{"status":"available","doknr":"BGH-Zivilsenate/IV_ZS/2004/IV_ZR_170-04","ecli":null,"court":"BGH","senate":"IV. Zivilsenat","decided":"2007-07-04","aktenzeichen":"IV ZR 170/04","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF \n\nIV ZR 170/04\n\nBESCHLUSS \n\nvom \n\n4. Juli 2007 \n\nin dem Rechtsstreit \n\nDer IV. Zivilsenat des Bundesgerichtshofes hat durch den Vorsit-\n\nzenden Richter Terno, die Richter Seiffert, Wendt, die Richterin \n\nDr. Kessal-Wulf und den Richter Felsch \n\nam 4. Juli 2007 \n\nbeschlossen: \n\nDie Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision in \n\ndem Urteil des 8. Zivilsenats des Oberlandesgerichts \n\nNürnberg vom 30. Juni 2004 wird auf Kosten des Klägers \n\nzurückgewiesen. \n\nStreitwert: Bis 22.000 € \n\nGründe:\n\n1 \n\n1. Die Beschwerde wendet sich nicht dagegen, dass das Beru-\n\nfungsgericht sich von den Voraussetzungen für eine Anfechtung wegen \n\narglistiger Täuschung überzeugt sieht. Sie hält die Zulassung der Revi-\n\nsion aber für geboten, weil das Berufungsgericht es dem Kläger verwehrt \n\nhat, sich wegen seines arglistigen Handelns auf die Verletzung der \n\nNachfrageobliegenheit durch die Beklagte zu berufen. Damit weiche es \n\nvon der Rechtsprechung des Senats ab, die dem Versicherer bei nicht \n\nordnungsgemäßer Risikoprüfung nicht nur die Rücktrittsberechtigung, \n\nsondern auch das Recht zur Arglistanfechtung versage (BGHZ 117, 385, \n\n387 f.). Diese Frage sei angesichts kontroverser Auffassungen in der \n\nRechtsprechung der Oberlandesgerichte und der Literatur auch von \n\ngrundsätzlicher Bedeutung. \n\n2 \n\n2. Die Voraussetzungen für die Zulassung der Revision liegen je-\n\ndenfalls seit dem Beschluss des Senats vom 15. März 2006 (IV ZA \n\n26/05 - VersR 2007, 96 m. Anm. E. Lorenz) nicht mehr vor. Der Senat \n\nhat unter Hinweis auf seine Urteile vom 7. März 2001 (IV ZR 254/00 - \n\nVersR 2001, 620 unter 2 b bb) und vom 10. Oktober 2001 (IV ZR 6/01 - \n\nVersR 2001, 1541 unter II 2) entschieden, dass er an der früheren \n\nRechtsprechung nicht mehr festhält. Der Versicherer verliert das Recht \n\nzur Arglistanfechtung nicht schon deshalb, weil er seine Nachfrageoblie-\n\ngenheit verletzt hat. \n\n3 \n\n3. Die bei nachträglichem Wegfall eines Zulassungsgrundes vor-\n\nzunehmende volle Überprüfung des Berufungsurteils hat auch im Übri-\n\ngen keinen Rechtsfehler zum Nachteil des Klägers ergeben. Da die be-\n\nabsichtigte Revision keine Aussicht auf Erfolg hat, ist die Beschwerde \n\nzurückzuweisen (vgl. Senatsbeschluss vom 27. Oktober 2004 - IV ZR \n\n386/02 - NJW-RR 2005, 438 m.w.N.). \n\n4 \n\nVon einer weiteren Begründung wird gemäß § 544 Abs. 4 Satz 2 \n\nHalbs. 2 ZPO abgesehen. \n\nTerno Seiffert Wendt \n\n Dr. Kessal-Wulf Felsch \n\nVorinstanzen: \n\nLG Nürnberg-Fürth, Entscheidung vom 27.11.2003 - 11 O 4535/03 - \n\nOLG Nürnberg, Entscheidung vom 30.06.2004 - 8 U 35/04 -","source":"bgh","source_url":"https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Zivilsenate/IV_ZS/2004/IV_ZR_170-04.pdf?__blob=publicationFile&v=1","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2007-07-04/iv-zr-170-04","cited_norms":[{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 544","ref_norm":"544","n":1}],"authoritative_source":"https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Zivilsenate/IV_ZS/2004/IV_ZR_170-04.pdf?__blob=publicationFile&v=1","attribution":{"source":"bundesgerichtshof.de","source_url":"https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Zivilsenate/IV_ZS/2004/IV_ZR_170-04.pdf?__blob=publicationFile&v=1"},"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2007-07-04/iv-zr-170-04","upstream":"https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Zivilsenate/IV_ZS/2004/IV_ZR_170-04.pdf?__blob=publicationFile&v=1","retrieved":"2026-07-10 21:53:31.535137+00:00"}}