA 8/03, ZVI 2003, 600, 601; st. Rspr.). \n\n5 \n\n2. Daran fehlt es im vorliegenden Fall. Zwar hat der Antragsteller inner-\n\nhalb der Frist für die Einlegung der Nichtzulassungsbeschwerde als Anlage zu \n\nseinem Prozesskostenhilfeantrag die Erklärung über die persönlichen und wirt-\n\nschaftlichen Verhältnisse auf einem unterschriebenen Vordruck übermittelt. Be-\n\nlege, etwa zu seinem Einkommen, wurden jedoch nicht übersandt. Die Beifü-\n\ngung der \"entsprechenden Belege\" ist dem Antragsteller in § 117 Abs. 2 ZPO \n\nausdrücklich zur Pflicht gemacht (vgl. BGH, Beschl. v. 24. November 1999, \n\naaO). Der Vordruck verdeutlicht durch Hinweise, welche Angaben im Regelfall \n\nbesonders zu belegen sind; der Nachweis über die Bruttoeinnahmen wird hier-\n\nbei als notwendiger Beleg bezeichnet, der - was unbedingt zu beachten sei - \n\nbeigefügt werden müsse. \n\n6 \n\nWegen der fehlenden Einreichung von Belegen durfte der Antragsteller \n\nbei Ablauf der Rechtsmittelfrist nicht darauf vertrauen, dass seinem Prozess-\n\nkostenhilfeantrag entsprochen würde. Die Versäumung der Frist zur Einlegung \n\nder Nichtzulassungsbeschwerde war deshalb nicht unverschuldet. \n\n7 \n\n3. Die Voraussetzungen, unter denen der Antrag auf Prozesskostenhilfe \n\nauch noch später - innerhalb der Frist des § 234 ZPO - gestellt werden kann \n\n(vgl. BGH, Beschl. v. 21. Februar 2002 - IX ZA 10/01, NJW 2002, 2180), liegen \n\nebenfalls nicht vor. \n\nFischer \n\nGanter \n\nRaebel \n\nCierniak \n\nLohmann \n\nVorinstanzen: \n\nLG Berlin, Entscheidung vom 29.06.2004 - 13 O 221/03 - \n\nKG Berlin, Entscheidung vom 19.12.2005 - 8 U 178/04 -","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2006-07-06/ix-za-10-06","cited_norms":[{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 114","ref_norm":"114","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 119","ref_norm":"119","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 234","ref_norm":"234","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 117","ref_norm":"117","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2006-07-06/ix-za-10-06","retrieved":"2026-07-10 20:46:39.247882+00:00"},"card":{"id":"bgh/2006-07-06/ix-za-10-06","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"IX. 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