{"status":"available","ecli":null,"court":"BGH","senate":"II. Zivilsenat","decided":"2007-12-06","aktenzeichen":"II ZA 12/07","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF \n\nII ZA 12/07 \n\nBESCHLUSS \n\nvom \n\n6. Dezember 2007 \n\nin dem Rechtsstreit \n\nDer II. Zivilsenat des Bundesgerichtshofes hat am 6. Dezember 2007 \n\ndurch den Vorsitzenden Richter Prof. Dr. Goette und die Richter Kraemer, \n\nDr. Strohn, Caliebe und Dr. Reichart \n\nbeschlossen: \n\nDer Antrag des Klägers auf Bewilligung von Prozesskostenhilfe für \n\ndas Rechtsbeschwerdeverfahren wird abgelehnt. \n\nGründe: \n\n1 \n\nDas Gesuch des Klägers bleibt schon deshalb erfolglos, weil die beson-\n\nderen Voraussetzungen des § 116 Satz 1 Nr. 1 ZPO nicht vorliegen. Zwar be-\n\nsteht Masseunzulänglichkeit (§ 116 Satz 1 Nr. 1 1. Halbsatz ZPO). Jedoch ist \n\nden am Gegenstand des Rechtsstreits wirtschaftlich Beteiligten zuzumuten, die \n\nProzesskosten aufzubringen (§ 116 Satz 1 Nr. 1 2. Halbsatz ZPO). \n\n2 \n\nVorschüsse auf die Prozesskosten sind nur solchen Beteiligten zuzumu-\n\nten, welche die erforderlichen Mittel unschwer aufbringen können und für die \n\nder zu erwartende Nutzen bei vernünftiger, auch das Eigeninteresse sowie das \n\nProzesskostenrisiko angemessen berücksichtigender Betrachtungsweise bei \n\neinem Erfolg der Rechtsverfolgung voraussichtlich deutlich größer sein wird \n\n(BGH, Beschl. v. 27. September 1990 - IX ZR 250/89, ZIP 1990, 1490; BAG, \n\nBeschl. v. 28. April 2003 - 2 AZB 78/02, ZIP 2003, 1947, 1948). Dabei bestimmt \n\nsich die Zumutbarkeit anhand einer wertenden Abwägung aller Gesamtumstän-\n\nde des Einzelfalles (Sen.Beschl. v. 6. März 2006 - II ZB 11/05, ZIP 2006, 682). \n\n3 \n\nDie genannten Voraussetzungen sind jedenfalls bei zwei - am Insolvenz-\n\nverfahren mit nicht unerheblichen Forderungsanmeldungen beteiligten - Gläubi-\n\ngern erfüllt. Die beteiligte Wohnungseigentümergemeinschaft und die W. \n\n AG haben bei einem Erfolg der Klage aus der Insol-\n\nvenzmasse einen Betrag zu erwarten, der deutlich höher ist als die - von ihnen \n\nals Vorschuss aufzubringenden - Kosten des Beschwerdeverfahrens. \n\n4 \n\nDiese Gläubiger haben - festgestellte - Forderungen in Höhe von \n\n529.689,75 € und 752.351,09 € angemeldet. Diese könnten im Falle eines Ob-\n\nsiegens des Klägers gegen den Beklagten mit dem - für das Rechtsbeschwer-\n\ndeverfahren maßgeblichen - Zahlungsanspruch in Höhe von 766.937,82 € mit \n\neiner Quote von ca. 15,6 %, d.h. in Höhe von ca. 82.631,60 € und 117.366,77 € \n\nbefriedigt werden. Denn es fehlen nach dem Vortrag des Klägers hinreichende \n\nAnhaltspunkte dafür, dass ein gegen den Beklagten erwirkter Titel - ganz oder \n\nteilweise - nicht realisiert werden könnte. Selbst bei einem vorsorglichen Ab-\n\nschlag von 50 % wegen möglicher Prozess- und Vollstreckungsrisiken entfielen \n\nauf diese beiden Gläubiger bei einer dann maßgeblichen Quote von ca. 4 % \n\nBeträge in Höhe von mehr als 21.000,00 € bzw. 30.000,00 €. Zur weiteren Ver-\n\nfolgung des Prozesskostenhilfeantrags für das Berufungsverfahren sind - für \n\ndas Beschwerdeverfahren - demgegenüber nur Prozesskosten in Höhe von \n\n1.025,82 € aufzubringen. \n\nGoette Kraemer Strohn \n\n Caliebe Reichart \n\nVorinstanzen: \n\nLG Dortmund, Entscheidung vom 09.11.2005 - 20 O 39/02 - \n\nOLG Hamm, Entscheidung vom 24.08.2007 - 8 U 8/06 -","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2007-12-06/ii-za-12-07","cited_norms":[{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 116","ref_norm":"116","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2007-12-06/ii-za-12-07","retrieved":"2026-07-10 20:08:09.817474+00:00"},"card":{"id":"bgh/2007-12-06/ii-za-12-07","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"II. 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