{"status":"available","doknr":"BGH-Zivilsenate/IX_ZS/2002/IX_ZB_227-02A","ecli":null,"court":"BGH","senate":"IX. Zivilsenat","decided":"2003-01-23","aktenzeichen":"IX ZB 227/02","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BGHR!\n\nIX ZB 227/02\n\nBUNDESGERICHTSHOF\n\nBESCHLUSS\n\nvom\n\n23. Januar 2003\n\nin dem Insolvenzverfahren\n\nDer IX. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat durch den Vorsitzenden Richter\n\nDr. Kreft und die Richter Kirchhof, Dr. Fischer, Kayser und Dr. Bergmann\n\nam 23. Januar 2003\n\nbeschlossen:\n\nAuf die Gegenvorstellung der Gläubigerin wird der Beschwerde-\n\nwert in Abänderung des Senatsbeschlusses vom 5. August 2002\n\n(cid:0)(cid:2)(cid:1)(cid:4)(cid:3)(cid:6)(cid:5)(cid:8)(cid:7)(cid:9)(cid:1)(cid:4)(cid:3)(cid:10)(cid:1)(cid:11)(cid:5)(cid:13)(cid:12)(cid:10)(cid:5)(cid:15)(cid:14)\n\nauf 1.200,00 \n\nGründe:\n\nDer Senat hat die mit dem Ziel der Versagung der Restschuldbefreiung\n\nerhobene Rechtsbeschwerde der Gläubigerin als unzulässig verworfen und\n\nden Wert des Beschwerdegegenstandes in Übereinstimmung mit der nicht an-\n\ngefochtenen Wertfestsetzung des Landgerichts ausgehend von der Höhe der\n\n(cid:1)(cid:9)(cid:3)(cid:6)(cid:5)(cid:15)(cid:17)(cid:19)(cid:18)(cid:20)(cid:18)(cid:21)(cid:5)(cid:22)(cid:14)(cid:24)(cid:23)(cid:21)(cid:1)(cid:9)(cid:7)(cid:9)(cid:1)(cid:26)(cid:25)(cid:28)(cid:27)(cid:29)(cid:17)\n\n(cid:1)(cid:31)(cid:30)! (cid:26)\"#(cid:1)$(cid:27)(cid:9)(cid:1)(cid:9)(cid:3)\n\nForderungen der Gläubigerin auf 24.132,70 \n\nStreitwertes hat die Gläubigerin \"Einspruch\" eingelegt.\n\nDiese als Gegenvorstellung zu wertende Eingabe gibt Anlaß zu einer\n\nÄnderung der Streitwertfestsetzung gemäß §§ 35, 25 Abs. 2 Satz 2 GKG.\n\nDer Gegenstandswert für das einen Antrag auf Versagung der Rest-\n\nschuldbefreiung betreffende Verfahren ist gemäß § 35 GKG i.V.m. § 3 ZPO\n\nnach dem objektiven wirtschaftlichen Interesse desjenigen zu bemessen, der\n\n(cid:16)\n\nden jeweiligen Antrag stellt oder das entsprechende Rechtsmittel verfolgt.\n\nMaßgeblich dabei ist nicht der Nennbetrag der dem verfahrensbeteiligten\n\nGläubiger verbleibenden Forderung (so AG Duisburg ZInsO 2002, 844), son-\n\ndern deren wirtschaftlicher Wert, bei dem auch die Erfolgsaussichten einer\n\nkünftigen Beitreibung zu berücksichtigen sind. Anderenfalls würde es zu Ge-\n\nbührenansätzen kommen, die vielfach in keinem angemessenen Verhältnis\n\nzum tatsächlichen Wert des Verfahrens stünden und die der Gläubiger auch\n\nnicht durch eine Geltendmachung von Teilforderungen vermeiden könnte.\n\nWenn wie im Streitfall keine hinreichenden Anhaltspunkte dafür beste-\n\nhen, wie sich die Vermögensverhältnisse des Schuldners entwickeln werden\n\nund ob bzw. in welchem Umfang er in Zukunft wieder in der Lage sein wird,\n\nZahlungen zu leisten, ist der für die Gerichtsgebühren maßgebende Gegen-\n\nstandswert der Rechtsbeschwerde \n\nin Restschuldbefreiungsverfahren auf\n\n(cid:0)%(cid:1)(cid:9)(cid:3)(cid:6)(cid:5)(cid:13)(cid:12)(cid:11)&(cid:11)(cid:3)(cid:10)(cid:1)(cid:11)(cid:5)(cid:13)(cid:12)’(cid:1)((cid:25))(cid:14)\n\n1.200,00 \n\nDies trägt einerseits dem Umstand Rechnung, daß es in solchen Fällen\n\nregelmäßig an hinreichenden Anhaltspunkten für eine Schätzung der Werthal-\n\ntigkeit der verbleibenden Forderungen fehlt. Darüber hinaus führt diese Wert-\n\nfestsetzung zu einer angemessenen Höhe der entstehenden Gerichtsgebüh-\n\nren, für die der Gesetzgeber - anscheinend versehentlich - anders als in son-\n\nstigen Rechtsbeschwerdeverfahren (vgl. KV-GKG 1953) keine Festgebühr vor-\n\ngesehen hat, obwohl bereits in den vorausgehenden Verfahren zur Rest-\n\nschuldbefreiung Festgebühren gelten (vgl. KV-GKG 5133, 5131). Die mit dem\n\nZivilprozeßreformgesetz eingeführte Rechtsbeschwerde zum Bundesgerichts-\n\nhof soll wegen des Aufwandes der Entscheidung durch den Senat nach dem\n\nWillen des Gesetzgebers gegenüber sonstigen Beschwerden zu einem Gebüh-\n\nrenansatz in doppelter Höhe führen (vgl. Gesetzesentwurf der Bundesregie-\n\nrung zu Art. 32 des Gesetzes zur Zivilprozeßreform, BT-Drucksache 14/4722,\n\nS. 140). Diesem Anliegen entspricht die Festsetzung eines Gegenstandswertes\n\n(cid:27)(cid:9)+,(cid:0)(cid:22)-(cid:9)./(cid:27)(cid:9)+(cid:9)(cid:3)10!(cid:1)(cid:9)23\"3(cid:5)(cid:8)(cid:3)\n\n(cid:1)(cid:4)(cid:3)(cid:10)23\"54(cid:21)(cid:1)(cid:26).%(cid:27)(cid:9)(cid:1)(cid:11)6’(cid:1)(cid:26).7(cid:0)%+(cid:26)\"(cid:9).%(cid:1)(cid:26)(cid:25)(cid:28)(cid:27)(cid:4)+(cid:26)(cid:25)(cid:9)(cid:25)98:(cid:25)’(cid:5)(cid:8)(cid:1)(.<;=(cid:17)>(cid:1)(cid:9)(cid:7)(cid:9)(cid:1)((cid:25)#(cid:3)(cid:10)(cid:7)\n\nvon 1.200,00 \n\n(cid:1)(cid:26)(cid:25)’(cid:5)?(cid:3)(cid:6)(cid:5)(cid:8)(cid:1)(cid:26)\"(cid:11)(cid:1)(cid:26)(cid:25)A@%B\n\ne-\n\nbühren von 110,00 \n\n 11 Abs. 2 GKG, KV-GKG 5133), während für\n\ndas Verfahren der sofortigen Beschwerde gegen die Entscheidung über den\n\nAntrag auf Versagung oder Widerruf der Restschuldbefreiung eine Festgebühr\n\n(cid:7)C(cid:17)=;\n\n(cid:5)C@ED(cid:26)FHGI(cid:23)(cid:20)DJ(cid:23)LKNM(cid:10)OPM3QE(cid:14)\n\nvon 50,00 \n\nSoweit in § 77 BRAGO besondere Berechnungsgrundlagen für die\n\nRechtsanwaltsgebühren geregelt sind, ist die gerichtliche Streitwertfestsetzung\n\nnicht bindend im Sinne von § 9 Abs. 1 BRAGO (vgl. Hartmann, Kostengesetze\n\n32. Aufl., § 77 BRAGO Rn. 1). Dies gilt auch für die Festsetzung des Gegen-\n\nstandswertes einer Entscheidung im Restschuldbefreiungsverfahren gemäß\n\n§§ 77 Abs. 3, 8 Abs. 2 Satz 2 BRAGO, bei der mangels greifbarer Schätz-\n\n\"(cid:11)(cid:1)(cid:26).%+(cid:26)(cid:25)#(cid:7)(cid:9)(cid:1)(cid:11)(cid:12)’R(cid:4)(cid:7)(cid:9)(cid:1)(cid:26)(cid:25)(cid:20)4(cid:21)(cid:1)(cid:26).%(cid:27)(cid:9)(cid:1)(cid:26)(cid:25)TS5+(cid:26)(cid:25)(cid:9)(cid:25)T@(cid:8)6’(cid:7)(cid:29);U(cid:14)\n\ngrundlage hilfsweise ein Wert von 4.000,00 \n\nOLG Celle ZInsO 2002, 32, 33; 74, 76; 230, 232; Uhlenbruck/Vallender, InsO\n\n12. Auf., § 290 Rn. 91).\n\nKreft Kirchhof Fischer\n\n Kayser Bergmann\n\n*\n(cid:16)","source":"bgh","source_url":"https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Zivilsenate/IX_ZS/2002/IX_ZB_227-02A.pdf?__blob=publicationFile&v=1","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2003-01-23/ix-zb-227-02","cited_norms":[{"jurabk":"GKG 2004","ref":"§ 35","ref_norm":"35","n":2},{"jurabk":"GKG 2004","ref":"§ 25","ref_norm":"25","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 3","ref_norm":"3","n":1}],"authoritative_source":"https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Zivilsenate/IX_ZS/2002/IX_ZB_227-02A.pdf?__blob=publicationFile&v=1","attribution":{"source":"bundesgerichtshof.de","source_url":"https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Zivilsenate/IX_ZS/2002/IX_ZB_227-02A.pdf?__blob=publicationFile&v=1"},"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2003-01-23/ix-zb-227-02","upstream":"https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Zivilsenate/IX_ZS/2002/IX_ZB_227-02A.pdf?__blob=publicationFile&v=1","retrieved":"2026-07-10 13:57:33.517603+00:00"}}