{"status":"available","doknr":"BGH-Zivilsenate/II_ZS/2008/II_ZB__11-08","ecli":null,"court":"BGH","senate":"II. Zivilsenat","decided":"2008-09-22","aktenzeichen":"II ZB 11/08","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF \n\nII ZB 11/08 \n\nBESCHLUSS \n\nvom \n\n22. September 2008 \n\nin dem Rechtsstreit \n\nDer II. Zivilsenat des Bundesgerichtshofes hat am 22. September 2008 \n\ndurch den Vorsitzenden Richter Prof. Dr. Goette und die Richter Kraemer, \n\nCaliebe, Dr. Reichart und Dr. Drescher \n\nbeschlossen: \n\nDer Antrag des Klägers zu 15 auf Beiordnung eines Notanwalts \n\n(§ 78 b ZPO) wird zurückgewiesen. \n\n1 \n\n2 \n\nGründe: \n\nDer Antrag des Klägers zu 15 auf Beiordnung eines Rechtsanwalts ge-\n\nmäß § 78 b Abs. 1 ZPO ist unbegründet. \n\n1. Der Kläger zu 15 hat schon nicht dargetan, dass er sich um eine Man-\n\ndatsübernahme in vorliegender Sache bei zumindest mehr als vier beim Bun-\n\ndesgerichtshof zugelassenen Rechtsanwälten konkret bemüht hat (vgl. zu die-\n\nsem Erfordernis BGH, Beschl. v. 25. Januar 2007 - IX ZB 186/06, FamRZ 2007, \n\n635 m.w.Nachw.). Die Angabe, dass einer der fünf vom Kläger genannten An-\n\nwälte \"schon in anderer Sache die Übernahme eines Mandats aus persönlichen \n\nGründen abgelehnt\" habe, genügt dafür ebenso wenig wie die Erklärung, eine \n\nVielzahl von BGH-Anwälten sei für die Übernahme eines Mandats für die Klage \n\neines Aktionärs gegen die Gesellschaft von vornherein nicht offen, wie z.B. \n\nFrau Rechtsanwältin G.S., die, wie sie erklärt habe, aus der Anwaltskanzlei F. \n\nkomme. \n\n3 \n\n2. Die mit der (eingelegten, aber bisher nicht begründeten) Rechtsbe-\n\nschwerde gemäß § 522 Abs. 1 Satz 4 ZPO beabsichtigte Rechtsverfolgung ist \n\nzudem aussichtslos (§ 78 b Abs. 1 ZPO), wie dem Kläger bereits von seinem \n\nbisher beauftragten Rechtsanwalt Dr. S. vor dessen Mandatsniederlegung zu-\n\ntreffend mitgeteilt worden ist. \n\n4 \n\nEs fehlt hier schon an den - auch im Fall einer Rechtsbeschwerde ge-\n\nmäß § 522 Abs. 1 Satz 4 ZPO erforderlichen (vgl. BGH, Beschl. v. 7. Mai 2003 \n\n- XII ZR 191/02, NJW 2003, 2172) - Zulässigkeitsvoraussetzungen des § 574 \n\nAbs. 2 ZPO, weil der angefochtene Verwerfungsbeschluss des Berufungsge-\n\nrichts eine Einzelfallentscheidung in einem Sonderfall ohne grundsätzliche Be-\n\ndeutung darstellt und ein Klärungsbedarf i.S. des § 574 Abs. 2 Nr. 2 ZPO nicht \n\nbesteht. \n\n5 \n\nBei der hier gegebenen notwendigen Streitgenossenschaft aus prozess-\n\nrechtlichen Gründen konnte jeder Streitgenosse seine Klage selbständig zu-\n\nrücknehmen. Der Kläger zu 15 konnte seine in erster Instanz zurückgenomme-\n\nne Klage nicht in zweiter Instanz erneut erheben. Einem etwaigen, mit seiner \n\nBerufung verbundenen Beitritt als Nebenintervenient zur Berufung der Klägerin \n\nzu 6 stand schon die in dem erstinstanzlichen Prozessvergleich getroffene und \n\nzur Unzulässigkeit ihr widersprechender Prozesshandlungen führende Pro-\n\nzessvereinbarung entgegen (vgl. z.B. BGH, Urt. v. 21. Dezember 2005 \n\n- VIII ZR 108/04, NJW-RR 2006, 632, 634), in der die Beteiligten u.a. erklärt \n\nhaben, dass sie den streitigen Übertragungsbeschluss (§ 327 a AktG) \"weder \n\ngerichtlich noch außergerichtlich in irgendeiner Form angreifen\" werden. Der \n\nProzessvergleich war unbedingt abgeschlossen; lediglich die Fälligkeit der von \n\nder Beklagten übernommenen Kostenerstattung wurde an die Registereintra-\n\ngung (§ 327 e AktG) geknüpft. \n\nGoette Kraemer Caliebe \n\n Reichart Drescher \n\nVorinstanzen: \n\nLG Hamburg, Entscheidung vom 04.07.2007 - 413 O 128/06 - \n\nOLG Hamburg, Entscheidung vom 18.04.2008 - 11 U 184/07 -","source":"bgh","source_url":"https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Zivilsenate/II_ZS/2008/II_ZB__11-08.pdf?__blob=publicationFile&v=1","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2008-09-22/ii-zb-11-08","cited_norms":[{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 78b","ref_norm":"78b","n":3},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 522","ref_norm":"522","n":2},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 574","ref_norm":"574","n":2},{"jurabk":"AktG","ref":"§ 327a","ref_norm":"327a","n":1},{"jurabk":"AktG","ref":"§ 327e","ref_norm":"327e","n":1}],"authoritative_source":"https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Zivilsenate/II_ZS/2008/II_ZB__11-08.pdf?__blob=publicationFile&v=1","attribution":{"source":"bundesgerichtshof.de","source_url":"https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Zivilsenate/II_ZS/2008/II_ZB__11-08.pdf?__blob=publicationFile&v=1"},"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2008-09-22/ii-zb-11-08","upstream":"https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Zivilsenate/II_ZS/2008/II_ZB__11-08.pdf?__blob=publicationFile&v=1","retrieved":"2026-07-10 18:46:46.021987+00:00"}}