{"status":"available","ecli":null,"court":"BGH","senate":"III. Zivilsenat","decided":"2007-08-01","aktenzeichen":"III ZB 35/07","doktyp":"Beschlüsse","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF \n\nIII ZB 35/07\n\nBESCHLUSS \n\nvom \n\n1. August 2007 \n\nin dem Rechtsstreit \n\nDer III. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 1. August 2007 durch den \n\nVorsitzenden Richter Schlick, die Richter Dr. Wurm, Dörr und Wöstmann und \n\ndie Richterin Harsdorf-Gebhardt \n\nbeschlossen: \n\nDie Rechtsbeschwerde gegen den Beschluss des Einzelrichters \n\nder 29. Zivilkammer des Landgerichts Frankfurt am Main vom \n\n2. April 2007 wird auf Kosten der Klägerin als unzulässig verwor-\n\nfen. \n\nDer Gegenstandswert für das Rechtsbeschwerdeverfahren wird \n\nauf 117,50 € festgesetzt. \n\nGründe:\n\nI. \n\n1 \n\nDas Amtsgericht hat die von den Beklagten zu erstattenden Prozesskos-\n\nten auf 174,50 € statt auf 292,00 € - wie von der Klägerin beantragt - festge-\n\nsetzt. Gegen den Kostenfestsetzungsbeschluss hat die Klägerin sofortige Be-\n\nschwerde eingelegt. Die Rechtspflegerin hat dieses Rechtsmittel als Erinnerung \n\nausgelegt, dieser nicht abgeholfen und sie dem Abteilungsrichter des Amtsge-\n\nrichts vorgelegt. Dieser hat die Sache an das Landgericht weitergeleitet. Der \n\nEinzelrichter des Landgerichts hat die sofortige Beschwerde zurückgewiesen. \n\nHiergegen wendet sich die Klägerin mit der zugelassenen Rechtsbeschwerde. \n\nII. \n\n2 \n\n3 \n\nDie Rechtsbeschwerde ist als unzulässig zu verwerfen, weil bereits die \n\nsofortige Beschwerde unzulässig war. \n\n1. \n\nDie Zulässigkeit der sofortigen Beschwerde ist im Rechtsbeschwerdever-\n\nfahren von Amts wegen zu prüfen (BGH, Beschlüsse vom 23. Oktober 2003 \n\n- IX ZB 369/02 - NJW 2004, 1112, 1113 unter II.; vom 7. April 2005 - IX ZB \n\n63/03 - NJW-RR 2005, 916 unter II. 1. a); vom 21. Dezember 2006 - IX ZB \n\n81/06 - NZI 2007, 166 unter II. 2 Rn. 6; jew. m.w.N.). War die sofortige Be-\n\nschwerde unzulässig, so fehlt es an einem gültigen und rechtswirksamen Ver-\n\nfahren vor dem Rechtsbeschwerdegericht (BGH, Beschlüsse vom 23. Oktober \n\n2003 aaO; vom 6. Mai 2004 - IX ZB 104/04 - NZI 2004, 447 unter II 2. a) \n\nm.w.N.). \n\n4 \n\nDie sofortige Beschwerde der Klägerin war unzulässig, weil der für \n\ndie sofortige Beschwerde gegen Kostenentscheidungen geltende Mindestbe-\n\nschwerdewert von 200 € gemäß § 567 Abs. 2 ZPO nicht überschritten wurde. \n\nGegen den Kostenfestsetzungsbeschluss fand nur die Erinnerung nach § 11 \n\nAbs. 2 Satz 1 RPflG statt. Nachdem die Rechtspflegerin der Erinnerung nicht \n\nabgeholfen und sie gemäß § 11 Abs. 2 Satz 3 RPflG dem Abteilungsrichter vor-\n\ngelegt hatte, hätte dieser darüber entscheiden müssen. Das Beschwerdegericht \n\nhätte nicht in der Sache entscheiden dürfen, sondern sie durch Beschluss an \n\ndas Amtsgericht zur Entscheidung im Erinnerungsverfahren zurückverweisen \n\nmüssen (vgl. Zöller/Gummer, ZPO 26. Aufl. § 567 ZPO Rn. 44). Dieser Verfah-\n\nrensfehler kann auf die unzulässige Rechtsbeschwerde hin nicht korrigiert wer-\n\nden. \n\n5 \n\n2. \n\nAn die Zulassung der Rechtsbeschwerde ist das Rechtsbeschwerdege-\n\nricht nicht gemäß § 574 Abs. 3 Satz 2 ZPO gebunden. Der Bindungswirkung \n\nsteht zwar nicht entgegen, dass der Einzelrichter entschieden hat, obwohl er bei \n\nAnnahme eines Zulassungsgrundes das Verfahren nach § 568 Satz 2 Nr. 2 \n\nZPO der mit drei Richtern besetzten Kammer hätte übertragen müssen (vgl. \n\ndazu: BGHZ 154, 200, 201; Senatsbeschluss vom 27. Oktober 2005 - III ZB \n\n66/05 - NJW-RR 2006, 286, 287 Rn. 3). Durch die Zulassung wird aber dem \n\nBeschwerdeführer die Rechtsbeschwerde in den Fällen nicht eröffnet, in denen \n\n- wie hier - schon das Rechtsmittel zum Beschwerdegericht nicht zulässig war \n\n(vgl. BGHZ 159, 14 f; BGH, Beschlüsse vom 14. Juli 2004 - XII ZB 268/03 - \n\nNJW-RR 2005, 214 unter II. 1. m.w.N.; vom 20. Dezember 2005 - VII ZB 52/05 - \n\nInVO 2006, 146, 147 unter II. 2. b)). \n\nSchlick \n\n Wurm \n\n Dörr \n\nWöstmann \n\nHarsdorf-Gebhardt \n\nVorinstanzen: \n\nAG Frankfurt am Main, Entscheidung vom 24.12.2006 - 29 C 739/06-85 - \n\nLG Frankfurt/Main, Entscheidung vom 02.04.2007 - 2/29 T 40/07 -","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2007-08-01/iii-zb-35-07","cited_norms":[{"jurabk":"RPflG 1969","ref":"§ 11","ref_norm":"11","n":2},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 567","ref_norm":"567","n":2},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 568","ref_norm":"568","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 574","ref_norm":"574","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2007-08-01/iii-zb-35-07","retrieved":"2026-07-10 21:56:17.146932+00:00"},"card":{"id":"bgh/2007-08-01/iii-zb-35-07","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"III. 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