{"status":"available","doknr":"BGH-Zivilsenate/IX_ZS/2003/IX_ZB__24-03","ecli":null,"court":"BGH","senate":"IX. Zivilsenat","decided":"2003-09-25","aktenzeichen":"IX ZB 24/03","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\n\nIX ZB 24/03\n\nBESCHLUSS\n\nvom\n\n25. September 2003\n\nin dem Insolvenzeröffnungsverfahren\n\nDer IX. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat durch den Vorsitzenden Richter\n\nDr. Kreft und die Richter Dr. Fischer, Dr. Gante\n\n(cid:0)(cid:2)(cid:1)(cid:4)(cid:3)(cid:6)(cid:5)(cid:4)(cid:7)(cid:9)(cid:8)(cid:11)(cid:10)(cid:13)(cid:12)(cid:4)(cid:14)(cid:16)(cid:15)(cid:18)(cid:17)(cid:4)(cid:19)(cid:21)(cid:20)(cid:18)(cid:22)(cid:23)(cid:14)(cid:25)(cid:24)(cid:25)(cid:24)\n\nam 25. September 2003\n\nbeschlossen:\n\nDie Rechtsbeschwerde gegen den Beschluß des Einzelrichters\n\nder 9. Zivilkammer des Landgerichts Frankfurt am Main vom\n\n21. Januar 2003 wird auf Kosten des Schuldners als unzulässig\n\nverworfen.\n\nDer Gegenstandswert der Rechtsbeschwerde beträgt 4.000 \n\nGründe:\n\nI.\n\nDas Finanzamt F. stellte am 13. Februar 2002 Antrag\n\nauf Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das Vermögen des Schuldners. Mit\n\nSchreiben vom 22. Februar 2002 hat das Amtsgericht den Insolvenzantrag dem\n\nSchuldner zur Kenntnis übersandt und ihn darauf hingewiesen, daß er Rest-\n\nschuldbefreiung erlangen könne, wenn er binnen zwei Wochen ab Zustellung\n\ndieses Hinweises einen entsprechenden Antrag bei Gericht stelle.\n\n(cid:26)\n\nMit Schreiben vom 15. November 2002 hat der Schuldner Restschuld-\n\nbefreiung beantragt. Das Amtsgericht hat den Antrag mit Beschluß vom 27. No-\n\nvember 2002 wegen Verfristung als unzulässig verworfen.\n\nDie hiergegen gerichtete sofortige Beschwerde des Schuldners, mit der\n\ner zugleich Wiedereinsetzung in den vorigen Stand beantragt hat, blieb ohne\n\nErfolg.\n\nHiergegen richtet sich die vom Einzelrichter zugelassene Rechtsbe-\n\nschwerde des Schuldners.\n\nII.\n\nDie gemäß § 574 Abs. 1 Nr. 1 ZPO i.V.m. § 7 InsO statthafte Rechtsbe-\n\nschwerde ist gemäß § 574 Abs. 2 ZPO unzulässig.\n\n1. Die Rechtsbeschwerde führt - entgegen der Auffassung der Rechts-\n\nbeschwerde - nicht wegen Verletzung des Verfassungsgebots des gesetzlichen\n\nRichters (Art. 101 Abs. 1 Satz 2 GG) zur Aufhebung der angefochtenen Ent-\n\nscheidung und zur Zurückweisung der Sache an das Beschwerdegericht, weil\n\nder Einzelrichter sich seine Entscheidungszuständigkeit objektiv willkürlich an-\n\ngemaßt hat, indem er eine Zulassungsentscheidung getroffen hat, obwohl er\n\nbei der von ihm bejahten grundsätzlichen Bedeutung der Rechtssache gemäß\n\n§ 568 Satz 2 Nr. 2 ZPO das Verfahren auf die mit drei Richtern besetzte Kam-\n\nmer hätte übertragen müssen (vgl. BGH, Beschl. v. 13. März 2003 - IX ZB\n\n134/02, NJW 2003, 1254, 1255). Denn an die Zulassung ist das Rechtsbe-\n\nschwerdegericht