{"status":"available","doknr":"BGH-Zivilsenate/IV_ZS/2005/IV_ZR_267-05","ecli":null,"court":"BGH","senate":"IV. Zivilsenat","decided":"2006-06-14","aktenzeichen":"IV ZR 267/05","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF \n\nIV ZR 267/05\n\nBESCHLUSS \n\nvom \n\n14. Juni 2006 \n\nin dem Rechtsstreit \n\nDer IV. Zivilsenat des Bundesgerichtshofes hat durch den Vorsit-\n\nzenden Richter Terno, die Richter Dr. Schlichting, Seiffert, die Richterin \n\nDr. Kessal-Wulf und den Richter Dr. Franke \n\nam 14. Juni 2006 \n\nbeschlossen: \n\nAuf die Beschwerde der Beklagten wird die Revision ge-\n\ngen das Urteil des 4. Zivilsenats des Pfälzischen Oberlan-\n\ndesgerichts Zweibrücken vom 20. Oktober 2005 zugelas-\n\nsen. \n\nDas vorbezeichnete Urteil wird gemäß § 544 Abs. 7 ZPO \n\naufgehoben. \n\nDie Sache wird zur neuen Verhandlung und Entscheidung, \n\nauch über die Kosten des Rechtsmittelverfahrens, an das \n\nBerufungsgericht zurückverwiesen. \n\nWert: 25.612,56 € \n\nGründe:\n\n1 \n\n1. Das Berufungsgericht hat den Inhalt des ihm vorliegenden be-\n\nstandskräftigen Zuschlagsbeschlusses vom 10. Oktober 2001 übergan-\n\ngen und damit die Beklagte in ihrem Anspruch auf Gewährung rechtli-\n\nchen Gehörs in entscheidungserheblicher Weise verletzt (Art. 103 Abs. 1 \n\nGG). Dem Zuschlagsbeschluss ist zu entnehmen, unter welchen Verstei-\n\ngerungsbedingungen der Kläger den Zuschlag erhalten hat. Als Teil des \n\ngeringsten Gebots sind die Buchgrundschuld über 40.000 DM, verzins-\n\nlich jährlich mit 15%, und die Briefgrundschuld über 200.000 DM, ver-\n\nzinslich jährlich mit 12%, bestehen geblieben. Daher hat der Rechtspfle-\n\nger des Vollstreckungsgerichts mit Beschlüssen vom 2. April 2003 und \n\nvom 29. Dezember 2003 zu Recht die Zwangsversteigerung aufgrund ei-\n\nnes aus den notariellen Urkunden vom 27. April 1976 (Urkundenrolle \n\nNr. 1845/76 des Notars Klaus F. ) und vom 8. November 1977 (Ur-\n\nkundenrolle Nr. 3246/77 des Notars Dr. B. ) folgenden dinglichen An-\n\nspruchs angeordnet, der neben dem jeweiligen Grundschuldkapital 15% \n\nbzw. 12% Zinsen seit dem Zuschlag am 10. Oktober 2001 umfasst. \n\n2. Darüber hinaus ist der Rechtsstandpunkt des Berufungsgerichts \n\nauch sonst nicht richtig. Es hat nicht zwischen Grundschuldzinsen bis \n\nzum Zuschlag und Grundschuldzinsen ab dem Zuschlag unterschieden. \n\nDie bei der Feststellung des geringsten Gebots berücksichtigten \n\nRechte am Grundstück werden in der Weise gedeckt, dass sie mit der \n\nHauptsache bestehen bleiben; sie gehen auf den Ersteher über. Das be-\n\ndeutet, dass der Ersteher Eigentümer des unverändert mit diesen Rech-\n\nten belasteten Grundstücks ist. Folge ist, dass der Ersteher vom Zu-\n\nschlag an die wiederkehrenden Leistungen des Rechts und andere Ne-\n\nbenleistungen (§ 12 Nr. 2 ZVG) als Lasten des Grundstücks zu tragen \n\nhat. Allein die als Teil des geringsten Gebots nach § 49 ZVG zu zahlen-\n\nden Kosten, wiederkehrenden Leistungen und anderen Nebenleistungen \n\n2 \n\n3 \n\ndes Rechts bis zum Zuschlag werden bei Erlösverteilung in den Tei-\n\nlungsplan aufgenommen (Stöber, ZVG 18. Aufl. § 52 Rdn. 2.1; § 56 ZVG \n\nRdn. 3.6; § 47 ZVG Rdn. 2). Diese Grundsätze gelten auch für die Tei-\n\nlungsversteigerung. Das geringste Gebot besteht auch hier aus den be-\n\nstehen bleibenden Rechten und dem als geringstes Bargebot nach § 49 \n\nAbs. 1 ZVG zu zahlenden Teils (Stöber, aaO § 182 ZVG Rdn. 2.1). \n\nTerno Dr. Schlichting Seiffert \n\n Dr. Kessal-Wulf Dr. Franke \n\nVorinstanzen: \n\nLG Frankenthal, Entscheidung vom 08.10.2004 - 4 O 39/04 - \n\nOLG Zweibrücken, Entscheidung vom 20.10.2005 - 4 U 275/04 -","source":"bgh","source_url":"https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Zivilsenate/IV_ZS/2005/IV_ZR_267-05.pdf?__blob=publicationFile&v=1","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2006-06-14/iv-zr-267-05","cited_norms":[{"jurabk":"ZVG","ref":"§ 49","ref_norm":"49","n":2},{"jurabk":"ZVG","ref":"§ 12","ref_norm":"12","n":1},{"jurabk":"ZVG","ref":"§ 47","ref_norm":"47","n":1},{"jurabk":"GG","ref":"Art 103","ref_norm":"103","n":1},{"jurabk":"ZVG","ref":"§ 182","ref_norm":"182","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 544","ref_norm":"544","n":1},{"jurabk":"ZVG","ref":"§ 56","ref_norm":"56","n":1}],"authoritative_source":"https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Zivilsenate/IV_ZS/2005/IV_ZR_267-05.pdf?__blob=publicationFile&v=1","attribution":{"source":"bundesgerichtshof.de","source_url":"https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Zivilsenate/IV_ZS/2005/IV_ZR_267-05.pdf?__blob=publicationFile&v=1"},"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2006-06-14/iv-zr-267-05","upstream":"https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Zivilsenate/IV_ZS/2005/IV_ZR_267-05.pdf?__blob=publicationFile&v=1","retrieved":"2026-07-10 20:38:42.322240+00:00"}}