{"status":"available","doknr":"BGH-Zivilsenate/IV_ZS/2007/IV_ZR_162-07","ecli":null,"court":"BGH","senate":"IV. Zivilsenat","decided":"2009-12-16","aktenzeichen":"IV ZR 162/07","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF \n\nIV ZR 162/07\n\nBESCHLUSS \n\nvom \n\n16. Dezember 2009 \n\nin dem Rechtsstreit \n\nDer IV. Zivilsenat des Bundesgerichtshofes hat durch den Vorsit-\n\nzenden Richter Terno, die Richter Dr. Schlichting, Seiffert, die Richterin-\n\nnen Dr. Kessal-Wulf und Harsdorf-Gebhardt \n\nam 16. Dezember 2009 \n\nbeschlossen: \n\nDie Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision in \n\ndem Urteil des 5. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Cel-\n\nle vom 31. Mai 2007 wird auf Kosten der Klägerin zurück-\n\ngewiesen. \n\nBeschwerdewert: 592.949,84 € \n\nGründe:\n\n1 \n\n2 \n\nDie Beschwerde hat keinen Erfolg, weil die Voraussetzungen für \n\ndie Zulassung der Revision nach § 543 Abs. 2 Satz 1 ZPO nicht vorlie-\n\ngen. \n\n1. Wenn die von den Vorinstanzen gebilligte Rechtsansicht der \n\nKlägerin zutrifft, der Deckungsanspruch der Firma T. GmbH aus \n\nder Betriebshaftpflichtversicherung mit der Beklagten sei nach § 67 \n\nAbs. 1 Satz 1 VVG a.F. auf sie übergegangen, durfte das Berufungsge-\n\nricht ohne Verstoß gegen Art. 103 Abs. 1 GG und das Willkürverbot an-\n\n3 \n\n4 \n\n5 \n\nnehmen, das Ablehnungsschreiben vom 18. November 2002 habe nach \n\n§ 12 Abs. 2 VVG a.F. die Hemmung der Verjährung beendet. \n\n2. Davon abgesehen kommt es aber auf die geltend gemachten \n\nZulassungsgründe schon deshalb nicht an, weil die Klägerin nicht Inha-\n\nberin des geltend gemachten Deckungsanspruchs und die Klage schon \n\ndeshalb abzuweisen ist. \n\na) Einem gesetzlichen Anspruchsübergang steht bereits das zwi-\n\nschen der Beklagten und der T. GmbH vereinbarte Abtretungs-\n\nverbot in § 7 Nr. 3 AHB entgegen (vgl. Senatsurteil vom 26. März 1997 \n\n- IV ZR 137/96 - VersR 1997, 1088 unter 5 c). \n\nb) Eine Pfändung und Überweisung des Deckungsanspruchs ist \n\nmangels eines den Haftpflichtanspruch gegen die T. GmbH titu-\n\nlierenden Urteils weder behauptet noch möglich. Zu den die Pfändung \n\nund Überweisung ersetzenden eventuellen Voraussetzungen des § 157 \n\nVVG a.F. trägt die Klägerin nichts vor (vgl. dazu Senatsurteil vom \n\n17. März 2004 - IV ZR 268/03 - VersR 2004, 634 unter II 2 und III \n\nm.w.N.). \n\n6 \n\nc) Die Klägerin kann sich für den Übergang des Deckungsan-\n\nspruchs auch nicht auf das Senatsurteil vom 23. November 1988 (IVa ZR \n\n143/87 - VersR 1989, 250 unter 3) und Segger (VersR 2006, 38 f.) beru-\n\nfen. Danach wird der Übergang des Deckungsanspruchs nur dann in Be-\n\ntracht gezogen, wenn ein Haftpflichtinteresse doppelt versichert ist, hier \n\nalso in die bei der Klägerin abgeschlossene Montageversicherung auch \n\ndas Sachersatzinteresse der T. GmbH als Subunternehmerin ein-\n\ngeschlossen wäre. Zwar ist es rechtlich möglich, in die Montageversiche-\n\nrung, die vom Typ her eine reine Sachversicherung ist, ein Sachersatzin-\n\nteresse mit einzubeziehen (Senatsurteil vom 18. November 2009 - IV ZR \n\n58/06 - Tz. 11 ff. m.w.N.). Das meint die Klägerin hier zwar unter Hinweis \n\nauf Ziffer 2 des Jahresvertrages über die Montageversicherung. Nach \n\ndieser Bestimmung, die die Mitversicherten bezeichnet, und Ziffer 20, die \n\ndie versicherten Interessen ergänzend zu § 3 AMoB beschreibt, sind die \n\nInteressen des Versicherungsnehmers und die Interessen der ausfüh-\n\nrenden Unternehmer einschließlich der Subunternehmer nur versichert, \n\nsoweit deren Lieferungen und Leistungen in der Investitionssumme ent-\n\nhalten sind. Durch eine solche Klausel ist lediglich das Sacherhaltungs-\n\ninteresse der einzelnen Unternehmer versichert (vgl. Senatsurteil vom \n\n18. November 2009 aaO zu einer inhaltlich gleichen Klausel). Es ist \n\nnichts dazu vorgetragen oder ersichtlich, dass darüber hinausgehend \n\nauch das Haftpflichtinteresse der Subunternehmer mitversichert ist, also \n\nderen Interesse, nicht mit Schadensersatzansprüchen wegen der Be-\n\nschädigung anderer Sachen belastet zu werden. \n\n7 \n\nd) Die Klägerin ist deshalb darauf verwiesen, nach dem in der \n\nHaftpflichtversicherung üblichen Trennungsprinzip vorzugehen, d.h. ein \n\nHaftpflichturteil gegen die T. GmbH zu erwirken und dann nach \n\nPfändung und Überweisung des Deckungsanspruchs gegen die Beklagte \n\nvorzugehen (vgl. Senatsurteil vom 1. Oktober 2008 - IV ZR 285/06 - \n\nVersR 2008, 1560 Tz. 6 und 7 m.w.N. und BGHZ 171, 56, 68 f. m.w.N.). \n\nTerno Dr. Schlichting Seiffert \n\n Dr. Kessal-Wulf Harsdorf-Gebhardt \n\nVorinstanzen: \n\nLG Hannover, Entscheidung vom 13.12.2006 - 22 O 74/06 - \nOLG Celle, Entscheidung vom 31.05.2007 - 5 U 12/07 -","source":"bgh","source_url":"https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Zivilsenate/IV_ZS/2007/IV_ZR_162-07.pdf?__blob=publicationFile&v=1","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2009-12-16/iv-zr-162-07","cited_norms":[{"jurabk":"GG","ref":"Art 103","ref_norm":"103","n":1},{"jurabk":"VVG 2008","ref":"§ 12","ref_norm":"12","n":1},{"jurabk":"VVG 2008","ref":"§ 67","ref_norm":"67","n":1},{"jurabk":"VVG 2008","ref":"§ 157","ref_norm":"157","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 543","ref_norm":"543","n":1}],"authoritative_source":"https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Zivilsenate/IV_ZS/2007/IV_ZR_162-07.pdf?__blob=publicationFile&v=1","attribution":{"source":"bundesgerichtshof.de","source_url":"https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Zivilsenate/IV_ZS/2007/IV_ZR_162-07.pdf?__blob=publicationFile&v=1"},"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2009-12-16/iv-zr-162-07","upstream":"https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Zivilsenate/IV_ZS/2007/IV_ZR_162-07.pdf?__blob=publicationFile&v=1","retrieved":"2026-07-10 20:11:33.308511+00:00"}}