nicht gebunden, weil § 574 Abs. 3 Satz 2 ZPO, der diese Bin-\n\ndung vorsieht, auf Rechtsbeschwerden, die kraft Gesetzes statthaft sind, nicht\n\nanwendbar ist (BGH, Beschl. v. 20. Februar 2003 - V ZB 59/02, NJW-RR 2003,\n\n784, 785). Darauf, daß der Einzelrichter trotz der von ihm bejahten grundsätzli-\n\nchen Bedeutung das Verfahren nicht auf die vollbesetzte Kammer übertragen\n\nhat, kann ein Rechtsmittel nach § 568 Satz 3 ZPO nicht gestützt werden (BGH,\n\nBeschl. v. 13. März 2003 aaO S. 1256). Dies ist hier schon deshalb unbedenk-\n\nlich, weil der Sache - wie sich aus den folgenden Ausführungen ergibt - eine\n\ngrundsätzliche Bedeutung nicht zukommt.\n\n3. Die Voraussetzungen des § 574 Abs. 2 ZPO sind nicht ausreichend\n\ndargetan (§ 575 Abs. 3 Ziff. 2 ZPO).\n\nDie Rechtsbeschwerde zeigt weder auf, daß die Sache grundsätzliche\n\nBedeutung (§ 574 Abs. 2 Nr. 1 ZPO) hat, noch legt sie ausreichend dar, daß\n\ndie Fortbildung des Rechts oder die Sicherung einer einheitlichen Rechtspre-\n\nchung eine Entscheidung des Rechtsbeschwerdegerichts erfordern (§ 574\n\nAbs. 2 Nr. 2 ZPO).\n\nDie Vorschrift des § 287 Abs. 1 InsO n.F. setzt einen Insolvenzantrag\n\ndes Schuldners voraus. Sie ist demnach nicht anwendbar, wenn - wie vorlie-\n\ngend - nur ein Gläubiger den Insolvenzantrag stellt (vgl. MünchKomm-InsO/\n\nStephan, Bd. 3 § 287 Rn. 18; MünchKomm-InsO/Schmal, Bd. 1 § 20 Rn. 98;\n\nAhrens, in: Frankfurter Kommentar, 3. Aufl. § 287 Rn. 11a; Uhlenbruck, InsO\n\n12. Aufl. § 20 Rn. 26). Dies ergibt sich - wie die Rechtsbeschwerde zutreffend\n\nausführt - nicht nur aus dem Wortlaut, sondern auch aus der Entstehungsge-\n\nschichte bei der Neufassung dieser Vorschrift. Hierüber besteht - nach den\n\nDarlegungen der Rechtsbeschwerde - in Rechtsprechung und Literatur grund-\n\nsätzlich kein Streit. Damit wirft die Rechtssache aber keine klärungsbedürftige\n\nund entscheidungserhebliche Rechtsfrage auf, die über den Einzelfall hinaus\n\nBedeutung für die Allgemeinheit hat.\n\nKreft Fischer Ganter\n\n(cid:3)(cid:6)(cid:5)(cid:4)(cid:7)(cid:9)(cid:8)(cid:11)(cid:10)(cid:13)(cid:12)(cid:4)(cid:14)(cid:16)(cid:15)\n\n(cid:22)(cid:23)(cid:14)(cid:25)(cid:24)(cid:27)(cid:24)","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2003-09-25/ix-zb-24-03","cited_norms":[{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 574","ref_norm":"574","n":6},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 568","ref_norm":"568","n":2},{"jurabk":"GG","ref":"Art 101","ref_norm":"101","n":1},{"jurabk":"InsO","ref":"§ 7","ref_norm":"7","n":1},{"jurabk":"InsO","ref":"§ 287","ref_norm":"287","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2003-09-25/ix-zb-24-03","retrieved":"2026-07-10 14:41:47.412905+00:00"},"card":{"id":"bgh/2003-09-25/ix-zb-24-03","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"IX. 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