{"status":"available","ecli":null,"court":"BGH","senate":"IX. Zivilsenat","decided":"2006-07-06","aktenzeichen":"IX ZB 281/05","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF \n\nIX ZB 281/05 \n\nBESCHLUSS \n\nvom \n\n6. Juli 2006 \n\nin dem Insolvenzverfahren \n\nDer IX. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat durch den Vorsitzenden Richter \n\nDr. Fischer, die Richter Dr. Ganter, Raebel, Cierniak und die Richterin \n\nLohmann \n\nam 6. Juli 2006 \n\nbeschlossen: \n\nDie Rechtsbeschwerde gegen den Beschluss der 23. Zivilkammer \n\ndes Landgerichts Bielefeld vom 26. Oktober 2005 wird auf Kosten \n\nder Schuldnerin als unzulässig verworfen. \n\nBeschwerdewert: 5.000 €. \n\nGründe: \n\nI. \n\n1 \n\nIn dem am 16. April 2004 eröffneten Insolvenzverfahren legte die \n\nSchuldnerin einen - mehrfach veränderten - Insolvenzplan vor. Das Amtsgericht \n\nhat den Insolvenzplan zurückgewiesen. Die sofortige Beschwerde der Schuld-\n\nnerin, mit der sie erneut eine geänderte Fassung des Insolvenzplans vorgelegt \n\nhat, ist ohne Erfolg geblieben. Hiergegen richtet sich die Rechtsbeschwerde der \n\nSchuldnerin. \n\nII. \n\n2 \n\nDie gemäß § 7 InsO i.V.m. § 574 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 ZPO statthafte \n\nRechtsbeschwerde ist unzulässig, weil sie keine grundsätzliche Bedeutung hat \n\nund weder die Fortbildung des Rechts noch die Sicherung einer einheitlichen \n\nRechtsprechung eine Entscheidung des Rechtsbeschwerdegerichts erfordert \n\n(§ 574 Abs. 2 ZPO). \n\n3 \n\n4 \n\n5 \n\nBei der kraft Gesetzes statthaften Rechtsbeschwerde prüft der Bundes-\n\ngerichtshof nur die Zulässigkeitsgründe, welche die Rechtsmittelbegründung \n\ngemäß § 575 Abs. 3 Nr. 2 ZPO schlüssig und substantiiert dargelegt hat (BGH, \n\nBeschl. v. 15. Dezember 2005 – IX ZB 79/04). \n\n1. Die Rechtsbeschwerde macht geltend, von grundsätzlicher Bedeutung \n\nsei \"die Frage, ob das Gericht von sich aus Nachforschungen darüber anstellen \n\ndarf, ob ein vom Schuldner vorgelegter Plan offensichtlich keine Aussicht auf \n\nAnnahme durch die Gläubiger hat.\" \n\na) Grundsätzliche Bedeutung hat eine Rechtssache, wenn sie eine ent-\n\nscheidungserhebliche, klärungsbedürftige und klärungsfähige Rechtsfrage auf-\n\nwirft, die sich in einer unbestimmten Vielzahl von Fällen stellen kann, oder wenn \n\nandere Auswirkungen des Rechtsstreits auf die Allgemeinheit deren Interessen \n\nin besonderem Maße berühren und ein Tätigwerden des Bundesgerichtshofs \n\nerforderlich machen (vgl. BGHZ 152, 182, 191 f; 153, 254, 256; 154, 288, 291 f, \n\njew. zu § 543 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 ZPO). Um dies ordnungsgemäß darzutun, ist \n\nes erforderlich, die durch die angefochtene Entscheidung aufgeworfene Rechts-\n\nfrage konkret zu benennen sowie ihre Klärungsbedürftigkeit und Bedeutung für \n\neine unbestimmte Vielzahl von Fällen im Einzelnen aufzuzeigen bzw. die Aus-\n\nwirkungen des Rechtsstreits auf die Allgemeinheit und das sich daraus erge-\n\nbende Bedürfnis für ein korrigierendes Eingreifen des Bundesgerichtshofs dar-\n\nzustellen (vgl. BGHZ 152, 182, 191 f). In Bezug auf die aufgeworfene Rechts-\n\nfrage sind insbesondere auch Ausführungen dazu erforderlich, aus welchen \n\nGründen, in welchem Umfang und von welcher Seite diese umstritten ist (BGHZ \n\n152, 182, 191; 154, 288, 291; 159, 135, 137 f). \n\n6 \n\nDiesen Anforderungen genügt die Beschwerdebegründung der Schuld-\n\nnerin nicht. In der Rechtsmittelbegründung wird zwar ausgeführt, dass das Be-\n\nschwerdegericht die aufgeworfene Rechtsfrage fehlerhaft entschieden habe. \n\nSie begründet aber nicht ansatzweise, warum diese Frage klärungsbedürftig \n\nsein soll, insbesondere ob sie in Rechtsprechung und Schrifttum umstritten ist \n\n(vgl. BGHZ 152, 182, 192). \n\n7 \n\nb) Geht es nicht um die Klärung einer für eine Vielzahl von Fällen be-\n\ndeutsamen Rechtsfrage, so kommt einer Sache grundsätzliche Bedeutung auch \n\ndann zu, wenn andere Auswirkungen des Rechtsstreits, insbesondere dessen \n\ntatsächliches oder wirtschaftliches Gewicht, nicht nur für die Vermögensinteres-\n\nsen der Parteien, sondern auch für die Allgemeinheit von besonderer Bedeu-\n\ntung sind (BGHZ 154, 288, 292). Für eine Zulassung der Revision unter diesem \n\nGesichtspunkt ist der Beschwerdebegründung jedoch kein Hinweis zu entneh-\n\nmen. \n\n8 \n\n2. Von einer weitergehenden Begründung wird gemäß § 577 Abs. 6 \n\nSatz 2 ZPO abgesehen. \n\nFischer \n\nGanter \n\nRaebel \n\nCierniak \n\nLohmann \n\nVorinstanzen: \n\nAG Bielefeld, Entscheidung vom 04.11.2004 - 43 IN 1320/03 - \n\nLG Bielefeld, Entscheidung vom 26.10.2005 - 23 T 11/05 -","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2006-07-06/ix-zb-281-05","cited_norms":[{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 574","ref_norm":"574","n":2},{"jurabk":"InsO","ref":"§ 7","ref_norm":"7","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 543","ref_norm":"543","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 575","ref_norm":"575","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 577","ref_norm":"577","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2006-07-06/ix-zb-281-05","retrieved":"2026-07-10 20:45:09.990879+00:00"},"card":{"id":"bgh/2006-07-06/ix-zb-281-05","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"IX. 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