{"status":"available","doknr":"BGH-Strafsenate/4_StS/2005/4_StR__82-05","ecli":null,"court":"BGH","senate":"4. Strafsenat","decided":"2005-04-07","aktenzeichen":"4 StR 82/05","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF \n\n4 StR 82/05 \n\nBESCHLUSS \n\nvom \n\n7. April 2005 \n\nin der Strafsache \n\ngegen \n\nwegen sexuellen Mißbrauchs eines Kindes u.a. \n\nDer 4. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat am 7. April 2005 beschlossen: \n\nDer Nebenklägerin wird Rechtsanwalt Dr. K. als Beistand \n\nbestellt. \n\nGründe: \n\nDas Landgericht hat den Angeklagten unter anderem wegen sexuellen \n\nMißbrauchs eines Kindes verurteilt. Nach den Urteilsfeststellungen vollzog der \n\nAngeklagte im Zeitraum von 1994 bis März 1997 in 18 Fällen mit der am \n\n24. Mai 1983 geborenen Nebenklägerin den Oralverkehr. Gegen dieses Urteil \n\nhat der Angeklagte Revision eingelegt. Die Nebenklägerin ist dem Aufhe-\n\nbungsbegehren des Angeklagten entgegengetreten und hat die Bewilligung \n\nvon Prozeßkostenhilfe, die ihr für die erste Instanz bewilligt worden war, für die \n\nRevisionsinstanz unter Beiordnung von Rechtsanwalt Dr. K. beantragt. \n\nDieser Antrag ist dem in § 300 StPO zum Ausdruck gebrachten allge-\n\nmeinen Rechtsgedanken zufolge als Antrag auf Bestellung eines Beistands \n\nnach § 397 a Abs. 1 Satz 1 StPO auszulegen. Die Bewilligung von Prozeßko-\n\nstenhilfe gemäß § 397 a Abs. 2 StPO kommt nämlich nur dann in Betracht, \n\nwenn die Voraussetzungen für die Bestellung eines Beistands nicht vorliegen \n\n(vgl. BGH NJW 1999, 2380). Der Antrag ist in dieser Auslegung auch begrün-\n\ndet. \n\nDer Nebenklägerin ist auf ihren Antrag gemäß § 397 a Abs. 1 Satz 1 \n\nStPO ein Beistand zu bestellen, weil die Taten nach § 176 a Abs. 2 Nr. 1 StGB \n\nin der Fassung des Gesetzes zur Änderung der Vorschriften über die Straftaten \n\ngegen die sexuelle Selbstbestimmung und zur Änderung anderer Vorschriften \n\n(SexualdelÄndG) vom 27. Dezember 2003 - wie bereits nach § 176 a Abs. 1 \n\nNr. 1 StGB in der Fassung des 6. Strafrechtsreformgesetzes (StRG) vom 26. \n\nJanuar 1998 - Verbrechen darstellen. Ist eine Straftat zur Zeit der Urteilsver-\n\nkündung und des Revisionsverfahrens ein Verbrechen, so ist dies für die Be-\n\nstellung eines Rechtsanwalts als Beistand des Nebenklägers maßgebend, \n\nauch wenn die Straftat zum Zeitpunkt ihrer Begehung lediglich die Vorausset-\n\nzungen eines Vergehenstatbestands erfüllte (vgl. BGHR StPO § 397 a Abs. 1 \n\nVerbrechen 1; vgl. auch Meyer-Goßner StPO 47. Aufl. § 397 a Rdn. 3). \n\nMaatz Kuckein Athing \n\n Solin-Stojanovi(cid:1) Sost-Scheible","source":"bgh","source_url":"https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Strafsenate/4_StS/2005/4_StR__82-05.pdf?__blob=publicationFile&v=1","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2005-04-07/4-str-82-05","cited_norms":[{"jurabk":"StPO","ref":"§ 397a","ref_norm":"397a","n":3},{"jurabk":"StGB","ref":"§ 176a","ref_norm":"176a","n":2},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 300","ref_norm":"300","n":1}],"authoritative_source":"https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Strafsenate/4_StS/2005/4_StR__82-05.pdf?__blob=publicationFile&v=1","attribution":{"source":"bundesgerichtshof.de","source_url":"https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Strafsenate/4_StS/2005/4_StR__82-05.pdf?__blob=publicationFile&v=1"},"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2005-04-07/4-str-82-05","upstream":"https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Strafsenate/4_StS/2005/4_StR__82-05.pdf?__blob=publicationFile&v=1","retrieved":"2026-07-10 16:33:49.048144+00:00"},"card":{"id":"bgh/2005-04-07/4-str-82-05","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"4. 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